Alles für die Musik: Oberlübber bringt mit seiner Band ein Debütalbum heraus Stefanie Dullweber Hille-Oberlübbe. Im Herbst 2019 verabschiedete sich Marvin Zimmermann mit einem Konzert von seiner Organisten-Stelle in Oberlübbe. Er hatte den Plan gefasst, für ein Jahr nach Rotterdam zu gehen. Sein Lehramt-Studium in Hannover hatte der gebürtige Oberlübber seinerzeit gerade abgeschlossen, studierte aber zusätzlich noch das Fach Jazz-Trompete – und wollte diese Kenntnisse in den Niederlanden vertiefen. Seitdem hat sich bei dem 26-Jährigen musikalisch einiges getan. Am 23. Juli veröffentlichen Marvin Zimmermann und seine Bandkollegen von der Band „Was nun“ ihr Debütalbum „Labyrinth“. Die Coronazeit habe ihnen dafür viele Freiräume verschafft, blickt er auf ein für ihn und seine Musiker-Kollegen produktives Jahr zurück. „Als wir das Album aufgenommen haben, gab es noch keine Beschränkungen. Niemand hat daran gedacht, dass es eineinhalb Jahre keine Live-Konzerte geben wird“, sagt Marvin Zimmermann, dessen erste musikalische Station der Posaunenchor Oberlübbe war. Corona hätte ihnen die Zeit gegeben, sich über die Veröffentlichung des Albums Gedanken zu machen. „Wir haben uns entschlossen, ein eigenes Label mit dem Namen „Geräuschkulisse“ zu gründen.“ Ohne Label sei sowohl der Vertrieb als auch die Verbreitung über das Radio schwierig. „Wir haben alle noch viel vor und möchten regelmäßig unter dieser Marke etwas veröffentlichen“, ist für das Sextett das Label auf jeden Fall Zukunftsmusik. Ihr Plan sei, die „Geräuschkulisse“ auch für andere Musikproduktionen zu öffnen – für Jazz und improvisierte Musik. Damit würden sie zwar nicht reich, aber es würde das Label an sich bekannter machen. „Corona hat uns in die Karten gespielt, das Ganze vernünftig aufzusetzen.“ Kennengelernt haben sich die sechs Musiker während ihres Studiums in Hannover. 2017 gründeten Moritz Aring (Saxofon), Marvin Zimmermann (Trompe), Jan Frederik Schmidt (Posaune), Anthony Williams (Piano), Marcus Lewyn (Bass) und Erik Mrotzek (Schlagzeug) das Sextett „Was nun“. Namensgeber war eine beschauliche Eck-Kneipe in der Nordstadt Hannovers, in der sich die Musiker bereits vor der Gründung zusammenfanden. Hier reifte die Idee ihres Ensembles. Ihre gemeinsamen Wurzeln haben sie im Jazz und Blues. 2018 tourten sie bereits durch Teile der USA und spielten unter anderem auf dem International Jazz Festival Tulsa und dem Rose Festival in Broken Arrow. Das Sextett hat außerdem an mehreren Theaterproduktionen am Schlosstheater Celle mitgewirkt. „Wir haben viele Stunden gemeinsam im Theater verbracht. In den Pausen haben wir jede freie Minute genutzt, um an unseren eigenen Stücken zu feilen. So sind wir auch als Band zu einer festen Einheit geworden. Nur gute Musiker zu haben, reicht nicht – du musst dich auch gut verstehen“, ist Marvin Zimmermann überzeugt. Als Theaterkapelle hätte die Gruppe häufig die Funktion eines ganzen Orchesters übernehmen und verschiedenste Klangkörper simulieren müssen. Drei der insgesamt acht Stücke auf dem Debütalbum stammen aus der Feder des Oberlübbers. Während seine Bandkollegen sich aktuell in der Endphase ihres Studiums befinden, hat Marvin Zimmermann sein Referendariat an einer Schule in Celle begonnen. Sein Ziel ist es, irgendwann an einem Gymnasium die Fächer Musik und Mathematik zu unterrichten. „Musik zu unterrichten, ohne sie machen zu können, war in den letzten Monaten ziemlich abstrakt.“ Er habe es kaum glauben können, wie sehr sich seine Schüler zuletzt über ein Glockenspiel gefreut hätten. Marvin Zimmermann selbst ist ausgebildeter Kirchenmusiker und war von 2012 bis zu seinem Weggang nach Rotterdam als Organist in der Oberlübber Kirche tätig. „Ich versuche nach wie vor, alle zwei bis drei Wochen nach Hause zu kommen.“ Trotz Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben die Bandkollegen sich nicht aus den Augen verloren. Einen festen Probentag haben sie jedoch nach wie vor nicht. „Wir verabreden uns meist zu ein bis zwei Tagen am Stück und nehmen uns die Zeit, um an neuen Liedern zu arbeiten.“ Direkt nach dem Release-Konzert zur Veröffentlichung ihres neuen Albums geht es für die sechs wieder in den Probenraum, um vor der Sommerpause an neuen Liedern zu arbeiten. Auf das Konzert, das am 23. Juli um 19 Uhr im Kulturzentrum in Celle stattfindet, freut sich Marvin Zimmermann besonders. „Es wird Zeit, dass wir unsere Musik endlich wieder Live vor Publikum spielen können.“ Zwar hätten sie im letzten Jahr einige Online-Konzerte gegeben, aber da hätte es eben auch keine Interaktion mit dem Publikum gegeben. Zum Konzert nach Celle können bis zu 500 Zuschauer kommen. Eine Tour mit dem neuen Album soll dann im Oktober folgen. „Wir hoffen auf viele Besucher. Einige sind leider im Urlaub, aber andere haben ihr Kommen schon fest zugesagt.“ Zum Titel des Albums schreibt die Band: „Ein Labyrinth ist ein Ort an dem man sich findet, ein Irrgarten einer, an dem man sich verliert. „Labyrinth“ ist das entschlossene Debüt einer Band, die sich längst gefunden hat und jetzt präzise artikuliert, was sie will.“ Tickets für das Konzert gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf über die Homepage https://cd-kaserne.reservix.de/events. Das Album ist bei Buddenbohm Brass in Minden, im Handel und über den Online-Shop unter https://www.geraeuschkulisse-records.com/shop/ erhältlich.

Alles für die Musik: Oberlübber bringt mit seiner Band ein Debütalbum heraus

Der gebürtige Oberlübber Marvin Zimmermann (Dritter von links) hat 2017 zusammen mit fünf anderen Musikern die Band „Was nun“ gegründet. Foto: Laura Schepers/Privat © LAURA SCHEPERS

Hille-Oberlübbe. Im Herbst 2019 verabschiedete sich Marvin Zimmermann mit einem Konzert von seiner Organisten-Stelle in Oberlübbe. Er hatte den Plan gefasst, für ein Jahr nach Rotterdam zu gehen. Sein Lehramt-Studium in Hannover hatte der gebürtige Oberlübber seinerzeit gerade abgeschlossen, studierte aber zusätzlich noch das Fach Jazz-Trompete – und wollte diese Kenntnisse in den Niederlanden vertiefen.

Seitdem hat sich bei dem 26-Jährigen musikalisch einiges getan. Am 23. Juli veröffentlichen Marvin Zimmermann und seine Bandkollegen von der Band „Was nun“ ihr Debütalbum „Labyrinth“. Die Coronazeit habe ihnen dafür viele Freiräume verschafft, blickt er auf ein für ihn und seine Musiker-Kollegen produktives Jahr zurück.

„Als wir das Album aufgenommen haben, gab es noch keine Beschränkungen. Niemand hat daran gedacht, dass es eineinhalb Jahre keine Live-Konzerte geben wird“, sagt Marvin Zimmermann, dessen erste musikalische Station der Posaunenchor Oberlübbe war. Corona hätte ihnen die Zeit gegeben, sich über die Veröffentlichung des Albums Gedanken zu machen. „Wir haben uns entschlossen, ein eigenes Label mit dem Namen „Geräuschkulisse“ zu gründen.“ Ohne Label sei sowohl der Vertrieb als auch die Verbreitung über das Radio schwierig. „Wir haben alle noch viel vor und möchten regelmäßig unter dieser Marke etwas veröffentlichen“, ist für das Sextett das Label auf jeden Fall Zukunftsmusik. Ihr Plan sei, die „Geräuschkulisse“ auch für andere Musikproduktionen zu öffnen – für Jazz und improvisierte Musik. Damit würden sie zwar nicht reich, aber es würde das Label an sich bekannter machen. „Corona hat uns in die Karten gespielt, das Ganze vernünftig aufzusetzen.“


Kennengelernt haben sich die sechs Musiker während ihres Studiums in Hannover. 2017 gründeten Moritz Aring (Saxofon), Marvin Zimmermann (Trompe), Jan Frederik Schmidt (Posaune), Anthony Williams (Piano), Marcus Lewyn (Bass) und Erik Mrotzek (Schlagzeug) das Sextett „Was nun“. Namensgeber war eine beschauliche Eck-Kneipe in der Nordstadt Hannovers, in der sich die Musiker bereits vor der Gründung zusammenfanden. Hier reifte die Idee ihres Ensembles. Ihre gemeinsamen Wurzeln haben sie im Jazz und Blues. 2018 tourten sie bereits durch Teile der USA und spielten unter anderem auf dem International Jazz Festival Tulsa und dem Rose Festival in Broken Arrow. Das Sextett hat außerdem an mehreren Theaterproduktionen am Schlosstheater Celle mitgewirkt.

„Wir haben viele Stunden gemeinsam im Theater verbracht. In den Pausen haben wir jede freie Minute genutzt, um an unseren eigenen Stücken zu feilen. So sind wir auch als Band zu einer festen Einheit geworden. Nur gute Musiker zu haben, reicht nicht – du musst dich auch gut verstehen“, ist Marvin Zimmermann überzeugt. Als Theaterkapelle hätte die Gruppe häufig die Funktion eines ganzen Orchesters übernehmen und verschiedenste Klangkörper simulieren müssen.

Drei der insgesamt acht Stücke auf dem Debütalbum stammen aus der Feder des Oberlübbers. Während seine Bandkollegen sich aktuell in der Endphase ihres Studiums befinden, hat Marvin Zimmermann sein Referendariat an einer Schule in Celle begonnen. Sein Ziel ist es, irgendwann an einem Gymnasium die Fächer Musik und Mathematik zu unterrichten. „Musik zu unterrichten, ohne sie machen zu können, war in den letzten Monaten ziemlich abstrakt.“ Er habe es kaum glauben können, wie sehr sich seine Schüler zuletzt über ein Glockenspiel gefreut hätten. Marvin Zimmermann selbst ist ausgebildeter Kirchenmusiker und war von 2012 bis zu seinem Weggang nach Rotterdam als Organist in der Oberlübber Kirche tätig. „Ich versuche nach wie vor, alle zwei bis drei Wochen nach Hause zu kommen.“

Trotz Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben die Bandkollegen sich nicht aus den Augen verloren. Einen festen Probentag haben sie jedoch nach wie vor nicht. „Wir verabreden uns meist zu ein bis zwei Tagen am Stück und nehmen uns die Zeit, um an neuen Liedern zu arbeiten.“ Direkt nach dem Release-Konzert zur Veröffentlichung ihres neuen Albums geht es für die sechs wieder in den Probenraum, um vor der Sommerpause an neuen Liedern zu arbeiten.

Auf das Konzert, das am 23. Juli um 19 Uhr im Kulturzentrum in Celle stattfindet, freut sich Marvin Zimmermann besonders. „Es wird Zeit, dass wir unsere Musik endlich wieder Live vor Publikum spielen können.“ Zwar hätten sie im letzten Jahr einige Online-Konzerte gegeben, aber da hätte es eben auch keine Interaktion mit dem Publikum gegeben. Zum Konzert nach Celle können bis zu 500 Zuschauer kommen. Eine Tour mit dem neuen Album soll dann im Oktober folgen. „Wir hoffen auf viele Besucher. Einige sind leider im Urlaub, aber andere haben ihr Kommen schon fest zugesagt.“ Zum Titel des Albums schreibt die Band: „Ein Labyrinth ist ein Ort an dem man sich findet, ein Irrgarten einer, an dem man sich verliert. „Labyrinth“ ist das entschlossene Debüt einer Band, die sich längst gefunden hat und jetzt präzise artikuliert, was sie will.“

Tickets für das Konzert gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf über die Homepage https://cd-kaserne.reservix.de/events. Das Album ist bei Buddenbohm Brass in Minden, im Handel und über den Online-Shop unter https://www.geraeuschkulisse-records.com/shop/ erhältlich.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille