Freie Christengemeinde Eickhorst feiert 60-jähriges Bestehen mit einem Dorffest

Kerstin Rickert

Pastor Fred Lenhart war schon in jedem Bundesland zu Hause. In Eickhorst aber fühle er sich besonders wohl, sagt der 53-Jährige. Foto: Kerstin Rickert - © Kerstin Rickert
Pastor Fred Lenhart war schon in jedem Bundesland zu Hause. In Eickhorst aber fühle er sich besonders wohl, sagt der 53-Jährige. Foto: Kerstin Rickert (© Kerstin Rickert)

Hille-Eickhorst(kr). „Drei Kirchengemeinden in einem Dorf von dieser Größe sind schon ungewöhnlich“, sagt Fred Lenhart. Der 53-Jährige, der vor zehn Jahren als Pastor zur Freien Christengemeinde Eickhorst kam, weiß, wovon er spricht. Geboren in Hamburg und aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Franken war er schon fast überall in Deutschland tätig. „Es gibt kein Bundesland, in dem ich nicht zu Hause war.“ In Eickhorst aber fühlt er sich besonders wohl. „Das Miteinander und das Vertrauensverhältnis sind so gut, wie ich es nirgendwo anders in Deutschland kennengelernt habe“, sagt Lenhart. Aus Dankbarkeit kam ihm die Idee, zum 60-jährigen Bestehen der Freien Christengemeinde ein großes Dorffest zu veranstalten.

„Wir blicken dankbar auf 60 Jahre in Eickhorst zurück und wollen diesen Anlass mit dem Dorf gemeinsam feiern“, sagt Lenhart. Bei der Kulturgemeinschaft Eickhorst sei er mit seinem Vorschlag auf Begeisterung gestoßen. „Wir möchten unsere Dankbarkeit ausdrücken. Für die Unterstützung der in der Kulturgemeinschaft vertretenen Vereine, Kirchen und Organisationen und dafür, dass es unsere Gemeinde noch gibt und sie sich so entwickelt hat“, sagt der Pastor.

„Am Anfang war es nicht ganz so einfach“, hat er sich sagen lassen. Durch eine Veranstaltungsreihe des „Jugend für Christus“-Evangelisten Gottfried Lauth auf dem Eickhorster Sportplatz Ende der 1950er Jahre hatten „Menschen zum Glauben gefunden“. Durch regelmäßige Glaubensversammlungen legten sie den Grundstein für die Gründung der dritten protestantischen Gemeinde neben der evangelischen Kirchengemeinde und der Baptistengemeinde in Eickhorst.

Über die Jahre habe sich aber „ein schönes Miteinander“ entwickelt, sagt Lenhart über die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, die er als Bereicherung empfindet. „Wir gestalten gemeinsame Gottesdienste und Gebetswochen. Wir haben verschiedene Glaubensstile, aber die Kernbotschaft, die Bibel, unterscheidet sich ja nicht. Es gibt nur verschiedene Verpackungen.“ Vor allem mit der Baptistengemeinde fühle man sich eng verbunden. „Die Unterschiede sind gar nicht so groß“, so der Pastor.

Was seine der weltweiten Pfingstbewegung angehörende Gemeinde präge, sei die „besondere Ausrichtung, dem Heiligen Geist Raum zu geben“. „Wir erwarten, dass Wunder geschehen, und manchmal passiert das auch.“ Aus dem Glauben erwachse eine „besondere Kraft, mit Gott reden zu können.“

Das Gespräch mit Gott stehe auch im Vordergrund der Gottesdienste, die keiner festgelegten Liturgie folgten. „Wir möchten zeigen, dass das Leben mit Gott keinen Gesetzen und Regeln unterworfen ist, sondern es einfach Spaß macht, mit ihm unterwegs zu sein“, erklärt Fred Lenhart. Entsprechend böten die Gottesdienste viel Raum für Anbetung und Lobpreis mit sehr moderner Musik.

Es gehe lebendig, fröhlich, frei und lebensnah zu. „Wir legen auch Wert auf Spontaneität und Flexibilität“, so Lenhart weiter. Das bedeute beispielsweise, dass die Gottesdienste sich nicht an strengen Zeitvorgaben orientierten, sondern auch mal länger dauerten, wenn die Gemeinde dies wünsche.

Rund 120 Gottesdienstbesucher finden sich laut Lenhart regelmäßig jeden Sonntag im Gebetssaal des Gemeindehauses ein. Parallel werden Programme für Kinder und Jugendliche angeboten. Für Mütter mit Kleinkindern steht ein abgetrennter Raum zur Verfügung, von wo aus sie den Gottesdienst durch ein Fenster und über Lautsprecher verfolgen können. Das Miteinander aller Generationen schätze er besonders, sagt der 53-Jährige. „Wir haben viele Familien mit Kindern. Auch Gründungsmitglieder sind noch dabei, manche sind schon über 90.“

Eine große Rolle spiele auch die Pfadfinder-Arbeit für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Werte wie Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein etwa würden hierbei spielerisch vermittelt, und es habe sich gezeigt, dass sich das im späteren Leben auszahle. „Wer bei den Pfadfindern war, nimmt vieles ganz anders wahr“, ist Fred Lenhart überzeugt.

Rund 80 Mitglieder hat die zur internationalen christlichen Pfadfinderschaft der „Royal Rangers“ gehörende Eickhorster Gruppe, die seit 30 Jahren besteht. Zu den Festtagen am Wochenende werden die Pfadfinder ihr Camp samt einer riesigen Jurtenburg am Gemeindehaus aufschlagen und Workshops anbieten. „Für das richtige Wetter haben wir bereits gebetet“, sagt Pastor Fred Lenhart.

Das Programm:

Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens und der Gründung der Eickhorster „Royal Rangers“ vor 30 Jahren lädt die Freie Christengemeinde Eickhorst am kommenden Wochenende zu einem zweitägigen Dorffest ein. Unter dem Motto „In Eickhorst wird gefeiert“ finden am Samstag, 21. September, ab 10 Uhr und am Sonntag, 22. September, ab 11 Uhr zahlreiche Aktionen in und um das Gemeindehaus, Eickhorster Dorfstraße 22, statt. Es gibt Spielstände zum Mitmachen für die ganze Familie, eine Hüpfburg mit Hindernisparcours, Live-Musik, Workshops und kulinarische Angebote sowie einen Fest-Gottesdienst am Sonntagnachmittag um 15 Uhr.

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Freie Christengemeinde Eickhorst feiert 60-jähriges Bestehen mit einem DorffestKerstin RickertHille-Eickhorst(kr). „Drei Kirchengemeinden in einem Dorf von dieser Größe sind schon ungewöhnlich“, sagt Fred Lenhart. Der 53-Jährige, der vor zehn Jahren als Pastor zur Freien Christengemeinde Eickhorst kam, weiß, wovon er spricht. Geboren in Hamburg und aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Franken war er schon fast überall in Deutschland tätig. „Es gibt kein Bundesland, in dem ich nicht zu Hause war.“ In Eickhorst aber fühlt er sich besonders wohl. „Das Miteinander und das Vertrauensverhältnis sind so gut, wie ich es nirgendwo anders in Deutschland kennengelernt habe“, sagt Lenhart. Aus Dankbarkeit kam ihm die Idee, zum 60-jährigen Bestehen der Freien Christengemeinde ein großes Dorffest zu veranstalten. „Wir blicken dankbar auf 60 Jahre in Eickhorst zurück und wollen diesen Anlass mit dem Dorf gemeinsam feiern“, sagt Lenhart. Bei der Kulturgemeinschaft Eickhorst sei er mit seinem Vorschlag auf Begeisterung gestoßen. „Wir möchten unsere Dankbarkeit ausdrücken. Für die Unterstützung der in der Kulturgemeinschaft vertretenen Vereine, Kirchen und Organisationen und dafür, dass es unsere Gemeinde noch gibt und sie sich so entwickelt hat“, sagt der Pastor. „Am Anfang war es nicht ganz so einfach“, hat er sich sagen lassen. Durch eine Veranstaltungsreihe des „Jugend für Christus“-Evangelisten Gottfried Lauth auf dem Eickhorster Sportplatz Ende der 1950er Jahre hatten „Menschen zum Glauben gefunden“. Durch regelmäßige Glaubensversammlungen legten sie den Grundstein für die Gründung der dritten protestantischen Gemeinde neben der evangelischen Kirchengemeinde und der Baptistengemeinde in Eickhorst. Über die Jahre habe sich aber „ein schönes Miteinander“ entwickelt, sagt Lenhart über die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, die er als Bereicherung empfindet. „Wir gestalten gemeinsame Gottesdienste und Gebetswochen. Wir haben verschiedene Glaubensstile, aber die Kernbotschaft, die Bibel, unterscheidet sich ja nicht. Es gibt nur verschiedene Verpackungen.“ Vor allem mit der Baptistengemeinde fühle man sich eng verbunden. „Die Unterschiede sind gar nicht so groß“, so der Pastor. Was seine der weltweiten Pfingstbewegung angehörende Gemeinde präge, sei die „besondere Ausrichtung, dem Heiligen Geist Raum zu geben“. „Wir erwarten, dass Wunder geschehen, und manchmal passiert das auch.“ Aus dem Glauben erwachse eine „besondere Kraft, mit Gott reden zu können.“ Das Gespräch mit Gott stehe auch im Vordergrund der Gottesdienste, die keiner festgelegten Liturgie folgten. „Wir möchten zeigen, dass das Leben mit Gott keinen Gesetzen und Regeln unterworfen ist, sondern es einfach Spaß macht, mit ihm unterwegs zu sein“, erklärt Fred Lenhart. Entsprechend böten die Gottesdienste viel Raum für Anbetung und Lobpreis mit sehr moderner Musik. Es gehe lebendig, fröhlich, frei und lebensnah zu. „Wir legen auch Wert auf Spontaneität und Flexibilität“, so Lenhart weiter. Das bedeute beispielsweise, dass die Gottesdienste sich nicht an strengen Zeitvorgaben orientierten, sondern auch mal länger dauerten, wenn die Gemeinde dies wünsche. Rund 120 Gottesdienstbesucher finden sich laut Lenhart regelmäßig jeden Sonntag im Gebetssaal des Gemeindehauses ein. Parallel werden Programme für Kinder und Jugendliche angeboten. Für Mütter mit Kleinkindern steht ein abgetrennter Raum zur Verfügung, von wo aus sie den Gottesdienst durch ein Fenster und über Lautsprecher verfolgen können. Das Miteinander aller Generationen schätze er besonders, sagt der 53-Jährige. „Wir haben viele Familien mit Kindern. Auch Gründungsmitglieder sind noch dabei, manche sind schon über 90.“ Eine große Rolle spiele auch die Pfadfinder-Arbeit für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Werte wie Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein etwa würden hierbei spielerisch vermittelt, und es habe sich gezeigt, dass sich das im späteren Leben auszahle. „Wer bei den Pfadfindern war, nimmt vieles ganz anders wahr“, ist Fred Lenhart überzeugt. Rund 80 Mitglieder hat die zur internationalen christlichen Pfadfinderschaft der „Royal Rangers“ gehörende Eickhorster Gruppe, die seit 30 Jahren besteht. Zu den Festtagen am Wochenende werden die Pfadfinder ihr Camp samt einer riesigen Jurtenburg am Gemeindehaus aufschlagen und Workshops anbieten. „Für das richtige Wetter haben wir bereits gebetet“, sagt Pastor Fred Lenhart. Das Programm: Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens und der Gründung der Eickhorster „Royal Rangers“ vor 30 Jahren lädt die Freie Christengemeinde Eickhorst am kommenden Wochenende zu einem zweitägigen Dorffest ein. Unter dem Motto „In Eickhorst wird gefeiert“ finden am Samstag, 21. September, ab 10 Uhr und am Sonntag, 22. September, ab 11 Uhr zahlreiche Aktionen in und um das Gemeindehaus, Eickhorster Dorfstraße 22, statt. Es gibt Spielstände zum Mitmachen für die ganze Familie, eine Hüpfburg mit Hindernisparcours, Live-Musik, Workshops und kulinarische Angebote sowie einen Fest-Gottesdienst am Sonntagnachmittag um 15 Uhr.