„Ein Hiller Kind“: Mareike Netzeband ist die neue Leiterin der Grundschule Hille

Stefanie Dullweber

Lehrerin war immer der Traumberuf von Mareike Netzeband. Seit Januar ist sie in Hille Schulleiterin. MT- - © Foto: Alex Lehn
Lehrerin war immer der Traumberuf von Mareike Netzeband. Seit Januar ist sie in Hille Schulleiterin. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Hille. Viele Dinge mache sie in diesen Tagen zum ersten Mal, sagt Mareike Netzeband. Stellen ausschreiben beispielsweise oder Zeugnisse unterschreiben. In ihre neue Rolle als Leiterin der Grundschule Hille müsse sie erst noch hineinwachsen, gibt sie zu. Aber schließlich arbeite sie bereits seit zehn Jahren für diese Schule und habe ein gutes Team an ihrer Seite. Seit dem 1. Januar sind allerdings einige neue Aufgaben dazugekommen.

Mareike Netzeband bezeichnet sich selbst als „ein Hiller Kind“ und das sei in ihrer Position auf jeden Fall hilfreich. Denn sie sei nicht nur über die Schule, sondern auch als Person im Ort gut vernetzt. „Es ist gut, wenn du die Brücke zum Dorfleben bist“, sagt die zweifache Mutter, die selbst in der Ortschaft Hille lebt. „Ich liebe Kinder, die Grundschule, mein Kollegium und meinen Heimatort Hille.“

Lehrerin zu werden, das sei schon immer ihr Wunsch gewesen. Bereits im Alter von 13 Jahren habe sie Kindergruppen in ihrem Heimatverein – dem TV „Sachsenroß“ Hille – trainiert. Der Sport, das ist Mareike Netzebands große Leidenschaft, die sich mit dem Lehramt gut verbinden ließe. Gerade übt sie in ihrer Freizeit das Sportmusical „Die blau-weiße Zeitreise“ ein (das MT berichtete), das anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens im Februar aufgeführt wird. Unter den Mitwirkenden sind natürlich auch einige ihrer Schüler. Mareike Netzeband führt nicht nur Regie, sie hat das Musical auch selbst geschrieben.

Schulleiterin wollte sie nicht unbedingt werden, gibt die Hillerin zu. Allerdings habe sie in den vergangenen zehn Jahren immer gerne an der Schulentwicklung mitgearbeitet und Gefallen daran gefunden. „In den Entscheidungen steckt viel Herzblut. Das möchte ich erhalten wissen.“ Aus diesem Grund habe sie sich vor drei Jahren für die Teilnahme an der Schulleitungsfortbildung entschieden. Nach der Pensionierung von Helga Wittenfeld im Juli letzten Jahres hat sie nun zu Beginn dieses Jahres die Schulleitung offiziell übernommen und wolle die gute Arbeit ihrer Vorgängerin fortführen. „Ich wollte nicht Leiterin um des Leitens willen werden, sondern weil es mir um die Schule geht“, betont sie.

Eine der größten Veränderungen sei, dass sie keine eigene Klasse mehr habe, sagt Mareike Netzeband. „Das Kollegium ist jetzt meine Klasse.“ Bislang habe sie vorrangig ihre Fächer Deutsch Mathe und Sport unterrichtet. Jetzt lägen die Schwerpunkte ihrer Arbeit in verwaltungstechnischen und administrativen Bereichen.

Mareike Netzeband hat bereits an allen Grundschulen in der Gemeinde Hille gearbeitet und zu Beginn ihrer Lehrertätigkeit als sogenannte „Poolkraft“ 26 Grundschulen im Kreisgebiet kennenlernen dürfen. Dabei habe sie sich nicht nur gut vernetzt, sondern auch gute Schulleiter gehabt, die sie heute als ihre Vorbilder bezeichnet. Ihre Identifikation mit der Grundschule in Hille sei – wie bei ihrer Vorgängerin Helga Wittenfeld – sehr hoch. Viel Herzblut stecke in der Pflege von Traditionen wie beispielsweise der Plattdeutsch-AG. Auch die Elternschaft würde die Schule unterstützen.

Einige Gewohnheiten gehen noch auf Wolfgang Rammer – Schulleiter bis 1991 – zurück, der damals für eine Schwimmzeit in der Kampa-Halle sorgte, die bis heute Bestand hat. Das Bad wird vermutlich mit Beginn der Sommerferien geschlossen (das MT berichtete). „Wir wollen den Schwimmunterricht fortführen. Deshalb werden wir eine andere Lösung suchen“, betont Mareike Netzeband.

Im Laufe der Schulleiter-Fortbildung habe sie gemerkt, dass das neue Amt viele Dinge beinhalte, die ihr Freude bereiten. Dazu gehört beispielsweise die Projektplanung, die sie bislang eher im Sport angewandt habe und die sich nun auf die gesamte schulische Arbeit ausweite.

Bei einem Rundgang durch ihre Schule begegnet Mareike Netzeband so vielen Kindern, die ihr etwas zurufen oder schnell einen Witz erzählen möchten. „Nur ganz schnell“, ruft ihr ein Junge zu. „Hier geht es zwar oft zu, wie im Taubenschlag, aber du vergisst alles, was dich außerhalb der Schule beschäftigt“, sagt die neue Schulleiterin. Und so hört sie sich geduldig den neuesten Witz an – eine Sache, die sie nicht zum ersten Mal mache, sondern jeden Tag wieder gerne.

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„Ein Hiller Kind“: Mareike Netzeband ist die neue Leiterin der Grundschule HilleStefanie DullweberHille. Viele Dinge mache sie in diesen Tagen zum ersten Mal, sagt Mareike Netzeband. Stellen ausschreiben beispielsweise oder Zeugnisse unterschreiben. In ihre neue Rolle als Leiterin der Grundschule Hille müsse sie erst noch hineinwachsen, gibt sie zu. Aber schließlich arbeite sie bereits seit zehn Jahren für diese Schule und habe ein gutes Team an ihrer Seite. Seit dem 1. Januar sind allerdings einige neue Aufgaben dazugekommen. Mareike Netzeband bezeichnet sich selbst als „ein Hiller Kind“ und das sei in ihrer Position auf jeden Fall hilfreich. Denn sie sei nicht nur über die Schule, sondern auch als Person im Ort gut vernetzt. „Es ist gut, wenn du die Brücke zum Dorfleben bist“, sagt die zweifache Mutter, die selbst in der Ortschaft Hille lebt. „Ich liebe Kinder, die Grundschule, mein Kollegium und meinen Heimatort Hille.“ Lehrerin zu werden, das sei schon immer ihr Wunsch gewesen. Bereits im Alter von 13 Jahren habe sie Kindergruppen in ihrem Heimatverein – dem TV „Sachsenroß“ Hille – trainiert. Der Sport, das ist Mareike Netzebands große Leidenschaft, die sich mit dem Lehramt gut verbinden ließe. Gerade übt sie in ihrer Freizeit das Sportmusical „Die blau-weiße Zeitreise“ ein (das MT berichtete), das anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens im Februar aufgeführt wird. Unter den Mitwirkenden sind natürlich auch einige ihrer Schüler. Mareike Netzeband führt nicht nur Regie, sie hat das Musical auch selbst geschrieben. Schulleiterin wollte sie nicht unbedingt werden, gibt die Hillerin zu. Allerdings habe sie in den vergangenen zehn Jahren immer gerne an der Schulentwicklung mitgearbeitet und Gefallen daran gefunden. „In den Entscheidungen steckt viel Herzblut. Das möchte ich erhalten wissen.“ Aus diesem Grund habe sie sich vor drei Jahren für die Teilnahme an der Schulleitungsfortbildung entschieden. Nach der Pensionierung von Helga Wittenfeld im Juli letzten Jahres hat sie nun zu Beginn dieses Jahres die Schulleitung offiziell übernommen und wolle die gute Arbeit ihrer Vorgängerin fortführen. „Ich wollte nicht Leiterin um des Leitens willen werden, sondern weil es mir um die Schule geht“, betont sie. Eine der größten Veränderungen sei, dass sie keine eigene Klasse mehr habe, sagt Mareike Netzeband. „Das Kollegium ist jetzt meine Klasse.“ Bislang habe sie vorrangig ihre Fächer Deutsch Mathe und Sport unterrichtet. Jetzt lägen die Schwerpunkte ihrer Arbeit in verwaltungstechnischen und administrativen Bereichen. Mareike Netzeband hat bereits an allen Grundschulen in der Gemeinde Hille gearbeitet und zu Beginn ihrer Lehrertätigkeit als sogenannte „Poolkraft“ 26 Grundschulen im Kreisgebiet kennenlernen dürfen. Dabei habe sie sich nicht nur gut vernetzt, sondern auch gute Schulleiter gehabt, die sie heute als ihre Vorbilder bezeichnet. Ihre Identifikation mit der Grundschule in Hille sei – wie bei ihrer Vorgängerin Helga Wittenfeld – sehr hoch. Viel Herzblut stecke in der Pflege von Traditionen wie beispielsweise der Plattdeutsch-AG. Auch die Elternschaft würde die Schule unterstützen. Einige Gewohnheiten gehen noch auf Wolfgang Rammer – Schulleiter bis 1991 – zurück, der damals für eine Schwimmzeit in der Kampa-Halle sorgte, die bis heute Bestand hat. Das Bad wird vermutlich mit Beginn der Sommerferien geschlossen (das MT berichtete). „Wir wollen den Schwimmunterricht fortführen. Deshalb werden wir eine andere Lösung suchen“, betont Mareike Netzeband. Im Laufe der Schulleiter-Fortbildung habe sie gemerkt, dass das neue Amt viele Dinge beinhalte, die ihr Freude bereiten. Dazu gehört beispielsweise die Projektplanung, die sie bislang eher im Sport angewandt habe und die sich nun auf die gesamte schulische Arbeit ausweite. Bei einem Rundgang durch ihre Schule begegnet Mareike Netzeband so vielen Kindern, die ihr etwas zurufen oder schnell einen Witz erzählen möchten. „Nur ganz schnell“, ruft ihr ein Junge zu. „Hier geht es zwar oft zu, wie im Taubenschlag, aber du vergisst alles, was dich außerhalb der Schule beschäftigt“, sagt die neue Schulleiterin. Und so hört sie sich geduldig den neuesten Witz an – eine Sache, die sie nicht zum ersten Mal mache, sondern jeden Tag wieder gerne.