Hilles Bürgermeister tritt bei der Kommunalwahl als Einzelbewerber an

Carsten Korfesmeyer

Bürgermeister Michael Schweiß bricht sein Schweigen. Der Verwaltungschef will sich als Einzelbewerber für eine dritte Amtszeit dem Wählervotum stellen. MT- - © Foto: Alex Lehn
Bürgermeister Michael Schweiß bricht sein Schweigen. Der Verwaltungschef will sich als Einzelbewerber für eine dritte Amtszeit dem Wählervotum stellen. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Hille-Hartum. Monatelang hat Michael Schweiß (SPD) ein Geheimnis um seine Bürgermeisterkandidatur gemacht. Jetzt lüftet er es und die Entscheidung des 59-Jährigen zeichnete sich seit ein paar Wochen bereits ab. „Ich trete aus dem Amt heraus an“, sagt der Verwaltungschef am Freitagvormittag im MT-Gespräch. Formal ist er damit ein Einzelbewerber, der sich selbst vorschlägt – ohne den Segen seiner Partei. Die sucht mit einer Findungskommission nach einem eigenen Bewerber. Im Hiller Wahlkampf könnten somit zwei SPD-Mitglieder auf den Chefposten im Rathaus kandidieren. Die CDU hat mit Henning Grinke bereits im Dezember ihren Bewerber gefunden.

Die fünf Fraktionschefs hat Schweiß bereits im Vorfeld über seinen Entschluss informiert, ebenso die Mitarbeiter der Verwaltung. SPD-Chefin Ulrike Grannemann habe er am Donnerstag eine entsprechende E-Mail geschickt und bis Freitagvormittag keine Reaktion bekommen. Schon seit geraumer Zeit herrscht Funkstille zwischen dem Bürgermeister und seiner Partei. „Von der Findungskommission habe ich aus der Zeitung erfahren“, sagt Schweiß.

Ein Rückzug aus der SPD kommt für den Bürgermeister nicht in Frage. Deutlich will er im Wahlkampf die Überparteilichkeit seines Amtes herausstellen, die in den Köpfen vieler Menschen zu wenig bekannt sei. Er rede mit jeder demokratischen Partei und Schweiß sieht sich stärker in der Rolle eines Moderators, der in der politischen Diskussion auf Lösungen hinarbeiten muss. „Es muss etwas Greifbares dabei herauskommen“, sagt er.

Über die Gestaltung seines Wahlplakats will der Verwaltungschef noch nicht sprechen. Sicher sei aber, dass keine Parteilogos darauf zu sehen sind – obwohl er sich der Unterstützung aus den Reihen der FWG und der Hiller Grünen bereits sicher ist. „Ich weiß noch nicht, was die FDP macht“, erklärt er. Von der SPD wisse er aus internen Kreisen, dass sie in zwei Lager gespalten ist. So ist er überzeugt, dass die Ortsvereine Holzhausen, Hartum, Nordhemmern und Südhemmern hinter ihm stehen. „Als Bürgermeister bin ich außerdem in Hille bekannt“, sagt Schweiß, der seit 2009 im Amt ist. Und er rechnet sich sich gute Chancen aus, ein drittes Mal gewählt zu werden.

„Meine Tür steht allen offen – auch der SPD“, sagt der Verwaltungschef. Sein langes Schweigen zu seiner Kandidatur begründet er damit, dass vorab wichtige Dinge geklärt werden mussten. Mit seiner Familie habe er ausführlich darüber gesprochen, ob er weitere fünf Jahre draufsatteln soll. Gewartet habe er vor allem auf die Hiller SPD-Position und grundsätzlich noch keine Eile für eine Entscheidung empfunden. Letztlich habe sein enger Bezug zur Gemeinde den Ausschlag gegeben. „Das Herz hat Ja gesagt.“

Viele laufende Projekte will er weiter begleiten – unter anderem die Zukunftswerkstatt Feuerwehr, das Straßenwegekonzept oder die medizinische Versorgung. Außerdem will er die Jugend stärker in die politischen Prozesse einbinden. „Daran kommt in der heutigen Zeit kein Politiker mehr vorbei.“

Seinen Wahlkampf will Schweiß erneut aus eigener Tasche finanzieren. Auf seinen Arbeitsalltag werde sich das nicht auswirken, erklärt er. Wie bisher werde er seine Aufgaben erfüllen und in Hille ist seinen Worten zufolge so viel zu tun, dass er sich voll auf seine Funktion als Rathauschef konzentrieren muss. Nach elf Jahren spürt Schweiß nach wie vor große Lust auf das Bürgermeisteramt. Veranstaltungen werde er wie gewohnt besuchen und sollte die SPD einen eigenen Kandidaten nominieren, werde er die offene Diskussion nicht scheuen.

Schweiß sagt gegenüber dem MT auch, dass er froh ist, dass die Frage nach seiner Kandidatur endlich geklärt ist. Und so lange der Rathauschef um seine Bewerbung für 2020 ein wohlgehütetes Geheimnis gemacht hat, legt er sich für die Wahl 2025 schon fest. Dann ist er 65 Jahre alt. „Ein viertes Mal trete ich definitiv nicht mehr an.“

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Hilles Bürgermeister tritt bei der Kommunalwahl als Einzelbewerber anCarsten KorfesmeyerHille-Hartum. Monatelang hat Michael Schweiß (SPD) ein Geheimnis um seine Bürgermeisterkandidatur gemacht. Jetzt lüftet er es und die Entscheidung des 59-Jährigen zeichnete sich seit ein paar Wochen bereits ab. „Ich trete aus dem Amt heraus an“, sagt der Verwaltungschef am Freitagvormittag im MT-Gespräch. Formal ist er damit ein Einzelbewerber, der sich selbst vorschlägt – ohne den Segen seiner Partei. Die sucht mit einer Findungskommission nach einem eigenen Bewerber. Im Hiller Wahlkampf könnten somit zwei SPD-Mitglieder auf den Chefposten im Rathaus kandidieren. Die CDU hat mit Henning Grinke bereits im Dezember ihren Bewerber gefunden. Die fünf Fraktionschefs hat Schweiß bereits im Vorfeld über seinen Entschluss informiert, ebenso die Mitarbeiter der Verwaltung. SPD-Chefin Ulrike Grannemann habe er am Donnerstag eine entsprechende E-Mail geschickt und bis Freitagvormittag keine Reaktion bekommen. Schon seit geraumer Zeit herrscht Funkstille zwischen dem Bürgermeister und seiner Partei. „Von der Findungskommission habe ich aus der Zeitung erfahren“, sagt Schweiß. Ein Rückzug aus der SPD kommt für den Bürgermeister nicht in Frage. Deutlich will er im Wahlkampf die Überparteilichkeit seines Amtes herausstellen, die in den Köpfen vieler Menschen zu wenig bekannt sei. Er rede mit jeder demokratischen Partei und Schweiß sieht sich stärker in der Rolle eines Moderators, der in der politischen Diskussion auf Lösungen hinarbeiten muss. „Es muss etwas Greifbares dabei herauskommen“, sagt er. Über die Gestaltung seines Wahlplakats will der Verwaltungschef noch nicht sprechen. Sicher sei aber, dass keine Parteilogos darauf zu sehen sind – obwohl er sich der Unterstützung aus den Reihen der FWG und der Hiller Grünen bereits sicher ist. „Ich weiß noch nicht, was die FDP macht“, erklärt er. Von der SPD wisse er aus internen Kreisen, dass sie in zwei Lager gespalten ist. So ist er überzeugt, dass die Ortsvereine Holzhausen, Hartum, Nordhemmern und Südhemmern hinter ihm stehen. „Als Bürgermeister bin ich außerdem in Hille bekannt“, sagt Schweiß, der seit 2009 im Amt ist. Und er rechnet sich sich gute Chancen aus, ein drittes Mal gewählt zu werden. „Meine Tür steht allen offen – auch der SPD“, sagt der Verwaltungschef. Sein langes Schweigen zu seiner Kandidatur begründet er damit, dass vorab wichtige Dinge geklärt werden mussten. Mit seiner Familie habe er ausführlich darüber gesprochen, ob er weitere fünf Jahre draufsatteln soll. Gewartet habe er vor allem auf die Hiller SPD-Position und grundsätzlich noch keine Eile für eine Entscheidung empfunden. Letztlich habe sein enger Bezug zur Gemeinde den Ausschlag gegeben. „Das Herz hat Ja gesagt.“ Viele laufende Projekte will er weiter begleiten – unter anderem die Zukunftswerkstatt Feuerwehr, das Straßenwegekonzept oder die medizinische Versorgung. Außerdem will er die Jugend stärker in die politischen Prozesse einbinden. „Daran kommt in der heutigen Zeit kein Politiker mehr vorbei.“ Seinen Wahlkampf will Schweiß erneut aus eigener Tasche finanzieren. Auf seinen Arbeitsalltag werde sich das nicht auswirken, erklärt er. Wie bisher werde er seine Aufgaben erfüllen und in Hille ist seinen Worten zufolge so viel zu tun, dass er sich voll auf seine Funktion als Rathauschef konzentrieren muss. Nach elf Jahren spürt Schweiß nach wie vor große Lust auf das Bürgermeisteramt. Veranstaltungen werde er wie gewohnt besuchen und sollte die SPD einen eigenen Kandidaten nominieren, werde er die offene Diskussion nicht scheuen. Schweiß sagt gegenüber dem MT auch, dass er froh ist, dass die Frage nach seiner Kandidatur endlich geklärt ist. Und so lange der Rathauschef um seine Bewerbung für 2020 ein wohlgehütetes Geheimnis gemacht hat, legt er sich für die Wahl 2025 schon fest. Dann ist er 65 Jahre alt. „Ein viertes Mal trete ich definitiv nicht mehr an.“