Auf den Punkt gebracht: Hinweisschilder stehen jetzt an 35 abgelegenen Orten im Gemeindegebiet Carsten Korfesmeyer Hille. Das Schild mit dem blassroten Rettungspunkt hängt in Luttern – nur wenige Schritte entfernt, bevor die Waldwanderer das Hiller Gebiet betreten. Einen Straßennamen gibt es dort nicht und sollte plötzlich jemand Hilfe benötigen, könnte den Rettungskräften dieser Standort nur schwer oder gar nicht genannt werden. Jetzt schon. „MI – HLL 117" steht auf dem Schild. Diese Angabe reicht und die Helfer können sich gezielt auf den Weg machen. „Wir gewinnen Zeit, die vielleicht entscheidend sein kann", sagt Heinz-Friedel Kuhlmann. Der Mann vom Hiller Seniorenbeirat hatte das Projekt „Rettungspunkte" maßgeblich voran gebracht. Insgesamt 35 davon sind jetzt im Gemeindegebiet aufgestellt worden. Sie stehen alle an Stellen, die ebenfalls schwer beschreibbar oder schlecht erreichbar sind. Auf unbefestigten Waldwegen, Schotterstrecken oder im Torfmoor finden sich die Schilder, auf denen die Hilfesuchenden auch die Nummer 112 sowie die fünf wichtigsten Angaben für das Absetzen eines Notrufs finden. „In einer Ausnahmesituation kann das sehr hilfreich sein", sagt Heinz-Friedel Kuhlmann. Erfahrungen zeigen, dass es dann oft schwer falle, einen kühlen Kopf zu bewahren. Jedes Schild hat eine eigene Nummer. Rein optisch sind sie alle gleich gestaltet, was Hilles Feuerwehrchef Bernhard Förster für ganz wichtig hält. Denn Rettungspunkte gibt es mittlerweile auch in einigen anderen Kommunen des Kreises. „Es muss einen Wiedererkennungseffekt geben", sagt er. Deshalb sei die Optik der Hinweistafeln mit der Kreisleitstelle abgestimmt worden. Schon 2015 brachte Heinz-Friedel Kuhlmann das Thema Rettungspunkte auf die Tagesordnung der Politik. Schon damals stieß er mit der Idee, die er aus Lippstadt „geklaut" hatte, auf positive Resonanz. Gemeinsam mit der Hiller Feuerwehr wurden daraufhin entsprechende Örtlichkeiten im Gemeindegebiet untersucht und erfasst. „Wir haben besonders die Strecken im Moor und Wald abgefahren", sagt Bernhard Förster. Aber braucht das alles fast fünf Jahre? Manchmal schon, wie Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) gegenüber dem MT erklärt. Einige technische Abstimmungen mussten erfolgen – unter anderem mit der Kreisleitstelle. Der Verwaltungschef zeigt sich vor Ort rundum zufrieden, dass die Rettungspunkte nun endlich aufgestellt sind. „Sie unterstützen die Arbeit der Einsatzkräfte", sagt der Rathauschef. Ähnlich äußert sich auch Seniorenbeirats-Vorsitzender Siegfried Paasche. „Aber ich weiß schon nicht mehr, wie oft wir dieses Thema auf der Tagesordnung hatten", sagt er mit einem Augenzwinkern. Gekostet hat das Projekt insgesamt rund 2.000 Euro. Geld, das auf jeden Fall sinnvoll investiert sei. Wie oft die Rettungskräfte in der jüngeren Vergangenheit zu Einsätzen in den Wald ausrücken mussten, kann Hilles Feuerwehrchef spontan nicht sagen. Aber es komme schon vor, erklärt er. Und Bernhard Förster ist es, der auf eine ganz wichtige Verhaltensregel hinweist. Denn in aller Regel sind es nicht die Betroffenen selbst, die den Notruf absetzen. Es sind Menschen, die urplötzlich auf Personen treffen, die Hilfe benötigen. „Wer sich bei uns meldet, muss an den Rettungspunkten auf uns warten und uns dann zu den Verletzten oder Kranken bringen", sagt er. Bitte noch mehr davon Ein Kommentar von Carsten Korfesmeyer Nur 35 Rettungspunkte? Hille misst immerhin knapp 103 Quadratkilometer, ist ländlich strukturiert und hat einige Straßen ohne Namen. Da wirkt diese Zahl etwas niedrig, wenn es um das Aufstellen von Hinweisschildern geht, die Rettungskräfte zu den Hilfesuchenden an entlegene Orte führen soll.Es wäre deshalb falsch, dieses gute Projekt jetzt als abgeschlossen zu betrachten. Es muss weitergehen und der Ist-Zustand bestenfalls als Auftakt betrachtet werden. Die Suche nach entlegenen Stellen, an denen Helfer ihren augenblicklichen Aufenthaltsort nicht sofort erkennen können, muss weitergehen. Denn im Rettungsdienst kommt es oft schon auf Sekunden an. Wer mal einen Notruf absetzte, weiß, dass man in der Hektik schnell Fehler machen kann. Den Zeitgewinn zu steigern – das steckt hinter der Idee der Rettungspunkte. Und mehr Rettungspunkte bedeuten mehr Zeit im Ernstfall. Bis aber mehr davon kommen, sollte es nicht wieder fünf Jahre dauern.

Auf den Punkt gebracht: Hinweisschilder stehen jetzt an 35 abgelegenen Orten im Gemeindegebiet

Fürs Foto, wird das Schild noch einmal abgeschraubt. Bürgermeister Michael Schweiß (Mitte) freut sich zusammen mit Vertretern der Feuerwehr, des Seniorenbeirats und dem Bauhof, dass die 35 Rettungspunkte in Hille aufgestellt sind. MT- © Foto: Carsten Korfesmeyer

Hille. Das Schild mit dem blassroten Rettungspunkt hängt in Luttern – nur wenige Schritte entfernt, bevor die Waldwanderer das Hiller Gebiet betreten. Einen Straßennamen gibt es dort nicht und sollte plötzlich jemand Hilfe benötigen, könnte den Rettungskräften dieser Standort nur schwer oder gar nicht genannt werden. Jetzt schon. „MI – HLL 117" steht auf dem Schild. Diese Angabe reicht und die Helfer können sich gezielt auf den Weg machen. „Wir gewinnen Zeit, die vielleicht entscheidend sein kann", sagt Heinz-Friedel Kuhlmann. Der Mann vom Hiller Seniorenbeirat hatte das Projekt „Rettungspunkte" maßgeblich voran gebracht. Insgesamt 35 davon sind jetzt im Gemeindegebiet aufgestellt worden.

Sie stehen alle an Stellen, die ebenfalls schwer beschreibbar oder schlecht erreichbar sind. Auf unbefestigten Waldwegen, Schotterstrecken oder im Torfmoor finden sich die Schilder, auf denen die Hilfesuchenden auch die Nummer 112 sowie die fünf wichtigsten Angaben für das Absetzen eines Notrufs finden. „In einer Ausnahmesituation kann das sehr hilfreich sein", sagt Heinz-Friedel Kuhlmann. Erfahrungen zeigen, dass es dann oft schwer falle, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Jedes Schild hat eine eigene Nummer. Rein optisch sind sie alle gleich gestaltet, was Hilles Feuerwehrchef Bernhard Förster für ganz wichtig hält. Denn Rettungspunkte gibt es mittlerweile auch in einigen anderen Kommunen des Kreises. „Es muss einen Wiedererkennungseffekt geben", sagt er. Deshalb sei die Optik der Hinweistafeln mit der Kreisleitstelle abgestimmt worden.

Schon 2015 brachte Heinz-Friedel Kuhlmann das Thema Rettungspunkte auf die Tagesordnung der Politik. Schon damals stieß er mit der Idee, die er aus Lippstadt „geklaut" hatte, auf positive Resonanz. Gemeinsam mit der Hiller Feuerwehr wurden daraufhin entsprechende Örtlichkeiten im Gemeindegebiet untersucht und erfasst. „Wir haben besonders die Strecken im Moor und Wald abgefahren", sagt Bernhard Förster.

Aber braucht das alles fast fünf Jahre? Manchmal schon, wie Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) gegenüber dem MT erklärt. Einige technische Abstimmungen mussten erfolgen – unter anderem mit der Kreisleitstelle. Der Verwaltungschef zeigt sich vor Ort rundum zufrieden, dass die Rettungspunkte nun endlich aufgestellt sind. „Sie unterstützen die Arbeit der Einsatzkräfte", sagt der Rathauschef. Ähnlich äußert sich auch Seniorenbeirats-Vorsitzender Siegfried Paasche. „Aber ich weiß schon nicht mehr, wie oft wir dieses Thema auf der Tagesordnung hatten", sagt er mit einem Augenzwinkern. Gekostet hat das Projekt insgesamt rund 2.000 Euro. Geld, das auf jeden Fall sinnvoll investiert sei.

Wie oft die Rettungskräfte in der jüngeren Vergangenheit zu Einsätzen in den Wald ausrücken mussten, kann Hilles Feuerwehrchef spontan nicht sagen. Aber es komme schon vor, erklärt er. Und Bernhard Förster ist es, der auf eine ganz wichtige Verhaltensregel hinweist. Denn in aller Regel sind es nicht die Betroffenen selbst, die den Notruf absetzen. Es sind Menschen, die urplötzlich auf Personen treffen, die Hilfe benötigen. „Wer sich bei uns meldet, muss an den Rettungspunkten auf uns warten und uns dann zu den Verletzten oder Kranken bringen", sagt er.

Bitte noch mehr davon

Ein Kommentar von Carsten Korfesmeyer

Nur 35 Rettungspunkte? Hille misst immerhin knapp 103 Quadratkilometer, ist ländlich strukturiert und hat einige Straßen ohne Namen. Da wirkt diese Zahl etwas niedrig, wenn es um das Aufstellen von Hinweisschildern geht, die Rettungskräfte zu den Hilfesuchenden an entlegene Orte führen soll.

Es wäre deshalb falsch, dieses gute Projekt jetzt als abgeschlossen zu betrachten. Es muss weitergehen und der Ist-Zustand bestenfalls als Auftakt betrachtet werden. Die Suche nach entlegenen Stellen, an denen Helfer ihren augenblicklichen Aufenthaltsort nicht sofort erkennen können, muss weitergehen. Denn im Rettungsdienst kommt es oft schon auf Sekunden an.

Wer mal einen Notruf absetzte, weiß, dass man in der Hektik schnell Fehler machen kann. Den Zeitgewinn zu steigern – das steckt hinter der Idee der Rettungspunkte. Und mehr Rettungspunkte bedeuten mehr Zeit im Ernstfall. Bis aber mehr davon kommen, sollte es nicht wieder fünf Jahre dauern.

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