Hartum

Energie fürs Rathaus: Statiker gibt Ok für Photovoltaikanlage

Stefanie Dullweber

Die Gemeinde Hille setzt auf Photovoltaik-Anlagen. Ein Berater hat ermittelt, welche Flächen für Solaranlagen genutzt werden könnten. Demnächst wird eine Anlage auf dem Dach des Rathauses errichtet. Foto: Oliver Berg/dpa - © (c) Copyright 2011, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Die Gemeinde Hille setzt auf Photovoltaik-Anlagen. Ein Berater hat ermittelt, welche Flächen für Solaranlagen genutzt werden könnten. Demnächst wird eine Anlage auf dem Dach des Rathauses errichtet. Foto: Oliver Berg/dpa (© (c) Copyright 2011, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Hille-Hartum (mt). Auf dem Rathaus in Hartum wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Das hat der Rat der Gemeinde Hille in seiner Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Die Politiker hatten lediglich Bedenken hinsichtlich der Statik des Gebäudes.

2016 hatte die Gemeinde Hille schlechte Erfahrungen mit einem eigenen Gebäude gemacht. Damals war das Dach der Turnhalle Rothenuffeln einsturzgefährdet. Als Konsequenz musste die Photovoltaikanlage kurzzeitig demontiert werden. Die Verwaltung habe für das Rathaus ein Gutachten eingeholt, alle Dachflächen seien statisch geeignet, versicherte Bürgermeister Michael Schweiß (SPD).

Die Kommunen könnten einen Anteil zur nachhaltigen Verbesserung des Klimas und zum Schutz der natürlichen Lebensräume leisten, heißt es aus dem Rathaus. Daher betätige sich die Gemeinde in verschiedener Weise im Bereich des Klimaschutzes. Die Planungen stützen sich auf die Ergebnisse des Integrierten Klimaschutzkonzeptes (IKSK), das der Kreis Minden-Lübbecke und sieben seiner Kommunen erarbeitet haben. Dieses Konzept sieht für Hille unter anderem die Prüfung von Dachflächen im Hinblick auf Photovoltaikanlagen vor.

Für das Rathaus-Projekt steht den Verantwortlichen ein energietechnischer Berater zur Seite. Den hat die Gemeinde gemeinsam mit sechs anderen Kommunen (Espelkamp, Höxter, Petershagen, Rehburg-Loccum, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg) beauftragt. Hintergrund ist, dass sich die Gemeinde Hille auch am Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN) Ostwestfalen beteiligt. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu ermitteln und diese umzusetzen. Die Gelsenwasser AG fungiert als Netzwerkmanager und Moderator. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert das Projekt.

Umgesetzt wird der Bau der Photovoltaikanlage über die Wirtschafts-Betriebs-Gesellschaft Hille (WBG), die die Dachflächen pachtet. Im Wirtschaftsplan der WBG sind 50.000 Euro für den Kauf der Anlage eingestellt. Grundsätzlich habe sich die Verwaltung über die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage Gedanken gemacht, wie Bernd Küchhold erläutert. Demnach seien die Module zwar mittlerweile deutlich günstiger, demgegenüber sei aber die Einspeisevergütung enorm gesunken. „Eine Anlage ist wirtschaftlich, wenn der erzeugte Strom im wesentlichen selbst verbraucht wird“, sagt Küchhold.

Der Strombedarf für das Rathaus liegt bei 43.100 Kilowattstunden pro Jahr. Die geplante Photovoltaikanlage hat einen geschätzten Energieertrag von jährlich 24.000 Kilowattstunden, von denen die Gemeinde etwa 16.800 selbst verbraucht. Die restlichen 7.200 Kilowattstunden werden eingespeist. Die Lebensdauer der Anlage ist auf 20 Jahre angelegt, nach gut 13 Jahren seien die getätigten Investitionen gedeckt, heißt es. Laut den Berechnungen werden knapp 14 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart und finanziell wirft die Anlage pro Jahr knapp 1.200 Euro ab.

Die Gemeinde Hille tritt bereits seit einigen Jahren als Stromproduzent auf, Photovoltaikanlagen gibt es am Schulzentrum Hille (seit 2008), an der Sporthalle Oberlübbe (seit 2010) und an der Sporthalle Hille II (seit 2010). Diese Anlagen haben seit ihrer Inbetriebnahme 403.876 Kilowattstunden erwirtschaftet (Stand Dezember 2017). Zudem beteiligt sich die Gemeinde an den Bürgersolaranlagen an den Sporthallen Nordhemmern und Rothenuffeln.

Integriertes Kommunales Klimaschutzkonzept (IKSK)¶

Für den Kreis Minden-Lübbecke und sieben kreisangehörige Städte und Gemeinden (Espelkamp, Hille, Hüllhorst, Lübbecke, Petershagen, Rahden und Stemwede) wurde 2018 ein Klimaschutzkonzept erstellt. Im IKSK werden konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz für die nächsten zehn Jahre erarbeitet, aber auch langfristige Perspektiven aufgezeigt und Ziele definiert.

Durch den interkommunalen Ansatz müssen die beteiligten Kommunen nicht im Alleingang ein Klimaschutzkonzept erstellen. Um den Prozess zu begleiten, hat der Kreis Minden-Lübbecke ein Klimaschutzmanagement eingerichtet.

Die Erstellung eines IKSK wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

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HartumEnergie fürs Rathaus: Statiker gibt Ok für PhotovoltaikanlageStefanie DullweberHille-Hartum (mt). Auf dem Rathaus in Hartum wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Das hat der Rat der Gemeinde Hille in seiner Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Die Politiker hatten lediglich Bedenken hinsichtlich der Statik des Gebäudes. 2016 hatte die Gemeinde Hille schlechte Erfahrungen mit einem eigenen Gebäude gemacht. Damals war das Dach der Turnhalle Rothenuffeln einsturzgefährdet. Als Konsequenz musste die Photovoltaikanlage kurzzeitig demontiert werden. Die Verwaltung habe für das Rathaus ein Gutachten eingeholt, alle Dachflächen seien statisch geeignet, versicherte Bürgermeister Michael Schweiß (SPD). Die Kommunen könnten einen Anteil zur nachhaltigen Verbesserung des Klimas und zum Schutz der natürlichen Lebensräume leisten, heißt es aus dem Rathaus. Daher betätige sich die Gemeinde in verschiedener Weise im Bereich des Klimaschutzes. Die Planungen stützen sich auf die Ergebnisse des Integrierten Klimaschutzkonzeptes (IKSK), das der Kreis Minden-Lübbecke und sieben seiner Kommunen erarbeitet haben. Dieses Konzept sieht für Hille unter anderem die Prüfung von Dachflächen im Hinblick auf Photovoltaikanlagen vor. Für das Rathaus-Projekt steht den Verantwortlichen ein energietechnischer Berater zur Seite. Den hat die Gemeinde gemeinsam mit sechs anderen Kommunen (Espelkamp, Höxter, Petershagen, Rehburg-Loccum, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg) beauftragt. Hintergrund ist, dass sich die Gemeinde Hille auch am Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN) Ostwestfalen beteiligt. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu ermitteln und diese umzusetzen. Die Gelsenwasser AG fungiert als Netzwerkmanager und Moderator. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert das Projekt. Umgesetzt wird der Bau der Photovoltaikanlage über die Wirtschafts-Betriebs-Gesellschaft Hille (WBG), die die Dachflächen pachtet. Im Wirtschaftsplan der WBG sind 50.000 Euro für den Kauf der Anlage eingestellt. Grundsätzlich habe sich die Verwaltung über die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage Gedanken gemacht, wie Bernd Küchhold erläutert. Demnach seien die Module zwar mittlerweile deutlich günstiger, demgegenüber sei aber die Einspeisevergütung enorm gesunken. „Eine Anlage ist wirtschaftlich, wenn der erzeugte Strom im wesentlichen selbst verbraucht wird“, sagt Küchhold. Der Strombedarf für das Rathaus liegt bei 43.100 Kilowattstunden pro Jahr. Die geplante Photovoltaikanlage hat einen geschätzten Energieertrag von jährlich 24.000 Kilowattstunden, von denen die Gemeinde etwa 16.800 selbst verbraucht. Die restlichen 7.200 Kilowattstunden werden eingespeist. Die Lebensdauer der Anlage ist auf 20 Jahre angelegt, nach gut 13 Jahren seien die getätigten Investitionen gedeckt, heißt es. Laut den Berechnungen werden knapp 14 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart und finanziell wirft die Anlage pro Jahr knapp 1.200 Euro ab. Die Gemeinde Hille tritt bereits seit einigen Jahren als Stromproduzent auf, Photovoltaikanlagen gibt es am Schulzentrum Hille (seit 2008), an der Sporthalle Oberlübbe (seit 2010) und an der Sporthalle Hille II (seit 2010). Diese Anlagen haben seit ihrer Inbetriebnahme 403.876 Kilowattstunden erwirtschaftet (Stand Dezember 2017). Zudem beteiligt sich die Gemeinde an den Bürgersolaranlagen an den Sporthallen Nordhemmern und Rothenuffeln. Integriertes Kommunales Klimaschutzkonzept (IKSK)¶ Für den Kreis Minden-Lübbecke und sieben kreisangehörige Städte und Gemeinden (Espelkamp, Hille, Hüllhorst, Lübbecke, Petershagen, Rahden und Stemwede) wurde 2018 ein Klimaschutzkonzept erstellt. Im IKSK werden konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz für die nächsten zehn Jahre erarbeitet, aber auch langfristige Perspektiven aufgezeigt und Ziele definiert. Durch den interkommunalen Ansatz müssen die beteiligten Kommunen nicht im Alleingang ein Klimaschutzkonzept erstellen. Um den Prozess zu begleiten, hat der Kreis Minden-Lübbecke ein Klimaschutzmanagement eingerichtet. Die Erstellung eines IKSK wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.