"Dankbares Ausbaugebiet": Hille kommt an die Datenautobahn Stefanie Dullweber Hille. „Ihr erfüllt mir einen Kindheitstraum. Danke!“, kommentiert ein Hiller in der Online-Informationsveranstaltung der Firma Greenfiber. Das Unternehmen wollte am Dienstag eigentlich im Bürgerhaus Rothenuffeln über den Stand des Breitbandausbaus in der Gemeinde Hille informieren – und dann kam der Lockdown. Die Verantwortlichen ließen die Veranstaltung digital stattfinden und tatsächlich schauten mehr als eine Stunde lang konstant 40 Personen zu. Hille sei ein dankbares Ausbaugebiet, lässt Greenfiber-Geschäftsführer Uwe Krabbe die Zuschauer wissen. Das liege zum einen daran, dass es keine großen Hürden – das können beispielsweise Autobahnen sein – zu überwinden gibt und dass bereits 800 Verträge geschlossen waren, bevor mit der Vermarktung überhaupt begonnen wurde. Derjenige mit dem positiven Kommentar ist sicherlich einer von ihnen. Weiter schrieb dieser Kommentator, dass er bereits seit zehn Jahren auf die Möglichkeiten des schnellen Internets warte. Und das werden die Bürger voraussichtlich früher als erwartet nutzen können. „Wir wollen das schnellste Netz nach Hille bringen“, sagt Krabbe und betont, dass der Ausbau weit vor dem Zeitplan liege. Geplant ist, dass die weißen Flecken – Gebiete mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde – im Kreis Minden-Lübbecke bis Ende 2023 verschwunden sind. Laut Krabbe wird der Masterplan deutlich früher abgearbeitet sein. Dieses Polster biete die Möglichkeit, weitere unterversorgte Gebiete zu erschließen, die seit Beginn der Arbeiten vor etwa einem Jahr dazugekommen sind. „Mittlerweile sind es 800 Häuser mehr als zunächst angenommen.“ Insgesamt versorgt das Unternehmen Greenfiber kreisweit rund 22.000 Haushalte und Gewerbebetriebe mit einem Glasfaseranschluss und einer Leistung von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde. Dafür sind etwa 1.600 Kilometer Trassenbau nötig. „Der Spatenstich war am 2. Oktober 2019. Im ersten Monat haben wir bereits 115 Kilometer geschafft – das war sehr sportlich. Nach neun Monaten waren die Tiefbauarbeiten kreisweit zur Hälfte erledigt“, sagt Uwe Krabbe rückblickend. In der Regel baggern die Tiefbauer sich Meter für Meter voran. Die Leerrohre legen sie rund 80 Zentimeter tief in den Boden. Es werde aber auch mit einem speziellen Pflug gearbeitet, der das Rohr in den Boden drückt, ohne großartig Spuren zu hinterlassen. Im Kreis gebe es viele Alleen, die unter Naturschutz stehen – da könnten nicht einfach die Bagger anrücken, so Krabbe weiter. Um die Bäume zu schützen, seien Bohrungen nötig. „Dieses Verfahren haben wir auf rund 200 Kilometern Strecke angewendet.“ Die Hausanschlüsse würden dann überwiegend in Handarbeit gelegt – entweder unterirdisch, mit einer Bohrung ins Haus oder mit einem Rohr, das am Haus entlang gelegt wird. „Das entscheidet der Kunde.“ Noch bis zum 12. Januar 2021 können die Hiller ihren Glasfaser-Anschluss beantragen – so lange läuft die Vorvermarktung mit den geförderten Anschlüssen. Der Baukostenzuschuss beläuft sich auf 100 Euro. Wer sich nach diesem Datum noch für schnelles Internet entscheidet, zahlt bis zum Ende des kreisweiten Ausbaus 500 Euro. „Wie hoch die Summe anschließend ist, können wir aktuell noch nicht beantworten. Es wird aber deutlich teurer“, so Krabbe. Wichtig für den Kunden sei, dass er Verträge mit bisherigen Anbietern nicht kündigen muss. Krabbe: „Das übernehmen wir.“ Einige Wochen, bevor der Kunde seinen neuen Anschluss nutzen kann, bekommt er ein Paket mit der Hardware zugeschickt. „Mit der Portierung des bisherigen Anschlusses beginnt die Vertragslaufzeit. Die Kunden binden sich für zwei Jahre an uns.“ Uwe Krabbe stellte am Dienstagabend noch eine Neuerung vor. „Meine persönliche Vision für die Zukunft.“ Greenfiber plant, sogenannte Corporate Networks zu vermarkten. Das sind geschlossene Netzwerke, die beispielsweise große Unternehmen oder auch Stadtverwaltungen nutzen können. In diesem Zusammenhang sei auch ein kreisweit einheitliches freies WLAN denkbar, sagte Krabbe. Wer weitere Fragen hat, kann sich im Beratungsbüro von Greenfiber am WEZ in Hille informieren. Das Büro ist noch bis 12. Januar dienstags und freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Auch eine Beratung per Video oder Telefon ist möglich. Weitere Informationen unter greenfiber.de

"Dankbares Ausbaugebiet": Hille kommt an die Datenautobahn

In Hille läuft momentan der Trassenbau. Anschließend werden die Hausanschlüsse gelegt, bevor in einem letzten Schritt die Glasfaserkabel in das Leerrohr „eingeblasen“ werden.
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Hille. „Ihr erfüllt mir einen Kindheitstraum. Danke!“, kommentiert ein Hiller in der Online-Informationsveranstaltung der Firma Greenfiber. Das Unternehmen wollte am Dienstag eigentlich im Bürgerhaus Rothenuffeln über den Stand des Breitbandausbaus in der Gemeinde Hille informieren – und dann kam der Lockdown. Die Verantwortlichen ließen die Veranstaltung digital stattfinden und tatsächlich schauten mehr als eine Stunde lang konstant 40 Personen zu.

Hille sei ein dankbares Ausbaugebiet, lässt Greenfiber-Geschäftsführer Uwe Krabbe die Zuschauer wissen. Das liege zum einen daran, dass es keine großen Hürden – das können beispielsweise Autobahnen sein – zu überwinden gibt und dass bereits 800 Verträge geschlossen waren, bevor mit der Vermarktung überhaupt begonnen wurde. Derjenige mit dem positiven Kommentar ist sicherlich einer von ihnen. Weiter schrieb dieser Kommentator, dass er bereits seit zehn Jahren auf die Möglichkeiten des schnellen Internets warte.

Und das werden die Bürger voraussichtlich früher als erwartet nutzen können. „Wir wollen das schnellste Netz nach Hille bringen“, sagt Krabbe und betont, dass der Ausbau weit vor dem Zeitplan liege. Geplant ist, dass die weißen Flecken – Gebiete mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde – im Kreis Minden-Lübbecke bis Ende 2023 verschwunden sind. Laut Krabbe wird der Masterplan deutlich früher abgearbeitet sein. Dieses Polster biete die Möglichkeit, weitere unterversorgte Gebiete zu erschließen, die seit Beginn der Arbeiten vor etwa einem Jahr dazugekommen sind. „Mittlerweile sind es 800 Häuser mehr als zunächst angenommen.“

Insgesamt versorgt das Unternehmen Greenfiber kreisweit rund 22.000 Haushalte und Gewerbebetriebe mit einem Glasfaseranschluss und einer Leistung von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde. Dafür sind etwa 1.600 Kilometer Trassenbau nötig. „Der Spatenstich war am 2. Oktober 2019. Im ersten Monat haben wir bereits 115 Kilometer geschafft – das war sehr sportlich. Nach neun Monaten waren die Tiefbauarbeiten kreisweit zur Hälfte erledigt“, sagt Uwe Krabbe rückblickend.

In der Regel baggern die Tiefbauer sich Meter für Meter voran. Die Leerrohre legen sie rund 80 Zentimeter tief in den Boden. Es werde aber auch mit einem speziellen Pflug gearbeitet, der das Rohr in den Boden drückt, ohne großartig Spuren zu hinterlassen. Im Kreis gebe es viele Alleen, die unter Naturschutz stehen – da könnten nicht einfach die Bagger anrücken, so Krabbe weiter. Um die Bäume zu schützen, seien Bohrungen nötig. „Dieses Verfahren haben wir auf rund 200 Kilometern Strecke angewendet.“ Die Hausanschlüsse würden dann überwiegend in Handarbeit gelegt – entweder unterirdisch, mit einer Bohrung ins Haus oder mit einem Rohr, das am Haus entlang gelegt wird. „Das entscheidet der Kunde.“

Noch bis zum 12. Januar 2021 können die Hiller ihren Glasfaser-Anschluss beantragen – so lange läuft die Vorvermarktung mit den geförderten Anschlüssen. Der Baukostenzuschuss beläuft sich auf 100 Euro. Wer sich nach diesem Datum noch für schnelles Internet entscheidet, zahlt bis zum Ende des kreisweiten Ausbaus 500 Euro. „Wie hoch die Summe anschließend ist, können wir aktuell noch nicht beantworten. Es wird aber deutlich teurer“, so Krabbe. Wichtig für den Kunden sei, dass er Verträge mit bisherigen Anbietern nicht kündigen muss. Krabbe: „Das übernehmen wir.“ Einige Wochen, bevor der Kunde seinen neuen Anschluss nutzen kann, bekommt er ein Paket mit der Hardware zugeschickt. „Mit der Portierung des bisherigen Anschlusses beginnt die Vertragslaufzeit. Die Kunden binden sich für zwei Jahre an uns.“

Uwe Krabbe stellte am Dienstagabend noch eine Neuerung vor. „Meine persönliche Vision für die Zukunft.“ Greenfiber plant, sogenannte Corporate Networks zu vermarkten. Das sind geschlossene Netzwerke, die beispielsweise große Unternehmen oder auch Stadtverwaltungen nutzen können. In diesem Zusammenhang sei auch ein kreisweit einheitliches freies WLAN denkbar, sagte Krabbe.

Wer weitere Fragen hat, kann sich im Beratungsbüro von Greenfiber am WEZ in Hille informieren. Das Büro ist noch bis 12. Januar dienstags und freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Auch eine Beratung per Video oder Telefon ist möglich. Weitere Informationen unter greenfiber.de

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