Badesee, Bürgerbus und Baugrundstücke: Jusos präsentieren Ideen für Hille Hille (mt/dh/sbo). Unter dem Motto „Hille 9x gut – Hille 9x besser“ bereiten sich die Hiller Jungsozialisten (Jusos) auf die Kommunalwahl am 13. September vor. Mit dem Slogan wollen sie deutlich machen, wie gerne sie in Hille leben und welche Möglichkeiten in der Entwicklung der Gemeinde mit ihren neun orten liegen, teilt Juso-Vorsitzender Sönke Westerholdt mit. Um ihre politischen Ziele und sich selbst bekannt zu machen, haben die Jusos eine Erstwählerpostkarte entworfen. Die Bandbreite der politischen Ziele reiche von der Jugendbeteiligung über die Stärkung der Vereinslandschaft bis hin zum Umweltschutz. „Wir fordern die Schaffung von Blühwiesen in Kooperation mit den Bürgern als natürliches Habitat für Insekten aller Art sowie die Errichtung von Hochbeeten mit Kräutern, die von den Anwohnern geerntet werden können“, sagt Westerholdt. Anlässlich des MT-Artikels „Grundstücke gegen Höchstgebote“ (Mindener Tageblatt vom 28. Juli) wenden sich die Hiller Jusos gegen ein geplantes Bieterverfahren. Das widerspreche jeglichen demokratischen Prinzipien und stehe im Kontrast zu den Zielen der Sozialdemokratie. „Es ist Aufgabe der Gemeinde, dass Grundstücke erschlossen und zu einem angemessenen Selbstkostenpreis und in demokratischer Weise den interessierten Bürgern zum Kauf angeboten werden“, sagt der Juso-Vorsitzende. Dies könne etwa durch einen festgelegten Preis in Verbindung mit einem Losverfahren oder einer Vergabe nach sozialen Maßstäben erfolgen. Bei einem Startpreis von 123 Euro je Quadratmeter sei die Chance, dass „Normalsterbliche“ mitbieten, von Anfang an relativ gering. Insbesondere Familien mit mehreren Kindern hätten kaum Chancen, ein Baugrundstück zu bekommen. Westerholdt: „Wohnraum und Baugrundstücke müssen nach sozialen Belangen verteilt werden und nicht nach finanziellen Interessen.“ Die Gemeinde dürfe deshalb auch keine Bank zum Zug kommen lassen, sondern müsse die Vergabe selbst in die Hand nehmen. Es sei Aufgabe der Gemeinde, Flächen zu kaufen, zu erschließen und nach sozialen und demokratischen Vorgaben zu einem Selbstkostenpreis zu veräußern. Besonders für junge Bürger sei das Thema Mobilität wichtig. „Wir sehen eine Möglichkeit im Ausbau des Angebots des Bürgerbusses“, so die Jusos. Außerdem schlagen sie die Reaktivierung des Schienenverkehrs und ganz konkret die Aktivierung der Bahnstrecke zwischen Minden und Hille vor. Das Nachtleben in Hille sei eines ihrer Herzensthemen, sagt der Vorsitzende. Der Lindenhof habe bei Generationen für schöne und unvergessliche Momente gesorgt. „Wir setzen uns dafür ein, dass auch zukünftige Generationen ihren Kindern und Enkelkindern von durchzechten Nächten hier vor Ort erzählen können.“ Niemand sollte für das Feiern nach Minden oder Preußisch-Oldendorf fahren müssen. Doch auch tagsüber sollten sich die Bürger gerne an öffentlichen Orten aufhalten, finden die Jusos. „Wir stellen uns vor, dass der Badesee mit einer attraktiven Gastronomie und etwa einer Badeinsel und Wasserrutsche noch mehr Strahlkraft auf die Menschen ausüben kann.“ Neu geschaffen werden könnte auch eine Art Dorftreff. Die Jusos betonen die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort. Es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass den Menschen in den Vereinen und sonstigen Organisationen kein finanzieller Nachteil durch ihr gesellschaftliches Engagement entstehe. Das Einsparen freiwilliger Leistungen im Haushalt bringe jedenfalls keine nennenswerten Änderungen. Deswegen schließen sich die Jusos dem SPD-Bürgermeisterkandidaten Burkhard Günther an, der kürzlich in Berlin mit Finanzminister Olaf Scholz über die Finanzierung der Kommunen diskutiert und für eine Neuregelung plädiert habe. Die SPD-Jugendorganisation unterstützt neben Günther auch Alica Schömer bei ihrer Kandidatur für den Gemeinderat und erhofft sich junge Perspektiven bei politischen Entscheidungen. Die Kandidatin ist 20 Jahre alt, kommt aus Mindenerwald und macht eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Sie wolle sich ebenso wie Burkhard Günther für die Gründung eines Jugendparlaments einsetzen. Die Jusos äußern sich auch zur Ankündigung der AfD, in Hille anzutreten: Die Nennung von nur insgesamt zwei politischen Zielen, die die Migration betreffen, offenbare nicht nur die politische Eingeschränktheit, sondern auch die politische Marschrichtung, die die AfD in der Gemeinde anvisiere.

Badesee, Bürgerbus und Baugrundstücke: Jusos präsentieren Ideen für Hille

Soll das Bürgerbus-Angebot ausgebaut werden.
MT-Foto: Dullweber
© NN

Hille (mt/dh/sbo). Unter dem Motto „Hille 9x gut – Hille 9x besser“ bereiten sich die Hiller Jungsozialisten (Jusos) auf die Kommunalwahl am 13. September vor. Mit dem Slogan wollen sie deutlich machen, wie gerne sie in Hille leben und welche Möglichkeiten in der Entwicklung der Gemeinde mit ihren neun orten liegen, teilt Juso-Vorsitzender Sönke Westerholdt mit. Um ihre politischen Ziele und sich selbst bekannt zu machen, haben die Jusos eine Erstwählerpostkarte entworfen.

Die Bandbreite der politischen Ziele reiche von der Jugendbeteiligung über die Stärkung der Vereinslandschaft bis hin zum Umweltschutz. „Wir fordern die Schaffung von Blühwiesen in Kooperation mit den Bürgern als natürliches Habitat für Insekten aller Art sowie die Errichtung von Hochbeeten mit Kräutern, die von den Anwohnern geerntet werden können“, sagt Westerholdt.

Anlässlich des MT-Artikels „Grundstücke gegen Höchstgebote“ (Mindener Tageblatt vom 28. Juli) wenden sich die Hiller Jusos gegen ein geplantes Bieterverfahren. Das widerspreche jeglichen demokratischen Prinzipien und stehe im Kontrast zu den Zielen der Sozialdemokratie. „Es ist Aufgabe der Gemeinde, dass Grundstücke erschlossen und zu einem angemessenen Selbstkostenpreis und in demokratischer Weise den interessierten Bürgern zum Kauf angeboten werden“, sagt der Juso-Vorsitzende. Dies könne etwa durch einen festgelegten Preis in Verbindung mit einem Losverfahren oder einer Vergabe nach sozialen Maßstäben erfolgen. Bei einem Startpreis von 123 Euro je Quadratmeter sei die Chance, dass „Normalsterbliche“ mitbieten, von Anfang an relativ gering.

Insbesondere Familien mit mehreren Kindern hätten kaum Chancen, ein Baugrundstück zu bekommen. Westerholdt: „Wohnraum und Baugrundstücke müssen nach sozialen Belangen verteilt werden und nicht nach finanziellen Interessen.“ Die Gemeinde dürfe deshalb auch keine Bank zum Zug kommen lassen, sondern müsse die Vergabe selbst in die Hand nehmen. Es sei Aufgabe der Gemeinde, Flächen zu kaufen, zu erschließen und nach sozialen und demokratischen Vorgaben zu einem Selbstkostenpreis zu veräußern.

Besonders für junge Bürger sei das Thema Mobilität wichtig. „Wir sehen eine Möglichkeit im Ausbau des Angebots des Bürgerbusses“, so die Jusos. Außerdem schlagen sie die Reaktivierung des Schienenverkehrs und ganz konkret die Aktivierung der Bahnstrecke zwischen Minden und Hille vor.

Das Nachtleben in Hille sei eines ihrer Herzensthemen, sagt der Vorsitzende. Der Lindenhof habe bei Generationen für schöne und unvergessliche Momente gesorgt. „Wir setzen uns dafür ein, dass auch zukünftige Generationen ihren Kindern und Enkelkindern von durchzechten Nächten hier vor Ort erzählen können.“ Niemand sollte für das Feiern nach Minden oder Preußisch-Oldendorf fahren müssen.

Doch auch tagsüber sollten sich die Bürger gerne an öffentlichen Orten aufhalten, finden die Jusos. „Wir stellen uns vor, dass der Badesee mit einer attraktiven Gastronomie und etwa einer Badeinsel und Wasserrutsche noch mehr Strahlkraft auf die Menschen ausüben kann.“ Neu geschaffen werden könnte auch eine Art Dorftreff.

Die Jusos betonen die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort. Es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass den Menschen in den Vereinen und sonstigen Organisationen kein finanzieller Nachteil durch ihr gesellschaftliches Engagement entstehe. Das Einsparen freiwilliger Leistungen im Haushalt bringe jedenfalls keine nennenswerten Änderungen. Deswegen schließen sich die Jusos dem SPD-Bürgermeisterkandidaten Burkhard Günther an, der kürzlich in Berlin mit Finanzminister Olaf Scholz über die Finanzierung der Kommunen diskutiert und für eine Neuregelung plädiert habe.

Die SPD-Jugendorganisation unterstützt neben Günther auch Alica Schömer bei ihrer Kandidatur für den Gemeinderat und erhofft sich junge Perspektiven bei politischen Entscheidungen. Die Kandidatin ist 20 Jahre alt, kommt aus Mindenerwald und macht eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Sie wolle sich ebenso wie Burkhard Günther für die Gründung eines Jugendparlaments einsetzen.

Die Jusos äußern sich auch zur Ankündigung der AfD, in Hille anzutreten: Die Nennung von nur insgesamt zwei politischen Zielen, die die Migration betreffen, offenbare nicht nur die politische Eingeschränktheit, sondern auch die politische Marschrichtung, die die AfD in der Gemeinde anvisiere.

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