Das große Aufräumen: Der Kreis räumt das Impfzentrum, aber das Inventar bleibt in Unterlübbe Stefanie Dullweber Hille-Unterlübbe. Die aufgeklebten Wegweiser lassen sich nur schwer vom Boden ablösen. Die Reste müssen mühsam, Zentimeter für Zentimeter, entfernt werden. Noch gibt es in der Sporthalle Unterlübbe viel zu tun. Am Montag hat der Rückbau des Impfzentrums begonnen. Auch die Zeltbauer sind schon vor Ort und laden Planen und Stangen auf einen Anhänger. Einige Stellwände, mit denen die einzelnen Impfstraßen voneinander abgetrennt waren, stehen noch. „Die lagern wir hier in den Garagen ein“, sagt Matthias Möller vom Leitungsteam des Impfzentrums. Auf die Frage, warum die Sachen nicht auf den Baubetriebshof des Kreises gebracht werden, heißt es, der Kreis sei vom Land angewiesen worden, das Inventar vor Ort zu belassen. Ähnliches ist auch von anderen Einrichtungen zu lesen. Das Land will sich die Möglichkeit offenhalten, die Impfzentren bei Bedarf flexibel wieder in Betrieb nehmen zu können. Aus diesem Grund verbleiben auch die Computer der Kassenärztlichen Vereinigung – nach einem Update – zunächst in der Gemeinde Hille. Acht Monate lang hatte der Kreis Minden-Lübbecke hier sein Impfzentrum betrieben. Bis auf zwei Räume im Kulturzentrum neben der Sporthalle wird alles in den Originalzustand versetzt. Die beiden verbleibenden Räume werden für die „Koordinierende Covid-Impfeinheit“ (KoCi) des Kreises bereitgestellt. Sie soll gewährleisten, dass zum Beispiel die Booster-Impfungen in den Seniorenheimen des Kreises sichergestellt sind. Oder dass weiterhin Menschen geimpft werden, die die Regelversorgung nicht erreicht. Grundsätzlich erfolgen die Impfungen seit dem 1. Oktober bei den Haus- und Betriebsärzten. Jeder Kreis in NRW muss eine KoCi einzurichten, die ihre Arbeit zunächst bis zum 30. April 2022 aufnimmt. Die Mitarbeiter übernehmen sowohl eine beobachtende als auch eine planerische Rolle. Bis es soweit ist, läuft in Unterlübbe das große Aufräumen. Auch Matthias Möllers Kollegin Mara Luckenbach ist in dieser Woche vor Ort und packt mit an. Die letzten acht Monate war ihr Arbeitsplatz im Kulturzentrum Unterlübbe – ihr Schreibtisch stand in den Räumen des Heimatvereins. Hier hat sie die Impfstoffbestellungen koordiniert, hunderte Mails beantwortet, telefoniert und organisiert. Ja, sie sei schon etwas wehmütig, sagt Luckenbach bei einem Rundgang durch die Halle, in der es schon deutlich leerer geworden ist. „Die Arbeit mit den Menschen war eine tolle Erfahrung.“ Am heutigen Donnerstag fährt Mara Luckenbach ein letztes Mal dienstlich nach Unterlübbe. Als sie hier im Februar angefangen hat, hätte sie gar nicht genau gewusst, wo sie hin müsste. „Das war schon ein krasses Kontrastprogramm zur reinen Aktenbearbeitung“, sagt sie rückblickend. In der nächsten Woche wartet auf sie die nächste Veränderung in diesem Jahr. „Ich fange im Kreistagsbüro an. Darauf freue ich mich.“ Die letzten acht Monate werden die Mitarbeiter so schnell nicht vergessen. „Wir sind hier wirklich zu einer Einheit geworden“, sagt Thomas Rogalske. „Das hat man vor allem auf der Helferparty am Freitag gemerkt.“ Der Mitarbeiter des Kreis-Jugendamtes räumt noch die letzten Überreste der Party beiseite. „Impfung to go“ steht auf einem Schild. In den Containern, in denen bis zuletzt die Anmeldungen entgegen genommen wurden, lagerten am Freitag Spritzen mit hochprozentigem Inhalt. Mara Luckenbach zeigt Fotos von den T-Shirts, die die Helfer am Freitag getragen haben. „Fertig. Abfahrt“, steht auf der Rückseite. „Das war unser Motto. Matze Möller hat es geprägt. Sein Hobby ist die Modelleisenbahn, aber auch hier hat der Spruch einfach immer gepasst“, verrät die Kollegin. Zwei leere Fläschchen des Biontech-Impfstoffs stehen noch auf ihrem Schreibtisch. Die werde sie als Erinnerung behalten, genauso wie das Abzeichen, das sie und Thomas Rogalske von den Bundeswehrsoldaten bekommen haben. „Das überreichen sie eigentlich nur an befreundete Einheiten, deshalb sind wir darauf besonders stolz.“ Was mit dem Mitarbeiter-Schild von Max Mustermann passiert ist dagegen unklar. Die Sportler warten unterdessen darauf, dass die Halle wieder für den Vereinssport freigegeben wird. Das soll zwischen Mitte und Ende Oktober so weit sein. Letzte Woche hieß es dazu, dass die Öffnung für die Sportler jedoch nur dann möglich sei, wenn die Schäden am Hallenboden nicht zu gravierend seien und keine Verletzungsgefahr bestehe. Die Gemeinde werde das prüfen. Stefan Witthus von der Breitensportgemeinschaft am Wiehen freut sich laut eigenen Angaben, dass es bald wieder losgeht. Die Badmintonspieler waren zwischenzeitlich in der Sporthalle in Holzhausen II untergekommen. Sobald es wieder möglich sei, werde dienstags und donnerstags von 19.45 bis 21 Uhr gespielt. Auch Spielgemeinschaftsleiter Christoph Meinert hofft auf eine baldige Rückkehr der Handballer. „Wir wollen wieder rein“, sagte er auf MT-Anfrage. Im besten Fall könnten die Jugendlichen und Senioren noch ihre Saison zu Ende spielen, bevor dann in der Sommerpause der neue Hallenboden kommt.

Das große Aufräumen: Der Kreis räumt das Impfzentrum, aber das Inventar bleibt in Unterlübbe

Nachdem im Zelt an der Sporthalle am Wochenende noch gefeiert wurde, folgt am Dienstag der Abbau. MT-Fotos: Stefanie Dullweber © sbo

Hille-Unterlübbe. Die aufgeklebten Wegweiser lassen sich nur schwer vom Boden ablösen. Die Reste müssen mühsam, Zentimeter für Zentimeter, entfernt werden. Noch gibt es in der Sporthalle Unterlübbe viel zu tun. Am Montag hat der Rückbau des Impfzentrums begonnen. Auch die Zeltbauer sind schon vor Ort und laden Planen und Stangen auf einen Anhänger.

Einige Stellwände, mit denen die einzelnen Impfstraßen voneinander abgetrennt waren, stehen noch. „Die lagern wir hier in den Garagen ein“, sagt Matthias Möller vom Leitungsteam des Impfzentrums. Auf die Frage, warum die Sachen nicht auf den Baubetriebshof des Kreises gebracht werden, heißt es, der Kreis sei vom Land angewiesen worden, das Inventar vor Ort zu belassen.

Ähnliches ist auch von anderen Einrichtungen zu lesen. Das Land will sich die Möglichkeit offenhalten, die Impfzentren bei Bedarf flexibel wieder in Betrieb nehmen zu können. Aus diesem Grund verbleiben auch die Computer der Kassenärztlichen Vereinigung – nach einem Update – zunächst in der Gemeinde Hille. Acht Monate lang hatte der Kreis Minden-Lübbecke hier sein Impfzentrum betrieben.


Bis auf zwei Räume im Kulturzentrum neben der Sporthalle wird alles in den Originalzustand versetzt. Die beiden verbleibenden Räume werden für die „Koordinierende Covid-Impfeinheit“ (KoCi) des Kreises bereitgestellt. Sie soll gewährleisten, dass zum Beispiel die Booster-Impfungen in den Seniorenheimen des Kreises sichergestellt sind. Oder dass weiterhin Menschen geimpft werden, die die Regelversorgung nicht erreicht. Grundsätzlich erfolgen die Impfungen seit dem 1. Oktober bei den Haus- und Betriebsärzten. Jeder Kreis in NRW muss eine KoCi einzurichten, die ihre Arbeit zunächst bis zum 30. April 2022 aufnimmt. Die Mitarbeiter übernehmen sowohl eine beobachtende als auch eine planerische Rolle.

Die Aufkleber müssen noch vom Boden entfernt werden. - © sbo
Die Aufkleber müssen noch vom Boden entfernt werden. - © sbo

Bis es soweit ist, läuft in Unterlübbe das große Aufräumen. Auch Matthias Möllers Kollegin Mara Luckenbach ist in dieser Woche vor Ort und packt mit an. Die letzten acht Monate war ihr Arbeitsplatz im Kulturzentrum Unterlübbe – ihr Schreibtisch stand in den Räumen des Heimatvereins. Hier hat sie die Impfstoffbestellungen koordiniert, hunderte Mails beantwortet, telefoniert und organisiert. Ja, sie sei schon etwas wehmütig, sagt Luckenbach bei einem Rundgang durch die Halle, in der es schon deutlich leerer geworden ist. „Die Arbeit mit den Menschen war eine tolle Erfahrung.“

Bei der „Impfung to go“ gab es am Freitagabend für die Helfer im Impfzentrum Schnaps, der in Spritzen aufgezogen worden war. - © sbo
Bei der „Impfung to go“ gab es am Freitagabend für die Helfer im Impfzentrum Schnaps, der in Spritzen aufgezogen worden war. - © sbo

Am heutigen Donnerstag fährt Mara Luckenbach ein letztes Mal dienstlich nach Unterlübbe. Als sie hier im Februar angefangen hat, hätte sie gar nicht genau gewusst, wo sie hin müsste. „Das war schon ein krasses Kontrastprogramm zur reinen Aktenbearbeitung“, sagt sie rückblickend. In der nächsten Woche wartet auf sie die nächste Veränderung in diesem Jahr. „Ich fange im Kreistagsbüro an. Darauf freue ich mich.“

Auch die Panzerkekse der Bundeswehr liegen noch. - © sbo
Auch die Panzerkekse der Bundeswehr liegen noch. - © sbo

Die letzten acht Monate werden die Mitarbeiter so schnell nicht vergessen. „Wir sind hier wirklich zu einer Einheit geworden“, sagt Thomas Rogalske. „Das hat man vor allem auf der Helferparty am Freitag gemerkt.“ Der Mitarbeiter des Kreis-Jugendamtes räumt noch die letzten Überreste der Party beiseite. „Impfung to go“ steht auf einem Schild. In den Containern, in denen bis zuletzt die Anmeldungen entgegen genommen wurden, lagerten am Freitag Spritzen mit hochprozentigem Inhalt. Mara Luckenbach zeigt Fotos von den T-Shirts, die die Helfer am Freitag getragen haben. „Fertig. Abfahrt“, steht auf der Rückseite. „Das war unser Motto. Matze Möller hat es geprägt. Sein Hobby ist die Modelleisenbahn, aber auch hier hat der Spruch einfach immer gepasst“, verrät die Kollegin.

Zwei leere Fläschchen des Biontech-Impfstoffs stehen noch auf ihrem Schreibtisch. Die werde sie als Erinnerung behalten, genauso wie das Abzeichen, das sie und Thomas Rogalske von den Bundeswehrsoldaten bekommen haben. „Das überreichen sie eigentlich nur an befreundete Einheiten, deshalb sind wir darauf besonders stolz.“ Was mit dem Mitarbeiter-Schild von Max Mustermann passiert ist dagegen unklar.

Die Sportler warten unterdessen darauf, dass die Halle wieder für den Vereinssport freigegeben wird. Das soll zwischen Mitte und Ende Oktober so weit sein. Letzte Woche hieß es dazu, dass die Öffnung für die Sportler jedoch nur dann möglich sei, wenn die Schäden am Hallenboden nicht zu gravierend seien und keine Verletzungsgefahr bestehe. Die Gemeinde werde das prüfen.

Stefan Witthus von der Breitensportgemeinschaft am Wiehen freut sich laut eigenen Angaben, dass es bald wieder losgeht. Die Badmintonspieler waren zwischenzeitlich in der Sporthalle in Holzhausen II untergekommen. Sobald es wieder möglich sei, werde dienstags und donnerstags von 19.45 bis 21 Uhr gespielt.

Auch Spielgemeinschaftsleiter Christoph Meinert hofft auf eine baldige Rückkehr der Handballer. „Wir wollen wieder rein“, sagte er auf MT-Anfrage. Im besten Fall könnten die Jugendlichen und Senioren noch ihre Saison zu Ende spielen, bevor dann in der Sommerpause der neue Hallenboden kommt.

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