Corrie de Koning-Hochstetter ist neue Vorsitzende des Seniorenbeirats Hille: Mit wachen Augen hinsehen Carsten Korfesmeyer Hille. Guckt Corrie de Koning-Hochstetter aus ihren Fenstern, blickt sie über die Wiesen und Felder von Nordhemmern. Auf dem platten Land wohnt die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats, die damit ein Problem der dortigen Bevölkerung buchstäblich vor der eigenen Haustür hat: die Mobilität. Und die hat viele Gesichter. Bordsteinkanten, Stufen oder Schlaglöcher würden die Bewegungsfreiheit ebenso einschränken wie schlechte Busverbindungen in die Stadt, sagt die 75-Jährige am Samstag im MT-Gespräch. Oft seien es nur ganz banale Dinge, die im Alltag hinderlich sind. Mit dem Seniorenbeirat will sie einfach nur mit wachen Augen hinschauen, auf Schwachstellen hinweisen und möglichst Lösungen finden. „Für Rollstuhlfahrer gibt es beispielsweise in Hille keine geeigneten öffentlichen Toiletten.“Ein paar Ideen hat sie schon, auf die sie nur zwei Tage nach ihrer Wahl noch nicht näher eingehen möchte. „Da muss ich erst noch Gespräche führen“, sagt sie. Konkret ist jedoch schon ihr Vorschlag, so genannte Anruftaxis in Hille zu etablieren. Die gibt es bereits in ihrer Heimat in Südholland und sind dort sehr erfolgreich. Mindestens 24 Stunden müssen die Gäste ihre Fahrt buchen und sagen, wann sie wo sein müssen. „Dann wird einem gesagt, wann man vor der Tür abgeholt wird“, sagt Corrie de Koning-Hochstetter. Der Nachteil sei, dass weitere Fahrgäste dabei sind und das eigene Ziel dadurch womöglich erst nach vielen Zwischenstopps erreicht ist. Der Vorteil sei aber, dass die Kosten überschaubar sind. Als ein besonders gelungenes Beispiel für mehr Mobilität nennt die Vorsitzende den Hiller Bürgerbus, der die Menschen innerhalb der Gemeinde von A nach B bringt. Die Ehrenamtlichen des Betreibervereins befördern Menschen aus allen Generationen und das mache deutlich, dass der öffentliche Personennahverkehr keine Frage des Alters kennt. Wie auch die Arbeit des Seniorenbeirats, der mit seinen Angeboten grundsätzlich jeden erreichen will. Beispiele gibt es genug. Das Repair-Café für defekte kleine Haushaltsgeräte, die Rettungspunkte im Wald oder die Notfalldose mit wichtigen Infos für Ersthelfer, die unbedingt in den Kühlschrank gehört. „Denn den hat jeder“, sagt Corrie de Koning-Hochstetter. Elf Jahre und somit von Anfang an gehört die Frau aus Nordhemmern dem Hiller Seniorenbeirat an. Zuletzt übte sie das Amt der Stellvertreterin aus und somit war es absehbar, dass sie nach dem schon lange angekündigten Rückzug von Siegfried Paasche in die erste Reihe rückt. „Ich habe immer sehr gut mit ihm zusammengearbeitet“, sagt die frühere Grundschullehrerin. Besonders in den vergangenen Wochen haben beide die Übergabe geordnet vorbereitet. Bei der Wahl am Donnerstag gab es für Corrie de Koning-Hochstetter dann keine Gegenstimme. Der neue Vize ist auch ein Urgestein des Seniorenbeirats: Heinz-Friedel Kuhlmann aus Eickhorst wurde im Sitzungssaal des Rathauses ebenfalls gewählt. Nordhemmern ist seit 50 Jahren nicht nur der Wohnort von Corrie de Koning-Hochstätter. Sie fühlt sich dort fest verwurzelt, ist im Sportverein aktiv und Mitglied der Landfrauen. „Auch meine drei Söhne wohnen hier mit ihren Familien im Dorf“, erzählt sie. Dennoch: Zu ihrer Heimat im südholländischen Maasdijk hält sie nach wie vor eine enge Verbindung. Im Gespräch mit der Seniorenbeiratsvorsitzenden redet sie immer wieder von der schönen Landschaft, ihren Bezug zur Natur oder von ihrer Familie, in der die Tomatenzucht gepflegt wurde. Wohl auch deshalb besitzt Corrie de Koning-Hochstetter erst seit 2015 einen deutschen Pass, weil seither die doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist. Und für das kommendes Jahr organisiert sie eine Busreise in die Niederlande, die sie leiten will – wenn es denn möglich ist. Ihr Amt als Seniorenbeiratsvorsitzende will sie mit vollem Elan angehen und mit den Mitgliedern einen engen Austausch halten. Bis zur Kommunalwahl in vier Jahren ist sie gewählt, ob es dann noch eine Legislatur weiter geht, werde sich ergeben. Bis dahin will Corrie de Konig-Hochstetter mit ihrem Team einiges auf den Weg bringen und erreicht haben. Manches könnte leicht realisiert sein – beispielsweise, dass die Mulden an den Friedhöfen abgesenkt werden. Das fordere der Seniorenbeirat schon länger. Eine härtere Nuss ist hingegen das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ in Hille. Junge Familien benötigen beispielsweise Platz und Ältere suchen häufig vergeblich nach kleineren Wohnungen in ihren Dörfern. „Gerade für Alleinstehende ist sowas eine große Belastung“, sagt sie. Die oft zu großen Bauernhöfe oder Einfamilienhäuser entsprechend umzubauen, wäre eine Lösung. Das würde zugleich im Einklang mit den strategischen Zielen der Gemeinde stehen. Dann könnte man gut in den eigenen Wänden bleiben, erklärt die Vorsitzende. Gehört habe sie, dass es womöglich Förderprogramme gibt. Schon bald will sich Corrie de Koning-Hochstetter damit genauer befassen.

Corrie de Koning-Hochstetter ist neue Vorsitzende des Seniorenbeirats Hille: Mit wachen Augen hinsehen

Für vier Jahre ist Corrie de Koning-Hochstetter gewählt. Die neue Vorsitzende des Hiller Seniorenbeirats will sich in der kommenden Zeit unter anderem um die Mobilität auf dem Lande kümmern. Gerade bei diesem Thema sieht sie noch Luft nach oben. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille. Guckt Corrie de Koning-Hochstetter aus ihren Fenstern, blickt sie über die Wiesen und Felder von Nordhemmern. Auf dem platten Land wohnt die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats, die damit ein Problem der dortigen Bevölkerung buchstäblich vor der eigenen Haustür hat: die Mobilität.

Und die hat viele Gesichter. Bordsteinkanten, Stufen oder Schlaglöcher würden die Bewegungsfreiheit ebenso einschränken wie schlechte Busverbindungen in die Stadt, sagt die 75-Jährige am Samstag im MT-Gespräch. Oft seien es nur ganz banale Dinge, die im Alltag hinderlich sind. Mit dem Seniorenbeirat will sie einfach nur mit wachen Augen hinschauen, auf Schwachstellen hinweisen und möglichst Lösungen finden. „Für Rollstuhlfahrer gibt es beispielsweise in Hille keine geeigneten öffentlichen Toiletten.“

Ein paar Ideen hat sie schon, auf die sie nur zwei Tage nach ihrer Wahl noch nicht näher eingehen möchte. „Da muss ich erst noch Gespräche führen“, sagt sie. Konkret ist jedoch schon ihr Vorschlag, so genannte Anruftaxis in Hille zu etablieren. Die gibt es bereits in ihrer Heimat in Südholland und sind dort sehr erfolgreich. Mindestens 24 Stunden müssen die Gäste ihre Fahrt buchen und sagen, wann sie wo sein müssen. „Dann wird einem gesagt, wann man vor der Tür abgeholt wird“, sagt Corrie de Koning-Hochstetter. Der Nachteil sei, dass weitere Fahrgäste dabei sind und das eigene Ziel dadurch womöglich erst nach vielen Zwischenstopps erreicht ist. Der Vorteil sei aber, dass die Kosten überschaubar sind.

Als ein besonders gelungenes Beispiel für mehr Mobilität nennt die Vorsitzende den Hiller Bürgerbus, der die Menschen innerhalb der Gemeinde von A nach B bringt. Die Ehrenamtlichen des Betreibervereins befördern Menschen aus allen Generationen und das mache deutlich, dass der öffentliche Personennahverkehr keine Frage des Alters kennt. Wie auch die Arbeit des Seniorenbeirats, der mit seinen Angeboten grundsätzlich jeden erreichen will. Beispiele gibt es genug. Das Repair-Café für defekte kleine Haushaltsgeräte, die Rettungspunkte im Wald oder die Notfalldose mit wichtigen Infos für Ersthelfer, die unbedingt in den Kühlschrank gehört. „Denn den hat jeder“, sagt Corrie de Koning-Hochstetter.

Malina Reckordt

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Elf Jahre und somit von Anfang an gehört die Frau aus Nordhemmern dem Hiller Seniorenbeirat an. Zuletzt übte sie das Amt der Stellvertreterin aus und somit war es absehbar, dass sie nach dem schon lange angekündigten Rückzug von Siegfried Paasche in die erste Reihe rückt. „Ich habe immer sehr gut mit ihm zusammengearbeitet“, sagt die frühere Grundschullehrerin. Besonders in den vergangenen Wochen haben beide die Übergabe geordnet vorbereitet. Bei der Wahl am Donnerstag gab es für Corrie de Koning-Hochstetter dann keine Gegenstimme. Der neue Vize ist auch ein Urgestein des Seniorenbeirats: Heinz-Friedel Kuhlmann aus Eickhorst wurde im Sitzungssaal des Rathauses ebenfalls gewählt.

Nordhemmern ist seit 50 Jahren nicht nur der Wohnort von Corrie de Koning-Hochstätter. Sie fühlt sich dort fest verwurzelt, ist im Sportverein aktiv und Mitglied der Landfrauen. „Auch meine drei Söhne wohnen hier mit ihren Familien im Dorf“, erzählt sie. Dennoch: Zu ihrer Heimat im südholländischen Maasdijk hält sie nach wie vor eine enge Verbindung. Im Gespräch mit der Seniorenbeiratsvorsitzenden redet sie immer wieder von der schönen Landschaft, ihren Bezug zur Natur oder von ihrer Familie, in der die Tomatenzucht gepflegt wurde. Wohl auch deshalb besitzt Corrie de Koning-Hochstetter erst seit 2015 einen deutschen Pass, weil seither die doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist. Und für das kommendes Jahr organisiert sie eine Busreise in die Niederlande, die sie leiten will – wenn es denn möglich ist.

Ihr Amt als Seniorenbeiratsvorsitzende will sie mit vollem Elan angehen und mit den Mitgliedern einen engen Austausch halten. Bis zur Kommunalwahl in vier Jahren ist sie gewählt, ob es dann noch eine Legislatur weiter geht, werde sich ergeben. Bis dahin will Corrie de Konig-Hochstetter mit ihrem Team einiges auf den Weg bringen und erreicht haben. Manches könnte leicht realisiert sein – beispielsweise, dass die Mulden an den Friedhöfen abgesenkt werden. Das fordere der Seniorenbeirat schon länger. Eine härtere Nuss ist hingegen das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ in Hille. Junge Familien benötigen beispielsweise Platz und Ältere suchen häufig vergeblich nach kleineren Wohnungen in ihren Dörfern. „Gerade für Alleinstehende ist sowas eine große Belastung“, sagt sie.

Die oft zu großen Bauernhöfe oder Einfamilienhäuser entsprechend umzubauen, wäre eine Lösung. Das würde zugleich im Einklang mit den strategischen Zielen der Gemeinde stehen. Dann könnte man gut in den eigenen Wänden bleiben, erklärt die Vorsitzende. Gehört habe sie, dass es womöglich Förderprogramme gibt. Schon bald will sich Corrie de Koning-Hochstetter damit genauer befassen.

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