Welchen Bürgermeister-Kandidaten unterstützen Grüne, FDP und FWG? Carsten Korfesmeyer Hille. SPD-Fraktionschef Burkhard Günther hat angekündigt, für seine Partei als Bürgermeisterkandidat kandidieren zu wollen. Wird er von den Genossen nominiert, tritt der Rechtsanwalt und Notar am 13. September für seine Partei an. Als Mitbewerber um das Amt des Verwaltungschefs hat der 61-Jährige nach aktuellem Stand den CDU-Bewerber Henning Grinke und den amtierenden Bürgermeister Michael Schweiß. Der ist allerdings SPD-Mitglied, so dass sich gleich zwei Genossen um den Chefsessel im Hartumer Rathaus streiten. Eine in Hille bislang noch nie da gewesene Situation. Zwei Mal kandidierte Schweiß für die Hiller Sozialdemokraten. Seine dritte Kandidatur will der 59-Jährige „aus dem Amt heraus“ angehen. Damit will der Verwaltungschef die Überparteilichkeit seines Amtes signalisieren. Allerdings ist mittlerweile auch offenkundig, dass die Chemie zwischen dem Bürgermeister und seiner Partei massiv gestört ist. „Er will ja nicht mehr mit uns“, sagte Günther vor wenigen Tagen dem MT. Deshalb stelle die Hiller SPD jetzt mit ihrem Fraktionschef einen eigenen Kandidaten auf. Das meinen die Grünen „Das überrascht mich schon ein bisschen“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Marlies Schulder. Dass sich neben einem CDU-Kandidaten zwei SPD-Mitglieder zur Wahl stellen, habe sie in ihrer politischen Laufbahn noch nicht erlebt. Beurteilen wolle sie das nicht. „Das ist nicht meine Baustelle“, erklärt sie. Fest stehe allerdings, dass innerhalb der Hiller Sozialdemokratie in der jüngeren Vergangenheit wohl einiges schief gelaufen sei. Schulder hatte schon vor Wochen signalisiert, Schweiß bei einer erneuten Kandidatur unterstützen zu wollen. Sie persönlich halte an dieser Zusage fest, allerdings konnte sie das Thema bislang nicht in ihrer Fraktion besprechen. Für Freitag hatten die Grünen ihre Jahreshauptversammlung geplant, in der unter anderem auch eine Positionierung in der Unterstützungsfrage erfolgen sollte. Aufgrund der Corona-Pandemie ist diese Veranstaltung abgesagt und ein neuer Termin steht laut Schulder noch nicht fest. „Wir müssen die Entwicklung jetzt abwarten und hoffen, dass uns nicht die Zeit davon läuft“, sagt die Fraktionschefin. Die Hiller Grünen hatten jedoch schon deutliche Signale dahingehend gesetzt, dass sie den amtierenden Bürgermeister unterstützen würden. Gegenüber dem MT lässt die Grünen-Fraktionschefin zumindest durchblicken, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass sich das ändert. Das meint die FWG Schon relativ früh hat sich die FWG darauf verständigt, Schweiß bei einer erneuten Kandidatur zu unterstützen. „Er ist für uns der richtige Mann am richtigen Ort“, sagt Fraktionsvorsitzender Kurt Riechmann. Der Rathauschef sei in seiner Amtsführung souverän. „Er hat auch Ideen“, sagt Riechmann. Im Bereich der ärztlichen Versorgung habe Schweiß schon einiges voran gebracht – und auch bei den Themen Schulen, Sportstätten oder Kindergärten gute Arbeit geleistet. Die FWG habe sich kürzlich bereits mit Schweiß und den Grünen zusammengesetzt, um über die kommenden Ziele zu sprechen. Seine Partei setze ihre Schwerpunkte beispielsweise in den Bereichen Erneuerbare Energien, Gewerbe und Wohnbebauung. „Für uns ist es außerdem unstrittig, dass der Hartumer Kindergarten einen Neubau bekommt.“ Riechmann erwartet auch ein neues Konzept in der Verwaltungsführung, weil alle vier Fachbereichsleiter in den kommenden Jahren nach und nach in den Ruhestand gehen. „Vielleicht sollte man in dieser Hinsicht interkommunal denken“, sagt er. Der FWG-Chef könnte sich beispielsweise vorstellen, mit Ämtern der Nachbarkommunen zusammenzuarbeiten. Von der bevorstehenden Kandidatur des SPD-Fraktionsvorsitzenden ist Riechmann keineswegs überrascht. Wer das politische Geschehen in Hille verfolgte, habe schon länger erkennen können, dass die Chemie zwischen Schweiß und der SPD nicht mehr stimmt. Das meint die FDP Bei der Hiller FDP ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, wer die Unterstützung im Kommunalwahlkampf erhält. Fraktionschef Ludwig Volkmann bestätigt zwar, dass es zwischenzeitlich Überlegungen gab, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, doch das sei vom Tisch. „Wir haben noch keinen Parteitag gehabt.“ 2015 habe die FDP keine Empfehlung ausgesprochen. Möglich sei, dass es auch für 2020 dazu kommt. Dass Schweiß nicht mehr für die SPD antritt und jetzt als Einzelbewerber in den Wahlkampf zieht, hält Volkmann für kurios. „Zweimal ist er als SPD-Kandidat zum Bürgermeister gewählt worden“, sagt er. Das beim dritten Mal nicht zu tun, wirke schon seltsam.

Welchen Bürgermeister-Kandidaten unterstützen Grüne, FDP und FWG?

Wen unterstützen die kleineren Parteien bei der Kommunalwahl im September? Die Hiller Grünen und die FWG tendieren in Richtung des Amtsinhabers, die FDP hat noch keine Empfehlung abgegeben. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen © Fredrik von Erichsen

Hille. SPD-Fraktionschef Burkhard Günther hat angekündigt, für seine Partei als Bürgermeisterkandidat kandidieren zu wollen. Wird er von den Genossen nominiert, tritt der Rechtsanwalt und Notar am 13. September für seine Partei an. Als Mitbewerber um das Amt des Verwaltungschefs hat der 61-Jährige nach aktuellem Stand den CDU-Bewerber Henning Grinke und den amtierenden Bürgermeister Michael Schweiß. Der ist allerdings SPD-Mitglied, so dass sich gleich zwei Genossen um den Chefsessel im Hartumer Rathaus streiten. Eine in Hille bislang noch nie da gewesene Situation.

Zwei Mal kandidierte Schweiß für die Hiller Sozialdemokraten. Seine dritte Kandidatur will der 59-Jährige „aus dem Amt heraus“ angehen. Damit will der Verwaltungschef die Überparteilichkeit seines Amtes signalisieren. Allerdings ist mittlerweile auch offenkundig, dass die Chemie zwischen dem Bürgermeister und seiner Partei massiv gestört ist. „Er will ja nicht mehr mit uns“, sagte Günther vor wenigen Tagen dem MT. Deshalb stelle die Hiller SPD jetzt mit ihrem Fraktionschef einen eigenen Kandidaten auf.

Das meinen die Grünen

„Das überrascht mich schon ein bisschen“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Marlies Schulder. Dass sich neben einem CDU-Kandidaten zwei SPD-Mitglieder zur Wahl stellen, habe sie in ihrer politischen Laufbahn noch nicht erlebt. Beurteilen wolle sie das nicht. „Das ist nicht meine Baustelle“, erklärt sie. Fest stehe allerdings, dass innerhalb der Hiller Sozialdemokratie in der jüngeren Vergangenheit wohl einiges schief gelaufen sei. Schulder hatte schon vor Wochen signalisiert, Schweiß bei einer erneuten Kandidatur unterstützen zu wollen. Sie persönlich halte an dieser Zusage fest, allerdings konnte sie das Thema bislang nicht in ihrer Fraktion besprechen. Für Freitag hatten die Grünen ihre Jahreshauptversammlung geplant, in der unter anderem auch eine Positionierung in der Unterstützungsfrage erfolgen sollte.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist diese Veranstaltung abgesagt und ein neuer Termin steht laut Schulder noch nicht fest. „Wir müssen die Entwicklung jetzt abwarten und hoffen, dass uns nicht die Zeit davon läuft“, sagt die Fraktionschefin. Die Hiller Grünen hatten jedoch schon deutliche Signale dahingehend gesetzt, dass sie den amtierenden Bürgermeister unterstützen würden. Gegenüber dem MT lässt die Grünen-Fraktionschefin zumindest durchblicken, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass sich das ändert.

Das meint die FWG

Schon relativ früh hat sich die FWG darauf verständigt, Schweiß bei einer erneuten Kandidatur zu unterstützen. „Er ist für uns der richtige Mann am richtigen Ort“, sagt Fraktionsvorsitzender Kurt Riechmann. Der Rathauschef sei in seiner Amtsführung souverän. „Er hat auch Ideen“, sagt Riechmann. Im Bereich der ärztlichen Versorgung habe Schweiß schon einiges voran gebracht – und auch bei den Themen Schulen, Sportstätten oder Kindergärten gute Arbeit geleistet.

Die FWG habe sich kürzlich bereits mit Schweiß und den Grünen zusammengesetzt, um über die kommenden Ziele zu sprechen. Seine Partei setze ihre Schwerpunkte beispielsweise in den Bereichen Erneuerbare Energien, Gewerbe und Wohnbebauung. „Für uns ist es außerdem unstrittig, dass der Hartumer Kindergarten einen Neubau bekommt.“ Riechmann erwartet auch ein neues Konzept in der Verwaltungsführung, weil alle vier Fachbereichsleiter in den kommenden Jahren nach und nach in den Ruhestand gehen. „Vielleicht sollte man in dieser Hinsicht interkommunal denken“, sagt er. Der FWG-Chef könnte sich beispielsweise vorstellen, mit Ämtern der Nachbarkommunen zusammenzuarbeiten.

Von der bevorstehenden Kandidatur des SPD-Fraktionsvorsitzenden ist Riechmann keineswegs überrascht. Wer das politische Geschehen in Hille verfolgte, habe schon länger erkennen können, dass die Chemie zwischen Schweiß und der SPD nicht mehr stimmt.

Das meint die FDP

Bei der Hiller FDP ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, wer die Unterstützung im Kommunalwahlkampf erhält. Fraktionschef Ludwig Volkmann bestätigt zwar, dass es zwischenzeitlich Überlegungen gab, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, doch das sei vom Tisch. „Wir haben noch keinen Parteitag gehabt.“ 2015 habe die FDP keine Empfehlung ausgesprochen. Möglich sei, dass es auch für 2020 dazu kommt.

Dass Schweiß nicht mehr für die SPD antritt und jetzt als Einzelbewerber in den Wahlkampf zieht, hält Volkmann für kurios. „Zweimal ist er als SPD-Kandidat zum Bürgermeister gewählt worden“, sagt er. Das beim dritten Mal nicht zu tun, wirke schon seltsam.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille