Detlev Haake will frischen Wind im Gewerbeverein Hiller Land Stefanie Dullweber Hille. „Ich bin ein absoluter Netzwerker“, sagt Detlev Haake. Die Pflege von persönlichen und beruflichen Kontakten werde noch viel zu wenig genutzt, meint der Vorsitzende des Gewerbevereins Hiller Land. Anfang März wählten die Mitglieder ihn zu ihrem neuen Vorsitzenden – kurze Zeit später legte Corona das öffentliche Leben lahm. Detlev Haake hat die zurückliegenden Monate trotzdem genutzt, um seine Ideen voranzutreiben. Einige davon sind mittlerweile spruchreif, wie der 54-Jährige jetzt im MT-Gespräch berichtet. Detlev Haake hält nicht viel davon, um eine Sache herumzureden. Er hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und bringt seine Vorstellungen auf den Punkt. „Das hat offenbar vielen gut gefallen“, glaubt er die Gründe für seine Wahl zum Vorsitzenden zu kennen. „Einer muss den Hut aufhaben und die Sachen in Gang bringen“, ist Haake überzeugt. Als der gelernte Industriekaufmann 2009 aus dem Ruhrgebiet nach Hille kam, hatte er mit den heimischen Unternehmern zunächst gar nichts am Hut. Detlev Haake, der in Hartum eine Werbeagentur leitet, kam erst zehn Jahre später mit den Akteuren in Kontakt – seinerzeit gab es noch zwei Gewerbevereine: Hille und Am Wiehen. Mittlerweile haben sich die Unternehmen im Gewerbeverein Hiller Land zusammengeschlossen. Nach der Fusion suchte das Vorstandsteam einen Experten, der eine neue Strategie erstellt. Weil der bisherige Vorsitzende Uwe Wittemeyer sein Amt nach acht Jahren abgeben wollte, kam der Werbefachmann auch für diesen Posten ins Gespräch. Seiner Ansicht nach habe der Verein in der Vergangenheit zu sehr an Traditionen festgehalten. Dazu gehört das Organisieren von Veranstaltungen: Die Teilnahme an der Gewerbeschau auf dem Frühjahrsmarkt, die Mitgestaltung der Weihnachtsmärkte in Hille und Rothenuffeln, die Weihnachtsverlosungen oder die Gourmetmeile „Hille isst gut“. Es stecke viel mehr Potenzial im Hiller Handel. „Wir waren mehr Eventagentur und haben zu wenig für die Mitglieder gemacht“, ist Detlev Haake überzeugt. Das ist ein Punkt, an dem der Vorsitzende ansetzen möchte. In dieser Woche hat er den ersten Newsletter an alle Mitglieder verschickt und darin auch einige seiner Ideen geschildert. Auf der geplanten Versammlung Ende Oktober soll es ebenfalls um einige Neuerungen gehen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Vorträge. Den Anfang macht im November ein Unternehmensberater, der Fragen zu Förderprogrammen in Nordrhein-Westfalen in Coronazeiten beantworten kann. Um Vorträge oder Workshops zu veranstalten, brauche es entsprechende Räumlichkeiten, ist der Vorsitzende überzeugt – und hat für dieses Problem schon eine Lösung parat. Seine Werbeagentur am Kreisel in Hartum bietet Platz. „Die Räume, in denen vormals die Krankenkasse untergebracht war, stehen seit Ende letzten Jahres leer“, sagt Haake und möchte hier unter anderem ein Büro für den Gewerbeverein einrichten. Hier soll dann auch eine Halbtagskraft arbeiten, die sich um sämtliche Büroarbeiten kümmert. „Wir müssen das Ganze professionalisieren.“ Monatlich möchte der neue Vereinschef ein Unternehmerfrühstück etablieren. Dabei kann er sich vorstellen, dass die Teilnehmer locker über Dies und Das sprechen. „Oder wir laden Referenten zu aktuellen Themen ein.“ Um das Bestmögliche zu erreichen, müssten die Unternehmer mehr miteinander kommunizieren – nicht nur digital oder per Telefon, sondern persönlich. Wenn die Umbauarbeiten wie geplant vorankommen, möchte er mit dem Unternehmerfrühstück möglichst noch im November starten. Detlev Haake sieht sich auch als Schnittstelle zwischen Gewerbeverein und Rathaus. Regelmäßig sei er mit Bürgermeister Michael Schweiß und Wirtschaftsförderer Timo Muchow in Gesprächen. Dabei hätten sie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schule thematisiert. „Wir haben allein in der Gemeinde etwa 300 Berufsbilder“, weiß Haake. Um Jobmöglichkeiten zu präsentieren, wolle man eine Art Ideenschmiede ins Leben rufen. Beteiligt daran sind die Wirtschaftsförderung, die Verbundschule, der Gewerbeverein und Karin Ressel vom Technikzentrum in Südhemmern. Rund 80 Mitglieder hat der Gewerbeverein aktuell. Zu wenig, wie der neue Vorsitzende findet. „Wir haben noch Potenzial, neue Mitglieder zu gewinnen. Das möchte ich erreichen.“ Würde jeder Unternehmer im Hiller Land beitreten, könnten es bis zu 400 werden. Um neue Mitglieder zu werben, müsse es einen Mehrwert geben. „Wir müssen etwas bieten, warum es sich lohnt, im Gewerbeverein zu sein.“ Das gelte natürlich auch für die etablierten Mitglieder. Und hier kommt wieder das Netzwerk wieder ins Spiel. „Kontaktpflege ist das Wichtigste.“

Detlev Haake will frischen Wind im Gewerbeverein Hiller Land

Veranstaltungen wie die Gourmetmeile „Hille isst gut“ kommen bei den Besuchern gut an. An deren Organisation war der Gewerbeverein Hiller Land maßgeblich beteiligt. Der neue Vorsitzende Detlev Haake möchte aber auch etwas für die Unternehmer selber tun. MT-Archivfoto: Stefanie Dullweber

Hille. „Ich bin ein absoluter Netzwerker“, sagt Detlev Haake. Die Pflege von persönlichen und beruflichen Kontakten werde noch viel zu wenig genutzt, meint der Vorsitzende des Gewerbevereins Hiller Land. Anfang März wählten die Mitglieder ihn zu ihrem neuen Vorsitzenden – kurze Zeit später legte Corona das öffentliche Leben lahm. Detlev Haake hat die zurückliegenden Monate trotzdem genutzt, um seine Ideen voranzutreiben. Einige davon sind mittlerweile spruchreif, wie der 54-Jährige jetzt im MT-Gespräch berichtet.

Detlev Haake hält nicht viel davon, um eine Sache herumzureden. Er hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und bringt seine Vorstellungen auf den Punkt. „Das hat offenbar vielen gut gefallen“, glaubt er die Gründe für seine Wahl zum Vorsitzenden zu kennen. „Einer muss den Hut aufhaben und die Sachen in Gang bringen“, ist Haake überzeugt.

Als der gelernte Industriekaufmann 2009 aus dem Ruhrgebiet nach Hille kam, hatte er mit den heimischen Unternehmern zunächst gar nichts am Hut. Detlev Haake, der in Hartum eine Werbeagentur leitet, kam erst zehn Jahre später mit den Akteuren in Kontakt – seinerzeit gab es noch zwei Gewerbevereine: Hille und Am Wiehen. Mittlerweile haben sich die Unternehmen im Gewerbeverein Hiller Land zusammengeschlossen. Nach der Fusion suchte das Vorstandsteam einen Experten, der eine neue Strategie erstellt. Weil der bisherige Vorsitzende Uwe Wittemeyer sein Amt nach acht Jahren abgeben wollte, kam der Werbefachmann auch für diesen Posten ins Gespräch.

Seiner Ansicht nach habe der Verein in der Vergangenheit zu sehr an Traditionen festgehalten. Dazu gehört das Organisieren von Veranstaltungen: Die Teilnahme an der Gewerbeschau auf dem Frühjahrsmarkt, die Mitgestaltung der Weihnachtsmärkte in Hille und Rothenuffeln, die Weihnachtsverlosungen oder die Gourmetmeile „Hille isst gut“. Es stecke viel mehr Potenzial im Hiller Handel. „Wir waren mehr Eventagentur und haben zu wenig für die Mitglieder gemacht“, ist Detlev Haake überzeugt. Das ist ein Punkt, an dem der Vorsitzende ansetzen möchte.

In dieser Woche hat er den ersten Newsletter an alle Mitglieder verschickt und darin auch einige seiner Ideen geschildert. Auf der geplanten Versammlung Ende Oktober soll es ebenfalls um einige Neuerungen gehen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Vorträge. Den Anfang macht im November ein Unternehmensberater, der Fragen zu Förderprogrammen in Nordrhein-Westfalen in Coronazeiten beantworten kann.

Um Vorträge oder Workshops zu veranstalten, brauche es entsprechende Räumlichkeiten, ist der Vorsitzende überzeugt – und hat für dieses Problem schon eine Lösung parat. Seine Werbeagentur am Kreisel in Hartum bietet Platz. „Die Räume, in denen vormals die Krankenkasse untergebracht war, stehen seit Ende letzten Jahres leer“, sagt Haake und möchte hier unter anderem ein Büro für den Gewerbeverein einrichten. Hier soll dann auch eine Halbtagskraft arbeiten, die sich um sämtliche Büroarbeiten kümmert. „Wir müssen das Ganze professionalisieren.“

Monatlich möchte der neue Vereinschef ein Unternehmerfrühstück etablieren. Dabei kann er sich vorstellen, dass die Teilnehmer locker über Dies und Das sprechen. „Oder wir laden Referenten zu aktuellen Themen ein.“ Um das Bestmögliche zu erreichen, müssten die Unternehmer mehr miteinander kommunizieren – nicht nur digital oder per Telefon, sondern persönlich. Wenn die Umbauarbeiten wie geplant vorankommen, möchte er mit dem Unternehmerfrühstück möglichst noch im November starten.

Detlev Haake sieht sich auch als Schnittstelle zwischen Gewerbeverein und Rathaus. Regelmäßig sei er mit Bürgermeister Michael Schweiß und Wirtschaftsförderer Timo Muchow in Gesprächen. Dabei hätten sie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schule thematisiert. „Wir haben allein in der Gemeinde etwa 300 Berufsbilder“, weiß Haake. Um Jobmöglichkeiten zu präsentieren, wolle man eine Art Ideenschmiede ins Leben rufen. Beteiligt daran sind die Wirtschaftsförderung, die Verbundschule, der Gewerbeverein und Karin Ressel vom Technikzentrum in Südhemmern.

Rund 80 Mitglieder hat der Gewerbeverein aktuell. Zu wenig, wie der neue Vorsitzende findet. „Wir haben noch Potenzial, neue Mitglieder zu gewinnen. Das möchte ich erreichen.“ Würde jeder Unternehmer im Hiller Land beitreten, könnten es bis zu 400 werden. Um neue Mitglieder zu werben, müsse es einen Mehrwert geben. „Wir müssen etwas bieten, warum es sich lohnt, im Gewerbeverein zu sein.“ Das gelte natürlich auch für die etablierten Mitglieder. Und hier kommt wieder das Netzwerk wieder ins Spiel. „Kontaktpflege ist das Wichtigste.“

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