Abi in der Sporthalle: Corona-Regeln noch strenger als im letzten Jahr Stefanie Dullweber Hille. „Die Situation ist nicht schön“, sagt Oberstufenleiterin Karin Bußmann-Dörnhoff. Dennoch sei sie begeistert, mit welcher Souveränität die 96 Abiturienten der Verbundschule Hille ihre Prüfungen meistern– trotz Testpflicht, Maske und Hygieneregeln. „Diese Jahrgangsstufe ist einfach klasse“, schwärmt die Lehrerin. Seit letztem Freitag laufen die Abiturprüfungen am Hiller Gymnasium. Bereits zum zweiten Mal schreibt der Abschlussjahrgang seine Klausuren in der extra dafür hergerichteten Sporthalle. Die Gemeinde hat die Halle mit Teppichboden ausgelegt. Zwischen den Stühlen und Tischen ist genügend Abstand. Jeder Schüler trägt einen Mundschutz. An jedem Platz haben die Lehrer ein Namensschild angebracht. Die Flächen, auf denen die Schüler ihre Jacken und Taschen ablegen können, haben sie entsprechend markiert. Hinweisschilder lenken die Wege. Dank einer Einbahnstraßen-Regelung begegnen sich die Prüflinge nicht. Für Schüler, die sich nicht testen lassen möchten, werden Extra-Räume bereit gehalten – dazu werden beispielsweise die Regieräume genutzt. Das sei jedoch bislang nicht nötig gewesen, so Karin Bußmann-Dörnhoff. „Alle Schüler sehen die Notwendigkeit.“ Dirk Schubert gewährt am Dienstagmittag einen kurzen Blick in die Sporthalle. Die Schüler sind hochkonzentriert und bemerken ihren Schulleiter offenbar gar nicht. Hin und wieder ist das leise Rascheln von Papier zu hören, ansonsten ist es still. „Die Atmosphäre in der Sporthalle war gut. Es war sogar entspannter als im Klassenraum“, sagt die 18-jährige Lea, als sie wenig später die Halle verlässt. Sie hat an diesem Vormittag ihre Klausur in Geschichte geschrieben. Ihr erster Eindruck: „Es war in Ordnung.“ Das Tragen der Maske habe sie nicht gestört und auch über die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung beklagt sie sich nicht. „Ich habe zwar keinen Vergleich, wie es in den Jahren zuvor war, aber ich finde, die Lehrer haben ihr Bestes gegeben und haben uns unterstützt.“ Chris (18) und Quentin (20) beurteilen die Prüfungen als „machbar“. Beide haben an diesem Morgen ihre Klausuren im Fach Sport geschrieben. Die Schüler konnten zwischen verschiedenen Themengebieten wählen und haben beide etwas Passendes gefunden. Er sei sogar weit vor der Zeit fertig geworden, sagt Chris. Im Vorfeld hätte er sich allerdings mehr Präsenzunterricht gewünscht. Was ihn stört? „Du weißt nie, was nächste Woche ist.“ Und auch die Mottowoche hätten sie gerne mitgemacht. „Wir könnenja gefühlt im Moment eh nichts machen.“ Dass ihm die Mottowoche einmal fehlen würde, das hätte sich Dirk Schubert auch nicht träumen lassen. Doch nach einem Jahr Pandemie ist alles anders. „Wie gerne hätte ich morgens die verschlafenen Gesichter der Schüler nach einer durchfeierten Nacht gesehen.“ Stattdessen finden die Abiturprüfungen erneut unter erschwerten Bedingungen statt. „Dass das wieder passieren würde, war kaum vorstellbar.“ Die gute Nachricht für den Schulleiter ist jedoch, dass seine Schüler ihr Abitur machen können. Und neben den Klausuren würden auch die mündlichen Prüfungen am 18. Mai in Präsenz stattfinden. Für Oberstufenleiterin Karin Bußmann-Dörnhoff war die Botschaft wichtig, dass jeder sein Abitur machen kann – egal, was passiert. Sollte ein Schüler aus Krankheitsgründen den ursprünglichen Termin verpassen, gibt es einen zentralen Nachschreibetermin. „Eventuell werden wir weitere Termine anbieten müssen.“ Den bereits im letzten Jahr diskutierten Corona-Bonus für den Notendurchschnitt lehnt die Lehrerin nach wie vor strikt ab. „Das ist ein Stempel und den haben die Schüler nicht verdient.“ Vielmehr hätte dieser Jahrgang schon seit einem Jahr selbstständig abliefern müssen. „Das müssten sie sonst erst im Studium. Von daher ist das eine hohe Leistung.“ Als kleine Motivation habe sie ihren Schülern übrigens ein Foto geschickt, verrät Karin Bußmann-Dörnhoff. Darauf zu sehen ist eine Zierkirsche, die der letzte Abiturjahrgang gepflanzt hat. Ein gutes Zeichen: „Die ersten Blüten sind seit ein paar Tagen zu sehen.“

Abi in der Sporthalle: Corona-Regeln noch strenger als im letzten Jahr

Bereits der zweite Abiturjahrgang schreibt seine Klausuren in der Sporthalle an der Verbundschule. Alle Tische sind mit Namensschildern versehen. MT-Archivfoto: Alex Lehn © Alex Lehn

Hille. „Die Situation ist nicht schön“, sagt Oberstufenleiterin Karin Bußmann-Dörnhoff. Dennoch sei sie begeistert, mit welcher Souveränität die 96 Abiturienten der Verbundschule Hille ihre Prüfungen meistern– trotz Testpflicht, Maske und Hygieneregeln. „Diese Jahrgangsstufe ist einfach klasse“, schwärmt die Lehrerin.

Seit letztem Freitag laufen die Abiturprüfungen am Hiller Gymnasium. Bereits zum zweiten Mal schreibt der Abschlussjahrgang seine Klausuren in der extra dafür hergerichteten Sporthalle. Die Gemeinde hat die Halle mit Teppichboden ausgelegt. Zwischen den Stühlen und Tischen ist genügend Abstand. Jeder Schüler trägt einen Mundschutz. An jedem Platz haben die Lehrer ein Namensschild angebracht. Die Flächen, auf denen die Schüler ihre Jacken und Taschen ablegen können, haben sie entsprechend markiert. Hinweisschilder lenken die Wege. Dank einer Einbahnstraßen-Regelung begegnen sich die Prüflinge nicht. Für Schüler, die sich nicht testen lassen möchten, werden Extra-Räume bereit gehalten – dazu werden beispielsweise die Regieräume genutzt. Das sei jedoch bislang nicht nötig gewesen, so Karin Bußmann-Dörnhoff. „Alle Schüler sehen die Notwendigkeit.“

Dirk Schubert gewährt am Dienstagmittag einen kurzen Blick in die Sporthalle. Die Schüler sind hochkonzentriert und bemerken ihren Schulleiter offenbar gar nicht. Hin und wieder ist das leise Rascheln von Papier zu hören, ansonsten ist es still.

„Die Atmosphäre in der Sporthalle war gut. Es war sogar entspannter als im Klassenraum“, sagt die 18-jährige Lea, als sie wenig später die Halle verlässt. Sie hat an diesem Vormittag ihre Klausur in Geschichte geschrieben. Ihr erster Eindruck: „Es war in Ordnung.“ Das Tragen der Maske habe sie nicht gestört und auch über die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung beklagt sie sich nicht. „Ich habe zwar keinen Vergleich, wie es in den Jahren zuvor war, aber ich finde, die Lehrer haben ihr Bestes gegeben und haben uns unterstützt.“

Chris (18) und Quentin (20) beurteilen die Prüfungen als „machbar“. Beide haben an diesem Morgen ihre Klausuren im Fach Sport geschrieben. Die Schüler konnten zwischen verschiedenen Themengebieten wählen und haben beide etwas Passendes gefunden. Er sei sogar weit vor der Zeit fertig geworden, sagt Chris. Im Vorfeld hätte er sich allerdings mehr Präsenzunterricht gewünscht. Was ihn stört? „Du weißt nie, was nächste Woche ist.“ Und auch die Mottowoche hätten sie gerne mitgemacht. „Wir könnenja gefühlt im Moment eh nichts machen.“

Dass ihm die Mottowoche einmal fehlen würde, das hätte sich Dirk Schubert auch nicht träumen lassen. Doch nach einem Jahr Pandemie ist alles anders. „Wie gerne hätte ich morgens die verschlafenen Gesichter der Schüler nach einer durchfeierten Nacht gesehen.“ Stattdessen finden die Abiturprüfungen erneut unter erschwerten Bedingungen statt. „Dass das wieder passieren würde, war kaum vorstellbar.“ Die gute Nachricht für den Schulleiter ist jedoch, dass seine Schüler ihr Abitur machen können. Und neben den Klausuren würden auch die mündlichen Prüfungen am 18. Mai in Präsenz stattfinden.

Für Oberstufenleiterin Karin Bußmann-Dörnhoff war die Botschaft wichtig, dass jeder sein Abitur machen kann – egal, was passiert. Sollte ein Schüler aus Krankheitsgründen den ursprünglichen Termin verpassen, gibt es einen zentralen Nachschreibetermin. „Eventuell werden wir weitere Termine anbieten müssen.“ Den bereits im letzten Jahr diskutierten Corona-Bonus für den Notendurchschnitt lehnt die Lehrerin nach wie vor strikt ab. „Das ist ein Stempel und den haben die Schüler nicht verdient.“ Vielmehr hätte dieser Jahrgang schon seit einem Jahr selbstständig abliefern müssen. „Das müssten sie sonst erst im Studium. Von daher ist das eine hohe Leistung.“

Als kleine Motivation habe sie ihren Schülern übrigens ein Foto geschickt, verrät Karin Bußmann-Dörnhoff. Darauf zu sehen ist eine Zierkirsche, die der letzte Abiturjahrgang gepflanzt hat. Ein gutes Zeichen: „Die ersten Blüten sind seit ein paar Tagen zu sehen.“

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