Hille

Gemeinde Hille untersagt den Einbau von ungeeichten Wasserzählern

Stefanie Dullweber

Wer einen privaten Wasserzähler hat, um Abwassergebühren zu sparen, muss ab dem 1. Januar 2020 einen geeichten Zähler bei der Gemeinde beantragen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa - © (c) dpa-Zentralbild
Wer einen privaten Wasserzähler hat, um Abwassergebühren zu sparen, muss ab dem 1. Januar 2020 einen geeichten Zähler bei der Gemeinde beantragen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa (© (c) dpa-Zentralbild)

Hille (mt). Der Hitzesommer 2018 wirkt nach und hat jetzt auch Auswirkungen auf die Vorschriften der Gemeinde Hille die Wasseruhren betreffend. Ungeeichte, private Nebenzähler sind ab dem 1. Januar unzulässig und auch für Swimmingpool-Besitzer gibt es neue Auflagen.

Auf den ersten Blick ist alles wie immer: Die Bürger in der Gemeinde Hille haben in den letzten Tagen Post vom Kommunalen Rechenzentrum bekommen und werden aufgefordert, ihre Wasserzähler abzulesen und die Stände mitzuteilen. Allerdings empfiehlt es sich, die Karte genau zu lesen, denn hier stehen wichtige Hinweise für Hausbesitzer mit privaten Nebenzählern.

Im Normalfall ist es so: Die Wasseruhr hängt an der Frischwasserleitung. Was an Frischwasser reinkommt, geht eins zu eins als Schmutzwasser wieder raus. Es sei denn, mit dem Leitungswasser wird im Garten gegossen. Dafür muss zwar die Gebühr für das verbrauchte Frischwasser, nicht aber für das Schmutzwasser bezahlt werden – denn es landet ja nicht in der Kanalisation. Am 1. Januar verlieren die privaten Nebenzähler ihre Gültigkeit.

„Wir ändern das bisherige Verfahren, weil der Verwaltungsaufwand enorm hoch ist und wir den Einbau von ungeeichten Zählern verhindern wollen“, sagt Eike Nagel von der Gemeindeverwaltung. Vor allem im Hitzesommer 2018 hätte es viele Anfragen für private Zähler gegeben. Die Bürger wollten kostengünstig ihren Garten wässern – dabei hatte die Gemeinde eigentlich zum Wassersparen aufgerufen.

Die Gemeinde Hille sei eine der letzten Kommunen gewesen, die es den Bürgern selber überlassen hatte, Nebenzähler zu installieren und den Verbrauch am Jahresende im Rathaus zu melden. Ab dem 1. Januar würden nur noch öffentlich geeichte Wasserzähler akzeptiert, so Eike Nagel weiter. Wer also weiterhin Abwassergebühren sparen möchte, muss seinen bestehenden privaten Nebenzähler durch einen öffentlichen Wasserzähler ersetzen.

Die neuen Zähler können interessierte Bürger ab dem 1. Januar 2020 bei der Gemeinde Hille beantragen. Die Antragsformulare gibt es dann auch online auf der Homepage der Gemeinde Hille (www.hille.de). Die Anträge werden an den zuständigen Wasserversorger – das sind der Wasserbeschaffungsverbände Wiehengebirge und Amt Hartum – weitergeleitet. Anschließend wird ein Termin zum Einbau vereinbart.

Wer sich einen separaten Zähler für das Sprengen des Rasens mit Gartenwasser einbauen lässt, muss schon ein großes Grundstück haben, damit sich die Anschaffung auch rechnet. Eike Nagel schätzt den Mindestverbrauch auf 20 Kubikmeter Wasser. Denn das neue Verfahren kostet Geld. Zunächst wird der Einbau des Zählers in Rechnung gestellt. Weiter haben die Zähler eine jährliche Grundgebühr. Diese beträgt beim WBV Wiehengebirge 77,04 Euro, beim WBV des Amtes Hartum 48,80 Euro. Der WBV Wiehengebirge ist zuständig für die Ortschaften Eickhorst, Oberlübbe, Rothenuffeln und Unterlübbe, der WBV des Amtes Hartum kümmert sich um die Ortschaften Hartum, Hille, Holzhausen, Nord- und Südhemmern.

Eine weitere Änderung, die einen sparsameren Umgang mit Wasser zur Folge haben soll, betrifft das Befüllen von privaten Swimmingpools. Bislang hatte die Gemeinde für das erste Befüllen ebenfalls keine Abwassergebühr berechnet. Besitzer von Pools konnten sich bei der Gemeinde melden und diesen einmaligen Rabatt beantragen. Allerdings weist die Gemeinde darauf hin, dass dieses Vorgehen dem Wasserhaushaltsgesetz widerspricht. Das Frischwasser werde durch Sonnencreme oder die Zugabe von Chlor verschmutzt. Demnach müsse das Badewasser als Abwasser in der Kanalisation entsorgt werden. „Wer das Wasser aus dem Pool noch zum Blumen gießen verwendet, verschmutzt damit die Umwelt“, erklärt Eike Nagel.

Wer weitere Rückfragen hat, kann sich im Rathaus unter der Telefonnummer (05 71) 40 44 212 melden.

Wasserzähler selbst ablesen:

Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) des Amtes Hartum bittet seine Kunden, die Wasserzählerstände selbst abzulesen. Betroffen sind Bürger aus Hartum, Hille, Holzhausen II, Nordhemmern, Südhemmern sowie die Stadtteile Hahlen, Minderheide und teilweise der Stadt Minden.

Die Kunden bekommen per Post eine Ablesekarte, auf der die Zählerstände der öffentlichen Wasserzähler einzutragen sind. Die ausgefüllten Karten können kostenfrei bis zum 11. Dezember zurückgesandt werden. Die Rücksendung erfolgt über das Kommunale Rechenzentrum in Lemgo.

Alternativ ist es möglich, die Zählerstände direkt in einer Datenbank über die Homepage www.wbv-hartum.de zu erfassen. Die Zugangsdaten stehen auf der Ablesekarte. Nutzer sollte auf die Unterscheidung zwischen den Versorgungsgebieten der Stadt Minden und der Gemeinde Hille achten.

Sofern keine Rücksendung der Karte oder ein Eintrag im Internet erfolgt, wird eine Schätzung durch den Wasserbeschaffungsverband erfolgen. Müssen aufgrund dieser Schätzung dann Rechnungskorrekturen durchgeführt werden, sind diese gebührenpflichtig. Weitere Informationen unter www.hille.de.

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