„Bitte lächeln, Lotte!“ - Tiere modeln für Spendenaktion Carsten Korfesmeyer Hille. Die Augen glänzen, das Fell liegt, Oscar ist bereit: Der zwölfjährige Hund – eine Mischung aus Dackel und Jack Russel – und seine Besitzerin Nina Buschendorf nehmen am Benefiz-Fotoshooting mit Tieren teil, das Andreas Fuchs mit ein paar Kollegen am vergangenen Wochenende anbietet. Ein für alle Beteiligten spannendes Ereignis. Das mit den Bildern eingenommene Geld kommt dem Tierschutzverein Minden zugute, der das Tierheim in Minden betreibt. Dafür steht eine Spendenbox im Atelier des 46-Jährigen. „Ich hab von der Aktion aus dem MT erfahren“, sagt Nina Buschendorf, die auch die sechs Monate alte Lotte mitgenommen hat. Die ist ein Jack Russel und im Gegensatz zu Oscar ein Wirbelwind erster Klasse. Die beiden Models könnten unterschiedlicher kaum sein und das ist die größte Herausforderung. Spätestens als die Halbjährige auf Fotografin Pauline Oellermann regelrecht herumhüpft, ist das am Samstag allen klar. „Da kommt es ganz auf den Moment an“, sagt Andreas Fuchs und seine Kollegin spricht davon, trotz allem Gewusel am Set die Geduld bewahren zu müssen. „Denn die Hunde merken genau, wie wir drauf sind“, sagt sie. Sie hätten ein feines Gespür für die Situation und wie beim Fotografieren mit Menschen zähle auch bei Tieren, dass Model und Fotograf eine Vertrauensebene aufbauten. Die Hunde toben auf der Wiese herum und immer wieder drücken Pauline Oellermann und Andreas Fuchs auf die Auslöser ihrer Kameras. Sie rufen Lotte und Oscar beim Namen oder locken mit Leckerlis. Auch Nina Buschendorf, die selbst nicht auf den Fotos zu sehen sein will, bringt sich ein, um damit ihre Hunde in Szene zu setzen. Die meisten Beobachter dieser turbulenten Momente dürften es kaum für möglich halten, dass am Ende tatsächlich Fotokunst entsteht. „Ich habe die ersten Bilder schon gesehen“, sagt die Hundehalterin. „Die sind richtig gut geworden.“ Die Links mit den Fotos werden der Frau aus Preußisch Oldendorf in den kommenden Tagen zugeschickt. Daraus kann sie sich ihre drei Favoriten auswählen. Die werden von Andreas Fuchs dann noch entsprechend bearbeitet. Grundsätzlich möchte Nina Buschendorf mit ihrer Teilnahme an der Spendenaktion den Mindener Tierschutzverein unterstützen. Schöne Fotos ihrer beiden Hunde zu bekommen ist ihr allerdings auch wichtig. Denn Oscar, der mit seinem Dutzend Jahren auf dem Buckel perspektivisch eher noch ruhiger und langsamer werden dürfte, zeigt sich auf den Motiven noch verhältnismäßig fit. „Das ist dann später eine schöne Erinnerung“, sagt sie. Und Lotte, die beide Fotografen beim Shooting kräftig fordert, hat sie dann in ganz jungen Jahren im Bild. Beides seien Andenken an eine schöne Zeit. Als er die Idee für seine Aktion hatte, rechnete Andreas Fuchs mit etwa 30 Anfragen. Daraus sind mehr als 70 geworden, was der Hiller als überwältigend bezeichnet. Obwohl der überwiegende Teil der Anfragen von Hundehaltern kommt, dürfen grundsätzlich alle Haustiere vor die Linse treten. „Gestern hatten wir zwei Pferde“, sagt er. Viel Spaß habe er auch am Freitag beim Fotografieren der drei Alpakas in Preußisch Oldendorf gehabt. Der Fotograf im Nebengewerbe spricht von hochinteressanten Begegnungen mit außergewöhnlichen Tieren, die allerdings auch ihren eigenen Kopf haben. „Das macht die Sache nicht leichter.“ Ganz besonders kompliziert sei aber die Arbeit mit Katzen. Die machen, was sie wollen – und lassen im schlimmsten Fall das gesamte Shooting platzen. In einem Fall habe er sich deshalb mit der Besitzerin auf einen neuen Termin am kommenden Donnerstag geeinigt. „Den Tieren ist anzusehen, ob sie Spaß in solchen Momenten haben“, sagt Pauline Oellermann. Darin unterscheiden sie sich nicht von den Menschen, denn auch die brauchen eine Wohlfühlatmosphäre. Die Medieninformatikerin, die seit drei Jahren im Nebenerwerb der Fotografie nachgeht, kommt es deshalb auf die richtige Kulisse an. Fuchs, der im Hauptberuf als Kaufmann tätig ist, bestätigt das. „Dafür muss man sich allerdings die Zeit nehmen und Geduld haben“, sagt er. Mit Schäferhund Aaron war er beispielsweise am Freitag längere Zeit auf Waldwegen unterwegs, bevor die Bilder im Kasten waren. Auch in den kommenden Tagen herrscht viel Beschäftigung: „Morgen kommen ein Mops und zwei Aras.“ Neben Pauline Oellermann ist auch Yvonne Fuchs, Ehefrau von Andreas Fuchs, am Samstag mit den Shootings beschäftigt. Sie fotografiert am Nachmittag einen Mischlingsrüden. Weiterhin gehören Vivien Meisenzahl und Dennis Hanschke zum Aktionsteam, das unter anderem im Hiller Torfmoor seine Bilder schießt. Sie alle profitieren auch handwerklich von der Zusammenarbeit. Gegenseitig geben sich die Fotografen Tipps und so mancher Ratschlag lässt sich sofort umsetzen. „Ich komme ursprünglich von der Landschaftsfotografie“, erzählt Pauline Oellermann. Mittlerweile hat die 29-Jährige sich breiter aufgestellt und lädt vor allem Hunde- und Pferdebesitzer mit ihren Tieren zu Shootings ein. „Ich mache allerdings auch Hochzeitsfotografie“, sagt sie. Auch Andreas Fuchs deckt inzwischen ein weites Feld ab. Und wer mit den Fotografen dieser Aktion spricht, merkt vor allem eines sehr schnell: dass sie mit viel Spaß und Herzblut bei der Arbeit sind. Der Autor ist erreichbar unter Carsten.Korfesmeyer@MT.de

„Bitte lächeln, Lotte!“ - Tiere modeln für Spendenaktion

Das Shooting mit den drei Alpakas hat den Fotografen im Nebenerwerb besonders herausgefordert. © fotografierbar

Hille. Die Augen glänzen, das Fell liegt, Oscar ist bereit: Der zwölfjährige Hund – eine Mischung aus Dackel und Jack Russel – und seine Besitzerin Nina Buschendorf nehmen am Benefiz-Fotoshooting mit Tieren teil, das Andreas Fuchs mit ein paar Kollegen am vergangenen Wochenende anbietet. Ein für alle Beteiligten spannendes Ereignis. Das mit den Bildern eingenommene Geld kommt dem Tierschutzverein Minden zugute, der das Tierheim in Minden betreibt. Dafür steht eine Spendenbox im Atelier des 46-Jährigen.

„Ich hab von der Aktion aus dem MT erfahren“, sagt Nina Buschendorf, die auch die sechs Monate alte Lotte mitgenommen hat. Die ist ein Jack Russel und im Gegensatz zu Oscar ein Wirbelwind erster Klasse. Die beiden Models könnten unterschiedlicher kaum sein und das ist die größte Herausforderung. Spätestens als die Halbjährige auf Fotografin Pauline Oellermann regelrecht herumhüpft, ist das am Samstag allen klar. „Da kommt es ganz auf den Moment an“, sagt Andreas Fuchs und seine Kollegin spricht davon, trotz allem Gewusel am Set die Geduld bewahren zu müssen. „Denn die Hunde merken genau, wie wir drauf sind“, sagt sie. Sie hätten ein feines Gespür für die Situation und wie beim Fotografieren mit Menschen zähle auch bei Tieren, dass Model und Fotograf eine Vertrauensebene aufbauten.

Dobermann Lucy setzt Fotograf Andreas Fuchs am Freitag auf einem Waldweg in Mindenerwald in Szene. Fotos (2): Andreas Fuchs/pr - © fotografierbar
Dobermann Lucy setzt Fotograf Andreas Fuchs am Freitag auf einem Waldweg in Mindenerwald in Szene. Fotos (2): Andreas Fuchs/pr - © fotografierbar

Die Hunde toben auf der Wiese herum und immer wieder drücken Pauline Oellermann und Andreas Fuchs auf die Auslöser ihrer Kameras. Sie rufen Lotte und Oscar beim Namen oder locken mit Leckerlis. Auch Nina Buschendorf, die selbst nicht auf den Fotos zu sehen sein will, bringt sich ein, um damit ihre Hunde in Szene zu setzen. Die meisten Beobachter dieser turbulenten Momente dürften es kaum für möglich halten, dass am Ende tatsächlich Fotokunst entsteht. „Ich habe die ersten Bilder schon gesehen“, sagt die Hundehalterin. „Die sind richtig gut geworden.“ Die Links mit den Fotos werden der Frau aus Preußisch Oldendorf in den kommenden Tagen zugeschickt. Daraus kann sie sich ihre drei Favoriten auswählen. Die werden von Andreas Fuchs dann noch entsprechend bearbeitet.

Pauline Oellermann hat mit Lotte einen besonders anhänglichen Fan. MT-Fotos (2): Carsten Korfesmeyer
Pauline Oellermann hat mit Lotte einen besonders anhänglichen Fan. MT-Fotos (2): Carsten Korfesmeyer

Grundsätzlich möchte Nina Buschendorf mit ihrer Teilnahme an der Spendenaktion den Mindener Tierschutzverein unterstützen. Schöne Fotos ihrer beiden Hunde zu bekommen ist ihr allerdings auch wichtig. Denn Oscar, der mit seinem Dutzend Jahren auf dem Buckel perspektivisch eher noch ruhiger und langsamer werden dürfte, zeigt sich auf den Motiven noch verhältnismäßig fit. „Das ist dann später eine schöne Erinnerung“, sagt sie. Und Lotte, die beide Fotografen beim Shooting kräftig fordert, hat sie dann in ganz jungen Jahren im Bild. Beides seien Andenken an eine schöne Zeit.

Andreas Fuchs und Nina Buschendorf warten auf den Schnappschuss mit Lotte und Oscar.
Andreas Fuchs und Nina Buschendorf warten auf den Schnappschuss mit Lotte und Oscar.

Als er die Idee für seine Aktion hatte, rechnete Andreas Fuchs mit etwa 30 Anfragen. Daraus sind mehr als 70 geworden, was der Hiller als überwältigend bezeichnet. Obwohl der überwiegende Teil der Anfragen von Hundehaltern kommt, dürfen grundsätzlich alle Haustiere vor die Linse treten. „Gestern hatten wir zwei Pferde“, sagt er. Viel Spaß habe er auch am Freitag beim Fotografieren der drei Alpakas in Preußisch Oldendorf gehabt. Der Fotograf im Nebengewerbe spricht von hochinteressanten Begegnungen mit außergewöhnlichen Tieren, die allerdings auch ihren eigenen Kopf haben. „Das macht die Sache nicht leichter.“ Ganz besonders kompliziert sei aber die Arbeit mit Katzen. Die machen, was sie wollen – und lassen im schlimmsten Fall das gesamte Shooting platzen. In einem Fall habe er sich deshalb mit der Besitzerin auf einen neuen Termin am kommenden Donnerstag geeinigt.

„Den Tieren ist anzusehen, ob sie Spaß in solchen Momenten haben“, sagt Pauline Oellermann. Darin unterscheiden sie sich nicht von den Menschen, denn auch die brauchen eine Wohlfühlatmosphäre. Die Medieninformatikerin, die seit drei Jahren im Nebenerwerb der Fotografie nachgeht, kommt es deshalb auf die richtige Kulisse an. Fuchs, der im Hauptberuf als Kaufmann tätig ist, bestätigt das. „Dafür muss man sich allerdings die Zeit nehmen und Geduld haben“, sagt er. Mit Schäferhund Aaron war er beispielsweise am Freitag längere Zeit auf Waldwegen unterwegs, bevor die Bilder im Kasten waren. Auch in den kommenden Tagen herrscht viel Beschäftigung: „Morgen kommen ein Mops und zwei Aras.“

Neben Pauline Oellermann ist auch Yvonne Fuchs, Ehefrau von Andreas Fuchs, am Samstag mit den Shootings beschäftigt. Sie fotografiert am Nachmittag einen Mischlingsrüden. Weiterhin gehören Vivien Meisenzahl und Dennis Hanschke zum Aktionsteam, das unter anderem im Hiller Torfmoor seine Bilder schießt. Sie alle profitieren auch handwerklich von der Zusammenarbeit. Gegenseitig geben sich die Fotografen Tipps und so mancher Ratschlag lässt sich sofort umsetzen. „Ich komme ursprünglich von der Landschaftsfotografie“, erzählt Pauline Oellermann. Mittlerweile hat die 29-Jährige sich breiter aufgestellt und lädt vor allem Hunde- und Pferdebesitzer mit ihren Tieren zu Shootings ein. „Ich mache allerdings auch Hochzeitsfotografie“, sagt sie. Auch Andreas Fuchs deckt inzwischen ein weites Feld ab.

Und wer mit den Fotografen dieser Aktion spricht, merkt vor allem eines sehr schnell: dass sie mit viel Spaß und Herzblut bei der Arbeit sind.

Der Autor ist erreichbar unter Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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