Lange stockte es im Baugebiet „In der Loge“ - jetzt kommt Bewegung in die Sache Carsten Korfesmeyer Hille. Noch herrscht im Baugebiet „In der Loge“ der Charme einer früheren Ackerfläche. Wo vor knapp einem Jahr die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) während ihrer Probe-Grabungen auf die Reste einer hochmittelalterlichen Hofstelle stießen, ist mittlerweile Gras drüber gewachsen. Und erst wenn der Bebauungsplan für das 1,3 Hektar große Areal steht und die Pläne konkret sind, geht es weiter. Dann starten die Wissenschaftler mit den eigentlichen Ausgrabungen. Denn nur an den Stellen, wo gebaut wird, sichern und dokumentieren sie ihre Funde für die Nachwelt. Der Ball liegt somit beim sogenannten Erschließungsträger, der für die Vermarktung der Bauflächen zuständig ist. Das ist die Sparkasse Minden-Lübbecke, die ihrerseits für die Ausgrabungskosten aufkommen müsste. Schon im März 2018 hatte das Geldinstitut einen Bebauungsplan beantragt und nach den Bodenfunden im Jahr 2019 eine Anpassung der zu bebauenden Flächen gewünscht. Damit sollen die Kosten so gering wie möglich gehalten werden (das MT berichtete). Seither geht es nicht weiter und die Erschließung stockt. Noch, denn im Planungsausschuss steht das Baugebiet zwischen Schlandorf-, Mühlen und Von-Oeynhausen-Straße am Donnerstag, 5. März, auf der Tagesordnung. „Das Verfahren geht voran“, sagt Sachgebietsleiter Hans-Peter Seele am Donnerstag. Das frühzeitige Beteiligungsverfahren sei mittlerweile abgeschlossen, so dass die Beteiligten inzwischen die zweite Runde einläuten können. Gibt der Planungsausschuss sein okay, kommt es zum Auslegungsbeschluss. Vier Wochen bleiben der Öffentlichkeit, um etwaige Bedenken oder Beanstandungen zu äußern. Danach landet das Baugebiet erneut im Planungsausschuss, wo der Satzungsbeschluss gefasst wird. „Das letzte Wort hat aber der Rat“, sagt Seele. Wann das künftige Bauland seine letzte Hürde nimmt, hänge selbstverständlich vom Verlauf der kommenden Wochen und Monate ab. „Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Entscheidung bis zur Sommerpause des Rates steht“, sagt der Sachgebietsleiter. Das wäre im Juni. Wann die ersten Häuser „In der Loge“ gebaut werden, liegt in den Händen der Sparkasse. Ob die Bauarbeiten noch in diesem Jahr oder erst 2021 starten, ist in der Verwaltung nicht bekannt. Für die LWL-Archäologen ist das allerdings von Bedeutung. Der Zeitplan für die Ausgrabungen sei davon abhängig, wann der endgültige Bebauungsplan vorliege. Dr. Sven Spiong, Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen, hatte damit bereits im vergangenen Frühsommer gerechnet. Noch immer steckt seine Behörde in der Wartestellung. Dem Archäologen zufolge handelt es sich bei den auf dem Gelände gefundenen Spuren um „eine Hofstelle aus dem Hochmittelalter mit ordentlichen Befunden“. Laut Spiong hätten die sogenannten Suchschnitte auf dem Gelände für keine Verzögerung im Verfahren gesorgt. Aus der Behörde ist vielmehr zu hören, dass es auch Probleme mit dem Emissionsschutz gegeben hat. Ein Schweinestall in der Nähe des Baugebiets habe den Planungsverlauf demnach etwas ausgebremst. Im Hiller Rathaus ist dieses Problem bekannt, erklärt Seele auf MT-Anfrage. „Den Schweinestall gibt es so nicht mehr“, sagt er. Das rechtliche Hindernis bestehe darin, dass es den Stall formal noch gibt. Damit seien die Kapazitäten für die Schweinehaltung zwar nur noch theoretisch vorhanden, hätten hinsichtlich der Grenzwerte für die Emissionen jedoch nach wie vor juristische Bedeutung. Der Eigentümer müsste eine Änderung beantragen, erklärt er. Durchblicken lässt Seele, dass dieses Problem inzwischen gelöst ist. Was die Nachfrage an Baugrundstücken betrifft, soll es bereits Wartelisten geben. Sparkassen-Pressesprecher Gerald Watermann äußert sich auf MT-Anfrage zufrieden, was die Vermarktung betrifft. „Das Projekt stieß von Anfang an auf hohes Resonanz, so dass es bereits eine größere Zahl registrierter Interessenten gibt“, sagt er.

Lange stockte es im Baugebiet „In der Loge“ - jetzt kommt Bewegung in die Sache

Bei sogenannten Suchschnitten im Baugebiet „In der Loge“ haben Archäologen des LWL schon im vergangenen Frühjahr die Reste einer Burg aus dem Hochmittelalter entdeckt. Die eigentlichen Ausgrabungen auf dem Areal haben noch immer nicht begonnen. Archivfoto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Hille. Noch herrscht im Baugebiet „In der Loge“ der Charme einer früheren Ackerfläche. Wo vor knapp einem Jahr die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) während ihrer Probe-Grabungen auf die Reste einer hochmittelalterlichen Hofstelle stießen, ist mittlerweile Gras drüber gewachsen. Und erst wenn der Bebauungsplan für das 1,3 Hektar große Areal steht und die Pläne konkret sind, geht es weiter. Dann starten die Wissenschaftler mit den eigentlichen Ausgrabungen. Denn nur an den Stellen, wo gebaut wird, sichern und dokumentieren sie ihre Funde für die Nachwelt.

Der Ball liegt somit beim sogenannten Erschließungsträger, der für die Vermarktung der Bauflächen zuständig ist. Das ist die Sparkasse Minden-Lübbecke, die ihrerseits für die Ausgrabungskosten aufkommen müsste. Schon im März 2018 hatte das Geldinstitut einen Bebauungsplan beantragt und nach den Bodenfunden im Jahr 2019 eine Anpassung der zu bebauenden Flächen gewünscht. Damit sollen die Kosten so gering wie möglich gehalten werden (das MT berichtete).

Seither geht es nicht weiter und die Erschließung stockt. Noch, denn im Planungsausschuss steht das Baugebiet zwischen Schlandorf-, Mühlen und Von-Oeynhausen-Straße am Donnerstag, 5. März, auf der Tagesordnung. „Das Verfahren geht voran“, sagt Sachgebietsleiter Hans-Peter Seele am Donnerstag. Das frühzeitige Beteiligungsverfahren sei mittlerweile abgeschlossen, so dass die Beteiligten inzwischen die zweite Runde einläuten können.

Gibt der Planungsausschuss sein okay, kommt es zum Auslegungsbeschluss. Vier Wochen bleiben der Öffentlichkeit, um etwaige Bedenken oder Beanstandungen zu äußern. Danach landet das Baugebiet erneut im Planungsausschuss, wo der Satzungsbeschluss gefasst wird. „Das letzte Wort hat aber der Rat“, sagt Seele. Wann das künftige Bauland seine letzte Hürde nimmt, hänge selbstverständlich vom Verlauf der kommenden Wochen und Monate ab. „Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Entscheidung bis zur Sommerpause des Rates steht“, sagt der Sachgebietsleiter. Das wäre im Juni.

Wann die ersten Häuser „In der Loge“ gebaut werden, liegt in den Händen der Sparkasse. Ob die Bauarbeiten noch in diesem Jahr oder erst 2021 starten, ist in der Verwaltung nicht bekannt. Für die LWL-Archäologen ist das allerdings von Bedeutung. Der Zeitplan für die Ausgrabungen sei davon abhängig, wann der endgültige Bebauungsplan vorliege. Dr. Sven Spiong, Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen, hatte damit bereits im vergangenen Frühsommer gerechnet. Noch immer steckt seine Behörde in der Wartestellung. Dem Archäologen zufolge handelt es sich bei den auf dem Gelände gefundenen Spuren um „eine Hofstelle aus dem Hochmittelalter mit ordentlichen Befunden“.

Laut Spiong hätten die sogenannten Suchschnitte auf dem Gelände für keine Verzögerung im Verfahren gesorgt. Aus der Behörde ist vielmehr zu hören, dass es auch Probleme mit dem Emissionsschutz gegeben hat. Ein Schweinestall in der Nähe des Baugebiets habe den Planungsverlauf demnach etwas ausgebremst.

Im Hiller Rathaus ist dieses Problem bekannt, erklärt Seele auf MT-Anfrage. „Den Schweinestall gibt es so nicht mehr“, sagt er. Das rechtliche Hindernis bestehe darin, dass es den Stall formal noch gibt. Damit seien die Kapazitäten für die Schweinehaltung zwar nur noch theoretisch vorhanden, hätten hinsichtlich der Grenzwerte für die Emissionen jedoch nach wie vor juristische Bedeutung. Der Eigentümer müsste eine Änderung beantragen, erklärt er. Durchblicken lässt Seele, dass dieses Problem inzwischen gelöst ist.

Was die Nachfrage an Baugrundstücken betrifft, soll es bereits Wartelisten geben. Sparkassen-Pressesprecher Gerald Watermann äußert sich auf MT-Anfrage zufrieden, was die Vermarktung betrifft. „Das Projekt stieß von Anfang an auf hohes Resonanz, so dass es bereits eine größere Zahl registrierter Interessenten gibt“, sagt er.

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