Blütenpracht ohne Besucher: Tage des offenen Gartens auf nächstes Jahr verschoben Stefanie Dullweber Hille-Südhemmern. Gärtnern ist in Zeiten von Corona ähnlich beliebt wie Fahrradfahren oder einen eigenen Pool anzuschaffen. Für Kuno und Elfriede Meier war ihr Garten auch schon vor Ausbruch der Pandemie ihr bevorzugter Rückzugsort. Ihre grüne Oase ist sogar so schön, dass in den letzten Jahren viele Besucher kamen, um sich Inspirationen zu holen oder einfach nur den Anblick zu genießen. Daraus wurde in diesem Jahr nichts. Schweren Herzens hat das Ehepaar aus Südhemmern die Tage des offenen Gartens abgesagt. „Wir haben uns mit dem Ordnungsamt abgestimmt und überlegt, ob wir die Tage der offenen Tür über ein Anmeldeverfahren organisieren können“, sagt Elfriede Meier. Letztlich wäre der Aufwand aber zu groß gewesen und der Charme der Veranstaltung auch nicht mit dem der letzten Jahre vergleichbar. Die sonst so gerne genommene Bewirtung hätte wegfallen müssen. Und die Besucher gezielt – mit festgelegten Ein- und Ausgängen – durch den Garten zu schleusen, sei auch keine schöne Vorstellung gewesen. Seit Jahren beteiligen sich die Südhemmeraner an der Aktion „Offene Gärten im Mühlenkreis“. Erstmals hatte sich das Ehepaar Meier auch für die Veranstaltung „Offene Gärten in Westfalen“ angemeldet – doch auch diesen Termin sagten sie ab. „Egal, vielleicht klappt es im nächsten Jahr“, meint Kuno Meier. Er trauert den verpassten Veranstaltungen nicht hinterher. Immerhin sei ihnen der Garten während des Shutdowns ein wichtiger Rückzugsort gewesen. „Uns ging es doch gut. Wir mussten kaum Einschränkungen hinnehmen und konnten uns hier frei bewegen“, sagt seine Frau Elfriede. Ja, die sozialen Kontakte, die hätten sie schon vermisst. Aber Langeweile hätten sie nie gehabt. Immerhin macht ein Garten auch Arbeit, wenn man ihn nicht der breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte. „Die Rosen haben in diesem Jahr ganz besonders schön geblüht“, sagt Kuno Meier, der ein echter Rosenliebhaber ist. Mehr als 50 verschiedene Sorten blühen hier auf seinem Grundstück in direkter Nähe zum Mittellandkanal. „Wir sind regelrecht süchtig nach Rosen“, sagt er. Ihr gar nicht mal so kleines Gartenparadies erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 1.600 Quadratmetern. Neben den zahlreichen Rosenbüschen, die den Ausgangspunkt bilden, gibt es etliche Stauden, Buchsbäume, einen Koi-Teich und einen gut sortierten Gemüsegarten. Hier haben die Besitzer neben den Klassikern wie Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren beispielsweise auch Topinambur, Haferwurz, Artischocken und Spargel angepflanzt. Der Garten der Meiers sieht aus, als hätte ein Profi Hand angelegt. Tatsächlich haben sich Elfriede und Kuno Meier ihr Wissen selbst angeeignet und im Laufe der Jahre alles liebevoll zusammengetragen, was hier wächst und gedeiht. Beide recherchieren viel im Internet, lesen Gartenbücher und besuchen Ausstellungen. Und neben all dem Blühenden haben sie auch noch ein Händchen für das Dekorative. Während Elfriede Meier beispielsweise Eulen, Vögel und Pilze aus Beton fertigt, hat sich Kuno Meier auf Edelstahl- und Granitarbeiten spezialisiert. Auch einige Tiere scheinen gemerkt zu haben, dass es in Südhemmern in diesem Jahr nicht so turbulent zugeht, wie in den Jahren zuvor. „Hier haben sich unglaublich viele Vögel angesiedelt“, sagt Elfriede Meier. Vor allem der Gemüsegarten ist für sie eine willkommene Futterquelle. Aus diesem Grund spannt das Ehepaar jetzt ein Netz über die teils zarten Pflanzen. „Die Vögel können sich dann gern im Rest des Gartens ihr Futter suchen“, sagt die Besitzerin und lacht. Eichhörnchen haben sich ebenfalls eingenistet. Für den Nestbau hätten sie sich ein Stück einer Eibe geholt und auch an den Clematis hätten sie sich bedient. Gerne säßen sie auf ihrer Terrasse und würden die kleinen Tiere beobachten. Und auch für kleine Experimente nehmen sich Elfriede und Kuno Meier in diesem Jahr Zeit. Stolz zeigt die Hausherrin auf die kleinen japanischen Ahorn, die sie unter einer Glasglocke zieht. „Das sind echte Schmuckstücke“, sagt sie. Umso mehr freue sie sich, dass ihr Projekt erfolgreich zu sein scheint. Davon sollen sich im nächsten Jahr dann auch wieder Besucher überzeugen können. „Wir freuen uns schon darauf, wieder Gäste begrüßen zu können.“

Blütenpracht ohne Besucher: Tage des offenen Gartens auf nächstes Jahr verschoben

50 verschiedene Sorten Rosen blühen im Garten von Kuno und Elfriede Meier in Südhemmern. Sie hoffen, dass sie diese im nächsten Jahr auch wieder Besuchern zeigen können. MT-Fotos: Stefanie Dullweber

Hille-Südhemmern. Gärtnern ist in Zeiten von Corona ähnlich beliebt wie Fahrradfahren oder einen eigenen Pool anzuschaffen. Für Kuno und Elfriede Meier war ihr Garten auch schon vor Ausbruch der Pandemie ihr bevorzugter Rückzugsort. Ihre grüne Oase ist sogar so schön, dass in den letzten Jahren viele Besucher kamen, um sich Inspirationen zu holen oder einfach nur den Anblick zu genießen. Daraus wurde in diesem Jahr nichts. Schweren Herzens hat das Ehepaar aus Südhemmern die Tage des offenen Gartens abgesagt.

„Wir haben uns mit dem Ordnungsamt abgestimmt und überlegt, ob wir die Tage der offenen Tür über ein Anmeldeverfahren organisieren können“, sagt Elfriede Meier. Letztlich wäre der Aufwand aber zu groß gewesen und der Charme der Veranstaltung auch nicht mit dem der letzten Jahre vergleichbar. Die sonst so gerne genommene Bewirtung hätte wegfallen müssen. Und die Besucher gezielt – mit festgelegten Ein- und Ausgängen – durch den Garten zu schleusen, sei auch keine schöne Vorstellung gewesen.

Nach den beiden Hitzesommern haben sich viele Pflanzen erholt. Die Hortensien blühen in diesem Jahr besonders schön.
Nach den beiden Hitzesommern haben sich viele Pflanzen erholt. Die Hortensien blühen in diesem Jahr besonders schön.

Seit Jahren beteiligen sich die Südhemmeraner an der Aktion „Offene Gärten im Mühlenkreis“. Erstmals hatte sich das Ehepaar Meier auch für die Veranstaltung „Offene Gärten in Westfalen“ angemeldet – doch auch diesen Termin sagten sie ab. „Egal, vielleicht klappt es im nächsten Jahr“, meint Kuno Meier. Er trauert den verpassten Veranstaltungen nicht hinterher. Immerhin sei ihnen der Garten während des Shutdowns ein wichtiger Rückzugsort gewesen.

„Uns ging es doch gut. Wir mussten kaum Einschränkungen hinnehmen und konnten uns hier frei bewegen“, sagt seine Frau Elfriede. Ja, die sozialen Kontakte, die hätten sie schon vermisst. Aber Langeweile hätten sie nie gehabt. Immerhin macht ein Garten auch Arbeit, wenn man ihn nicht der breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte.

„Die Rosen haben in diesem Jahr ganz besonders schön geblüht“, sagt Kuno Meier, der ein echter Rosenliebhaber ist. Mehr als 50 verschiedene Sorten blühen hier auf seinem Grundstück in direkter Nähe zum Mittellandkanal. „Wir sind regelrecht süchtig nach Rosen“, sagt er. Ihr gar nicht mal so kleines Gartenparadies erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 1.600 Quadratmetern.

Neben den zahlreichen Rosenbüschen, die den Ausgangspunkt bilden, gibt es etliche Stauden, Buchsbäume, einen Koi-Teich und einen gut sortierten Gemüsegarten. Hier haben die Besitzer neben den Klassikern wie Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren beispielsweise auch Topinambur, Haferwurz, Artischocken und Spargel angepflanzt.

Der Garten der Meiers sieht aus, als hätte ein Profi Hand angelegt. Tatsächlich haben sich Elfriede und Kuno Meier ihr Wissen selbst angeeignet und im Laufe der Jahre alles liebevoll zusammengetragen, was hier wächst und gedeiht. Beide recherchieren viel im Internet, lesen Gartenbücher und besuchen Ausstellungen. Und neben all dem Blühenden haben sie auch noch ein Händchen für das Dekorative. Während Elfriede Meier beispielsweise Eulen, Vögel und Pilze aus Beton fertigt, hat sich Kuno Meier auf Edelstahl- und Granitarbeiten spezialisiert.

Auch einige Tiere scheinen gemerkt zu haben, dass es in Südhemmern in diesem Jahr nicht so turbulent zugeht, wie in den Jahren zuvor. „Hier haben sich unglaublich viele Vögel angesiedelt“, sagt Elfriede Meier. Vor allem der Gemüsegarten ist für sie eine willkommene Futterquelle. Aus diesem Grund spannt das Ehepaar jetzt ein Netz über die teils zarten Pflanzen. „Die Vögel können sich dann gern im Rest des Gartens ihr Futter suchen“, sagt die Besitzerin und lacht. Eichhörnchen haben sich ebenfalls eingenistet. Für den Nestbau hätten sie sich ein Stück einer Eibe geholt und auch an den Clematis hätten sie sich bedient. Gerne säßen sie auf ihrer Terrasse und würden die kleinen Tiere beobachten.

Und auch für kleine Experimente nehmen sich Elfriede und Kuno Meier in diesem Jahr Zeit. Stolz zeigt die Hausherrin auf die kleinen japanischen Ahorn, die sie unter einer Glasglocke zieht. „Das sind echte Schmuckstücke“, sagt sie. Umso mehr freue sie sich, dass ihr Projekt erfolgreich zu sein scheint. Davon sollen sich im nächsten Jahr dann auch wieder Besucher überzeugen können. „Wir freuen uns schon darauf, wieder Gäste begrüßen zu können.“

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