Aufwendige Handarbeit: Neue Schindeln für die Mühle in Nordhemmern Carsten Korfesmeyer Hille-Nordhemmern. Die kleine Schindel ist aus Eichenholz und gespalten. Etwas mehr als 5.000 davon bilden das neue Dach der Windmühle, das zurzeit in Feinarbeit aufgetragen wird. „Bis Ende Mai sind wir damit fertig“, sagt Friedrich Rohlfing im MT-Gespräch. Der Chef des Mühlenbauhofs erklärt die Besonderheiten der Schindeln, die aus tschechischen Wäldern stammen und von einem Betrieb aus Bayern erworben wurden. Er zeigt auf die Längsrillen, durch die das Wasser besser ablaufen kann. Das verlängere die Lebensdauer des Dachs und der Fachmann geht davon aus, dass es für 30 bis 35 Jahre halten sollte. Das bisherige brachte es allerdings nur auf ein Vierteljahrhundert. „Das ist eigentlich ein bisschen früh.“ Vergangene Woche starteten die Arbeiten und das Team des Mühlenbauhofs erneuert täglich einen Teilabschnitt, deren alte Schindeln zuvor abgetragen wurden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Mühle nicht ungeschützt der Witterung ausgesetzt wird. Friedrich Rohlfing spricht von hohem handwerklichen Geschick, das beim Setzen der Schindeln eine Grundvoraussetzung ist. Alles sei relativ aufwendig, doch die Kosten der Dachsanierung fallen mit rund 9.000 Euro vergleichsweise gering aus. Das liegt allerdings daran, dass lediglich die Materialkosten anfallen. Der Mühlenbauhof gehört zum Kreis. „Und die Arbeiter gehören ja ohnehin zu uns“, sagt der Leiter. Insgesamt betreue man kreisweit aktuell 44 Mühlen. Jede davon wird einmal im Jahr untersucht und genau unter die Lupe genommen. Als sich die Experten kürzlich den Wallholländer von Nordhemmern vornahmen, fiel das marode Schindeldach sofort ins Auge. Beim Mühlenverein hatte man das bereits geahnt. Vorsitzender Uwe Habbe hatte vorab festgestellt, dass es in das 1823 errichtete Bauwerk stellenweise hineinregnete. Umso mehr freut es ihn, dass der Schaden jetzt so rasch beseitigt wird. Somit könnte die Saison mit neuem Dach an den Start gehen, allerdings: Aufgrund der Pandemie hat der Verein aktuell noch keine Veranstaltungen an und in der Windmühle geplant. „Wir warten die weitere Entwicklung ab“, sagt der Vorsitzende. Die Windmühle in Nordhemmern gilt als beliebtes Ausflugsziel und wird besonders gern von Radtouristen angesteuert. In den vergangenen Jahren ist sie aufwendig restauriert worden – beispielsweise drehten sich ab 2013 wieder die Flügel und 2015 gab es einen neuen Mahlstein samt Räderwerk. Im Zuge der Dachsanierung werden auch Teile der Mühlenflügel instand gesetzt und auch die markante Windrose auf Vordermann gebracht. „Die sorgt dafür, dass die Mühle immer im richtigen Arbeitswind steht“, sagt Uwe Habbe. Wie den meisten Mühlen im Kreisgebiet drohte auch der Greftmühle in Nordhemmern der Verfall. Durch das Rettungsprogramm des Kreises konnte dieser gestoppt werden und durch das Engagement der 1980 gegründeten Mühlengruppe kehrte das ursprüngliche Aussehen des Wallholländers allmählich wieder zurück. Wer dort heute zu Gast ist, atmet Müller-Romantik. Dass dieses Bauwerk einst sogar ohne Kappe in der Landschaft stand, ist mittlerweile nur noch den Älteren in Nordhemmern bekannt.

Aufwendige Handarbeit: Neue Schindeln für die Mühle in Nordhemmern

Friedrich Rohlfing (links) leitet den Mühlenbauhof, Uwe Habbe ist Vorsitzender des Mühlenvereins Nordhemmern. MT-Foto: C. Korfesmeyer © pr

Hille-Nordhemmern. Die kleine Schindel ist aus Eichenholz und gespalten. Etwas mehr als 5.000 davon bilden das neue Dach der Windmühle, das zurzeit in Feinarbeit aufgetragen wird. „Bis Ende Mai sind wir damit fertig“, sagt Friedrich Rohlfing im MT-Gespräch. Der Chef des Mühlenbauhofs erklärt die Besonderheiten der Schindeln, die aus tschechischen Wäldern stammen und von einem Betrieb aus Bayern erworben wurden. Er zeigt auf die Längsrillen, durch die das Wasser besser ablaufen kann. Das verlängere die Lebensdauer des Dachs und der Fachmann geht davon aus, dass es für 30 bis 35 Jahre halten sollte. Das bisherige brachte es allerdings nur auf ein Vierteljahrhundert. „Das ist eigentlich ein bisschen früh.“

Vergangene Woche starteten die Arbeiten und das Team des Mühlenbauhofs erneuert täglich einen Teilabschnitt, deren alte Schindeln zuvor abgetragen wurden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Mühle nicht ungeschützt der Witterung ausgesetzt wird. Friedrich Rohlfing spricht von hohem handwerklichen Geschick, das beim Setzen der Schindeln eine Grundvoraussetzung ist. Alles sei relativ aufwendig, doch die Kosten der Dachsanierung fallen mit rund 9.000 Euro vergleichsweise gering aus. Das liegt allerdings daran, dass lediglich die Materialkosten anfallen. Der Mühlenbauhof gehört zum Kreis. „Und die Arbeiter gehören ja ohnehin zu uns“, sagt der Leiter. Insgesamt betreue man kreisweit aktuell 44 Mühlen.

Jede davon wird einmal im Jahr untersucht und genau unter die Lupe genommen. Als sich die Experten kürzlich den Wallholländer von Nordhemmern vornahmen, fiel das marode Schindeldach sofort ins Auge. Beim Mühlenverein hatte man das bereits geahnt. Vorsitzender Uwe Habbe hatte vorab festgestellt, dass es in das 1823 errichtete Bauwerk stellenweise hineinregnete. Umso mehr freut es ihn, dass der Schaden jetzt so rasch beseitigt wird. Somit könnte die Saison mit neuem Dach an den Start gehen, allerdings: Aufgrund der Pandemie hat der Verein aktuell noch keine Veranstaltungen an und in der Windmühle geplant. „Wir warten die weitere Entwicklung ab“, sagt der Vorsitzende.


Die Windmühle in Nordhemmern gilt als beliebtes Ausflugsziel und wird besonders gern von Radtouristen angesteuert. In den vergangenen Jahren ist sie aufwendig restauriert worden – beispielsweise drehten sich ab 2013 wieder die Flügel und 2015 gab es einen neuen Mahlstein samt Räderwerk. Im Zuge der Dachsanierung werden auch Teile der Mühlenflügel instand gesetzt und auch die markante Windrose auf Vordermann gebracht. „Die sorgt dafür, dass die Mühle immer im richtigen Arbeitswind steht“, sagt Uwe Habbe.

Täglich werden die alten Schindeln jeweils auf Teilflächen abgetragen und ersetzt. Das geschieht in aufwendiger Handarbeit. Das neue Dach der Windmühle von Nordhemmern soll die nächsten 30 bis 35 Jahre halten. Foto: Uwe Habbe/pr - © pr
Täglich werden die alten Schindeln jeweils auf Teilflächen abgetragen und ersetzt. Das geschieht in aufwendiger Handarbeit. Das neue Dach der Windmühle von Nordhemmern soll die nächsten 30 bis 35 Jahre halten. Foto: Uwe Habbe/pr - © pr

Wie den meisten Mühlen im Kreisgebiet drohte auch der Greftmühle in Nordhemmern der Verfall. Durch das Rettungsprogramm des Kreises konnte dieser gestoppt werden und durch das Engagement der 1980 gegründeten Mühlengruppe kehrte das ursprüngliche Aussehen des Wallholländers allmählich wieder zurück. Wer dort heute zu Gast ist, atmet Müller-Romantik. Dass dieses Bauwerk einst sogar ohne Kappe in der Landschaft stand, ist mittlerweile nur noch den Älteren in Nordhemmern bekannt.

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