Hartum

Das Hartumer Flohmarkthaus öffnet am Samstag zum letzten Mal seine Tür

Stefanie Dullweber

Margit Dodd möchte sich von dem Papp-Aufsteller trennen, der die Dallas-Figur J. R. Ewing zeigt.
Margit Dodd möchte sich von dem Papp-Aufsteller trennen, der die Dallas-Figur J. R. Ewing zeigt.

Hille-Hartum (mt). Margit Dodd liebt Flohmärkte, sie mag es zu handeln und mit anderen Trödlern zu fachsimpeln. „Aber wenn aus dem Hobby eine Pflicht wird, ist es Zeit, aufzuhören“, sagt sie. Als sie vor viereinhalb Jahren vor der Mammutaufgabe stand, drei Haushalte aufzulösen und das, was Generationen vor ihr angesammelt hatten, loszuwerden, eröffnet sie das Flohmarkthaus in Hartum. Das Gebäude an der Oberen Straße 12 gehört ebenfalls zum Nachlass. „Deshalb bot es sich an, hier die Sachen zu verkaufen“, erklärt Margit Dodd. Am Samstag, 14. September, öffnet sie von 9 bis 17 Uhr ein letztes Mal die Tür.

Die Masse an Möbeln, Geschirr, Kleidung, Haushaltsgegenständen und jeder Menge Kuriositäten stammt allein aus dem Nachlass der Familie. „Die Verwandten meines Mannes waren alle Jäger und Sammler und hatten dazu noch sehr kreative Hobbys“, erzählt die Hillerin. Und weil sie und ihr Mann die einzigen Angehörigen sind, die in der Nähe wohnen, hat Margit Dodd die Initiative ergriffen und beschlossen, für die unzähligen Dinge neue Besitzer zu finden. „Es hätte mir in der Seele weh getan, die ganzen Sachen wegzuschmeißen.“

Das alte Steuerrad hat einen Durchmesser von etwa 1,60 Metern und ist ein echter Hingucker. MT-Fotos: Stefanie Dullweber
Das alte Steuerrad hat einen Durchmesser von etwa 1,60 Metern und ist ein echter Hingucker. MT-Fotos: Stefanie Dullweber

Das Flohmarkthaus selbst hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde in der Vergangenheit nicht nur als Wohnhaus genutzt, sondern auch als Lebensmittelgeschäft, Metzgerei und zuletzt als Einrichtungsgeschäft für maritime Kellerbars. 20 Jahre stand das Ladengeschäft leer, bevor Margit Dodd daraus ein Flohmarkthaus machte. „Ich hatte mir ein Jahr Zeit gegeben, um alles loszuwerden. Daraus sind mittlerweile viereinhalb Jahre geworden.“

An jedem zweiten Samstag im Monat war der Laden von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Zunächst hätte sie gar nicht alles im Geschäft unterbringen können, sagt Margit Dodd. Immer wieder konnte die Trödel-Expertin etwas Neues nachlegen. Manchmal organisierte sie sogar Thementage – Bilder und Rahmen, Kleidung oder schönes Geschirr. Und die Kunden entdeckten so bei jedem Besuch wieder neue Schätze. Viele seien so zu Stammkunden geworden.

Eine Erinnerung an eine Silberhochzeit.
Eine Erinnerung an eine Silberhochzeit.

Besonders stolz ist Margit Dodd darauf, dass sie selber nichts mit nach Hause genommen hat, obwohl ihr das eine oder andere Teil gut gefallen hat. „Und ich habe auch keinen Trödel von anderen angenommen, trotzdem es viele Angebote gab“, sagt sie. Obwohl es im Laden immer noch viel zu entdecken gibt, ist das meiste verkauft. „Den Rest packe ich in Kisten und gehe damit auf Flohmärkte.“

Für Samstag hofft Margit Dodd noch einmal auf viele Besucher, mit denen sie zum Abschluss auf das Flohmarkthaus anstoßen möchte. „Jeder ist noch einmal herzlich eingeladen – egal, ob er etwas kaufen möchte, oder nicht.“ Und vielleicht wechselt das eine oder andere Teil ja noch den Besitzer. Da wartet beispielsweise noch der Papp-Aufsteller von J. R. Ewing – der Kult-Figur aus der Serie Dallas. Oder das alte Steuerrad – vermutlich aus der Rheinschifffahrt – mit einem Durchmesser von 1,60 Metern. Zu verkaufen hat Margit Dodd außerdem noch ein Spinnrad, handgefertigte Stühle, Nähmaschinen, eine alte Bettpfanne sowie jede Menge Geschirr, Gläser, Bilder, Bücher und eine Aussteuer-Truhe aus Holz. Außerdem gibt es eine Männer-Abteilung mit Werkzeug und einen Raum für Kinder mit Spielzeug. „Ich habe hier keine Reichtümer angehäuft, aber ich denke, ich kann trotzdem ein bisschen stolz auf mich sein“, sagt Margit Dodd rückblickend.

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HartumDas Hartumer Flohmarkthaus öffnet am Samstag zum letzten Mal seine TürStefanie DullweberHille-Hartum (mt). Margit Dodd liebt Flohmärkte, sie mag es zu handeln und mit anderen Trödlern zu fachsimpeln. „Aber wenn aus dem Hobby eine Pflicht wird, ist es Zeit, aufzuhören“, sagt sie. Als sie vor viereinhalb Jahren vor der Mammutaufgabe stand, drei Haushalte aufzulösen und das, was Generationen vor ihr angesammelt hatten, loszuwerden, eröffnet sie das Flohmarkthaus in Hartum. Das Gebäude an der Oberen Straße 12 gehört ebenfalls zum Nachlass. „Deshalb bot es sich an, hier die Sachen zu verkaufen“, erklärt Margit Dodd. Am Samstag, 14. September, öffnet sie von 9 bis 17 Uhr ein letztes Mal die Tür. Die Masse an Möbeln, Geschirr, Kleidung, Haushaltsgegenständen und jeder Menge Kuriositäten stammt allein aus dem Nachlass der Familie. „Die Verwandten meines Mannes waren alle Jäger und Sammler und hatten dazu noch sehr kreative Hobbys“, erzählt die Hillerin. Und weil sie und ihr Mann die einzigen Angehörigen sind, die in der Nähe wohnen, hat Margit Dodd die Initiative ergriffen und beschlossen, für die unzähligen Dinge neue Besitzer zu finden. „Es hätte mir in der Seele weh getan, die ganzen Sachen wegzuschmeißen.“ Das Flohmarkthaus selbst hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde in der Vergangenheit nicht nur als Wohnhaus genutzt, sondern auch als Lebensmittelgeschäft, Metzgerei und zuletzt als Einrichtungsgeschäft für maritime Kellerbars. 20 Jahre stand das Ladengeschäft leer, bevor Margit Dodd daraus ein Flohmarkthaus machte. „Ich hatte mir ein Jahr Zeit gegeben, um alles loszuwerden. Daraus sind mittlerweile viereinhalb Jahre geworden.“ An jedem zweiten Samstag im Monat war der Laden von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Zunächst hätte sie gar nicht alles im Geschäft unterbringen können, sagt Margit Dodd. Immer wieder konnte die Trödel-Expertin etwas Neues nachlegen. Manchmal organisierte sie sogar Thementage – Bilder und Rahmen, Kleidung oder schönes Geschirr. Und die Kunden entdeckten so bei jedem Besuch wieder neue Schätze. Viele seien so zu Stammkunden geworden. Besonders stolz ist Margit Dodd darauf, dass sie selber nichts mit nach Hause genommen hat, obwohl ihr das eine oder andere Teil gut gefallen hat. „Und ich habe auch keinen Trödel von anderen angenommen, trotzdem es viele Angebote gab“, sagt sie. Obwohl es im Laden immer noch viel zu entdecken gibt, ist das meiste verkauft. „Den Rest packe ich in Kisten und gehe damit auf Flohmärkte.“ Für Samstag hofft Margit Dodd noch einmal auf viele Besucher, mit denen sie zum Abschluss auf das Flohmarkthaus anstoßen möchte. „Jeder ist noch einmal herzlich eingeladen – egal, ob er etwas kaufen möchte, oder nicht.“ Und vielleicht wechselt das eine oder andere Teil ja noch den Besitzer. Da wartet beispielsweise noch der Papp-Aufsteller von J. R. Ewing – der Kult-Figur aus der Serie Dallas. Oder das alte Steuerrad – vermutlich aus der Rheinschifffahrt – mit einem Durchmesser von 1,60 Metern. Zu verkaufen hat Margit Dodd außerdem noch ein Spinnrad, handgefertigte Stühle, Nähmaschinen, eine alte Bettpfanne sowie jede Menge Geschirr, Gläser, Bilder, Bücher und eine Aussteuer-Truhe aus Holz. Außerdem gibt es eine Männer-Abteilung mit Werkzeug und einen Raum für Kinder mit Spielzeug. „Ich habe hier keine Reichtümer angehäuft, aber ich denke, ich kann trotzdem ein bisschen stolz auf mich sein“, sagt Margit Dodd rückblickend.