Kommentar zur Bürgermeisterwahl in Hille: Bürger wollen Klarheit

Carsten Korfesmeyer

MT- - © Foto: Alex Lehn
MT- (© Foto: Alex Lehn)

Der Bürgermeister wird Gründe für das beharrliche Schweigen in der K-Frage haben. Nach außen wirkt dieses Zögern allerdings wie Unsicherheit und mangelnde Entscheidungsfreude – genau das Gegenteil würden sich Bürger von einem Verwaltungschef wünschen.

Sich 13 Monate vor einer Wahl noch nicht zu positionieren, sorgt im Wahlkampf bestimmt für kein Zeitproblem. Aber es weckt einen Eindruck. Denn nach Begeisterung und Herzblut für den Job klingt Geheimniskrämerei nicht. Dass sich alle anderen amtierenden Bürgermeister längst festgelegt haben, verstärkt so einen Eindruck nur – und macht ihn prinzipiell erst sichtbar.

Obendrein ist der Bürgermeister-Job kein gewöhnlicher. Wer das Amt besetzt, steht nun einmal in der Öffentlichkeit. Die Menschen sehen im Verwaltungschef einen Ansprechpartner und ihr Wunsch, zu wissen, ob er weiter macht oder nicht, ist nachvollziehbar. So gesehen ist die Entscheidung über die persönliche berufliche Zukunft mehr als eine reine Privatsache.

Die Hiller Bürger möchten in der Sache Bescheid wissen – und das nicht erst kurz vor Ende der Bewerberfrist. Im Verzichtsfall könnte einem möglichen neuen Kandidaten obendrein noch die Zeit fehlen, sich ausführlich mit seinen Ideen, Zielen und Ansichten in der Bevölkerung zu präsentieren. Im Sinne der Sache wäre so etwas nicht.

Dass die Politik eine Entscheidung wünscht, allerdings in Seelenruhe auf diese wartet und damit ebenfalls Zeit verstreichen lässt, tut auch nicht gut. Gut ist, dass sie irgendwann getroffen werden muss.

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Kommentar zur Bürgermeisterwahl in Hille: Bürger wollen KlarheitCarsten KorfesmeyerDer Bürgermeister wird Gründe für das beharrliche Schweigen in der K-Frage haben. Nach außen wirkt dieses Zögern allerdings wie Unsicherheit und mangelnde Entscheidungsfreude – genau das Gegenteil würden sich Bürger von einem Verwaltungschef wünschen. Sich 13 Monate vor einer Wahl noch nicht zu positionieren, sorgt im Wahlkampf bestimmt für kein Zeitproblem. Aber es weckt einen Eindruck. Denn nach Begeisterung und Herzblut für den Job klingt Geheimniskrämerei nicht. Dass sich alle anderen amtierenden Bürgermeister längst festgelegt haben, verstärkt so einen Eindruck nur – und macht ihn prinzipiell erst sichtbar. Obendrein ist der Bürgermeister-Job kein gewöhnlicher. Wer das Amt besetzt, steht nun einmal in der Öffentlichkeit. Die Menschen sehen im Verwaltungschef einen Ansprechpartner und ihr Wunsch, zu wissen, ob er weiter macht oder nicht, ist nachvollziehbar. So gesehen ist die Entscheidung über die persönliche berufliche Zukunft mehr als eine reine Privatsache. Die Hiller Bürger möchten in der Sache Bescheid wissen – und das nicht erst kurz vor Ende der Bewerberfrist. Im Verzichtsfall könnte einem möglichen neuen Kandidaten obendrein noch die Zeit fehlen, sich ausführlich mit seinen Ideen, Zielen und Ansichten in der Bevölkerung zu präsentieren. Im Sinne der Sache wäre so etwas nicht. Dass die Politik eine Entscheidung wünscht, allerdings in Seelenruhe auf diese wartet und damit ebenfalls Zeit verstreichen lässt, tut auch nicht gut. Gut ist, dass sie irgendwann getroffen werden muss.