Dat Hörrohr vor der Premiere: Hosenrolle im Hiller Platt Kerstin Rickert Hille-Oberlübbe (kr). Die Bühne im Gemeindehaus Oberlübbe steht und das Wichtigste – Texte, Mimik und Gestik -sitzten. Die passende Kostümierung fehlt noch und bei den Requisiten das eine oder andere Detail. „Noch haben wir ja ein paar Tage“, ist Spielleiterin Annette Kanning optimistisch. Am kommenden Samstag, 9. März, ist es soweit. Dann lüftet sich für die Laienspielgruppe des Heimatvereins Zwischen Berg und Bruch Oberlübbe/ Unterlübbe der Vorhang zur Premiere von „Dat Hörrohr“ – einer plattdeutschen Komödie von Karl Bunje, die auch schon das Ohnsorg-Theater Hamburg erfolgreich auf die Bühne brachte. Zufrieden verfolgt Annette Kanning das Geschehen auf der Bühne. Der Text, den sie als Spielleiterin ein wenig angepasst und gekürzt hat, liegt vor ihr. Besonders oft eingreifen muss sie nicht. Nur hier und da gibt sie ein paar Anweisungen. „Bewegt euch etwas zur Mitte“ etwa. Oder: „Der Satz ist wichtig.“ Kleinigkeiten, wenn man bedenkt, dass das Ensemble gerade erst mit den Proben im Gemeindehaus Oberlübbe begonnen hat – dort, wo das Stück auch zur Aufführung kommt. Vorausgegangen ist zwar eine mehrmonatige Probenphase, doch so richtig zeigt sich erst am Originalschauplatz, ob das Zusammenspiel auf der Bühne klappt. Souffleuse Silvia Bunkowski hat nicht besonders viel zu tun. Annette Kanning wirkt überrascht, wie gut schon alles funktioniert. Ihr Favorit war das Stück „Dat Hörrohr“ anfangs nicht. „Melanie Schneider und ich hätten gerne ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ gespielt. Die plattdeutsche Fassung haben wir in Hamburg gesehen und waren begeistert“, erzählt die Spielleiterin. Bei der Stückauswahl, die das Ensemble laut Kanning immer gemeinschaftlich trifft, seien die beiden Frauen überstimmt worden. Während der Probe zeigt sich aber, dass die Entscheidung für die Komödie von Karl Bunje goldrichtig war. Das Stück spielt auf dem Land und passt allein schon deshalb hervorragend nach Oberlübbe. Und – was vielleicht noch viel wichtiger ist: Die Laiendarsteller stehen hinter ihrer Wahl und haben einen unbändigen Spaß daran, die Geschichte um den schwerhörigen Opa Meiners und seine intrigante Schwiegertochter Berta auf die Bühne zu bringen. Das Stück wartet mit zahlreichen lustigen Momenten auf, die beim Publikum für einige Lacher sorgen dürften. Im ersten Moment wahrscheinlich auch erst einmal für Verwunderung. Denn in Oberlübbe wird Opa Meiners von einer Frau gespielt. Weil sich keiner der älteren Herren aus der Laienspielgruppe für die Rolle zur Verfügung stellte, übernahm kurzerhand Antje Wiese – mit ihrer tiefen Stimme eine tolle Alternative. Gespielt wird natürlich auf Hiller Platt, einige Ausdrücke wurden entsprechend umgeschrieben. Um die Zukunft des Hofes, wo Opa Meiners mit seinem Sohn Jochen (Heiko Bunkowski), dessen Frau Berta (Melanie Schneider), Enkelin Elke (Katharina Hersemann) und Knecht Bernd (Dorian Wandtke) zusammenlebt, geht es in dem Stück. Eigentlich ist Opa Meiners noch ganz rüstig. Nur mit dem Hören hat er so seine Schwierigkeiten. Auch mit seinem etwas altmodischen Hörrohr bekommt er längst nicht alles mit – für Berta ein gefundenes Fressen. Sie tut nämlich nur so, als sei die liebevolle Schwiegertochter, die Opa Meiners umsorgt. In Wirklichkeit will sie dem schwerhörigen Familienoberhaupt seinen Hof abluchsen. Gemeinsam mit dem windigen Kneipenwirt Hogeback (Marco Wandtke) spinnt sie eine Intrige. Doch dann kommt alles anders. Enkelin Elke durchschaut das Spiel und will ihrem Opa die Ohren öffnen - mit einem neuen Hörrohr, das ihr Liebster, der Knecht Bernd, besorgt hat. Opa Meiners traut seinen Ohren nicht, als er plötzlich nicht nur das Ticken der Uhr hören kann, sondern auch das, was Berta über ihn und ihren Plan so von sich gibt. Prompt geht Opa Meiners in die Gegenoffensive, erklärt die Entscheidung über den Hof zur „Kerlssache“ und entzieht den „Wievern“ das Regiment. In den weiteren Rollen spielen Sascha Bunkowski den Briefträger Quadfasel, Anja Eikmeyer dessen Frau Lieschen und Valerie Eikmeyer die Notarin Felsenfeld. Fünfmal führt die Laienspielgruppe des Heimatvereins Zwischen Berg und Bruch Oberlübbe/ Unterlübbe die Komödie „Dat Hörrohr“ im Gemeindehaus Oberlübbe auf. Karten sind erhältlich bei der Tankstelle Gärtner, Oberlübbe, der Bäckerei Kleine, Rothenuffeln, bei den Darstellern und an der Abendkasse. Für die Premiere am Samstag, 9. März, 19 Uhr, und die Aufführung am Sonntag, 10. März, 16 Uhr, gibt es nur noch wenige Restkarten. Die weiteren Termine sind Samstag, 16. März, 19 Uhr und Samstag, 17. März, 16 Uhr sowie Montag, 18. März, 19 Uhr.

Dat Hörrohr vor der Premiere: Hosenrolle im Hiller Platt

Freuen sich auf die Premiere am 9. März: Spielleiterin Annette Kanning mit dem Ensemble. Vorn rechts Souffleuse Silvia Bunkowski. Opa Meiners wird von Antje Wiese (stehend ganz links) gespielt. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Hille-Oberlübbe (kr). Die Bühne im Gemeindehaus Oberlübbe steht und das Wichtigste – Texte, Mimik und Gestik -sitzten. Die passende Kostümierung fehlt noch und bei den Requisiten das eine oder andere Detail. „Noch haben wir ja ein paar Tage“, ist Spielleiterin Annette Kanning optimistisch. Am kommenden Samstag, 9. März, ist es soweit. Dann lüftet sich für die Laienspielgruppe des Heimatvereins Zwischen Berg und Bruch Oberlübbe/ Unterlübbe der Vorhang zur Premiere von „Dat Hörrohr“ – einer plattdeutschen Komödie von Karl Bunje, die auch schon das Ohnsorg-Theater Hamburg erfolgreich auf die Bühne brachte.

Zufrieden verfolgt Annette Kanning das Geschehen auf der Bühne. Der Text, den sie als Spielleiterin ein wenig angepasst und gekürzt hat, liegt vor ihr. Besonders oft eingreifen muss sie nicht. Nur hier und da gibt sie ein paar Anweisungen. „Bewegt euch etwas zur Mitte“ etwa. Oder: „Der Satz ist wichtig.“ Kleinigkeiten, wenn man bedenkt, dass das Ensemble gerade erst mit den Proben im Gemeindehaus Oberlübbe begonnen hat – dort, wo das Stück auch zur Aufführung kommt. Vorausgegangen ist zwar eine mehrmonatige Probenphase, doch so richtig zeigt sich erst am Originalschauplatz, ob das Zusammenspiel auf der Bühne klappt.

Souffleuse Silvia Bunkowski hat nicht besonders viel zu tun. Annette Kanning wirkt überrascht, wie gut schon alles funktioniert. Ihr Favorit war das Stück „Dat Hörrohr“ anfangs nicht. „Melanie Schneider und ich hätten gerne ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ gespielt. Die plattdeutsche Fassung haben wir in Hamburg gesehen und waren begeistert“, erzählt die Spielleiterin. Bei der Stückauswahl, die das Ensemble laut Kanning immer gemeinschaftlich trifft, seien die beiden Frauen überstimmt worden. Während der Probe zeigt sich aber, dass die Entscheidung für die Komödie von Karl Bunje goldrichtig war.

Das Stück spielt auf dem Land und passt allein schon deshalb hervorragend nach Oberlübbe. Und – was vielleicht noch viel wichtiger ist: Die Laiendarsteller stehen hinter ihrer Wahl und haben einen unbändigen Spaß daran, die Geschichte um den schwerhörigen Opa Meiners und seine intrigante Schwiegertochter Berta auf die Bühne zu bringen.

Das Stück wartet mit zahlreichen lustigen Momenten auf, die beim Publikum für einige Lacher sorgen dürften. Im ersten Moment wahrscheinlich auch erst einmal für Verwunderung. Denn in Oberlübbe wird Opa Meiners von einer Frau gespielt. Weil sich keiner der älteren Herren aus der Laienspielgruppe für die Rolle zur Verfügung stellte, übernahm kurzerhand Antje Wiese – mit ihrer tiefen Stimme eine tolle Alternative. Gespielt wird natürlich auf Hiller Platt, einige Ausdrücke wurden entsprechend umgeschrieben.

Um die Zukunft des Hofes, wo Opa Meiners mit seinem Sohn Jochen (Heiko Bunkowski), dessen Frau Berta (Melanie Schneider), Enkelin Elke (Katharina Hersemann) und Knecht Bernd (Dorian Wandtke) zusammenlebt, geht es in dem Stück. Eigentlich ist Opa Meiners noch ganz rüstig. Nur mit dem Hören hat er so seine Schwierigkeiten. Auch mit seinem etwas altmodischen Hörrohr bekommt er längst nicht alles mit – für Berta ein gefundenes Fressen. Sie tut nämlich nur so, als sei die liebevolle Schwiegertochter, die Opa Meiners umsorgt. In Wirklichkeit will sie dem schwerhörigen Familienoberhaupt seinen Hof abluchsen. Gemeinsam mit dem windigen Kneipenwirt Hogeback (Marco Wandtke) spinnt sie eine Intrige. Doch dann kommt alles anders. Enkelin Elke durchschaut das Spiel und will ihrem Opa die Ohren öffnen - mit einem neuen Hörrohr, das ihr Liebster, der Knecht Bernd, besorgt hat. Opa Meiners traut seinen Ohren nicht, als er plötzlich nicht nur das Ticken der Uhr hören kann, sondern auch das, was Berta über ihn und ihren Plan so von sich gibt. Prompt geht Opa Meiners in die Gegenoffensive, erklärt die Entscheidung über den Hof zur „Kerlssache“ und entzieht den „Wievern“ das Regiment. In den weiteren Rollen spielen Sascha Bunkowski den Briefträger Quadfasel, Anja Eikmeyer dessen Frau Lieschen und Valerie Eikmeyer die Notarin Felsenfeld.

Fünfmal führt die Laienspielgruppe des Heimatvereins Zwischen Berg und Bruch Oberlübbe/ Unterlübbe die Komödie „Dat Hörrohr“ im Gemeindehaus Oberlübbe auf. Karten sind erhältlich bei der Tankstelle Gärtner, Oberlübbe, der Bäckerei Kleine, Rothenuffeln, bei den Darstellern und an der Abendkasse. Für die Premiere am Samstag, 9. März, 19 Uhr, und die Aufführung am Sonntag, 10. März, 16 Uhr, gibt es nur noch wenige Restkarten. Die weiteren Termine sind Samstag, 16. März, 19 Uhr und Samstag, 17. März, 16 Uhr sowie Montag, 18. März, 19 Uhr.

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