Kommentar zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Hille: Wie bei „Schwarzer Peter“

Carsten Korfesmeyer

Nichts vorzuschlagen, ist auch eine Aussage. Sie steht für Unentschlossenheit, womöglich auch für das Fehlen einer Meinung. Egal. Mit ihrem Schweigen zu den beiden Anträgen auf verkehrsberuhigende Maßnahmen schiebt die Verwaltung den „Schwarzen Peter“ in Richtung Politik.

Die muss sich jetzt positionieren und das ist eine heikle Sache. Deshalb, weil Raserei ein hoch emotionales Thema ist. Denn reflexartig kommt immer der Ruf nach Berliner Kissen, Blumenkübeln oder Blitzern, wenn in der Bevölkerung der Eindruck entstanden ist, dass irgendwo zu schnell gefahren wird. Nur meist sind es Anwohner, die das Gefühl haben.

Das ist das Problem. (Fast) Jeder meint, dass vor der eigenen Haustür gerast wird. Und das, was viele Menschen für zu schnelles Fahren halten, ist in Wirklichkeit überhaupt keine Raserei. Es ist eine subjektive Wahrnehmung, die nur objektive Dritte überprüfen können. Das sind in diesen beiden Fällen die Verwaltung, der Kreis die Polizei und die Politik.

Straßen gibt es, um darauf zu fahren. Und der Verkehr muss fließen, darf aber nicht zum Risiko werden. Ein oft schmaler Grat, auf dem die Entscheidungsträger wandern. Aber die gibt es, damit sie entscheiden. Dass sich die Verwaltung in beiden Fällen heraushält, kommt nicht gut.

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Kommentar zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Hille: Wie bei „Schwarzer Peter“Carsten KorfesmeyerNichts vorzuschlagen, ist auch eine Aussage. Sie steht für Unentschlossenheit, womöglich auch für das Fehlen einer Meinung. Egal. Mit ihrem Schweigen zu den beiden Anträgen auf verkehrsberuhigende Maßnahmen schiebt die Verwaltung den „Schwarzen Peter“ in Richtung Politik. Die muss sich jetzt positionieren und das ist eine heikle Sache. Deshalb, weil Raserei ein hoch emotionales Thema ist. Denn reflexartig kommt immer der Ruf nach Berliner Kissen, Blumenkübeln oder Blitzern, wenn in der Bevölkerung der Eindruck entstanden ist, dass irgendwo zu schnell gefahren wird. Nur meist sind es Anwohner, die das Gefühl haben. Das ist das Problem. (Fast) Jeder meint, dass vor der eigenen Haustür gerast wird. Und das, was viele Menschen für zu schnelles Fahren halten, ist in Wirklichkeit überhaupt keine Raserei. Es ist eine subjektive Wahrnehmung, die nur objektive Dritte überprüfen können. Das sind in diesen beiden Fällen die Verwaltung, der Kreis die Polizei und die Politik. Straßen gibt es, um darauf zu fahren. Und der Verkehr muss fließen, darf aber nicht zum Risiko werden. Ein oft schmaler Grat, auf dem die Entscheidungsträger wandern. Aber die gibt es, damit sie entscheiden. Dass sich die Verwaltung in beiden Fällen heraushält, kommt nicht gut.