Hille

Eurofighter sorgen erneut für lauten Knall

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Ein Eurofighter, der sich über der Gemeinde Hille befand, sorgte für den lauten Knall am Montagmorgen. Foto: Christophe Gateau/dpa - © Christophe Gateau
Ein Eurofighter, der sich über der Gemeinde Hille befand, sorgte für den lauten Knall am Montagmorgen. Foto: Christophe Gateau/dpa (© Christophe Gateau)

Hille (sbo). Erneut meldeten sich am Mittwoch Leser beim Mindener Tageblatt, weil sie am Morgen gegen 9.30 Uhr einen lauten Knall gehört und eine Druckwelle gespürt hatten. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein Knall für Spekulationen gesorgt.

Schließlich brachte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr Licht ins Dunkel. Mehrere Eurofighter mit Überschallgeschwindigkeit hatten für den großen Knall gesorgt. Wie eine erneute Anfrage ergab, waren auch am Mittwoch zwei Kampfflugzeuge für die Geräusche in der Gemeinde Hille verantwortlich.

Die Auswertung der Daten habe einen Flugbetrieb von zwei Eurofightern ergeben, wie das Luftfahrtamt am Donnerstag gegenüber dem MT mitteilte. Die beiden Flugzeuge flogen demnach um 9.24 Uhr in einer Höhe von rund 12.200 Metern in Schallgeschwindigkeit über Grund. Dabei habe die horizontale Entfernung zur Ortschaft Hille etwa 37 Kilometer betragen.

Bei dem Manöver handelte es sich laut der Behörde „um eine Abfangübung im Rahmen des Routinetrainingsflugbetriebs“. Außerdem sei der Einsatz unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen erfolgt.

Wie das Luftfahrtamt weiter mitteilt, dienten die Überschallflüge der Überprüfung der Funktion von Triebwerken, Steuerorganen und anderen Flugzeugsystemen. Insbesondere nach Instandsetzungsarbeiten und Kontrollen sei ein Testflug – auch im Überschallbereich – notwendig. Ein Flugzeug werde erst dann zur normalen Nutzung freigegeben, wenn alle Parameter innerhalb der vorgeschriebenen Norm lägen. Diese Vorgehensweise sei aus Flugsicherheitsgründen zwingend notwendig, heißt es.

Bei Überschallflügen erreiche ein Flugzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 330 Metern pro Sekunde. Das entspricht der Behörde zufolge rund 1.188 Kilometern pro Stunde beziehungsweise 641 Knoten und höher.

Eine Begleiterscheinung solcher Flüge sei der so genannte Überschallknall – dieser sei physikalisch bedingt und werde durch die aerodynamische Form des Flugzeuges, dessen Geschwindigkeit und Flughöhe sowie die meteorologischen Bedingungen bestimmt.

Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit würden Druckverdichtungen in der das Flugzeug umgebenden Atmosphäre auftreten, die sich durch Druckstöße entladen. Diese breiteten sich kegelförmig hinter der Schallquelle aus. Die Breite des Kegels könne bis zu 80 Kilometer betragen. Diese Druckstöße würden am Boden als Knall und Druckschwankung wahrgenommen.

Um die Auswirkungen der Flüge auf die Umwelt gering zu halten, habe die Bundeswehr Bestimmungen für Überschallflüge erlassen. Diese seien – außer an Feiertagen – von Montag bis Freitag im Zeitraum 8 bis 20 Uhr zulässig. In der Zeit von 12.30 bis 14 Uhr seien Überschallflüge zu unterlassen, sofern es keine zwingenden Einsatzgründe gäbe.

Die Mindesthöhe über Landgebieten beträgt demnach 36.000 Fuß – das sind etwa 10.800 Meter. Überschallflüge müssten radarüberwacht werden und der Flugweg sei so anzulegen, dass der Überschallknall dicht besiedeltes Gebiet nach Möglichkeit vermeidet, so das Luftfahrtamt.

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