Hille/Minden

Neue Feuerwehrleitstelle: Technik stellt die Planer vor Herausforderungen

Sebastian Radermacher

An der Eickhorster Straße wird das Gelände zurzeit für den Bau der neuen Leitstelle vorbereitet, hier ein Foto aus dem September. Der Kreis Minden-Lübbecke plant, mit dem Bau des neuen Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) im kommenden Frühjahr zu beginnen. MT- - © Foto: Alex Lehn
An der Eickhorster Straße wird das Gelände zurzeit für den Bau der neuen Leitstelle vorbereitet, hier ein Foto aus dem September. Der Kreis Minden-Lübbecke plant, mit dem Bau des neuen Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) im kommenden Frühjahr zu beginnen. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Hille/Minden (mt). Bagger, Rohre und reichlich Erde: Noch deutet an der Eickhorster Straße nichts darauf hin, dass hier bald die neue Kreisleitstelle der Feuerwehr stehen soll. Doch parallel zu den zurzeit laufenden Tiefbauarbeiten – es müssen zum Beispiel zahlreiche Leitungen verlegt werden – läuft die Planung für die neue Einsatzzentrale auf Hochtouren. Kreisbrandmeister Michael Schäfer gab den Politikern im Kreisausschuss für Sicherheit, Rettungsdienst und Katastrophenschutz jetzt einen aktuellen Sachstand.

Baufortschritt

Die vorbereitenden Tiefbauarbeiten auf dem Gelände laufen nach Plan, berichtete Schäfer. Auch die dafür bislang angepeilten Kosten würden nach derzeitigem Stand eingehalten. Bis zum Jahresende sollen bereits 1,7 Millionen Euro verbaut werden, hieß es beim symbolischen Spatenstich Mitte September. In den Sommerferien ist für 160.000 Euro bereits eine erforderliche Linksabbiegespur angelegt worden. Aktuell läuft noch die europaweite Ausschreibung für den Hochbau, die Ende des Monats beendet wird. Laut Schäfer gibt es erstaunlich viele Interessenten. Nun müsse man abwarten, wie viele von Firmen am Ende ein Angebot abgeben werden. „Unser Ziel ist, mit dem Rohbau im Frühjahr zu beginnen.“ Er schränkte aber ein, dass für einen optimalen Ablauf auch das Wetter mitspielen müsse.

Einsatzleitsystem

Schon jetzt hat der Kreis damit begonnen, den erforderlichen Wechsel auf ein neues Leitsystem vorzubereiten. Und das wird eine äußerst knifflige Angelegenheit, machte der Kreisbrandmeister deutlich. Das EDV-System unterstützt die Mitarbeiter der Leitstelle bei ihrer Arbeit. Es gibt zum Beispiel eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge sowie die laufenden und zu zu disponierenden Rettungseinsätze. Außerdem werden darin die Einsätze umfassend dokumentiert und protokolliert. Der Haken: Für die neue Leitstelle muss das System mit neuen Daten „gefüttert“ werden, erklärte Schäfer. So sei es zum Beispiel notwendig, Straßennamen oder Gebäude, die eine Brandmeldeanlage besitzen, neu zu erfassen, da die Systeme mitunter andere Schreibweisen erkennen. Die Dateneingabe müsse frühzeitig vorbereitet werden, damit bei der Inbetriebnahme der Leitstelle das System einwandfrei funktioniere. Schäfer: „Wir gehen davon aus, dass zwei Vollzeitkräfte ein Jahr mit der Eingabe beschäftigt sein werden. Wir müssen mit der Planung jetzt beginnen.“ Für die Eingabe sei eine zusätzliche befristete Stelle im Stellenplan vorgesehen.

Telefonleitung

Auch die künftige telefonische Erreichbarkeit der neuen Kreisleitstelle erfordert eine besondere Planung. Denn um zu verhindern, dass Notrufe bei einer größeren Störung ins Leere laufen, muss die Leitstelle über zwei voneinander getrennte Notrufleitungen verfügen. Wie in Privathaushalten wird auch für Leitstellen die telefonische Erreichbarkeit sukzessive von der ISDN-Technik auf IP-Telefonie umgerüstet, erklärte der Kreisbrandmeister. Das FTZ in Hille sei in dieser Angelegenheit ein Vorreiter.

Der Kreis habe die Telekom bereits gebeten, die Umstellung für den Neubau zu berücksichtigen. „Zunächst war unklar, ob dies überhaupt möglich sei, da die Telekom damit bislang noch keine Erfahrungen gemacht hat“, sagte Schäfer: „Aber mittlerweile haben wir eine Zusage, dass es klappt – und auch die Kosten sind akzeptabel.“

Zeitplan

Ziel des Kreises ist nach wie vor, im Herbst 2021 das neue FTZ in Betrieb zu nehmen. Bis dahin bleibt die Leitstelle an der Marienstraße in Minden. Und der Wechsel wird auch nicht von heute auf morgen erfolgen, erklärte der Kreisbrandmeister. Für eine Übergangszeit werden wohl zunächst noch an beiden Standorten Notrufe eingehen. „Das neue System in Hille muss verlässlich funktionieren, bevor wir in Minden endgültig den Stecker ziehen.“

Der Neubaukomplex

- Das neue Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) des Kreises Minden-Lübbecke entsteht in Hille an der Eickhorster Straße auf einer Fläche von rund 21.000 Quadratmetern. Der Gebäudekomplex wird sich über zwei Etagen erstrecken und eine Gesamtnutzfläche von 5.600 Quadratmetern haben.

- Im Obergeschoss werden die Kreisleitstelle, ein Krisenstabsraum, die Einsatzleitung, Verwaltungsbüros, Ruhe- und Schulungsräume, Umkleiden und eine Kantine untergebracht.

- Im Erdgeschoss werden sich die Rettungswache, die Technik der Leitstelle, Atemschutzstrecke, Schlauchwerkstatt, ein Fitnessraum sowie die große Fahrzeughalle mit Lagerräumen befinden.

- Im Außenbereich ist ein rund 4.000 Quadratmeter großes Übungsgelände vorgesehen. Hier trainieren die Feuerwehrleute das Löschen von Wohnhausbränden, die Rettung Verschütteter, Rettungsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen oder das Beseitigen von Gefahrstoffen.

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Hille/MindenNeue Feuerwehrleitstelle: Technik stellt die Planer vor HerausforderungenSebastian RadermacherHille/Minden (mt). Bagger, Rohre und reichlich Erde: Noch deutet an der Eickhorster Straße nichts darauf hin, dass hier bald die neue Kreisleitstelle der Feuerwehr stehen soll. Doch parallel zu den zurzeit laufenden Tiefbauarbeiten – es müssen zum Beispiel zahlreiche Leitungen verlegt werden – läuft die Planung für die neue Einsatzzentrale auf Hochtouren. Kreisbrandmeister Michael Schäfer gab den Politikern im Kreisausschuss für Sicherheit, Rettungsdienst und Katastrophenschutz jetzt einen aktuellen Sachstand. Baufortschritt Die vorbereitenden Tiefbauarbeiten auf dem Gelände laufen nach Plan, berichtete Schäfer. Auch die dafür bislang angepeilten Kosten würden nach derzeitigem Stand eingehalten. Bis zum Jahresende sollen bereits 1,7 Millionen Euro verbaut werden, hieß es beim symbolischen Spatenstich Mitte September. In den Sommerferien ist für 160.000 Euro bereits eine erforderliche Linksabbiegespur angelegt worden. Aktuell läuft noch die europaweite Ausschreibung für den Hochbau, die Ende des Monats beendet wird. Laut Schäfer gibt es erstaunlich viele Interessenten. Nun müsse man abwarten, wie viele von Firmen am Ende ein Angebot abgeben werden. „Unser Ziel ist, mit dem Rohbau im Frühjahr zu beginnen.“ Er schränkte aber ein, dass für einen optimalen Ablauf auch das Wetter mitspielen müsse. Einsatzleitsystem Schon jetzt hat der Kreis damit begonnen, den erforderlichen Wechsel auf ein neues Leitsystem vorzubereiten. Und das wird eine äußerst knifflige Angelegenheit, machte der Kreisbrandmeister deutlich. Das EDV-System unterstützt die Mitarbeiter der Leitstelle bei ihrer Arbeit. Es gibt zum Beispiel eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge sowie die laufenden und zu zu disponierenden Rettungseinsätze. Außerdem werden darin die Einsätze umfassend dokumentiert und protokolliert. Der Haken: Für die neue Leitstelle muss das System mit neuen Daten „gefüttert“ werden, erklärte Schäfer. So sei es zum Beispiel notwendig, Straßennamen oder Gebäude, die eine Brandmeldeanlage besitzen, neu zu erfassen, da die Systeme mitunter andere Schreibweisen erkennen. Die Dateneingabe müsse frühzeitig vorbereitet werden, damit bei der Inbetriebnahme der Leitstelle das System einwandfrei funktioniere. Schäfer: „Wir gehen davon aus, dass zwei Vollzeitkräfte ein Jahr mit der Eingabe beschäftigt sein werden. Wir müssen mit der Planung jetzt beginnen.“ Für die Eingabe sei eine zusätzliche befristete Stelle im Stellenplan vorgesehen. Telefonleitung Auch die künftige telefonische Erreichbarkeit der neuen Kreisleitstelle erfordert eine besondere Planung. Denn um zu verhindern, dass Notrufe bei einer größeren Störung ins Leere laufen, muss die Leitstelle über zwei voneinander getrennte Notrufleitungen verfügen. Wie in Privathaushalten wird auch für Leitstellen die telefonische Erreichbarkeit sukzessive von der ISDN-Technik auf IP-Telefonie umgerüstet, erklärte der Kreisbrandmeister. Das FTZ in Hille sei in dieser Angelegenheit ein Vorreiter. Der Kreis habe die Telekom bereits gebeten, die Umstellung für den Neubau zu berücksichtigen. „Zunächst war unklar, ob dies überhaupt möglich sei, da die Telekom damit bislang noch keine Erfahrungen gemacht hat“, sagte Schäfer: „Aber mittlerweile haben wir eine Zusage, dass es klappt – und auch die Kosten sind akzeptabel.“ Zeitplan Ziel des Kreises ist nach wie vor, im Herbst 2021 das neue FTZ in Betrieb zu nehmen. Bis dahin bleibt die Leitstelle an der Marienstraße in Minden. Und der Wechsel wird auch nicht von heute auf morgen erfolgen, erklärte der Kreisbrandmeister. Für eine Übergangszeit werden wohl zunächst noch an beiden Standorten Notrufe eingehen. „Das neue System in Hille muss verlässlich funktionieren, bevor wir in Minden endgültig den Stecker ziehen.“ Der Neubaukomplex - Das neue Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) des Kreises Minden-Lübbecke entsteht in Hille an der Eickhorster Straße auf einer Fläche von rund 21.000 Quadratmetern. Der Gebäudekomplex wird sich über zwei Etagen erstrecken und eine Gesamtnutzfläche von 5.600 Quadratmetern haben. - Im Obergeschoss werden die Kreisleitstelle, ein Krisenstabsraum, die Einsatzleitung, Verwaltungsbüros, Ruhe- und Schulungsräume, Umkleiden und eine Kantine untergebracht. - Im Erdgeschoss werden sich die Rettungswache, die Technik der Leitstelle, Atemschutzstrecke, Schlauchwerkstatt, ein Fitnessraum sowie die große Fahrzeughalle mit Lagerräumen befinden. - Im Außenbereich ist ein rund 4.000 Quadratmeter großes Übungsgelände vorgesehen. Hier trainieren die Feuerwehrleute das Löschen von Wohnhausbränden, die Rettung Verschütteter, Rettungsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen oder das Beseitigen von Gefahrstoffen.