Das Grundwasser der Deponie Pohlsche Heide wird streng kontrolliert Stefanie Dullweber Minden/Hille (mt). Ist die Deponie auf der Pohlschen Heide dicht, oder gibt es ein Leck? Diese Frage kann die Diplom-Biologin Doris Rohde jeden Tag zweifelsfrei beantworten. Sie leitet seit 1996 das Umweltlabor des Abfallentsorgungsbetriebes des Kreises Minden-Lübbecke – kurz AML – und untersucht mit ihrem Team täglich das Grundwasser rund um den Deponiebereich. „Ist an der Abdichtung etwas undicht, sehen wir das sofort." Vorgekommen sei das in ihrer Dienstzeit allerdings noch nie, fügt sie hinzu. Ihr Büro hatte die Expertin früher direkt auf dem Gelände der Pohlschen Heide, seit 2009 arbeitet sie im Gebäude der ehemaligen Kinderklinik an der Johansenstraße in Minden. Zu ihrem Team gehören fünf weitere Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Im Januar 2017 wurde die Kreisabfallwirtschaft neu aufgestellt und das Labor in den AML eingegliedert. Der Kreis Minden-Lübbecke ist Inhaber der Deponie, die Kreisabfallverwertungsgesellschaft (KAVG) ist der Betreiber. Und genau diese Gesellschaft beliefert das Labor mit den Daten der Umweltüberwachung. Das Grund-, Oberflächen- und Sickerwasser wird in unterschiedlichen Abständen untersucht. Neben der täglichen Grundwasserprobe aus der Ringdrainage rund um den Deponiebereich wird monatlich das Sickerwasser überprüft. Hinzu kommt eine vierteljährliche Betrachtung der Betriebsgräben und eine halbjährliche Analyse der Grundwasserbrunnen. Neben dem Deponiegelände in Hille überwacht das Umweltamt alle Altdeponien im Kreis und kontrolliert beispielsweise auch die Kläranlage, das Heizkraftwerk und die Biogasanlage der KAVG. Die Experten im Mindener Umweltlabor sind zudem für die Analyse von Abfallproben vom Gelände der Pohlschen Heide zuständig. Beim Wasser sei es das Ziel, dass dieses unbelastet bliebe, bei der Betrachtung der Abfälle gehe es um die organischen Abbauprozesse. „Leider finden wir im Restmüll immer noch sehr viel Glas und auch sehr viele Batterien", sagt Doris Rohde. Sie selber trenne ihren Müll sehr penibel, betont die Diplom-Biologin, die 1995 als Abfallberaterin ins Unternehmen gekommen ist. „Wenn wir nicht trennen – wer soll sonst mit gutem Beispiel vorangehen." Als sie im Jahr 2000 nach Minden gezogen sei, habe sie in ihrer neuen Hausgemeinschaft als erstes eine Biotonne eingeführt. „Die gab es in dem Haus vorher nicht", sagt Rohde, die vorher in Osnabrück gelebt hat. Ihre Nachbarn seien möglicherweise etwas irritiert gewesen, hätten die Neuerung aber letztlich akzeptiert. Doris Rohde hofft grundsätzlich auf ein Umdenken bei ihren Mitbürgern. „So kann es mit unserem Konsumverhalten nicht weitergehen", mahnt die Expertin, die sich laut eigenen Angaben schon während ihrer Schulzeit für Natur- und Umweltschutz interessiert hat. Ein einfache Möglichkeit, um Ressourcen zu sparen sei, Leitungswasser zu trinken. „Es ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland", weiß Doris Rohde. Und hierzulande schmecke es sogar richtig gut. Hier gibt es weitere Teile der MT-Serie "Pohlsche Heide"

Das Grundwasser der Deponie Pohlsche Heide wird streng kontrolliert

Doris Rohde leitet das Umweltlabor des Abfallentsorgungsbetriebes. Hier analysiert die Diplom-Biologin die tägliche Grundwasserprobe aus der Ringdrainage der Deponie in Hille. MT-Fotos: Alex Lehn

Minden/Hille (mt). Ist die Deponie auf der Pohlschen Heide dicht, oder gibt es ein Leck? Diese Frage kann die Diplom-Biologin Doris Rohde jeden Tag zweifelsfrei beantworten. Sie leitet seit 1996 das Umweltlabor des Abfallentsorgungsbetriebes des Kreises Minden-Lübbecke – kurz AML – und untersucht mit ihrem Team täglich das Grundwasser rund um den Deponiebereich. „Ist an der Abdichtung etwas undicht, sehen wir das sofort." Vorgekommen sei das in ihrer Dienstzeit allerdings noch nie, fügt sie hinzu.

Ihr Büro hatte die Expertin früher direkt auf dem Gelände der Pohlschen Heide, seit 2009 arbeitet sie im Gebäude der ehemaligen Kinderklinik an der Johansenstraße in Minden. Zu ihrem Team gehören fünf weitere Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Im Januar 2017 wurde die Kreisabfallwirtschaft neu aufgestellt und das Labor in den AML eingegliedert. Der Kreis Minden-Lübbecke ist Inhaber der Deponie, die Kreisabfallverwertungsgesellschaft (KAVG) ist der Betreiber. Und genau diese Gesellschaft beliefert das Labor mit den Daten der Umweltüberwachung.

Sebastian Israel untersucht eine Flüssigkeit unter dem Abzug.
Sebastian Israel untersucht eine Flüssigkeit unter dem Abzug.

Das Grund-, Oberflächen- und Sickerwasser wird in unterschiedlichen Abständen untersucht. Neben der täglichen Grundwasserprobe aus der Ringdrainage rund um den Deponiebereich wird monatlich das Sickerwasser überprüft. Hinzu kommt eine vierteljährliche Betrachtung der Betriebsgräben und eine halbjährliche Analyse der Grundwasserbrunnen. Neben dem Deponiegelände in Hille überwacht das Umweltamt alle Altdeponien im Kreis und kontrolliert beispielsweise auch die Kläranlage, das Heizkraftwerk und die Biogasanlage der KAVG.

Nicht nur Wasser, sondern auch Müllproben werden im Labor analysiert.
Nicht nur Wasser, sondern auch Müllproben werden im Labor analysiert.

Die Experten im Mindener Umweltlabor sind zudem für die Analyse von Abfallproben vom Gelände der Pohlschen Heide zuständig. Beim Wasser sei es das Ziel, dass dieses unbelastet bliebe, bei der Betrachtung der Abfälle gehe es um die organischen Abbauprozesse. „Leider finden wir im Restmüll immer noch sehr viel Glas und auch sehr viele Batterien", sagt Doris Rohde.

Sie selber trenne ihren Müll sehr penibel, betont die Diplom-Biologin, die 1995 als Abfallberaterin ins Unternehmen gekommen ist. „Wenn wir nicht trennen – wer soll sonst mit gutem Beispiel vorangehen." Als sie im Jahr 2000 nach Minden gezogen sei, habe sie in ihrer neuen Hausgemeinschaft als erstes eine Biotonne eingeführt. „Die gab es in dem Haus vorher nicht", sagt Rohde, die vorher in Osnabrück gelebt hat. Ihre Nachbarn seien möglicherweise etwas irritiert gewesen, hätten die Neuerung aber letztlich akzeptiert.

Doris Rohde hofft grundsätzlich auf ein Umdenken bei ihren Mitbürgern. „So kann es mit unserem Konsumverhalten nicht weitergehen", mahnt die Expertin, die sich laut eigenen Angaben schon während ihrer Schulzeit für Natur- und Umweltschutz interessiert hat. Ein einfache Möglichkeit, um Ressourcen zu sparen sei, Leitungswasser zu trinken. „Es ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland", weiß Doris Rohde. Und hierzulande schmecke es sogar richtig gut.

Hier gibt es weitere Teile der MT-Serie "Pohlsche Heide"

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