Eickhorst

Eickhorster und Texaner im Baseballcamp: Völkerverständigung mit der Keule

Christian Bendig

Voller Einsatz: Während des großen Abschlussturniers gaben die Kinder zwischen neun und 17 Jahren alles, um mit ihrem Team am Ende oben zu stehen. Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme wurden aber groß geschrieben. - © Foto: Christian Bendig
Voller Einsatz: Während des großen Abschlussturniers gaben die Kinder zwischen neun und 17 Jahren alles, um mit ihrem Team am Ende oben zu stehen. Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme wurden aber groß geschrieben. (© Foto: Christian Bendig)

Hille-Eickhorst (cb). Ein neuer Max Kepler war nicht dabei. Aber nach einem ähnlichen Talent wie dem deutschen Baseball-Star, der es in der amerikanischen Major League Baseball (MLB), der Profiliga, zu Ruhm und einem prall gefüllten Bankkonto bringt, wurde auch nicht gesucht. Beim Baseball-Camp der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Eickhorst ging es neben dem Sport vor allem um Spaß und Gemeinschaft. Und irgendwie auch um Völkerverständigung.

Aus der US-amerikanischen Partnergemeinde, der Cross Roads Baptist Church aus Texas, waren 20 Gemeindemitglieder über den großen Teich gekommen, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zwischen neun 17 Jahren Baseball zu spielen. Und um christliche Werte zu vermitteln: zum Beispiel gegenseitige Rücksichtnahme und dass Gewinnen nicht immer alles im Leben bedeutet.

Einer der 18 texanischen Gäste, die die über 60 teilnehmenden Kinder während des einwöchigen Feriencamps in die Feinheiten der uramerikanischen Sportart einweihten, ist Randy Lee. Die Gemeindearbeit hat den 54-Jährigen häufiger ins Ausland geführt. Mehrere Male war er in Mexiko, einmal in Uganda.

Randy Lee (links) war nicht nur vom deutschen Essen begeistert, sondern auch vom Umgang der Camp-Teilnehmer untereinander. - © Foto: Christian Bendig
Randy Lee (links) war nicht nur vom deutschen Essen begeistert, sondern auch vom Umgang der Camp-Teilnehmer untereinander. (© Foto: Christian Bendig)

„In Mexiko veranstalten wir in den Ferien Bibel-Schulen und kümmern uns auch um handwerkliche und bauliche Dinge in der Gemeinde.“ In Uganda, das seit 33 Jahren von Yoweri Kaguta Museveni regiert wird und wo Menschenrechtsverletzungen immer noch ein Thema sind, bauten die US-Amerikaner eine Kirche auf. Der Aufenthalt in Deutschland mit dem Baseball-Camp ist Neuland für Lee, der im Großraum von Houston, in einer Region mit sieben Millionen Einwohner. lebt.

Der Unterschied zu Eickhorst ist dementsprechend gewaltig. „Ich habe aber festgestellt, dass wir alle gleich sind. Und die Kinder verhalten sich genauso wie Kinder bei Baseball-Camps in den USA.“ Sie seien ehrgeizig, aufgekratzt aber auch rücksichtsvoll. „Erstaunlich finde ich, wie respektvoll die älteren Teilnehmer gegenüber den Erwachsenen und vor allem auch gegenüber den jüngeren Teilnehmern sind.“ Wie alle anderen US-Amerikaner ist Lee in einer Gastfamilie untergebracht.

„Wir gewinnen von Jahr zu Jahr mehr Gastfamilien“, freut sich Pastor Jan Scheuermann. Vor acht Jahren fand das Camp erstmalig statt. „In einem Jahr haben wir eine Pause eingelegt. das Camp findet nun also zum siebten Mal statt“, erklärt Scheuermann. Neben den reinen sportlichen Aktivitäten, die sich Montag bis Freitag von neun Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags dauerten, gab es auch drei Abendveranstaltungen, unter anderem am Freitag die „Texas Night“ mit texanischen Spielen. „In der Andacht haben wir auch aus der Bibel gelesen, oder Menschen haben von ihren Erlebnissen mit Gott berichtet“, führt der 43-jährige weiter aus.

Während des großen Abschlussturniers schienen die Erlebnisse mit Gott etwas weiter weg zu sein. Die Mannschaften der jeweiligen Altersklassen trugen zum teil stilecht Trikots echter amerikanischer Profiteams wie den Chicago White Sox oder den Oakland Athletics. Die Kinder waren voll in ihrem Element. So wie Jan-Lukas Dehme. Der 17-Jährige nimmt bereits seit dem allerersten Camp an diesem Ferienangebot teil. „Dabei sind auf alle Fälle schon Freundschaften entstanden“, meint der Nettelstedter, der Baseball als ein „außergewöhnliches und cooles Spiel“ beschreibt und sich freitags dann und wann in Unterlübbe zu Spielen in einer lockeren Runde trifft.

Zu der gehört auch die gleichaltrige Esther Lenger. Sie e verwaltet die Whats-App-Gruppe der freitäglichen Treffen. „Es wäre schön, wenn sich mehr Jugendliche finden würden“, meint die Oberlübberin. „Wer Interesse hat, kann sich bei mir melden.“ Die Handynummer lautet 0170-850 08 61.

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EickhorstEickhorster und Texaner im Baseballcamp: Völkerverständigung mit der KeuleChristian BendigHille-Eickhorst (cb). Ein neuer Max Kepler war nicht dabei. Aber nach einem ähnlichen Talent wie dem deutschen Baseball-Star, der es in der amerikanischen Major League Baseball (MLB), der Profiliga, zu Ruhm und einem prall gefüllten Bankkonto bringt, wurde auch nicht gesucht. Beim Baseball-Camp der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Eickhorst ging es neben dem Sport vor allem um Spaß und Gemeinschaft. Und irgendwie auch um Völkerverständigung. Aus der US-amerikanischen Partnergemeinde, der Cross Roads Baptist Church aus Texas, waren 20 Gemeindemitglieder über den großen Teich gekommen, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zwischen neun 17 Jahren Baseball zu spielen. Und um christliche Werte zu vermitteln: zum Beispiel gegenseitige Rücksichtnahme und dass Gewinnen nicht immer alles im Leben bedeutet. Einer der 18 texanischen Gäste, die die über 60 teilnehmenden Kinder während des einwöchigen Feriencamps in die Feinheiten der uramerikanischen Sportart einweihten, ist Randy Lee. Die Gemeindearbeit hat den 54-Jährigen häufiger ins Ausland geführt. Mehrere Male war er in Mexiko, einmal in Uganda. „In Mexiko veranstalten wir in den Ferien Bibel-Schulen und kümmern uns auch um handwerkliche und bauliche Dinge in der Gemeinde.“ In Uganda, das seit 33 Jahren von Yoweri Kaguta Museveni regiert wird und wo Menschenrechtsverletzungen immer noch ein Thema sind, bauten die US-Amerikaner eine Kirche auf. Der Aufenthalt in Deutschland mit dem Baseball-Camp ist Neuland für Lee, der im Großraum von Houston, in einer Region mit sieben Millionen Einwohner. lebt. Der Unterschied zu Eickhorst ist dementsprechend gewaltig. „Ich habe aber festgestellt, dass wir alle gleich sind. Und die Kinder verhalten sich genauso wie Kinder bei Baseball-Camps in den USA.“ Sie seien ehrgeizig, aufgekratzt aber auch rücksichtsvoll. „Erstaunlich finde ich, wie respektvoll die älteren Teilnehmer gegenüber den Erwachsenen und vor allem auch gegenüber den jüngeren Teilnehmern sind.“ Wie alle anderen US-Amerikaner ist Lee in einer Gastfamilie untergebracht. „Wir gewinnen von Jahr zu Jahr mehr Gastfamilien“, freut sich Pastor Jan Scheuermann. Vor acht Jahren fand das Camp erstmalig statt. „In einem Jahr haben wir eine Pause eingelegt. das Camp findet nun also zum siebten Mal statt“, erklärt Scheuermann. Neben den reinen sportlichen Aktivitäten, die sich Montag bis Freitag von neun Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags dauerten, gab es auch drei Abendveranstaltungen, unter anderem am Freitag die „Texas Night“ mit texanischen Spielen. „In der Andacht haben wir auch aus der Bibel gelesen, oder Menschen haben von ihren Erlebnissen mit Gott berichtet“, führt der 43-jährige weiter aus. Während des großen Abschlussturniers schienen die Erlebnisse mit Gott etwas weiter weg zu sein. Die Mannschaften der jeweiligen Altersklassen trugen zum teil stilecht Trikots echter amerikanischer Profiteams wie den Chicago White Sox oder den Oakland Athletics. Die Kinder waren voll in ihrem Element. So wie Jan-Lukas Dehme. Der 17-Jährige nimmt bereits seit dem allerersten Camp an diesem Ferienangebot teil. „Dabei sind auf alle Fälle schon Freundschaften entstanden“, meint der Nettelstedter, der Baseball als ein „außergewöhnliches und cooles Spiel“ beschreibt und sich freitags dann und wann in Unterlübbe zu Spielen in einer lockeren Runde trifft. Zu der gehört auch die gleichaltrige Esther Lenger. Sie e verwaltet die Whats-App-Gruppe der freitäglichen Treffen. „Es wäre schön, wenn sich mehr Jugendliche finden würden“, meint die Oberlübberin. „Wer Interesse hat, kann sich bei mir melden.“ Die Handynummer lautet 0170-850 08 61.