Hille

Noch nicht gebaut, schon umstritten: Pläne für Hiller Busbahnhof sorgen für Ärger

Stefanie Dullweber

Rund 1.200 Schüler nutzen täglich den Bus zur Verbundschule. Dreimal am Tag fahren hier etwa 20 Busse an und ab. Um die Verkehrsströme neu zu ordnen, soll der Busbahnhof umgestaltet werden. MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
Rund 1.200 Schüler nutzen täglich den Bus zur Verbundschule. Dreimal am Tag fahren hier etwa 20 Busse an und ab. Um die Verkehrsströme neu zu ordnen, soll der Busbahnhof umgestaltet werden. MT- (© Foto: Stefanie Dullweber)

Hille (mt). Mit den Planungen zum Neubaugebiet „In der Loge“ zwischen Schlandorfstraße und Mühlenstraße in Hille (das MT berichtete) ist auch der Busbahnhof an der Verbundschule in den Fokus der Gemeinde Hille gerückt. Weil die Verantwortlichen die Schlandorfstraße vom Verkehr entlasten wollen, ist es das Ziel, die An- und Abfahrten zur Schule schwerpunktmäßig nur noch über die Mindener Straße, die Von-Oeynhausen-Straße beziehungsweise die Mühlenstraße und die Feldstraße abzuwickeln.

Die Verwaltung stellte die Pläne jetzt den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport vor. Die befürchten, dass mit der Neuordnung der Verkehrsströme ein neuer Schwerpunkt geschaffen wird. Sie fordern , dass zunächst geprüft wird, wie viel Verkehr beispielsweise die Von-Oeynhausen-Straße verkraftet und ob diese möglicherweise zunächst für den Begegnungsverkehr erweitert werden muss.

Laut Angaben der Gemeinde Hille nutzen rund 1.200 der 1.600 Schüler den Bus zur Verbundschule. Täglich gebe es hier etwa 20 An- und Abfahrten. Um den Verkehr künftig umzulenken und damit die Schlandorfstraße zu entlasten, müsste die Haltestellenanlage umgebaut werden, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Bernd Küchhold den Politikern. Der vorhandene Busbahnhof sei zudem nicht barrierefrei und es gebe kaum Möglichkeiten, sich bei Regen unterzustellen.

Der Gesetzgeber habe das Ziel formuliert, eine vollständige Barrierefreiheit von Haltestellen bis zum 1. Januar 2022 zu erreichen. Die Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (mhv) habe hierzu für den Nahverkehr eine Prioritätenliste erstellt. Die Haltestellen an der Verbundschule und an der Apotheke in Hille hätten die höchste Prioritätsstufe bekommen, so Küchhold weiter.

Die gute Nachricht: 90 Prozent der Gesamtkosten sowie vier Prozent der Planungskosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Förderstellen sind Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und VerkehrsVerbund OstWestfalenLippe (VVOWL). Einen Antrag bei diesen Stellen hat die Gemeinde bereits eingereicht, sagte Küchhold. Die Planungskosten seien in den Haushalt 2019 eingestellt worden. Die Umgestaltung kostet nach ersten Schätzungen 1,9 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde läge demnach bei 210.000 Euro – die Planungskosten sind hier allerdings noch nicht mit eingerechnet. Mit der Planung des Busbahnhofs hat die Gemeinde das Ingenieurbüro Bockermann + Fritze beauftragt.

Diplom-Ingenieur Christoph Meinert stellte die ersten Ergebnisse vor. Demzufolge gibt es neben dem Busbahnhof an der Von-Oeynhausen-Straße mit einer Größe von 2.800 Quadratmetern einen weiteren Haltebereich für Busse an der Mühlenstraße mit einer Größe von 1.050 Quadratmetern. Geplant sei eine Zusammenlegung beider Bereiche am jetzigen Busbahnhof. Das Ingenieurbüro zeigte in einer ersten Zeichnung sechs Haltestellen für Gelenkomnibusse und sechs Stellplätze für Soloomnibusse. Weil die Fahrzeug keine 180-Grad-Kurve fahren können, seien zudem einige Umbauarbeiten nötig, für die auch mehrere Bäume weichen müssten, so Meinert weiter.

Laut Förderrichtlinien werden die Haltebereiche für Normalbusse mit 150.000 Euro je Stellplatz gefördert, bei Gelenkbussen sind es 225.000 Euro. Außerdem gibt es 10.000 Euro je Wartehalle und auch der Bau von Unterständen für Fahrräder werde finanziell unterstützt.

Zum weiteren Vorgehen sagte der Planer, dass die Entwürfe in diesem Herbst noch überarbeitet würden, damit im Frühjahr 2020 mit der Ausschreibung begonnen werden könnte. Die Umbauarbeiten am Busbahnhof seien von Herbst 2020 bis Sommer 2021 geplant.

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HilleNoch nicht gebaut, schon umstritten: Pläne für Hiller Busbahnhof sorgen für ÄrgerStefanie DullweberHille (mt). Mit den Planungen zum Neubaugebiet „In der Loge“ zwischen Schlandorfstraße und Mühlenstraße in Hille (das MT berichtete) ist auch der Busbahnhof an der Verbundschule in den Fokus der Gemeinde Hille gerückt. Weil die Verantwortlichen die Schlandorfstraße vom Verkehr entlasten wollen, ist es das Ziel, die An- und Abfahrten zur Schule schwerpunktmäßig nur noch über die Mindener Straße, die Von-Oeynhausen-Straße beziehungsweise die Mühlenstraße und die Feldstraße abzuwickeln. Die Verwaltung stellte die Pläne jetzt den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport vor. Die befürchten, dass mit der Neuordnung der Verkehrsströme ein neuer Schwerpunkt geschaffen wird. Sie fordern , dass zunächst geprüft wird, wie viel Verkehr beispielsweise die Von-Oeynhausen-Straße verkraftet und ob diese möglicherweise zunächst für den Begegnungsverkehr erweitert werden muss. Laut Angaben der Gemeinde Hille nutzen rund 1.200 der 1.600 Schüler den Bus zur Verbundschule. Täglich gebe es hier etwa 20 An- und Abfahrten. Um den Verkehr künftig umzulenken und damit die Schlandorfstraße zu entlasten, müsste die Haltestellenanlage umgebaut werden, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Bernd Küchhold den Politikern. Der vorhandene Busbahnhof sei zudem nicht barrierefrei und es gebe kaum Möglichkeiten, sich bei Regen unterzustellen. Der Gesetzgeber habe das Ziel formuliert, eine vollständige Barrierefreiheit von Haltestellen bis zum 1. Januar 2022 zu erreichen. Die Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (mhv) habe hierzu für den Nahverkehr eine Prioritätenliste erstellt. Die Haltestellen an der Verbundschule und an der Apotheke in Hille hätten die höchste Prioritätsstufe bekommen, so Küchhold weiter. Die gute Nachricht: 90 Prozent der Gesamtkosten sowie vier Prozent der Planungskosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Förderstellen sind Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und VerkehrsVerbund OstWestfalenLippe (VVOWL). Einen Antrag bei diesen Stellen hat die Gemeinde bereits eingereicht, sagte Küchhold. Die Planungskosten seien in den Haushalt 2019 eingestellt worden. Die Umgestaltung kostet nach ersten Schätzungen 1,9 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde läge demnach bei 210.000 Euro – die Planungskosten sind hier allerdings noch nicht mit eingerechnet. Mit der Planung des Busbahnhofs hat die Gemeinde das Ingenieurbüro Bockermann + Fritze beauftragt. Diplom-Ingenieur Christoph Meinert stellte die ersten Ergebnisse vor. Demzufolge gibt es neben dem Busbahnhof an der Von-Oeynhausen-Straße mit einer Größe von 2.800 Quadratmetern einen weiteren Haltebereich für Busse an der Mühlenstraße mit einer Größe von 1.050 Quadratmetern. Geplant sei eine Zusammenlegung beider Bereiche am jetzigen Busbahnhof. Das Ingenieurbüro zeigte in einer ersten Zeichnung sechs Haltestellen für Gelenkomnibusse und sechs Stellplätze für Soloomnibusse. Weil die Fahrzeug keine 180-Grad-Kurve fahren können, seien zudem einige Umbauarbeiten nötig, für die auch mehrere Bäume weichen müssten, so Meinert weiter. Laut Förderrichtlinien werden die Haltebereiche für Normalbusse mit 150.000 Euro je Stellplatz gefördert, bei Gelenkbussen sind es 225.000 Euro. Außerdem gibt es 10.000 Euro je Wartehalle und auch der Bau von Unterständen für Fahrräder werde finanziell unterstützt. Zum weiteren Vorgehen sagte der Planer, dass die Entwürfe in diesem Herbst noch überarbeitet würden, damit im Frühjahr 2020 mit der Ausschreibung begonnen werden könnte. Die Umbauarbeiten am Busbahnhof seien von Herbst 2020 bis Sommer 2021 geplant.