700.000 Jugendliche bei Berufswahl erreicht Europäische Dimension des Technikzentrums Minden-Lübbecke zur Feierstunde in Südhemmern bewusst gemacht Von Stefan Koch Hille-Südhemmern (mt). Das Technikzentrum Minden-Lübbecke feierte seinen 700.000. Jugendlichen im Berufsparcours. In den Ansprachen wurde angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in anderen EU-Ländern die europäische Dimension der Initiative in Südhemmern deutlich. Wer nie einen Schraubenzieher in der Hand hatte, kann nicht beurteilen, ob er Elektriker werden will - wer Hammer und Nagel nicht benutzt, kennt auch die Berufe mit diesem Werkzeug nicht. Um das zu ändern, gibt es für Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen den Berufsparcours.Von Unternehmen unterstützt wird in Schulen schon vor den Betriebspraktika an Stationen mit praktischen Übungen in die Tätigkeitsfelder eingeführt. In zehn Bundesländern sowie im EU-Ausland engagiert sich der im Jahr 1994 von Karin Ressel gegründete Verein. Am 11. Juni registrierte er nicht weit vom Standort in der Alten Zigarrenfabrik Südhemmern entfernt - in Espelkamp - den 700.000. Jugendlichen im Berufsparcours.So war am Freitag die politische Prominenz aus Bundes-, Landes- und auch Kreisebene bei der Feierstunde in Südhemmern vertreten. Erschienen waren zudem etliche Kooperationspartner aus der Wirtschaft. Alle waren voll des Lobes.Hilles Bürgermeister Michael Schweiß stellte beim Technikzentrum eine "funktionierende Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen" fest. André Fechner, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Standortförderung und des Arbeitgeberverbandes: "Aus Südhemmern heraus ist Nordrhein-Westfalen erobert worden.""Ein wunderbares System"Dessen langjährige Mitgestalterin Inge Howe, Landtagsabgeordnete der SPD, sagte über das Technikzentrum: "Das ist ein wunderbares System, das von Landesseite begleitet wird." Flächendeckend werde bis 2018 in Nordrhein-Westfalen eine derartige Berufsorientierung in der achten Klasse eingeführt - bislang seien schon ganze neun Kommunen dabei.Auf die Vorbildlichkeit des Technikzentrums auch im europäischen Rahmen verwies sodann Achim Post, der Bundestagskandidat der SPD. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU sei derzeit eines der größten Probleme. Brüssel habe zwar dafür sechs Milliarden Euro in den Haushalt eingestellt. Doch dabei sei der falsche Stellenwert angesichts der weitaus größeren Summe für den Bankensektor angesetzt worden.Globale Anerkennung für ihr Technikzentrum erhielt Karin Ressel übrigens auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos im Jahr 2010. Von der Schwab-Stiftung wurde sie zum "Social Entrepreneur" ernannt und in die Schweiz eingeladen. Damit gehört die Technikstiftung zur Liga sozialen Unternehmertums.Diese Erfolgsgeschichte führte auch Landrat Dr. Ralf Niermann neben vielen anderen Rednern an. Das Technikzentrum helfe anderen Unternehmen, früh passende Nachwuchskräfte zu finden, fügte Niermann hinzu. Jugendlichen gebe es die Möglichkeit zur Orientierung in einer wichtigen Lebensfrage. Denn - so Niermann den Philosophen Friedrich Nietzsche zitierend - "ein Beruf ist das Rückgrat des Lebens."

700.000 Jugendliche bei Berufswahl erreicht

Hille-Südhemmern (mt). Das Technikzentrum Minden-Lübbecke feierte seinen 700.000. Jugendlichen im Berufsparcours. In den Ansprachen wurde angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in anderen EU-Ländern die europäische Dimension der Initiative in Südhemmern deutlich.

Zahlreiche Glückwünsche für den 700000. Jugendlichen nahm Karin Ressel (4. v. r.) vom Technikzentrum entgegen. - © MT-Foto: Stefan Koch
Zahlreiche Glückwünsche für den 700000. Jugendlichen nahm Karin Ressel (4. v. r.) vom Technikzentrum entgegen. - © MT-Foto: Stefan Koch

Wer nie einen Schraubenzieher in der Hand hatte, kann nicht beurteilen, ob er Elektriker werden will - wer Hammer und Nagel nicht benutzt, kennt auch die Berufe mit diesem Werkzeug nicht. Um das zu ändern, gibt es für Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen den Berufsparcours.

Von Unternehmen unterstützt wird in Schulen schon vor den Betriebspraktika an Stationen mit praktischen Übungen in die Tätigkeitsfelder eingeführt. In zehn Bundesländern sowie im EU-Ausland engagiert sich der im Jahr 1994 von Karin Ressel gegründete Verein. Am 11. Juni registrierte er nicht weit vom Standort in der Alten Zigarrenfabrik Südhemmern entfernt - in Espelkamp - den 700.000. Jugendlichen im Berufsparcours.

So war am Freitag die politische Prominenz aus Bundes-, Landes- und auch Kreisebene bei der Feierstunde in Südhemmern vertreten. Erschienen waren zudem etliche Kooperationspartner aus der Wirtschaft. Alle waren voll des Lobes.

Hilles Bürgermeister Michael Schweiß stellte beim Technikzentrum eine "funktionierende Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen" fest. André Fechner, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Standortförderung und des Arbeitgeberverbandes: "Aus Südhemmern heraus ist Nordrhein-Westfalen erobert worden."

"Ein wunderbares System"

Dessen langjährige Mitgestalterin Inge Howe, Landtagsabgeordnete der SPD, sagte über das Technikzentrum: "Das ist ein wunderbares System, das von Landesseite begleitet wird." Flächendeckend werde bis 2018 in Nordrhein-Westfalen eine derartige Berufsorientierung in der achten Klasse eingeführt - bislang seien schon ganze neun Kommunen dabei.

Auf die Vorbildlichkeit des Technikzentrums auch im europäischen Rahmen verwies sodann Achim Post, der Bundestagskandidat der SPD. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU sei derzeit eines der größten Probleme. Brüssel habe zwar dafür sechs Milliarden Euro in den Haushalt eingestellt. Doch dabei sei der falsche Stellenwert angesichts der weitaus größeren Summe für den Bankensektor angesetzt worden.

Globale Anerkennung für ihr Technikzentrum erhielt Karin Ressel übrigens auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos im Jahr 2010. Von der Schwab-Stiftung wurde sie zum "Social Entrepreneur" ernannt und in die Schweiz eingeladen. Damit gehört die Technikstiftung zur Liga sozialen Unternehmertums.

Diese Erfolgsgeschichte führte auch Landrat Dr. Ralf Niermann neben vielen anderen Rednern an. Das Technikzentrum helfe anderen Unternehmen, früh passende Nachwuchskräfte zu finden, fügte Niermann hinzu. Jugendlichen gebe es die Möglichkeit zur Orientierung in einer wichtigen Lebensfrage. Denn - so Niermann den Philosophen Friedrich Nietzsche zitierend - "ein Beruf ist das Rückgrat des Lebens."

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