Planmäßiger Start des Naturbadesees Mindenerwald auf der Kippe

Carsten Korfesmeyer

In normalen Jahren ist der Naturbadesee Mindenerwald ein beliebtes Ausflugsziel. Ob die Saison in Zeiten der Coronakrise starten kann, ist nach wie vor offen. Das DRK-Hille macht mit den Vorbereitung vorerst ganz normal weiter. MT-Archivfoto: Alex Lehn - © Lehn,Alexander
In normalen Jahren ist der Naturbadesee Mindenerwald ein beliebtes Ausflugsziel. Ob die Saison in Zeiten der Coronakrise starten kann, ist nach wie vor offen. Das DRK-Hille macht mit den Vorbereitung vorerst ganz normal weiter. MT-Archivfoto: Alex Lehn (© Lehn,Alexander)

Hille. Von einer Saisonverkürzung oder Absage hat DRK-Chef Burkhard Günther bislang noch nichts gehört. Deshalb laufen bei ihm und seinen Kollegen die Vorbereitungen auf die Sommersaison am Hiller Naturbadesee ganz normal weiter. „Wir planen das Personal ein und werden ab Mai wieder vor Ort sein und die Aufsicht übernehmen“, sagt er am Montagnachmittag gegenüber dem MT. Seine Organisation habe einen Vertrag mit der Gemeinde und die habe über mögliche Veränderungen nichts mitgeteilt. Auch eine MT-Anfrage bleibt erfolglos.

Durchblicken lässt der Hiller DRK-Vorsitzende allerdings schon, dass aufgrund der Coronakrise eine Absage oder ein verspäteter Einstieg in die Badesaison durchaus möglich erscheint. Vor dem Hintergrund hält er das Zögern der Verwaltung für unglücklich. „Wir hängen etwas in der Luft“, sagt Günther. Planungssicherheit sei aber gerade in diesen Tagen für das DRK wichtig.

Schon seit Jahren ist der Verband in den Sommermonaten am Badesee im Einsatz – mit einem Personal, das über eine Sanitäts- und Rettungsausbildung verfügt. Vor zwei Jahren setzte die Gemeinde hingegen auf einen privaten Wachdienst – eine Idee, die im Zuge der Strategischen Haushaltskonsolidierung aufgegriffen und schnell wieder verworfen wurde. „Da gehören entsprechend ausgebildete Leute hin“, sagt Günther. Passiert sei in der jüngeren Vergangenheit glücklicherweise zwar nichts gravierendes, aber im Ernstfall kommt es auf jede Sekunde an.

Das Areal um den Naturbadesee soll nach dem Wunsch von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) grundsätzlich aufgewertet werden. Gegenüber dem MT hatte der Verwaltungschef mehrfach über entsprechende Ideen gesprochen – darunter beispielsweise Wohnmobilflächen, einen Campingplatz oder zusätzliche Gastronomie. Und mit dem Umzug der Mindener Schulsternwarte in die unmittelbare Nachbarschaft dürfte sich die Attraktivität des Geländes weiter steigern. Ursprünglich wollte der Verein schon Ende 2021 in das neue Domizil einziehen. Dieser Termin dürfte sich nach Einschätzung von Vorstandsmitglied Lars Böker jedoch nach hinten verzögern. „Aufgrund der Coronakrise liegt momentan alles auf Eis“, sagt er am Montag auf MT-Anfrage. Dass die Sternwarte vom Destillierturm der Strothmannschen Kornbrennerei an den Naturbadesee zieht, stehe jedoch außer Frage.

Die Gesamtkosten liegen bei rund 150.000 Euro – eine Summe, die zum größten Teil aus dem Fördertopf „Vital.NRW Region Mühlenkreis“ des Landes fließen sollte. Aufgrund der unfreiwilligen Verzögerung durch die Coronakrise sind laut Böker die dafür bestehenden Fristen nicht mehr zu halten. „Da müssen wir uns jetzt nach neuen Fördertöpfen umsehen.“ Den restlichen Betrag wollen die Hobbyastronomen durch Spenden aufbringen. Böker spricht von einer erkennbar großen Bereitschaft durch Firmen und Privatleute. Wer den Verein beim Bau seines neuen Domizils unterstützen möchte, kann sich per E-Mail unter vorstand@schulsternwarte-minden.de bei den Verantwortlichen melden.

Das neue Angebot soll für die gesamte Region entstehen und „als innovativer Ansatz themenübergreifend Naturwissenschaften mit Technik und Digitalisierung, Lehre und Forschung verknüpfen“. Der neue Standort auf dem kreiseigenen Grundstück sei gut erreichbar und verfüge über eine Stromversorgung. Ausgelöst haben die Umzugspläne jedoch die erhöhten Brandschutzauflagen und die beengten Räumlichkeiten am Weingarten. Nur einzeln sei dort die Arbeit am Teleskop möglich. Im künftigen Gebäude werde es Schulklassen und Gruppen bis zu 30 Personen ermöglicht.

Die geplante Sternwarte am Naturbadesee

Weil die bisherigen Räume zu klein geworden sind, gibt der Verein Schulsternwarte Minden sein bisheriges Domizil in Minden auf. In einem Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hiller Naturbadesee soll der Betrieb weiter gehen. Das sollte ursprünglich schon Ende 2021 der Fall sein.

Der Standort ist nach Angaben des Sternwarte-Vorsitzenden Michael Meister schon deshalb interessant, weil sich dort einer der dunkelsten Orte im Kreisgebiet befindet. Schon immer hatten die Hobby-Astronomen an ihrem Mindener Standort Probleme mit der sogenannten Lichtverschmutzung. Dadurch werden Beobachtungen von Himmelskörpern erschwert – ein Problem, das in städtischen Ballungsgebieten häufig besteht.

Der Neubau soll aus einem ebenerdigen Seminargebäude und einem Beobachtungsturm bestehen. Die Kuppel bekommt ein computergesteuertes Teleskop. Die Kosten liegen laut Verein bei rund 150.000 Euro. Der Großteil dieser Summe soll aus Fördermitteln des Landes kommen – ein entsprechender Topf wird noch gesucht.

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Planmäßiger Start des Naturbadesees Mindenerwald auf der KippeCarsten KorfesmeyerHille. Von einer Saisonverkürzung oder Absage hat DRK-Chef Burkhard Günther bislang noch nichts gehört. Deshalb laufen bei ihm und seinen Kollegen die Vorbereitungen auf die Sommersaison am Hiller Naturbadesee ganz normal weiter. „Wir planen das Personal ein und werden ab Mai wieder vor Ort sein und die Aufsicht übernehmen“, sagt er am Montagnachmittag gegenüber dem MT. Seine Organisation habe einen Vertrag mit der Gemeinde und die habe über mögliche Veränderungen nichts mitgeteilt. Auch eine MT-Anfrage bleibt erfolglos. Durchblicken lässt der Hiller DRK-Vorsitzende allerdings schon, dass aufgrund der Coronakrise eine Absage oder ein verspäteter Einstieg in die Badesaison durchaus möglich erscheint. Vor dem Hintergrund hält er das Zögern der Verwaltung für unglücklich. „Wir hängen etwas in der Luft“, sagt Günther. Planungssicherheit sei aber gerade in diesen Tagen für das DRK wichtig. Schon seit Jahren ist der Verband in den Sommermonaten am Badesee im Einsatz – mit einem Personal, das über eine Sanitäts- und Rettungsausbildung verfügt. Vor zwei Jahren setzte die Gemeinde hingegen auf einen privaten Wachdienst – eine Idee, die im Zuge der Strategischen Haushaltskonsolidierung aufgegriffen und schnell wieder verworfen wurde. „Da gehören entsprechend ausgebildete Leute hin“, sagt Günther. Passiert sei in der jüngeren Vergangenheit glücklicherweise zwar nichts gravierendes, aber im Ernstfall kommt es auf jede Sekunde an. Das Areal um den Naturbadesee soll nach dem Wunsch von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) grundsätzlich aufgewertet werden. Gegenüber dem MT hatte der Verwaltungschef mehrfach über entsprechende Ideen gesprochen – darunter beispielsweise Wohnmobilflächen, einen Campingplatz oder zusätzliche Gastronomie. Und mit dem Umzug der Mindener Schulsternwarte in die unmittelbare Nachbarschaft dürfte sich die Attraktivität des Geländes weiter steigern. Ursprünglich wollte der Verein schon Ende 2021 in das neue Domizil einziehen. Dieser Termin dürfte sich nach Einschätzung von Vorstandsmitglied Lars Böker jedoch nach hinten verzögern. „Aufgrund der Coronakrise liegt momentan alles auf Eis“, sagt er am Montag auf MT-Anfrage. Dass die Sternwarte vom Destillierturm der Strothmannschen Kornbrennerei an den Naturbadesee zieht, stehe jedoch außer Frage. Die Gesamtkosten liegen bei rund 150.000 Euro – eine Summe, die zum größten Teil aus dem Fördertopf „Vital.NRW Region Mühlenkreis“ des Landes fließen sollte. Aufgrund der unfreiwilligen Verzögerung durch die Coronakrise sind laut Böker die dafür bestehenden Fristen nicht mehr zu halten. „Da müssen wir uns jetzt nach neuen Fördertöpfen umsehen.“ Den restlichen Betrag wollen die Hobbyastronomen durch Spenden aufbringen. Böker spricht von einer erkennbar großen Bereitschaft durch Firmen und Privatleute. Wer den Verein beim Bau seines neuen Domizils unterstützen möchte, kann sich per E-Mail unter vorstand@schulsternwarte-minden.de bei den Verantwortlichen melden. Das neue Angebot soll für die gesamte Region entstehen und „als innovativer Ansatz themenübergreifend Naturwissenschaften mit Technik und Digitalisierung, Lehre und Forschung verknüpfen“. Der neue Standort auf dem kreiseigenen Grundstück sei gut erreichbar und verfüge über eine Stromversorgung. Ausgelöst haben die Umzugspläne jedoch die erhöhten Brandschutzauflagen und die beengten Räumlichkeiten am Weingarten. Nur einzeln sei dort die Arbeit am Teleskop möglich. Im künftigen Gebäude werde es Schulklassen und Gruppen bis zu 30 Personen ermöglicht. Die geplante Sternwarte am Naturbadesee Weil die bisherigen Räume zu klein geworden sind, gibt der Verein Schulsternwarte Minden sein bisheriges Domizil in Minden auf. In einem Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hiller Naturbadesee soll der Betrieb weiter gehen. Das sollte ursprünglich schon Ende 2021 der Fall sein. Der Standort ist nach Angaben des Sternwarte-Vorsitzenden Michael Meister schon deshalb interessant, weil sich dort einer der dunkelsten Orte im Kreisgebiet befindet. Schon immer hatten die Hobby-Astronomen an ihrem Mindener Standort Probleme mit der sogenannten Lichtverschmutzung. Dadurch werden Beobachtungen von Himmelskörpern erschwert – ein Problem, das in städtischen Ballungsgebieten häufig besteht. Der Neubau soll aus einem ebenerdigen Seminargebäude und einem Beobachtungsturm bestehen. Die Kuppel bekommt ein computergesteuertes Teleskop. Die Kosten liegen laut Verein bei rund 150.000 Euro. Der Großteil dieser Summe soll aus Fördermitteln des Landes kommen – ein entsprechender Topf wird noch gesucht.