Alles im grünen Bereich - Annabel Hanke hat den Vorsitz im Ortsverband der Grünen übernommen Stefanie Dullweber Hille-Rothenuffeln. Mit 29 Jahren ist sie das jüngste Hiller Ratsmitglied und eine von nur sechs Frauen in dem 30 Köpfe starken Gremium, das im vergangenen Jahr neu gewählt wurde. Seit Kurzem ist Annabel Hanke zudem neue Vorsitzende der Hiller Grünen. Eine politische Karriere, die erst vor zwei Jahren begonnen hat. Ihr Interesse für den Naturschutz und das Tierwohl hätten sie dazu veranlasst, Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen zu werden, sagt Annabel Hanke. In die Partei sei sie dann relativ spontan eingetreten – einfach um sich besser informieren und vernetzen zu können. „Ich wollte auf dem Laufenden sein.“ Dass sie innerhalb kurzer Zeit vor Ort aktiv mitarbeitet, sei gar nicht ihr Anliegen gewesen, habe sich aber so ergeben, erzählt die Frau, die in Rothenuffeln lebt. „Ich habe eine sehr nette Einladung von Marlies Schulder bekommen und bin dann direkt zu einer der nächsten Fraktionssitzungen gegangen“, erinnert sich die 29-Jährige. Dass sie dort nicht nur stille Zuhörerin war, sondern gleich ihre Meinung sagen und mitmachen konnte, habe sie überzeugt. Das war vor zwei Jahren – mittlerweile hat sie den Vorstandsposten von Marlies Schulder übernommen, die nach wie vor die Fraktion im Hiller Rat leitet. „Sie ist ja nicht weg, ich kann sie jederzeit um Rat fragen“, sagt Annabel Hanke. Außerdem wisse sie um die breite Zustimmung ihrer Mitstreiter. Die Vorstandsarbeit im Ortsverband beinhalte in erster Linie organisatorische Aufgaben. „Politisch bewegen kannst du über den Posten weniger.“ Die politischen Debatten würden eher im Rathaus geführt. Annabel Hanke ist über Umwege in die Gemeinde Hille gekommen – und letztlich der Liebe wegen hier geblieben. Gebürtig aus Salzgitter zog sie vor neun Jahren nach Vlotho, um bei Bofrost in Porta Westfalica als Bürokommunikationskauffrau zu arbeiten. „Dann habe ich meinen Mann kennengelernt und 2016 haben wir das Haus in Rothenuffeln gekauft“, erzählt sie. Inzwischen arbeitet Annabel Hanke bei der Stadt Porta Westfalica und hat sich dort zur Verwaltungswirtin fortgebildet. Aktuell ist sie dort in der Sportsachbearbeitung tätig. „Es gibt sehr viele Parallelen zu Hille. Deshalb war für mich auch der Ausschuss für Generationen, Bildung und Sport gesetzt.“ Gerne würde sie auch im Bauausschuss ein Wörtchen mitreden, aber dafür fehle ihr einfach die Zeit. Mit ihrer beruflichen Erfahrung könne sie viele Abläufe und Entscheidungen der Verwaltung nachvollziehen. „Es ist hilfreich, wenn man weiß, wovon gerade die Rede ist“, sagt sie und nennt als Beispiel aus dem letzten Bildungsausschuss das Thema Luftfilter. „Damit hatte ich in Porta auch schon zu tun.“ Auch wenn die Überlegungen in Hille zunächst nicht weiter verfolgt wurden, glaubt sie nicht, dass darüber schon das letzte Wort gesprochen ist. Politische Sitzungen sind für die Grünen-Politikerin nicht neu. Auch in Porta muss sie Themen aus ihrem Fachbereich gegenüber den Gremien vorstellen und vertreten. Aber besonders im Austausch fehlt Annabel Hanke gerade etwas Entscheidendes. „Corona erschwert die Parteiarbeit“, findet sie. Angefangen vor der Wahl, als sie keinen Haustürwahlkampf machen konnte, bis hin zum fehlenden überparteilichen Dialog. „Ich wünsche mir intensivere Diskussionen.“ Und auch, wenn sie nicht in allen Bereichen Expertin sei, müsse zumindest das Interesse vorhanden sein. „Ich muss nicht alles wissen, aber ich muss mich informieren wollen.“ Nicht nur von der Verwaltung fordert die 29-Jährige künftig eine bessere und transparentere Kommunikation, auch sie selbst möchte die Bürger verstärkt bei Themen mitnehmen. „Vieles bekommen die meisten doch gar nicht mit. Wer weiß denn beispielsweise, dass man als Bürger zu einer Bauleitplanung im Rathaus seine Meinung äußern kann?“ Auch eine Art Bürgersprechstunde könnte sie sich vorstellen. Um die Arbeit der Partei öffentlich zu machen, versucht Annabel Hanke, die Homepage der Hiller Grünen auf dem Laufenden zu halten und auch auf Facebook ist der Ortsverband vertreten. Für die Grünen-Politikerin müssen politische Diskussionen nicht hitzig sein. „Was mich aber auf die Palme bringt, ist, wenn einer dem anderen nicht zuhört.“ Im Hiller Rat habe sie den Eindruck, dass alle verstanden hätten, auf welche Themen es ankommt – beispielsweise den Bereich der Digitalisierung. „Wenn wir das gleiche Ziel haben, brauchen wir uns auch nicht streiten.“ Deshalb unterstütze sie auch den Vorstoß der SPD, vermehrt auf die Nutzung aufbereiteten Abwassers aus Privathaushalten und Regenwasser zu setzen. Was sie sich für Hille wünscht, ist ein ökologisches Baugebiet. „Die Nachfrage ist da und die Kosten würden sich amortisieren“, ist Annabel Hanke sicher. Sie selbst träumt von einem alten Resthof, den sie gerne bewirtschaften würde. „Wenn wir dann eigene Hühner hätten, würde ich vielleicht sogar wieder Fleisch essen“, sagt die überzeugte Vegetarierin. Auch mit veganer Ernährung habe sie schon geliebäugelt, eine Sache spricht aber dagegen: „Ich mag Kaffee nur mit Milch.“ Hin und wieder guckt die Frau aus Rothenuffeln auch darauf, was die prominenten Gesichter der Grünen in Berlin machen. Vor allem die Interviews mit Annalena würde sie sich anschauen. Die Frage, ob sie die Kanzlerkandidatin persönlich kenne, verneint die Hillerin. „Bei den Grünen duzen wir uns“, sagt sie zur Erklärung. Dass es in der Frage um die Kanzlerschaft gerade heiß her geht, finde sie völlig normal. „Diesmal wird von drei Seiten gekämpft.“ Sie selbst ist überzeugt, dass nicht nur auf Annalena Baerbock als Person ein besonderer Druck lastet, („Sie ist jung und eine Frau“), sondern auch auf der Partei an sich („Wir waren in den Umfragen noch nie so stark wie vor dieser Wahl“). Kann sie sich selbst auch eine Kandidatur für den Kreistag oder Landtag vorstellen? Annabel Hanke überlegt, findet den Gedanken aber nicht völlig abwegig. „Das kommt sicherlich auch auf die berufliche Perspektive an“, sagt sie. Und sie habe ja auch noch Zeit. Zunächst einmal möchte sie auf lokaler Ebene Themen setzen und damit die Menschen vor Ort erreichen.

Alles im grünen Bereich - Annabel Hanke hat den Vorsitz im Ortsverband der Grünen übernommen

Annabel Hanke liebt ihr Hochbeet. Darin zieht sie allerlei Gemüse wie Gurken, Kohlrabi und Kräuter. Zusammen mit ihrem Mann hat sie 2016 ein Haus in Rothenuffeln gekauft, in dem auch ein Hund und zwei Katzen leben. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Hille-Rothenuffeln. Mit 29 Jahren ist sie das jüngste Hiller Ratsmitglied und eine von nur sechs Frauen in dem 30 Köpfe starken Gremium, das im vergangenen Jahr neu gewählt wurde. Seit Kurzem ist Annabel Hanke zudem neue Vorsitzende der Hiller Grünen. Eine politische Karriere, die erst vor zwei Jahren begonnen hat. Ihr Interesse für den Naturschutz und das Tierwohl hätten sie dazu veranlasst, Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen zu werden, sagt Annabel Hanke. In die Partei sei sie dann relativ spontan eingetreten – einfach um sich besser informieren und vernetzen zu können. „Ich wollte auf dem Laufenden sein.“ Dass sie innerhalb kurzer Zeit vor Ort aktiv mitarbeitet, sei gar nicht ihr Anliegen gewesen, habe sich aber so ergeben, erzählt die Frau, die in Rothenuffeln lebt.

„Ich habe eine sehr nette Einladung von Marlies Schulder bekommen und bin dann direkt zu einer der nächsten Fraktionssitzungen gegangen“, erinnert sich die 29-Jährige. Dass sie dort nicht nur stille Zuhörerin war, sondern gleich ihre Meinung sagen und mitmachen konnte, habe sie überzeugt. Das war vor zwei Jahren – mittlerweile hat sie den Vorstandsposten von Marlies Schulder übernommen, die nach wie vor die Fraktion im Hiller Rat leitet. „Sie ist ja nicht weg, ich kann sie jederzeit um Rat fragen“, sagt Annabel Hanke. Außerdem wisse sie um die breite Zustimmung ihrer Mitstreiter. Die Vorstandsarbeit im Ortsverband beinhalte in erster Linie organisatorische Aufgaben. „Politisch bewegen kannst du über den Posten weniger.“ Die politischen Debatten würden eher im Rathaus geführt.

Annabel Hanke ist über Umwege in die Gemeinde Hille gekommen – und letztlich der Liebe wegen hier geblieben. Gebürtig aus Salzgitter zog sie vor neun Jahren nach Vlotho, um bei Bofrost in Porta Westfalica als Bürokommunikationskauffrau zu arbeiten. „Dann habe ich meinen Mann kennengelernt und 2016 haben wir das Haus in Rothenuffeln gekauft“, erzählt sie. Inzwischen arbeitet Annabel Hanke bei der Stadt Porta Westfalica und hat sich dort zur Verwaltungswirtin fortgebildet. Aktuell ist sie dort in der Sportsachbearbeitung tätig. „Es gibt sehr viele Parallelen zu Hille. Deshalb war für mich auch der Ausschuss für Generationen, Bildung und Sport gesetzt.“ Gerne würde sie auch im Bauausschuss ein Wörtchen mitreden, aber dafür fehle ihr einfach die Zeit.


Mit ihrer beruflichen Erfahrung könne sie viele Abläufe und Entscheidungen der Verwaltung nachvollziehen. „Es ist hilfreich, wenn man weiß, wovon gerade die Rede ist“, sagt sie und nennt als Beispiel aus dem letzten Bildungsausschuss das Thema Luftfilter. „Damit hatte ich in Porta auch schon zu tun.“ Auch wenn die Überlegungen in Hille zunächst nicht weiter verfolgt wurden, glaubt sie nicht, dass darüber schon das letzte Wort gesprochen ist.

Politische Sitzungen sind für die Grünen-Politikerin nicht neu. Auch in Porta muss sie Themen aus ihrem Fachbereich gegenüber den Gremien vorstellen und vertreten. Aber besonders im Austausch fehlt Annabel Hanke gerade etwas Entscheidendes. „Corona erschwert die Parteiarbeit“, findet sie. Angefangen vor der Wahl, als sie keinen Haustürwahlkampf machen konnte, bis hin zum fehlenden überparteilichen Dialog. „Ich wünsche mir intensivere Diskussionen.“ Und auch, wenn sie nicht in allen Bereichen Expertin sei, müsse zumindest das Interesse vorhanden sein. „Ich muss nicht alles wissen, aber ich muss mich informieren wollen.“

Nicht nur von der Verwaltung fordert die 29-Jährige künftig eine bessere und transparentere Kommunikation, auch sie selbst möchte die Bürger verstärkt bei Themen mitnehmen. „Vieles bekommen die meisten doch gar nicht mit. Wer weiß denn beispielsweise, dass man als Bürger zu einer Bauleitplanung im Rathaus seine Meinung äußern kann?“ Auch eine Art Bürgersprechstunde könnte sie sich vorstellen. Um die Arbeit der Partei öffentlich zu machen, versucht Annabel Hanke, die Homepage der Hiller Grünen auf dem Laufenden zu halten und auch auf Facebook ist der Ortsverband vertreten.

Für die Grünen-Politikerin müssen politische Diskussionen nicht hitzig sein. „Was mich aber auf die Palme bringt, ist, wenn einer dem anderen nicht zuhört.“ Im Hiller Rat habe sie den Eindruck, dass alle verstanden hätten, auf welche Themen es ankommt – beispielsweise den Bereich der Digitalisierung. „Wenn wir das gleiche Ziel haben, brauchen wir uns auch nicht streiten.“ Deshalb unterstütze sie auch den Vorstoß der SPD, vermehrt auf die Nutzung aufbereiteten Abwassers aus Privathaushalten und Regenwasser zu setzen.

Was sie sich für Hille wünscht, ist ein ökologisches Baugebiet. „Die Nachfrage ist da und die Kosten würden sich amortisieren“, ist Annabel Hanke sicher. Sie selbst träumt von einem alten Resthof, den sie gerne bewirtschaften würde. „Wenn wir dann eigene Hühner hätten, würde ich vielleicht sogar wieder Fleisch essen“, sagt die überzeugte Vegetarierin. Auch mit veganer Ernährung habe sie schon geliebäugelt, eine Sache spricht aber dagegen: „Ich mag Kaffee nur mit Milch.“

Hin und wieder guckt die Frau aus Rothenuffeln auch darauf, was die prominenten Gesichter der Grünen in Berlin machen. Vor allem die Interviews mit Annalena würde sie sich anschauen. Die Frage, ob sie die Kanzlerkandidatin persönlich kenne, verneint die Hillerin. „Bei den Grünen duzen wir uns“, sagt sie zur Erklärung. Dass es in der Frage um die Kanzlerschaft gerade heiß her geht, finde sie völlig normal. „Diesmal wird von drei Seiten gekämpft.“ Sie selbst ist überzeugt, dass nicht nur auf Annalena Baerbock als Person ein besonderer Druck lastet, („Sie ist jung und eine Frau“), sondern auch auf der Partei an sich („Wir waren in den Umfragen noch nie so stark wie vor dieser Wahl“).

Kann sie sich selbst auch eine Kandidatur für den Kreistag oder Landtag vorstellen? Annabel Hanke überlegt, findet den Gedanken aber nicht völlig abwegig. „Das kommt sicherlich auch auf die berufliche Perspektive an“, sagt sie. Und sie habe ja auch noch Zeit. Zunächst einmal möchte sie auf lokaler Ebene Themen setzen und damit die Menschen vor Ort erreichen.

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