Hille/Bielefeld

Hiller Dreifachmord: Verteidigung von Jörg W. legt Revision ein

veröffentlicht

Anwalt Mirko Roßkamp (rechts) hat für seinen Mandanten Jörg W. Revision gegen das Urteil im Hiller Dreifachmord-Prozess eingelegt. MT- - © Foto: Alex Lehn
Anwalt Mirko Roßkamp (rechts) hat für seinen Mandanten Jörg W. Revision gegen das Urteil im Hiller Dreifachmord-Prozess eingelegt. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Hille/Bielefeld (sbo/sn). Der Hiller Dreifachmord-Prozess geht in die Verlängerung: Gegen das Urteil, das am letzten Freitag vor dem Landgericht Bielefeld gesprochen wurde, hat die Verteidigung des Angeklagten Jörg W. fristgerecht Revision eingelegt. Das bestätigte Gerichtssprecher Guiskard Eisenberg am Dienstag gegenüber dem Mindener Tageblatt. Für die Begründung haben die Rechtsanwälte jetzt einen Monat lang Zeit. Ob auch die Verteidigung von Kevin R. Revision gegen das Urteil einlegt, war am Dienstag noch nicht bekannt.

Für Samir Omeirat, Anwalt der Familie von Fadi S., kommt die Entwicklung nicht überraschend. „Vielmehr hätte mich gewundert, denn die Verteidigung von W. keine Revision eingelegt hätte.“ Das sei ein relativ normaler Vorgang.

Die Familie des Stadthäger Opfers sei froh, dass der lange Prozess nun abgeschlossen ist. „Das Vertrauen der Angehörigen in den Rechtsstaat ist bestärkt“, sagt der Rechtsanwalt aus Leverkusen. Immerhin habe das Urteil „vollends der Nebenklage entsprochen“. Das bringe freilich nicht den Sohn, Familienvater, Bruder und Onkel zurück. „Der Tag des Urteilsspruchs war für alle kein Glückstag“, erläutert der Jurist. Dieser wäre es gewesen, wenn es zu einer Verurteilung zum Beispiel wegen versuchten Totschlags gekommen wäre und Fadi S. noch leben würde. Dennoch könne jetzt mit der Trauerarbeit anders umgegangen werden.

Im Falle der Revision der Verteidiger von W. sieht Omeirat nur geringe Chancen auf Erfolg. Nur bei logischen Rechtsfehlern könne das Urteil angezweifelt werden. „Das seie extreme Ausnahmefälle“, erläutert der Rechtsanwalt. Doch darüber müsse schlussendlich der Bundesgerichtshof als nächste Instanz entscheiden.

Jörg W. (52) wurde wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an. Kevin R. wurde wegen Mordes in zwei Fällen ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch bei dem 25-Jährigen stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Alle Berichte zum Thema

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Hille/BielefeldHiller Dreifachmord: Verteidigung von Jörg W. legt Revision einHille/Bielefeld (sbo/sn). Der Hiller Dreifachmord-Prozess geht in die Verlängerung: Gegen das Urteil, das am letzten Freitag vor dem Landgericht Bielefeld gesprochen wurde, hat die Verteidigung des Angeklagten Jörg W. fristgerecht Revision eingelegt. Das bestätigte Gerichtssprecher Guiskard Eisenberg am Dienstag gegenüber dem Mindener Tageblatt. Für die Begründung haben die Rechtsanwälte jetzt einen Monat lang Zeit. Ob auch die Verteidigung von Kevin R. Revision gegen das Urteil einlegt, war am Dienstag noch nicht bekannt. Für Samir Omeirat, Anwalt der Familie von Fadi S., kommt die Entwicklung nicht überraschend. „Vielmehr hätte mich gewundert, denn die Verteidigung von W. keine Revision eingelegt hätte.“ Das sei ein relativ normaler Vorgang. Die Familie des Stadthäger Opfers sei froh, dass der lange Prozess nun abgeschlossen ist. „Das Vertrauen der Angehörigen in den Rechtsstaat ist bestärkt“, sagt der Rechtsanwalt aus Leverkusen. Immerhin habe das Urteil „vollends der Nebenklage entsprochen“. Das bringe freilich nicht den Sohn, Familienvater, Bruder und Onkel zurück. „Der Tag des Urteilsspruchs war für alle kein Glückstag“, erläutert der Jurist. Dieser wäre es gewesen, wenn es zu einer Verurteilung zum Beispiel wegen versuchten Totschlags gekommen wäre und Fadi S. noch leben würde. Dennoch könne jetzt mit der Trauerarbeit anders umgegangen werden. Im Falle der Revision der Verteidiger von W. sieht Omeirat nur geringe Chancen auf Erfolg. Nur bei logischen Rechtsfehlern könne das Urteil angezweifelt werden. „Das seie extreme Ausnahmefälle“, erläutert der Rechtsanwalt. Doch darüber müsse schlussendlich der Bundesgerichtshof als nächste Instanz entscheiden. Jörg W. (52) wurde wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an. Kevin R. wurde wegen Mordes in zwei Fällen ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch bei dem 25-Jährigen stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Alle Berichte zum Thema