Die Karten werden neu gemischt: Personelle Veränderungen im neuen Hiller Gemeinderat Stefanie Dullweber Hille. Einen Tag nach der Wahl freuen sich die einen über ein gutes Ergebnis, die anderen suchen noch nach Gründen, warum es nicht so gut gelaufen ist. Während die Verwaltung die Stichwahl vorbereitet, beginnt bei den kleineren Parteien die Aufarbeitung des Wahlkampfes. Zahlen, Daten, Fakten Die meisten Stimmen bei der Ratswahl hat die SPD in Hartum bekommen (40,3 Prozent), die wenigsten in Holzhausen II (19 Prozent). Die CDU hat am besten in Eickhorst abgeschnitten (53,3 Prozent), am schlechtesten in Hartum (26,5 Prozent). Die FDP holte die meisten Stimmen in Hille (11,7 Prozent), die wenigsten in Nordhemmern (0,7 Prozent). Die Grünen konnten die meisten Wähler in Holzhausen II mobilisieren (19,8 Prozent), die Wähler in Eickhorst waren weniger überzeugt (8,9 Prozent). Die FWG hat am besten in Hartum abgeschnitten (8,7 Prozent), die wenigsten Stimmen bekam die Partei in Holzhausen II (1,2 Prozent). Die AfD holte ihr bestes Ergebnis in Unterlübbe (4,6 Prozent), das schlechteste in Eickhorst (zwei Prozent). Die Partei kam in keiner der neun Ortschaften über fünf Prozent. Drei Bewerber holten in ihren Wahlbezirken die absolute Mehrheit: In Holzhausen II Kirsten Gardini (50,3 Prozent), Heinz Becker in Hartum-Süd (50,9 Prozent) und Eberhard Peper in Eickhorst (53,3 Prozent). Die höchste Wahlbeteiligung gab es in Holzhausen II mit 70,4 Prozent. In Rothenuffeln-Nord, einer klassischen SPD-Hochburg, holte der CDU-Bewerber Patrick Nowak diesmal das Direktmandat. Bei den Landratswahlen gaben 48,8 Prozent der Wähler ihre Stimme der CDU-Kandidatin Anna Bölling (48,8 Prozent), auf Platz zwei landete SPD-Kandidat Ingo Ellerkamp (33,5 Prozent). Bei der Kreistagswahl fiel das Ergebnis genau umgekehrt aus. Hier bekam die SPD von den Hillern die meisten Stimmen (36,4), auf Platz zwei landete die CDU (31,5 Prozent). Vom Bundestrend profitiert Die Grünen haben die Anzahl ihrer Sitze im Rat verdoppelt und stellen ab sofort vier Vertreter. „Ich bin völlig begeistert“, sagt die Fraktionsvorsitzende Marie-Luise Schulder im MT-Gespräch. Sie glaubt, dass die Hiller Grünen vom bundesweiten Trend der Partei profitiert haben. Grundsätzlich sei Hille ein eher schwieriges Pflaster, weil die Wähler konservativ abstimmen würden. „Wir Grünen haben es hier immer sehr schwer gehabt.“ Mittlerweile hätten sie es geschafft, die Wähler mit konstruktiven Vorschlägen zu überzeugen. Vor allem über den Zulauf an jungen Leuten sei sie sehr froh. Hinsichtlich der Stichwahl rechnet Schulder mit einem Sieg von Michael Schweiß, den die Grünen im Wahlkampf unterstützt haben. Dem CDU-Kandidaten Henning Grinke würde sie gerne noch fünf Jahre im Rat gönnen, um Erfahrungen zu sammeln und sich in die Gemeindepolitik einzuarbeiten. Stimmen eingebüßt Nikolaus Netzel ist seit letztem Jahr Vorsitzender der Freien Demokraten Hille und Mitglied des neuen Hiller Rates. Die FDP hat einen ihrer drei Sitze eingebüßt und ist künftig mit Netzel und Ludwig Volkmann vertreten, der ebenfalls über die Reserveliste sein Mandat sicherte. „Wir hatten gehofft, das Ergebnis der letzten Wahl ausbauen oder zumindest halten zu können“, sagte Netzel am Montag im MT-Gespräch. Bei der Kommunalwahl 2014 kamen die Freien Dekoraten noch auf neun Prozent – diesmal waren es 7,4. Netzel glaubt, dass der Bundestrend zum Ergebnis beigetragen hat. Als weitere Ursache nennt er das allgemein schwierige Umfeld aufgrund der Pandemie. Netzel zieht daraus den Schluss, dass seine Partei sich noch stärker einsetzen muss, um für die Bürger sichtbarer zu werden. Erreichen möchte er das mit dem Schwerpunktthema Breitbandausbau und Mobilfunkabdeckung. „Das wirkt sich auf viele Bereiche aus, beispielsweise auf die Schulen und die Betriebe.“ Auch der demografische Wandel sei für die Gemeinde Hille von Nachteil. „Das bekommen andere Kommunen besser hin.“ Es gibt also viel zu tun – mit welchem Bürgermeister die FDP gerne zusammenarbeiten würde, lässt Netzel offen. „Wir trauen unseren Mitgliedern zu, ihre eigene Meinung zu treffen.“ Das sagt die FWG Die Freien Wähler (FWG) haben in Hille ihren Wechsel vollziehen können. Hans-Ulrich Borcherding und Volker Weber sitzen künftig gemeinsam im Gemeinderat. Das neue FWG-Führungsduo will sich ganz auf die Sacharbeit konzentrieren und Borcherding kündigt am Montag gegenüber dem MT an, Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) bei der Stichwahl zu unterstützen. Kritik übt er an der Aussage des unterlegenen SPD-Kandidaten Burkhard Günther, der seine Wähler zur Unterstützung von CDU-Bewerber Henning Grinke aufrief. „Dass ein Sozialdemokrat dazu aufruft, einen CDU-Mann zu wählen, gefällt mir nicht.“ Darüber hinaus sei Schweiß auch SPD-Mitglied. Allerdings hatte der Bürgermeister im Wahlkampf stets auf seine Überparteilichkeit verwiesen und war nicht für die SPD ins Rennen gegangen. Neuland betreten Mit Stephan Rohlfing sitzt erstmals auch ein Vertreter der AfD im Hiller Gemeinderat. Für den 48-Jährigen ist es zugleich das erste Mandat in einem kommunalen Gremium und gegenüber dem MT sagt der Oberlübber, dass er damit persönliches Neuland betritt. Mit dem Abschneiden seiner Partei ist er zufrieden, allerdings: „Ich hätte es mir sehr gewünscht, wenn noch ein zweiter Vertreter der AfD mit mir im Rat sitzen würde“, sagt der Mann, der in Rothenuffeln kandidierte. Dass er als Einzelkämpfer und AfD-Mandatsträger im Gemeinderat und in den Ausschüssen wohl weitgehend allein dastehen dürfte, ist ihm bewusst. Er setzt jedoch auf konstruktive Arbeit, um in Hille etwas bewegen zu können. „Viele Leute kennen mich ja“, sagt er. Die Lage in der Gemeinde bezeichnet Stephan Rohlfing als insgesamt „nicht schlecht“. Vorbereitung der Stichwahl Im Rathaus in Hartum laufen die Vorbereitungen für die Stichwahl am 27. September. 13.075 Bürger sind aufgerufen, ihre Stimme für das Amt des Landrates und des Bürgermeisters abzugeben. Nicht nur die Wahlbeteiligung erreichte in Hille mit 65 Prozent einen Rekordwert, auch die Zahl der Briefwähler war mit knapp 29 Prozent höher als je zuvor. Viel Zeit bleibt der Verwaltung nicht, die Briefe rauszuschicken. Erst nachdem die Wahlausschüsse auf Gemeinde- und Kreisebene getagt haben, werden die neuen Stimmzettel gedruckt. Alle, die für den ersten Wahlgang Briefwahlunterlagen beantragt haben, bekommen auch die Unterlagen für die Stichwahl ab dem 17. September zugeschickt. Anträge für die Briefwahl können laut Auskunft aus dem Rathaus noch bis Freitag, 25. September, 18 Uhr, gestellt werden. Diese findet man auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung oder ab Mittwoch auf der Internetseite der Gemeinde. Ab Freitag, 18. September, können die Unterlagen auch persönlich im Rathaus beantragt werden mit der Möglichkeit, direkt vor Ort zu wählen. Das Rathaus ist Montags von 7.30 bis 12.30 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 12 Uhr und am Freitag, 25. September von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Nur für den Fall einer plötzlich nachgewiesenen Erkrankung können Anträge noch auf den letzten Drücker gestellt werden. Dafür ist das Wahlbüro im Rathaus am 26. September von 9 bis 13 Uhr sowie am 27. September zwischen 8 und 15.00 Uhr geöffnet. Der Wahlbrief muss am Wahltag bis 16 Uhr vorliegen. Der neue und der alte Rat: SPD: Jürgen Generotzky, Thomas Leimbach, Friedrich Meyer und Herbert Pfaffenbach sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die SPD im Rat ist Roger Pretzer CDU: Hartmut Borcherding, Herbert Heuer, Heinrich Schafmeier und Margret Wiese sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die CDU im Rat sind Hermann Buhrmester, Anne Christin von Behren und Henning Grinke Grüne: Neu für die Grünen im Rat sind Annabel Hanke und Matthias Ellermann FDP: Heinz Grannemann und Dietmar Schekelmann sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die FDP im Rat ist Nikolaus Netzel FWG: Kurt Obermeier und Kurt Riechmann sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die FWG im Rat sind Hans-Ulrich Borcherding und Volker Weber AfD: Die AfD ist erstmals mit einem Sitz im Hiller Rat vertreten; neu ist Stephan Rohlfing Stimmen zur Wahl: Hermann Buhrmester (CDU) – neu in den Rat der Gemeinde Hille gewählt: „Das Wahlergebnis ist aus Sicht der CDU sehr erfreulich. Wir haben einen Sitz dazugewonnen und damit eine bessere Ausgangslage als zuvor. Meiner Ansicht nach wird es spannend, welche Mehrheiten sich künftig bilden werden. Bei der Bürgermeister-Stichwahl wird entscheidend sein, wer seine Wähler besser mobilisieren kann und wie hoch die Wahlbeteiligung ist.“ Annabel Hanke (Grüne) – neu in den Rat der Gemeinde Hille gewählt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis, immerhin haben wir als Grüne die Zahl unserer Sitze verdoppelt. Für mich war es die erste Wahl und daher besonders aufregend. Mein persönlicher Wunsch ist es, mich im Ausschuss für Jugend, Bildung und Sport zu engagieren, aber wie wir uns aufteilen, das besprechen wir demnächst mit allen Beteiligten.“ Heinz Grannemann (FDP) – wurde nicht in den neuen Rat gewählt: „Ich wollte den anderen den Vortritt lassen, deshalb stand ich auf der Reserveliste weiter unten. Die FDP muss daran arbeiten, bei der nächsten Wahl mehr Stimmen zu bekommen. Was mir an der Ratsarbeit fehlen wird, ist der Wissensvorsprung an Informationen, der Austausch mit den anderen Fraktionen und das Gespräch mit den Bürgern über ihre Sichtweise zu den verschiedenen Themen.“

Die Karten werden neu gemischt: Personelle Veränderungen im neuen Hiller Gemeinderat

Wer wird Bürgermeister in Hille? In zwei Wochen müssen die Wahlhelfer erneut die Stimmen auszählen. MT- © Fotos: Stefanie Dullweber

Hille. Einen Tag nach der Wahl freuen sich die einen über ein gutes Ergebnis, die anderen suchen noch nach Gründen, warum es nicht so gut gelaufen ist. Während die Verwaltung die Stichwahl vorbereitet, beginnt bei den kleineren Parteien die Aufarbeitung des Wahlkampfes.

Zahlen, Daten, Fakten

Die meisten Stimmen bei der Ratswahl hat die SPD in Hartum bekommen (40,3 Prozent), die wenigsten in Holzhausen II (19 Prozent). Die CDU hat am besten in Eickhorst abgeschnitten (53,3 Prozent), am schlechtesten in Hartum (26,5 Prozent). Die FDP holte die meisten Stimmen in Hille (11,7 Prozent), die wenigsten in Nordhemmern (0,7 Prozent). Die Grünen konnten die meisten Wähler in Holzhausen II mobilisieren (19,8 Prozent), die Wähler in Eickhorst waren weniger überzeugt (8,9 Prozent). Die FWG hat am besten in Hartum abgeschnitten (8,7 Prozent), die wenigsten Stimmen bekam die Partei in Holzhausen II (1,2 Prozent). Die AfD holte ihr bestes Ergebnis in Unterlübbe (4,6 Prozent), das schlechteste in Eickhorst (zwei Prozent). Die Partei kam in keiner der neun Ortschaften über fünf Prozent.

Keine Probleme mit Maskenverweigerern: Wie die Wahlhelfer in Hille bestätigten, hätten sich die Wähler korrekt verhalten.
Keine Probleme mit Maskenverweigerern: Wie die Wahlhelfer in Hille bestätigten, hätten sich die Wähler korrekt verhalten.

Drei Bewerber holten in ihren Wahlbezirken die absolute Mehrheit: In Holzhausen II Kirsten Gardini (50,3 Prozent), Heinz Becker in Hartum-Süd (50,9 Prozent) und Eberhard Peper in Eickhorst (53,3 Prozent). Die höchste Wahlbeteiligung gab es in Holzhausen II mit 70,4 Prozent. In Rothenuffeln-Nord, einer klassischen SPD-Hochburg, holte der CDU-Bewerber Patrick Nowak diesmal das Direktmandat.

Insgesamt 101 Stimmen waren bei der Wahl am Sonntag ungültig – das entspricht einem Anteil von 1,2 Prozent.
Insgesamt 101 Stimmen waren bei der Wahl am Sonntag ungültig – das entspricht einem Anteil von 1,2 Prozent.

Bei den Landratswahlen gaben 48,8 Prozent der Wähler ihre Stimme der CDU-Kandidatin Anna Bölling (48,8 Prozent), auf Platz zwei landete SPD-Kandidat Ingo Ellerkamp (33,5 Prozent). Bei der Kreistagswahl fiel das Ergebnis genau umgekehrt aus. Hier bekam die SPD von den Hillern die meisten Stimmen (36,4), auf Platz zwei landete die CDU (31,5 Prozent).

Vom Bundestrend profitiert

Die Grünen haben die Anzahl ihrer Sitze im Rat verdoppelt und stellen ab sofort vier Vertreter. „Ich bin völlig begeistert“, sagt die Fraktionsvorsitzende Marie-Luise Schulder im MT-Gespräch. Sie glaubt, dass die Hiller Grünen vom bundesweiten Trend der Partei profitiert haben. Grundsätzlich sei Hille ein eher schwieriges Pflaster, weil die Wähler konservativ abstimmen würden. „Wir Grünen haben es hier immer sehr schwer gehabt.“ Mittlerweile hätten sie es geschafft, die Wähler mit konstruktiven Vorschlägen zu überzeugen. Vor allem über den Zulauf an jungen Leuten sei sie sehr froh.

Hinsichtlich der Stichwahl rechnet Schulder mit einem Sieg von Michael Schweiß, den die Grünen im Wahlkampf unterstützt haben. Dem CDU-Kandidaten Henning Grinke würde sie gerne noch fünf Jahre im Rat gönnen, um Erfahrungen zu sammeln und sich in die Gemeindepolitik einzuarbeiten.

Stimmen eingebüßt

Nikolaus Netzel ist seit letztem Jahr Vorsitzender der Freien Demokraten Hille und Mitglied des neuen Hiller Rates. Die FDP hat einen ihrer drei Sitze eingebüßt und ist künftig mit Netzel und Ludwig Volkmann vertreten, der ebenfalls über die Reserveliste sein Mandat sicherte. „Wir hatten gehofft, das Ergebnis der letzten Wahl ausbauen oder zumindest halten zu können“, sagte Netzel am Montag im MT-Gespräch. Bei der Kommunalwahl 2014 kamen die Freien Dekoraten noch auf neun Prozent – diesmal waren es 7,4.

Netzel glaubt, dass der Bundestrend zum Ergebnis beigetragen hat. Als weitere Ursache nennt er das allgemein schwierige Umfeld aufgrund der Pandemie. Netzel zieht daraus den Schluss, dass seine Partei sich noch stärker einsetzen muss, um für die Bürger sichtbarer zu werden. Erreichen möchte er das mit dem Schwerpunktthema Breitbandausbau und Mobilfunkabdeckung. „Das wirkt sich auf viele Bereiche aus, beispielsweise auf die Schulen und die Betriebe.“ Auch der demografische Wandel sei für die Gemeinde Hille von Nachteil. „Das bekommen andere Kommunen besser hin.“ Es gibt also viel zu tun – mit welchem Bürgermeister die FDP gerne zusammenarbeiten würde, lässt Netzel offen. „Wir trauen unseren Mitgliedern zu, ihre eigene Meinung zu treffen.“

Das sagt die FWG

Die Freien Wähler (FWG) haben in Hille ihren Wechsel vollziehen können. Hans-Ulrich Borcherding und Volker Weber sitzen künftig gemeinsam im Gemeinderat. Das neue FWG-Führungsduo will sich ganz auf die Sacharbeit konzentrieren und Borcherding kündigt am Montag gegenüber dem MT an, Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) bei der Stichwahl zu unterstützen. Kritik übt er an der Aussage des unterlegenen SPD-Kandidaten Burkhard Günther, der seine Wähler zur Unterstützung von CDU-Bewerber Henning Grinke aufrief. „Dass ein Sozialdemokrat dazu aufruft, einen CDU-Mann zu wählen, gefällt mir nicht.“ Darüber hinaus sei Schweiß auch SPD-Mitglied. Allerdings hatte der Bürgermeister im Wahlkampf stets auf seine Überparteilichkeit verwiesen und war nicht für die SPD ins Rennen gegangen.

Neuland betreten

Mit Stephan Rohlfing sitzt erstmals auch ein Vertreter der AfD im Hiller Gemeinderat. Für den 48-Jährigen ist es zugleich das erste Mandat in einem kommunalen Gremium und gegenüber dem MT sagt der Oberlübber, dass er damit persönliches Neuland betritt. Mit dem Abschneiden seiner Partei ist er zufrieden, allerdings: „Ich hätte es mir sehr gewünscht, wenn noch ein zweiter Vertreter der AfD mit mir im Rat sitzen würde“, sagt der Mann, der in Rothenuffeln kandidierte. Dass er als Einzelkämpfer und AfD-Mandatsträger im Gemeinderat und in den Ausschüssen wohl weitgehend allein dastehen dürfte, ist ihm bewusst. Er setzt jedoch auf konstruktive Arbeit, um in Hille etwas bewegen zu können. „Viele Leute kennen mich ja“, sagt er. Die Lage in der Gemeinde bezeichnet Stephan Rohlfing als insgesamt „nicht schlecht“.

Vorbereitung der Stichwahl

Im Rathaus in Hartum laufen die Vorbereitungen für die Stichwahl am 27. September. 13.075 Bürger sind aufgerufen, ihre Stimme für das Amt des Landrates und des Bürgermeisters abzugeben. Nicht nur die Wahlbeteiligung erreichte in Hille mit 65 Prozent einen Rekordwert, auch die Zahl der Briefwähler war mit knapp 29 Prozent höher als je zuvor.

Viel Zeit bleibt der Verwaltung nicht, die Briefe rauszuschicken. Erst nachdem die Wahlausschüsse auf Gemeinde- und Kreisebene getagt haben, werden die neuen Stimmzettel gedruckt. Alle, die für den ersten Wahlgang Briefwahlunterlagen beantragt haben, bekommen auch die Unterlagen für die Stichwahl ab dem 17. September zugeschickt. Anträge für die Briefwahl können laut Auskunft aus dem Rathaus noch bis Freitag, 25. September, 18 Uhr, gestellt werden. Diese findet man auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung oder ab Mittwoch auf der Internetseite der Gemeinde. Ab Freitag, 18. September, können die Unterlagen auch persönlich im Rathaus beantragt werden mit der Möglichkeit, direkt vor Ort zu wählen.

Das Rathaus ist Montags von 7.30 bis 12.30 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 12 Uhr und am Freitag, 25. September von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Nur für den Fall einer plötzlich nachgewiesenen Erkrankung können Anträge noch auf den letzten Drücker gestellt werden. Dafür ist das Wahlbüro im Rathaus am 26. September von 9 bis 13 Uhr sowie am 27. September zwischen 8 und 15.00 Uhr geöffnet. Der Wahlbrief muss am Wahltag bis 16 Uhr vorliegen.

Der neue und der alte Rat:

SPD: Jürgen Generotzky, Thomas Leimbach, Friedrich Meyer und Herbert Pfaffenbach sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die SPD im Rat ist Roger Pretzer

CDU: Hartmut Borcherding, Herbert Heuer, Heinrich Schafmeier und Margret Wiese sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die CDU im Rat sind Hermann Buhrmester, Anne Christin von Behren und Henning Grinke

Grüne: Neu für die Grünen im Rat sind Annabel Hanke und Matthias Ellermann

FDP: Heinz Grannemann und Dietmar Schekelmann sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die FDP im Rat ist Nikolaus Netzel

FWG: Kurt Obermeier und Kurt Riechmann sind nicht mehr im Rat vertreten; neu für die FWG im Rat sind Hans-Ulrich Borcherding und Volker Weber

AfD: Die AfD ist erstmals mit einem Sitz im Hiller Rat vertreten; neu ist Stephan Rohlfing

Stimmen zur Wahl:

Hermann Buhrmester (CDU) – neu in den Rat der Gemeinde Hille gewählt: „Das Wahlergebnis ist aus Sicht der CDU sehr erfreulich. Wir haben einen Sitz dazugewonnen und damit eine bessere Ausgangslage als zuvor. Meiner Ansicht nach wird es spannend, welche Mehrheiten sich künftig bilden werden. Bei der Bürgermeister-Stichwahl wird entscheidend sein, wer seine Wähler besser mobilisieren kann und wie hoch die Wahlbeteiligung ist.“

Annabel Hanke (Grüne) – neu in den Rat der Gemeinde Hille gewählt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis, immerhin haben wir als Grüne die Zahl unserer Sitze verdoppelt. Für mich war es die erste Wahl und daher besonders aufregend. Mein persönlicher Wunsch ist es, mich im Ausschuss für Jugend, Bildung und Sport zu engagieren, aber wie wir uns aufteilen, das besprechen wir demnächst mit allen Beteiligten.“

Heinz Grannemann (FDP) – wurde nicht in den neuen Rat gewählt: „Ich wollte den anderen den Vortritt lassen, deshalb stand ich auf der Reserveliste weiter unten. Die FDP muss daran arbeiten, bei der nächsten Wahl mehr Stimmen zu bekommen. Was mir an der Ratsarbeit fehlen wird, ist der Wissensvorsprung an Informationen, der Austausch mit den anderen Fraktionen und das Gespräch mit den Bürgern über ihre Sichtweise zu den verschiedenen Themen.“

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