Hille

Glanzlose Premiere: Die Hiller Herbstkirmes hat die Erwartungen nicht erfüllt

Carsten Korfesmeyer

Auf dem Gelände der Herbstkirmes tummeln sich nur wenige Besucher. Mit lediglich 25 Ausstellern blieb die von Luis Fischer ausgerichtete Veranstaltung recht überschaubar. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer
Auf dem Gelände der Herbstkirmes tummeln sich nur wenige Besucher. Mit lediglich 25 Ausstellern blieb die von Luis Fischer ausgerichtete Veranstaltung recht überschaubar. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer

Hille (mt). Offen spricht der Veranstalter der Hiller Herbstkirmes das aus, was die meisten Gäste und Aussteller ohnehin denken. „Es war zu wenig los", sagt Luis Fischer am Montag gegenüber dem MT. Drei Tage auf dem Hiller Marktplatz liegen hinter dem 29-Jährigen, an denen die rund 50 Meter lange Jahrmarktgasse nur spärlich besucht war. Entmutigt ist der Mindener dadurch aber keineswegs. Im kommenden Jahr soll es eine weitere Auflage geben. Die werde wesentlich größer ausfallen. So geht er davon aus, den Besuchern neben weiteren Fahrgeschäften auch ein Festzelt bieten zu können. „Und dann auch einen Flohmarkt", sagt er. Denn der war für das vergangene Wochenende zwar angekündigt, fand aber aus unerklärlichem Grund nicht statt.

Fischer richtete die Herbstkirmes zum ersten Mal aus, nachdem sich die Gemeinde als Veranstalter zurückgezogen hatte. Er glaubt fest an dieses Event und ist damit offensichtlich nicht alleine. Von den 25 Ausstellern der 2019er-Auflage habe er das klare Signal bekommen, weiter zu machen. Als Grund für die mäßige Resonanz vom Wochenende nennt er vor allem Zeit, die ihm davon lief. Zu spät habe er sich mit der Gemeinde einigen können.

Philip Sielaff (von links), Miriam Mensel und Felix Wagner haben den Hiller Marktplatz nur schwer gefunden. Ihnen fehlten die Hinweisschilder.
Philip Sielaff (von links), Miriam Mensel und Felix Wagner haben den Hiller Marktplatz nur schwer gefunden. Ihnen fehlten die Hinweisschilder.

„Nächstes Jahr wird es besser", sagt Fischer. Er, der für die siebte Generation einer Mindener Schaustellerfamilie steht, will früh mit den Vorbereitungen starten. Außerdem hat er vor, intensiver Werbung zu machen. Mit 500 Plakaten will er im kommenden Jahr auf seine Herbstkirmes hinweisen.

Hinweisschilder hätte sich beispielsweise auch Miriam Mensel gewünscht, die am Samstagnachmittag mit Philip Sielaff und Felix Wagner auf der Herbstkirmes zu Gast ist. Hinter dem Trio liegt eine Strecke von 13 Kilometern, die es mit dem Rad zurückgelegt hat. „Wir haben den Marktplatz erst gar nicht gefunden", sagt die Frau aus Minderheide, die aus dem Ruhrgebiet stammt. Dort sei sie wesentlich größere Events gewöhnt. „Unter einer Kirmes stelle ich mir schon was anderes vor", sagt sie. Philip Sielaff äußert sich ähnlich und sagt auch, dass er enttäuscht ist. „Die Herbstkirmes hatten wir extra als Ziel unserer Radtour ausgesucht", sagt er.

Die wenigen Besucher die kommen, lassen sich ihre gute Laune allerdings nicht nehmen. Die drei Radfahrer stehen an einem Getränkestand und erzählen, auf jeden Fall noch ein wenig bleiben zu wollen. Ähnlich äußern sich auch Anna Stobbe und Jörg Schütte, die mit Mateo (5), Simon (9) und Jonas (13) die Veranstaltung besuchen. Sie sind vor allem deshalb da, damit die Kinder ihren Spaß haben. „Wir suchen uns eher etwas zum Essen", sagt Schütte.

Mateo setzt sich ins Kinderkarussel, Jonas geht an den Schießstand und Simon kündigt an, auf jeden Fall den „Twister" ausprobieren zu wollen. Das Fahrgeschäft, das seine Gäste hoch über dem Marktplatz kreisen lässt, gehört Luis Fischer. Und der hat damit auch noch Pech. Freitagabend gab es urplötzlich Probleme mit der Stromversorgung. Nach eigenen Worten benötigte er für die Reparatur ein Ersatzteil, das nur schwer aufzutreiben war. „Samstag und Sonntag lief der Twister aber reibungslos", sagt Fischer.

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HilleGlanzlose Premiere: Die Hiller Herbstkirmes hat die Erwartungen nicht erfülltCarsten KorfesmeyerHille (mt). Offen spricht der Veranstalter der Hiller Herbstkirmes das aus, was die meisten Gäste und Aussteller ohnehin denken. „Es war zu wenig los", sagt Luis Fischer am Montag gegenüber dem MT. Drei Tage auf dem Hiller Marktplatz liegen hinter dem 29-Jährigen, an denen die rund 50 Meter lange Jahrmarktgasse nur spärlich besucht war. Entmutigt ist der Mindener dadurch aber keineswegs. Im kommenden Jahr soll es eine weitere Auflage geben. Die werde wesentlich größer ausfallen. So geht er davon aus, den Besuchern neben weiteren Fahrgeschäften auch ein Festzelt bieten zu können. „Und dann auch einen Flohmarkt", sagt er. Denn der war für das vergangene Wochenende zwar angekündigt, fand aber aus unerklärlichem Grund nicht statt. Fischer richtete die Herbstkirmes zum ersten Mal aus, nachdem sich die Gemeinde als Veranstalter zurückgezogen hatte. Er glaubt fest an dieses Event und ist damit offensichtlich nicht alleine. Von den 25 Ausstellern der 2019er-Auflage habe er das klare Signal bekommen, weiter zu machen. Als Grund für die mäßige Resonanz vom Wochenende nennt er vor allem Zeit, die ihm davon lief. Zu spät habe er sich mit der Gemeinde einigen können. „Nächstes Jahr wird es besser", sagt Fischer. Er, der für die siebte Generation einer Mindener Schaustellerfamilie steht, will früh mit den Vorbereitungen starten. Außerdem hat er vor, intensiver Werbung zu machen. Mit 500 Plakaten will er im kommenden Jahr auf seine Herbstkirmes hinweisen. Hinweisschilder hätte sich beispielsweise auch Miriam Mensel gewünscht, die am Samstagnachmittag mit Philip Sielaff und Felix Wagner auf der Herbstkirmes zu Gast ist. Hinter dem Trio liegt eine Strecke von 13 Kilometern, die es mit dem Rad zurückgelegt hat. „Wir haben den Marktplatz erst gar nicht gefunden", sagt die Frau aus Minderheide, die aus dem Ruhrgebiet stammt. Dort sei sie wesentlich größere Events gewöhnt. „Unter einer Kirmes stelle ich mir schon was anderes vor", sagt sie. Philip Sielaff äußert sich ähnlich und sagt auch, dass er enttäuscht ist. „Die Herbstkirmes hatten wir extra als Ziel unserer Radtour ausgesucht", sagt er. Die wenigen Besucher die kommen, lassen sich ihre gute Laune allerdings nicht nehmen. Die drei Radfahrer stehen an einem Getränkestand und erzählen, auf jeden Fall noch ein wenig bleiben zu wollen. Ähnlich äußern sich auch Anna Stobbe und Jörg Schütte, die mit Mateo (5), Simon (9) und Jonas (13) die Veranstaltung besuchen. Sie sind vor allem deshalb da, damit die Kinder ihren Spaß haben. „Wir suchen uns eher etwas zum Essen", sagt Schütte. Mateo setzt sich ins Kinderkarussel, Jonas geht an den Schießstand und Simon kündigt an, auf jeden Fall den „Twister" ausprobieren zu wollen. Das Fahrgeschäft, das seine Gäste hoch über dem Marktplatz kreisen lässt, gehört Luis Fischer. Und der hat damit auch noch Pech. Freitagabend gab es urplötzlich Probleme mit der Stromversorgung. Nach eigenen Worten benötigte er für die Reparatur ein Ersatzteil, das nur schwer aufzutreiben war. „Samstag und Sonntag lief der Twister aber reibungslos", sagt Fischer.