Hille

Spatenstich für den Neubau der Kreisleitstelle: "Minden ade, Hille olé"

Stefanie Dullweber

Erfreulicherweise wirbelten die Beteiligten beim Spatenstich nur symbolisch Staub auf – denn alle Anwesenden waren sich am Mittwochmorgen einig, dass man mit Hille den besten Standort für den Neubau des Feuerwehrtechnische Zentrums inklusive Leitstelle und Rettungswache gefunden hat. MT- - © Foto: Alex Lehn
Erfreulicherweise wirbelten die Beteiligten beim Spatenstich nur symbolisch Staub auf – denn alle Anwesenden waren sich am Mittwochmorgen einig, dass man mit Hille den besten Standort für den Neubau des Feuerwehrtechnische Zentrums inklusive Leitstelle und Rettungswache gefunden hat. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Hille (mt). Kreisbrandmeister Michael Schäfer nahm sein neues Büro am Mittwochmorgen schon mal in Augenschein – oder besser gesagt die Fläche, auf der es in den kommenden Monaten entstehen wird. Er freue sich auf Hille, sagte der Portaner, auch wenn sich sein Arbeitsweg verdoppeln würde. Wichtiger als die Ausstattung seines eigenen Büro seien ihm allerdings die guten Ausbildungsmöglichkeiten für die Feuerwehrleute, so Schäfer. Was auf seinem künftigen Schreibtisch nicht fehlen darf, steht für ihn schon fest. Fotos seiner Familie – der Frau, den Kindern und den Enkeln.

Der Neubau des feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) inklusive Leitstelle und Rettungswache in Hille ist einen entscheidenden Schritt weiter. Am Mittwochmorgen trafen sich alle Beteiligten – auf Einladung des Kreises Minden-Lübbecke als Bauherrn – für den symbolischen Spatenstich. Gebaggert wird an der Eickhorster Straße zwar schon, allerdings dienen die Arbeiten momentan noch der Vorbereitung. Die Errichtung des Rohbaus ist für das Frühjahr 2020 terminiert. Im Herbst 2021 soll die Leitstelle in Betrieb gehen. Bis zur Fertigstellung des Neubaukomplexes bleibt die Leitstelle in Minden.

Blick auf die Baustelle: An der Eickhorster Straße finden Tiefbauarbeiten statt. Mit dem Bau der Kreisleitstelle wird im Frühjahr 2020 begonnen. MT- - © Foto: Alex Lehn
Blick auf die Baustelle: An der Eickhorster Straße finden Tiefbauarbeiten statt. Mit dem Bau der Kreisleitstelle wird im Frühjahr 2020 begonnen. MT- (© Foto: Alex Lehn)

„Momentan laufen die Tiefbauarbeiten und es werden Leitungen verlegt“, sagte Architektin Katja Beiß. Bis zum Jahresende würden somit bereits 1,7 Millionen Euro verbaut. Die Gesamtkosten beziffert der Kreis mit 28 Millionen Euro. Sowohl mit den Baukosten als auch mit dem Zeitplan seien sie aktuell im Soll, bestätigte Architekt Rainer Mende. Das gilt auch für den Bau der Linksabbiegespur, die in den Sommerferien entstanden ist. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 160.000 Euro seien eingehalten worden, wie Kreis-Dezernent Lutz Freiberg gegenüber dem MT bestätigte. Auch in Sachen Bodengutachten gab Freiberg Entwarnung. Es seien keine Besonderheiten festgestellt worden.

Die Architekten Katja Beiß und Rainer Mende leiten das Projekt und stellten am Mittwoch die Planungen vor. MT- - © Foto: Alex Lehn
Die Architekten Katja Beiß und Rainer Mende leiten das Projekt und stellten am Mittwoch die Planungen vor. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Die Architekten stellten am Mittwoch die aktuellen Planungen für das FTZ vor, das auf einer Fläche von rund 21.000 Quadratmetern entsteht. Auf zwei Geschossen und einer Gesamtfläche von 5.600 Quadratmetern sind im Obergeschoss die Kreisleitstelle, – „das Herzstück des Gebäudes“ – ein Krisenstabsraum, die Einsatzleitung, Verwaltungsbüros, Ruhe- und Schulungsräume, Umkleiden und eine Kantine untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich die Rettungswache, die Technik der Leitstelle, Atemschutzstrecke, Schlauchwerkstatt, ein Fitnessraum sowie die große Fahrzeughalle mit Lagerräumen. Im Außenbereich gibt es ein rund 4.000 Quadratmeter großes Übungsgelände. Hier trainieren die Feuerwehrleute beispielsweise das Löschen von Wohnhausbränden, die Rettung Verschütteter, Rettungsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen und das Beseitigen von Gefahrstoffen.

„Die Feuerwehrleute verdienen bestmögliche Übungsmöglichkeiten“, sagte Hilles Bürgermeister Michael Schweiß (SPD), der den Spatenstich als einen „ganz großen Tag für die Gemeinde“ bezeichnete. Schweiß begrüßte die Entscheidung des Kreises, das FTZ in Hille – und damit für alle zentral erreichbar – zu bauen. Und der Bürgermeister räumte auch mit einem in Hille offenbar hartnäckigen Gerücht auf: „Nein, das Feuerwehrgerätehaus in Hille wird nicht abgerissen.“

Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) erklärte, dass der Zivil- und Bevölkerungsschutz eine der zentralen Aufgaben des Kreises sei. Mit dem Neubau des FTZs strebe der Kreis eine bestmögliche Notfallversorgung für die Bürger an. So sei zum Beispiel die Ausfallsicherheit zu 99,99 Prozent gewährleistet, weil alle wichtigen Komponenten wie Technik, Energieversorgung und Telekommunikation doppelt zur Verfügung stünden. Die Vorfreude auf den neuen Standort kommentierte Niermann mit einem sicherlich nicht ganz ernst gemeinten „Minden ade, Hille olé“, bevor er gemeinsam mit den anderen Ehrengästen zum Spaten griff und symbolisch Erde in die Luft wirbelte. Die wahren Helden auf der Baustelle seien jedoch die ausführenden Firmen, betonte Niermann und so griff man allgemein – statt zum Spaten – lieber bei Häppchen und kühlen Getränken zu.

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