Hille

O Tannebaum: Nach dem Fest warten Häcksler, Himbeeren und Osterfeuer

Carsten Korfesmeyer

Bjarne Langer (links) und Rouven Potthast zählen zu den vielen Weihnachtsbaumsammlern, die am Samstag im Kreisgebiet unterwegs waren. Die beiden CVJM´ler sammelten ihre Tannen in Rothenuffeln und bekamen Spenden für die Vereinsarbeit. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer
Bjarne Langer (links) und Rouven Potthast zählen zu den vielen Weihnachtsbaumsammlern, die am Samstag im Kreisgebiet unterwegs waren. Die beiden CVJM´ler sammelten ihre Tannen in Rothenuffeln und bekamen Spenden für die Vereinsarbeit. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer

Hille. Die meisten Weihnachtsbäume nadeln und das bedeutet Abschied nehmen. „Jetzt blicke ich tatsächlich schon ein bisschen in Richtung Frühjahr“, sagt Gisela Kollmeier am Samstagvormittag. Vor fünf Minuten haben Rothenuffelns CVJM´ler ihre Tanne auf den Anhänger des großen Treckers verladen und sind dann weitergefahren. Dafür gab es wie in jedem Jahr eine kleine Spende, die zu gleichen Teilen der Jugendarbeit und der Mindener Obdachlosenhilfe zugute kommen.

Rund 4.000 Euro spült die Aktion in die Vereinskasse, erzählt Friedrich Kinkelbur. Er ist Teil des Vorstandsteams und sammelt mit etwa 40 CVJM-Kollen rund 700 Tannenbäume in Rothenuffeln und Haddenhausen ein. Zeitgleich sind im gesamten Kreisgebiet viele weitere Helfer aus Vereinen oder Löschgruppen im Einsatz, um die ausgedienten Bäume einzusammeln. „Unsere werden in nächster Zeit gehäckselt“, anwortet der 50-Jährige auf die entsprechende Frage. Ein Teil der Hackschnitzel werde dann zum Heizen genutzt und thermisch verwertet, erzählt er. Aus vielen Bäumen entsteht aber auch Rindenmulch, der sich laut Friedrich Kinkelbur besonders gut für die Bodenabdeckung an Heidelbeerpflanzen eignet. „Mulch von Tannen ist ziemlich sauer und das mögen die“, sagt er. Mögliche Abnehmer seien Plantagenbetreiber, die es zum Beispiel im Raum Stolzenau gibt.

Janne Lauert (links) holt auch die Tanne von Margret Wiese ab.
Janne Lauert (links) holt auch die Tanne von Margret Wiese ab.

In Hartum startet die Sammelaktion des CVJM um 10 Uhr – und damit deutlich später als in Rothenuffeln. Untypisch ist auch, dass dort mit zwei Pkw-Anhängern gesammelt wird. „Das funktioniert beinahe noch schneller als früher mit dem Traktor“, sagt Christine Pearson. Schon nach einer halben Stunde hat sie mit ihrem Team den erste Anhänger beladen. Es geht zum „Kleinen Bruch“, wo die ausrangierten Bäume jetzt lagern. „Beim Osterfeuer werden sie verbrannt“, sagt die Frau vom CVJM Hartum. Für den Verein biete sich dadurch eine weitere Gelegenheit, Spenden bei der Bewirtung zu bekommen.

Die Weihnachtsbaumsammler klingeln an den Haustüren, bevor sie die Tannen mitnehmen. „Im Schnitt geben die Leute fünf Euro“, sagt Christine Pearson. Wie auch andere Helfer macht auch sie immer wieder die Erfahrung, dass sich die Menschen über die Aktion sehr freuen. Häufig wollen sie deshalb neben Geld auch Gebäck oder Schokolade geben, um sich zu bedanken. „Das wäre für uns allein ja recht aufwendig“, sagt beispielsweise Margret Wiese. Sie ist froh, ihren Baum auf diese schnelle Weise los zu sein und gleichzeitig noch etwas für den guten Zweck tun zu können. „Vereine unterstütze ich immer gerne“, sagt sie.

Für die meisten Menschen gehören die Sammlungen am zweiten Januarsamstag längst dazu. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagt Margret Wiese. Fünf Worte, die am Vormittag häufig fallen. Und auch für die Helfer ist die Aktion ein liebgewordener Start ins Jahr. „Bevor wir sammeln, frühstücken wir erst noch gemeinsam“, sagt Christine Pearson. Nach den Feiertagen treffen sich die CVJM´ler zum ersten Mal wieder und haben sich entsprechend viel zu erzählen. Und nach getaner Arbeit kommen die Baumsammler noch einmal im Gemeindehaus zusammen.

„Wir sitzen auch länger zusammen“, sagt Friedrich Kinkelbur. Jüngere und ältere Mitglieder arbeiten zusammen – und sogar die ganz Kleinen helfen mit. Entstanden sei die Idee vor langer Zeit, um eine CVJM-Segeltörn zu finanzieren. Wann das genau war, weiß er nicht. Mitglied Thomas Heitkamp habe ihm aber erzählt, zum 43. Mal beim Baumsammeln dabei zu sein.

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HilleO Tannebaum: Nach dem Fest warten Häcksler, Himbeeren und OsterfeuerCarsten KorfesmeyerHille. Die meisten Weihnachtsbäume nadeln und das bedeutet Abschied nehmen. „Jetzt blicke ich tatsächlich schon ein bisschen in Richtung Frühjahr“, sagt Gisela Kollmeier am Samstagvormittag. Vor fünf Minuten haben Rothenuffelns CVJM´ler ihre Tanne auf den Anhänger des großen Treckers verladen und sind dann weitergefahren. Dafür gab es wie in jedem Jahr eine kleine Spende, die zu gleichen Teilen der Jugendarbeit und der Mindener Obdachlosenhilfe zugute kommen. Rund 4.000 Euro spült die Aktion in die Vereinskasse, erzählt Friedrich Kinkelbur. Er ist Teil des Vorstandsteams und sammelt mit etwa 40 CVJM-Kollen rund 700 Tannenbäume in Rothenuffeln und Haddenhausen ein. Zeitgleich sind im gesamten Kreisgebiet viele weitere Helfer aus Vereinen oder Löschgruppen im Einsatz, um die ausgedienten Bäume einzusammeln. „Unsere werden in nächster Zeit gehäckselt“, anwortet der 50-Jährige auf die entsprechende Frage. Ein Teil der Hackschnitzel werde dann zum Heizen genutzt und thermisch verwertet, erzählt er. Aus vielen Bäumen entsteht aber auch Rindenmulch, der sich laut Friedrich Kinkelbur besonders gut für die Bodenabdeckung an Heidelbeerpflanzen eignet. „Mulch von Tannen ist ziemlich sauer und das mögen die“, sagt er. Mögliche Abnehmer seien Plantagenbetreiber, die es zum Beispiel im Raum Stolzenau gibt. In Hartum startet die Sammelaktion des CVJM um 10 Uhr – und damit deutlich später als in Rothenuffeln. Untypisch ist auch, dass dort mit zwei Pkw-Anhängern gesammelt wird. „Das funktioniert beinahe noch schneller als früher mit dem Traktor“, sagt Christine Pearson. Schon nach einer halben Stunde hat sie mit ihrem Team den erste Anhänger beladen. Es geht zum „Kleinen Bruch“, wo die ausrangierten Bäume jetzt lagern. „Beim Osterfeuer werden sie verbrannt“, sagt die Frau vom CVJM Hartum. Für den Verein biete sich dadurch eine weitere Gelegenheit, Spenden bei der Bewirtung zu bekommen. Die Weihnachtsbaumsammler klingeln an den Haustüren, bevor sie die Tannen mitnehmen. „Im Schnitt geben die Leute fünf Euro“, sagt Christine Pearson. Wie auch andere Helfer macht auch sie immer wieder die Erfahrung, dass sich die Menschen über die Aktion sehr freuen. Häufig wollen sie deshalb neben Geld auch Gebäck oder Schokolade geben, um sich zu bedanken. „Das wäre für uns allein ja recht aufwendig“, sagt beispielsweise Margret Wiese. Sie ist froh, ihren Baum auf diese schnelle Weise los zu sein und gleichzeitig noch etwas für den guten Zweck tun zu können. „Vereine unterstütze ich immer gerne“, sagt sie. Für die meisten Menschen gehören die Sammlungen am zweiten Januarsamstag längst dazu. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagt Margret Wiese. Fünf Worte, die am Vormittag häufig fallen. Und auch für die Helfer ist die Aktion ein liebgewordener Start ins Jahr. „Bevor wir sammeln, frühstücken wir erst noch gemeinsam“, sagt Christine Pearson. Nach den Feiertagen treffen sich die CVJM´ler zum ersten Mal wieder und haben sich entsprechend viel zu erzählen. Und nach getaner Arbeit kommen die Baumsammler noch einmal im Gemeindehaus zusammen. „Wir sitzen auch länger zusammen“, sagt Friedrich Kinkelbur. Jüngere und ältere Mitglieder arbeiten zusammen – und sogar die ganz Kleinen helfen mit. Entstanden sei die Idee vor langer Zeit, um eine CVJM-Segeltörn zu finanzieren. Wann das genau war, weiß er nicht. Mitglied Thomas Heitkamp habe ihm aber erzählt, zum 43. Mal beim Baumsammeln dabei zu sein.