Bürgermeisterwahl in Hille: Hoffen auf die Unentschlossenen Carsten Korfesmeyer Hille. In diesem Kommunalwahlkampf ist besonders viel Kreativität angesagt. Klassische Veranstaltungen oder Hausbesuche gibt es nicht und es schlägt die Stunde für neue Varianten der Wählergewinnung. SPD setzt auf Filme im Netz Schon seit einigen Wochen ist SPD-Bürgermeisterkandidat Burkhard Günther in kurzen Filmen im Netz zu sehen. „Die Drehbücher dazu entstehen ganz spontan“, sagt der 62-Jährige. Es handelt sich darin um aktuelle Themen, zu denen er sich positioniert und dabei manches auch mal überspitzt. So ließ er beispielsweise in Mindenerwald eine lebende Brieftaube steigen, um damit seine Forderung nach einem schnelleren Internet zu unterstreichen. „Wir reagieren aber auch auf das Alltagsgeschehen“, sagt er. In seinem aktuellen Streifen ist der Kandidat vor der Verbundschule zu sehen, wo er über das Problem der überfüllten Schulbusse spricht. Ab nächste Woche soll es täglich neue Filme der Hiller SPD geben, in denen sich auch die Kandidaten der 15 Wahlbezirke vorstellen. Über die Reichweite der kurzen Clips freut sich Burkhard Günther, dem der Wahlkampf „wahnsinnig viel Spaß macht“. Er setzt allerdings auch auf den persönlichen Kontakt und will unter anderem noch ein Wahlkampfbüro einrichten, in dem er direkte Gespräche mit den Bürgern führt. Die Plakate kommen bewusst erst in den nächsten Tagen, sagt er. „Wir wollen sie nur ein Mal bekleben.“ CDU-Kandidat fährt Rad CDU-Bürgermeisterkandidat Henning Grinke ist viel mit dem Fahrrad unterwegs und trifft nach eigenen Worten auf viele Menschen. Von einer Politikverdrossenheit der Menschen spüre er kaum etwas und die Inhalte der Gespräche fallen in den Ortsteilen recht verschieden aus. In Neuenbaum dreht es sich häufig um den Zustand der Straßen und Wege, in Oberlübbe oft um Niederschlagswasser. „Die Leute sind sehr interessiert“, sagt der Mann, der die auffällige Weste mit seinem Namenszug auch bei den hohen Temperaturen trägt. „Mein Fahrrad hat zusätzlich eine Fahne mit meinem Foto vom Großflächenplakat“, erzählt er gegenüber dem MT. Was seinen Bekanntheitsgrad betrifft, ist der Südhemmeraner positiv überrascht. Es käme immer häufiger vor, dass die Menschen ihn sofort erkennen. Anders als die meisten Parteien will die Hiller CDU nach Möglichkeit noch Informationsstände vor Einkaufsmärkten aufbauen und dort mit den Menschen sprechen. Das werde allerdings aufgrund der Coronasituation erst spontan entschieden. Hille habe viele spannende Themen, sagt Henning Grinke. Vieles drehe sich um die Wirtschaft. „Und auch um die Situation der Feuerwehr“ FDP verzichtet auf Plakate Einen eigenen Kandidaten schickt die Hiller FDP nicht ins Rennen und im Wahlkampf setzt die Partei vor allem auf die sozialen Medien. Themen sind unter anderem Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und Bildung. „Von Plakaten halten wir hier nichts“, sagt Vorsitzender Nikolaus Netzel. Nach der Kommunalwahl will er eine Initiative auf den Weg bringen, um Plakate nur noch an ausgewählten Orten in der Gemeinde zu erlauben. Das durch den Plakatverzicht eingesparte Geld wollen die Hiller Liberalen für die Digitalisierung in den Hiller Schulen spenden. „Das sind zwischen 500 und 1.000 Euro“, sagt der Vorsitzende. Auf die berühmte blau-gelbe Kuh am Hartumer Kreisel halten die Hiller Liberalen allerdings fest. FWG spricht plattdeutsch „Wi kuet nich, wi moaket!“, steht auf einem der Wahlplakate der Hiller FWG. Vorsitzender Volker Weber spricht von einer gezielten Förderung der plattdeutschen Sprache durch seine Partei und hat mit diesem Auftritt schon einiges an Aufmerksamkeit erreicht. „Einige Leute haben sich gemeldet, weil sie meinen, das wäre so nicht korrekt geschrieben“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Allerdings würde in einzelnen Orten auch unterschiedlich platt gesprochen. Klassischen Straßenwahlkampf betreibt die FWG allerdings nicht. Volker Weber verweist auf die Homepage und erzählt von einer „kleinen Überraschung“, die es kurz vor dem Wahltermin geben soll. Mehr sagt er dazu nicht. Grüne setzen aufs Netz Hilles Grünen-Vorsitzende Marlies Schulder hätte mit ihrem Team gerne auf den klassischen Wahlkampf gesetzt. „Dieses Mal ist es uns leider nicht möglich, direkte Gespräche mit den Bürgern einzugehen“, sagt sie. Deshalb setze ihre Partei auf das Internet sowie auf Plakate und Banner. „Wir sind trotzdem sehr aktiv“, sagt sie. Umweltpolitik, Wirtschaft und Bildung sind die Themen, mit denen sich die Hiller Grünen schwerpunktmäßig im Kommunalwahlkampf beschäftigen. Der Bürgermeister geht allein seiner Arbeit nach Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) tritt als Einzelbewerber „aus dem Amt heraus an“. Für das Wahlkampf-Finale hat sich der Verwaltungschef keine Schwerpunkte gesetzt. „Ich arbeite“, sagt er gegenüber dem MT. Zurzeit beherrschten so viele Themen die Gemeinde, dass ihm für einen klassischen Wahlkampf gar nicht die Zeit bliebe. Über seine politischen Ziele bei einer möglichen dritten Amtszeit informiert Michael Schweiß unter anderem über seine Homepage. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

Bürgermeisterwahl in Hille: Hoffen auf die Unentschlossenen

Drei Kandidaten stehen in Hille zur Wahl.

Hille. In diesem Kommunalwahlkampf ist besonders viel Kreativität angesagt. Klassische Veranstaltungen oder Hausbesuche gibt es nicht und es schlägt die Stunde für neue Varianten der Wählergewinnung.

SPD setzt auf Filme im Netz

Schon seit einigen Wochen ist SPD-Bürgermeisterkandidat Burkhard Günther in kurzen Filmen im Netz zu sehen. „Die Drehbücher dazu entstehen ganz spontan“, sagt der 62-Jährige. Es handelt sich darin um aktuelle Themen, zu denen er sich positioniert und dabei manches auch mal überspitzt. So ließ er beispielsweise in Mindenerwald eine lebende Brieftaube steigen, um damit seine Forderung nach einem schnelleren Internet zu unterstreichen. „Wir reagieren aber auch auf das Alltagsgeschehen“, sagt er. In seinem aktuellen Streifen ist der Kandidat vor der Verbundschule zu sehen, wo er über das Problem der überfüllten Schulbusse spricht. Ab nächste Woche soll es täglich neue Filme der Hiller SPD geben, in denen sich auch die Kandidaten der 15 Wahlbezirke vorstellen.

Henning Grinke ist Bürgermeisterkandidat der Hiller CDU.
Henning Grinke ist Bürgermeisterkandidat der Hiller CDU.

Über die Reichweite der kurzen Clips freut sich Burkhard Günther, dem der Wahlkampf „wahnsinnig viel Spaß macht“. Er setzt allerdings auch auf den persönlichen Kontakt und will unter anderem noch ein Wahlkampfbüro einrichten, in dem er direkte Gespräche mit den Bürgern führt. Die Plakate kommen bewusst erst in den nächsten Tagen, sagt er. „Wir wollen sie nur ein Mal bekleben.“

CDU-Kandidat fährt Rad

Burkhard Günther kandidiert für die Hiller SPD.
Burkhard Günther kandidiert für die Hiller SPD.

CDU-Bürgermeisterkandidat Henning Grinke ist viel mit dem Fahrrad unterwegs und trifft nach eigenen Worten auf viele Menschen. Von einer Politikverdrossenheit der Menschen spüre er kaum etwas und die Inhalte der Gespräche fallen in den Ortsteilen recht verschieden aus. In Neuenbaum dreht es sich häufig um den Zustand der Straßen und Wege, in Oberlübbe oft um Niederschlagswasser. „Die Leute sind sehr interessiert“, sagt der Mann, der die auffällige Weste mit seinem Namenszug auch bei den hohen Temperaturen trägt. „Mein Fahrrad hat zusätzlich eine Fahne mit meinem Foto vom Großflächenplakat“, erzählt er gegenüber dem MT. Was seinen Bekanntheitsgrad betrifft, ist der Südhemmeraner positiv überrascht. Es käme immer häufiger vor, dass die Menschen ihn sofort erkennen.

Bürgermeister Michael Schweiß tritt als Einzelbewerber an.
Bürgermeister Michael Schweiß tritt als Einzelbewerber an.

Anders als die meisten Parteien will die Hiller CDU nach Möglichkeit noch Informationsstände vor Einkaufsmärkten aufbauen und dort mit den Menschen sprechen. Das werde allerdings aufgrund der Coronasituation erst spontan entschieden. Hille habe viele spannende Themen, sagt Henning Grinke. Vieles drehe sich um die Wirtschaft. „Und auch um die Situation der Feuerwehr“

FDP verzichtet auf Plakate

Einen eigenen Kandidaten schickt die Hiller FDP nicht ins Rennen und im Wahlkampf setzt die Partei vor allem auf die sozialen Medien. Themen sind unter anderem Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und Bildung. „Von Plakaten halten wir hier nichts“, sagt Vorsitzender Nikolaus Netzel. Nach der Kommunalwahl will er eine Initiative auf den Weg bringen, um Plakate nur noch an ausgewählten Orten in der Gemeinde zu erlauben.

Das durch den Plakatverzicht eingesparte Geld wollen die Hiller Liberalen für die Digitalisierung in den Hiller Schulen spenden. „Das sind zwischen 500 und 1.000 Euro“, sagt der Vorsitzende. Auf die berühmte blau-gelbe Kuh am Hartumer Kreisel halten die Hiller Liberalen allerdings fest.

FWG spricht plattdeutsch

„Wi kuet nich, wi moaket!“, steht auf einem der Wahlplakate der Hiller FWG. Vorsitzender Volker Weber spricht von einer gezielten Förderung der plattdeutschen Sprache durch seine Partei und hat mit diesem Auftritt schon einiges an Aufmerksamkeit erreicht. „Einige Leute haben sich gemeldet, weil sie meinen, das wäre so nicht korrekt geschrieben“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Allerdings würde in einzelnen Orten auch unterschiedlich platt gesprochen. Klassischen Straßenwahlkampf betreibt die FWG allerdings nicht. Volker Weber verweist auf die Homepage und erzählt von einer „kleinen Überraschung“, die es kurz vor dem Wahltermin geben soll. Mehr sagt er dazu nicht.

Grüne setzen aufs Netz

Hilles Grünen-Vorsitzende Marlies Schulder hätte mit ihrem Team gerne auf den klassischen Wahlkampf gesetzt. „Dieses Mal ist es uns leider nicht möglich, direkte Gespräche mit den Bürgern einzugehen“, sagt sie. Deshalb setze ihre Partei auf das Internet sowie auf Plakate und Banner. „Wir sind trotzdem sehr aktiv“, sagt sie. Umweltpolitik, Wirtschaft und Bildung sind die Themen, mit denen sich die Hiller Grünen schwerpunktmäßig im Kommunalwahlkampf beschäftigen.

Der Bürgermeister geht allein seiner Arbeit nach

Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) tritt als Einzelbewerber „aus dem Amt heraus an“. Für das Wahlkampf-Finale hat sich der Verwaltungschef keine Schwerpunkte gesetzt. „Ich arbeite“, sagt er gegenüber dem MT. Zurzeit beherrschten so viele Themen die Gemeinde, dass ihm für einen klassischen Wahlkampf gar nicht die Zeit bliebe. Über seine politischen Ziele bei einer möglichen dritten Amtszeit informiert Michael Schweiß unter anderem über seine Homepage.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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