Der Frust der Umweltschützer: Der Nabu kritisiert die geplante Deponierweiterung in Hille Hille/Kreis Minden-Lübbecke(nw/sbo). Den Bürgern ist der Artenschutz nicht gleichgültig , sagen die heimischen Vertreter vom Naturschutzbund Deutschland. Fest machen sie diese Aussage an den Zahlen vom letzten Jahr. 800 neue Mitglieder hat der Nabu mit einer Werbekampagne im Kreis Minden-Lübbecke dazu gewonnen. Mit nunmehr 2.000 Mitgliedern sei der Nabu einer der stärksten Umweltschutzverbände im Kreisgebiet, heißt es in ihrem Jahresbericht. Die Umweltschützer üben in ihrem Rückblick auch Kritik. Zum einen habe es bundesweit in Bezug auf das Artensterben kaum Fortschritte gegeben. Von einer erfolgversprechenden Wende in der EU-Agrarpolitik sei ebenfalls nichts zu spüren und der Flächenverbrauch schreite auch im Kreis Minden-Lübbecke weiter voran. Kritik äußert der Nabu außerdem am Ausmaß und der Art der Gehölzpflege durch den Kreis Minden-Lübbecke und durch Straßen NRW. Ein Dorn im Auge ist dem Nabu die geplante Ausweitung des Übungs- und Flugbetriebs auf dem Standortübungsplatz Wickriede in Hille durch die Bundeswehr und die Heeresflieger. Auch die vom Kreis geplante Deponie-Erweiterung auf der Pohlschen Heide bemängelt der Kreisverband. Dabei sollen dem Nabu zufolge 14 Hektar Wald und Lebensraum bedrohter Arten geopfert werden. In der Rückschau für 2019 zieht der Verband auch für das Besucherzentrum Moorhus Bilanz. Dort seien viele Umweltbildungsveranstaltungen durch die fortgesetzte Landesförderung als Regionalzentrum „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) möglich gewesen. Auch hier helfe der Mitgliederzuwachs, den Eigenanteil von 20 Prozent für dieses Projekt sicherzustellen, heißt es in der Mitteilung. Mit Programm- und Schulveranstaltungen, Aktionsständen bei Stadtfesten, Fachtagen und Messen, Fortbildungsseminaren und Gruppenveranstaltungen seien vom BNE-Bildungsteam im vergangenen Jahr mehr als 700 Erwachsene und 1.300 Kinder und Jugendliche erreicht worden. Der Nabu Minden-Lübbecke berichtet weiter, dass das Netzwerk „17plus“, zu dessen Netzwerkpartnern das Moorhus gehört, noch zum Ende des Jahres von der deutschen UNESCO-Kommission als BNE-Netzwerk ausgezeichnet wurde. Die Geschäftsstelle im Moorhus sei darüber hinaus Anlaufstelle für Anfragen zum Artenschutz oder auch für Anzeigen von Verstößen. Diesen Meldungen gehe der Nabu mit ehrenamtlichen Kräften nach. Überhaupt würden den größten Teil der Aufgaben im Natur- und Umweltschutz Ehrenamtliche übernehmen. Mit deren Unterstützung konnte das im Rahmen einer Erbschaft dem Nabu übertragene 3,5 Hektar große Grundstück in Varl weiter optimiert werden, heißt es. Das auf dem Grundstück befindliche Gebäude sei zum Artenschutzhaus umgebaut worden. In Porta Westfalica konnte ein drei Hektar großes Grundstück mit Bruchwald und Feuchtwiesen erworben werden. Der Kauf sei mit Hilfe der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen möglich geworden. Den 30-prozentige Eigenanteil habe die Nabu-Stiftung Naturerbe bereitgestellt. 5.000 Euro spendeten Mitgliedern des Kreisverbandes. Besonders aktiv sei im letzten Jahr die Arbeitsgruppe „Praktischer Naturschutz“ gewesen. Diverse Arbeiten im Großen Torfmoor beschäftigten die Praktiker, wie Organisator Eckhard Schlömer berichtet. Dazu gehöre die Instandhaltung von Wegen, das Erneuern von Hinweispfählen und Absperrungen, Gespräche über Maßnahmen einschließlich der Beweidung und Betreuung des Moores zusammen mit der Biologischen Station. Es wurden Nistkastenbausätze zugeschnitten, um diese dann während Ferienspielen zusammenzubauen. So habe der Nabu für Fledermäuse und Kleinvögel zahlreiche neue Quartiere hergestellt. An 50 Hauseigentümer – darunter die Familie Schwenker aus Hille-Neuenbaum (das MT berichtete) – konnte im Rahmen des Projektes schwalbenfreundliches Haus eine Plakette für den Schutz der bedrohten Tiere vergeben werden. Die Arbeitsgruppe „Artenschutz“ habe verschiedensten Tierarten durch konkrete Maßnahmen geholfen. Auch Beringung von Weißstorch, Uhu und fast 140 jungen Steinkäuzen habe viele Stunden Arbeit gekostet. In vielen Fällen habe der Nabu beim Schutz von bedrohten Fledermäusen Behörden und Privatleuten Hilfestellung leisten können. Der Kreisverband organisierte unter anderem die Jahrestagung des Landesfachausschuss Fledermäuse des Nabu-Landesverbands in Minden und gestaltete einen Abend im Bergwerksmuseum Kleinenbremen zum Thema Fledermäuse.

Der Frust der Umweltschützer: Der Nabu kritisiert die geplante Deponierweiterung in Hille

Im großen Torfmoor hat die Bekassine eines ihrer letzten Brutgebiete in Nordrhein-Westfalen. © Foto: Lothar Meckling/pr

Hille/Kreis Minden-Lübbecke(nw/sbo). Den Bürgern ist der Artenschutz nicht gleichgültig , sagen die heimischen Vertreter vom Naturschutzbund Deutschland. Fest machen sie diese Aussage an den Zahlen vom letzten Jahr. 800 neue Mitglieder hat der Nabu mit einer Werbekampagne im Kreis Minden-Lübbecke dazu gewonnen. Mit nunmehr 2.000 Mitgliedern sei der Nabu einer der stärksten Umweltschutzverbände im Kreisgebiet, heißt es in ihrem Jahresbericht.

Die Umweltschützer üben in ihrem Rückblick auch Kritik. Zum einen habe es bundesweit in Bezug auf das Artensterben kaum Fortschritte gegeben. Von einer erfolgversprechenden Wende in der EU-Agrarpolitik sei ebenfalls nichts zu spüren und der Flächenverbrauch schreite auch im Kreis Minden-Lübbecke weiter voran. Kritik äußert der Nabu außerdem am Ausmaß und der Art der Gehölzpflege durch den Kreis Minden-Lübbecke und durch Straßen NRW.

Ein Dorn im Auge ist dem Nabu die geplante Ausweitung des Übungs- und Flugbetriebs auf dem Standortübungsplatz Wickriede in Hille durch die Bundeswehr und die Heeresflieger. Auch die vom Kreis geplante Deponie-Erweiterung auf der Pohlschen Heide bemängelt der Kreisverband. Dabei sollen dem Nabu zufolge 14 Hektar Wald und Lebensraum bedrohter Arten geopfert werden.

In der Rückschau für 2019 zieht der Verband auch für das Besucherzentrum Moorhus Bilanz. Dort seien viele Umweltbildungsveranstaltungen durch die fortgesetzte Landesförderung als Regionalzentrum „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) möglich gewesen. Auch hier helfe der Mitgliederzuwachs, den Eigenanteil von 20 Prozent für dieses Projekt sicherzustellen, heißt es in der Mitteilung.

Mit Programm- und Schulveranstaltungen, Aktionsständen bei Stadtfesten, Fachtagen und Messen, Fortbildungsseminaren und Gruppenveranstaltungen seien vom BNE-Bildungsteam im vergangenen Jahr mehr als 700 Erwachsene und 1.300 Kinder und Jugendliche erreicht worden.

Der Nabu Minden-Lübbecke berichtet weiter, dass das Netzwerk „17plus“, zu dessen Netzwerkpartnern das Moorhus gehört, noch zum Ende des Jahres von der deutschen UNESCO-Kommission als BNE-Netzwerk ausgezeichnet wurde. Die Geschäftsstelle im Moorhus sei darüber hinaus Anlaufstelle für Anfragen zum Artenschutz oder auch für Anzeigen von Verstößen. Diesen Meldungen gehe der Nabu mit ehrenamtlichen Kräften nach.

Überhaupt würden den größten Teil der Aufgaben im Natur- und Umweltschutz Ehrenamtliche übernehmen. Mit deren Unterstützung konnte das im Rahmen einer Erbschaft dem Nabu übertragene 3,5 Hektar große Grundstück in Varl weiter optimiert werden, heißt es. Das auf dem Grundstück befindliche Gebäude sei zum Artenschutzhaus umgebaut worden.

In Porta Westfalica konnte ein drei Hektar großes Grundstück mit Bruchwald und Feuchtwiesen erworben werden. Der Kauf sei mit Hilfe der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen möglich geworden. Den 30-prozentige Eigenanteil habe die Nabu-Stiftung Naturerbe bereitgestellt. 5.000 Euro spendeten Mitgliedern des Kreisverbandes.

Besonders aktiv sei im letzten Jahr die Arbeitsgruppe „Praktischer Naturschutz“ gewesen. Diverse Arbeiten im Großen Torfmoor beschäftigten die Praktiker, wie Organisator Eckhard Schlömer berichtet. Dazu gehöre die Instandhaltung von Wegen, das Erneuern von Hinweispfählen und Absperrungen, Gespräche über Maßnahmen einschließlich der Beweidung und Betreuung des Moores zusammen mit der Biologischen Station.

Es wurden Nistkastenbausätze zugeschnitten, um diese dann während Ferienspielen zusammenzubauen. So habe der Nabu für Fledermäuse und Kleinvögel zahlreiche neue Quartiere hergestellt. An 50 Hauseigentümer – darunter die Familie Schwenker aus Hille-Neuenbaum (das MT berichtete) – konnte im Rahmen des Projektes schwalbenfreundliches Haus eine Plakette für den Schutz der bedrohten Tiere vergeben werden.

Die Arbeitsgruppe „Artenschutz“ habe verschiedensten Tierarten durch konkrete Maßnahmen geholfen. Auch Beringung von Weißstorch, Uhu und fast 140 jungen Steinkäuzen habe viele Stunden Arbeit gekostet.

In vielen Fällen habe der Nabu beim Schutz von bedrohten Fledermäusen Behörden und Privatleuten Hilfestellung leisten können. Der Kreisverband organisierte unter anderem die Jahrestagung des Landesfachausschuss Fledermäuse des Nabu-Landesverbands in Minden und gestaltete einen Abend im Bergwerksmuseum Kleinenbremen zum Thema Fledermäuse.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille