Hille

Autoaufbrüche am Hiller Moor: Geschädigter schreibt Brief an den Dieb

Stefanie Dullweber

Hille (mt). Rund um das Große Torfmoor gab es in den vergangenen Tagen vermehrt Autoaufbrüche. Insgesamt wurden der Polizei in der Zeit vom 10. bis 28. Oktober sieben Taten im Bereich Hille, Nettelstedt, Gehlenbeck und Lübbecke gemeldet, wie Polizeisprecher Thomas Bensch im MT-Gespräch mitteilt. Ein Bestohlener hat jetzt auf den Parkplätzen am Geestmoordamm und an der Moorbadstraße Schilder aufgehängt, weil er seinen gestohlenen Laptop zurückhaben möchte. Er wendet sich mit seinem Schreiben direkt „An den Dieb“ und verspricht eine „großzügige Belohnung“.

Der Bestohlene hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet, um dem Dieb die Möglichkeit zu geben, sich zu melden.
Der Bestohlene hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet, um dem Dieb die Möglichkeit zu geben, sich zu melden.

Der Laptop wurde dem Rahdener am 24. Oktober aus seinem Auto geklaut, das er am Parkplatz an der Moorbadstraße geparkt hatte. Laut Polizeiangaben hatte er den Wagen um 15.30 Uhr abgestellt. Als der Fahrer nach zwei Stunden zurückkehrte, war der Laptop verschwunden. Wie der Geschädigte gegenüber dem Westfalen-Blatt berichtete, befanden sich auf dem Gerät wichtige Daten. Den Laptop habe er vor dem Spaziergang unter dem Beifahrersitz versteckt. Mit seinem Schreiben weist der Mann auf die von ihm extra eingerichtete E-Mail-Adresse laptop-belohnung@web.de hin. Gegenüber dem MT wollte sich der Bestohlene nicht weiter zu dem Vorfall äußern. Zurückbekommen hat er sein Gerät aber offenbar noch nicht.

Die Parkplätze am Großen Torfmoor sind sehr einsam gelegen. Das macht es den Dieben leicht, die Autos aufzubrechen und mit der Beute unbemerkt zu entkommen. MT-Fotos: Stefanie Dullweber
Die Parkplätze am Großen Torfmoor sind sehr einsam gelegen. Das macht es den Dieben leicht, die Autos aufzubrechen und mit der Beute unbemerkt zu entkommen. MT-Fotos: Stefanie Dullweber

Thomas Bensch rät, Dieben gar nicht erst einen Tatanreiz zu geben. „Ein Auto ist kein Safe“, sagt der Polizist und empfiehlt, Wertgegenstände grundsätzlich nicht im Auto zurückzulassen. Auch keine Jacken oder Sporttaschen – der Dieb wisse schließlich nicht, ob sich darin etwas Wertvolles befindet. Im Zweifelsfall rät er dazu, Wertsachen im Kofferraum zu verstauen – aber bereits unterwegs, sonst besteht die Gefahr, dass man beim Verstauen beobachtet wird. Begehrtes Diebesgut seien hochwertige Sonnenbrillen, Geldbörsen, Elektroartikel und Handtaschen.

In den meisten Fällen würden die Täter eine Scheibe einschlagen oder das Schloss durchstechen, so Bensch. Immer häufiger käme es auch vor, dass die Diebe die Elektronik des Autos manipulierten und das automatische Verschließen des Autos verhinderten. „Dies könnte auch bei dem Laptop-Diebstahl passiert sein“, vermutet Thomas Bensch. Die Beamten hätten keine gewaltsamen Aufbruchspuren am Auto feststellen können.

Zur gleichen Zeit wurden am 24. Oktober auf dem Moor-Parkplatz am Geestmoordamm zwei Handtaschen aus einem Auto geklaut. Hier schlugen die Täter laut Polizei die Scheibe auf der Beifahrerseite ein. Bereits am 10. Oktober wurde auf dem Parkplatz am Moordamm ein Auto aufgebrochen. Hier schlugen Diebe ebenfalls die Scheibe ein, durchwühlten den Wagen, erbeuteten jedoch nichts, so Bensch. Am 26. Oktober gab es zwei Aufbrüche – einmal am Parkplatz Auf dem Aspel und erneut am Moordamm. Im ersten Fall stahlen die Täter Wertgegenstände aus einem Rucksack, im zweiten Fall entwendeten sie Geld aus dem Handschuhfach. Zwei weitere Anzeigen nahm die Polizei von Geschädigten entgegen, die ihre Autos am 26. Oktober auf Parkplätzen im Wiehengebirge geparkt hatten und ebenfalls bestohlen wurden.

Günter Ossenfort aus Hille ist selber regelmäßig zum Walken im Hiller Moor unterwegs. Als pensionierter Polizist ist er besonders sensibel für die Problematik – zumal er früher selber die Anzeigen der Geschädigten aufgenommen hat. Er selber packe sich Schlüssel und Handy in die Jackentasche, wenn er das Auto abstelle. „Im Moor braucht man keine Wertsachen“, meint Ossenfort.

Die Polizei in Minden rät in jedem Fall dazu, die Diebstähle anzuzeigen. Nur so könnten die Beamten Schwerpunkte und mögliche Zusammenhänge erkennen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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HilleAutoaufbrüche am Hiller Moor: Geschädigter schreibt Brief an den DiebStefanie DullweberHille (mt). Rund um das Große Torfmoor gab es in den vergangenen Tagen vermehrt Autoaufbrüche. Insgesamt wurden der Polizei in der Zeit vom 10. bis 28. Oktober sieben Taten im Bereich Hille, Nettelstedt, Gehlenbeck und Lübbecke gemeldet, wie Polizeisprecher Thomas Bensch im MT-Gespräch mitteilt. Ein Bestohlener hat jetzt auf den Parkplätzen am Geestmoordamm und an der Moorbadstraße Schilder aufgehängt, weil er seinen gestohlenen Laptop zurückhaben möchte. Er wendet sich mit seinem Schreiben direkt „An den Dieb“ und verspricht eine „großzügige Belohnung“. Der Laptop wurde dem Rahdener am 24. Oktober aus seinem Auto geklaut, das er am Parkplatz an der Moorbadstraße geparkt hatte. Laut Polizeiangaben hatte er den Wagen um 15.30 Uhr abgestellt. Als der Fahrer nach zwei Stunden zurückkehrte, war der Laptop verschwunden. Wie der Geschädigte gegenüber dem Westfalen-Blatt berichtete, befanden sich auf dem Gerät wichtige Daten. Den Laptop habe er vor dem Spaziergang unter dem Beifahrersitz versteckt. Mit seinem Schreiben weist der Mann auf die von ihm extra eingerichtete E-Mail-Adresse laptop-belohnung@web.de hin. Gegenüber dem MT wollte sich der Bestohlene nicht weiter zu dem Vorfall äußern. Zurückbekommen hat er sein Gerät aber offenbar noch nicht. Thomas Bensch rät, Dieben gar nicht erst einen Tatanreiz zu geben. „Ein Auto ist kein Safe“, sagt der Polizist und empfiehlt, Wertgegenstände grundsätzlich nicht im Auto zurückzulassen. Auch keine Jacken oder Sporttaschen – der Dieb wisse schließlich nicht, ob sich darin etwas Wertvolles befindet. Im Zweifelsfall rät er dazu, Wertsachen im Kofferraum zu verstauen – aber bereits unterwegs, sonst besteht die Gefahr, dass man beim Verstauen beobachtet wird. Begehrtes Diebesgut seien hochwertige Sonnenbrillen, Geldbörsen, Elektroartikel und Handtaschen. In den meisten Fällen würden die Täter eine Scheibe einschlagen oder das Schloss durchstechen, so Bensch. Immer häufiger käme es auch vor, dass die Diebe die Elektronik des Autos manipulierten und das automatische Verschließen des Autos verhinderten. „Dies könnte auch bei dem Laptop-Diebstahl passiert sein“, vermutet Thomas Bensch. Die Beamten hätten keine gewaltsamen Aufbruchspuren am Auto feststellen können. Zur gleichen Zeit wurden am 24. Oktober auf dem Moor-Parkplatz am Geestmoordamm zwei Handtaschen aus einem Auto geklaut. Hier schlugen die Täter laut Polizei die Scheibe auf der Beifahrerseite ein. Bereits am 10. Oktober wurde auf dem Parkplatz am Moordamm ein Auto aufgebrochen. Hier schlugen Diebe ebenfalls die Scheibe ein, durchwühlten den Wagen, erbeuteten jedoch nichts, so Bensch. Am 26. Oktober gab es zwei Aufbrüche – einmal am Parkplatz Auf dem Aspel und erneut am Moordamm. Im ersten Fall stahlen die Täter Wertgegenstände aus einem Rucksack, im zweiten Fall entwendeten sie Geld aus dem Handschuhfach. Zwei weitere Anzeigen nahm die Polizei von Geschädigten entgegen, die ihre Autos am 26. Oktober auf Parkplätzen im Wiehengebirge geparkt hatten und ebenfalls bestohlen wurden. Günter Ossenfort aus Hille ist selber regelmäßig zum Walken im Hiller Moor unterwegs. Als pensionierter Polizist ist er besonders sensibel für die Problematik – zumal er früher selber die Anzeigen der Geschädigten aufgenommen hat. Er selber packe sich Schlüssel und Handy in die Jackentasche, wenn er das Auto abstelle. „Im Moor braucht man keine Wertsachen“, meint Ossenfort. Die Polizei in Minden rät in jedem Fall dazu, die Diebstähle anzuzeigen. Nur so könnten die Beamten Schwerpunkte und mögliche Zusammenhänge erkennen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.