Hille

Mit einer Vollsperrung der Eickhorster Straße starten die Arbeiten für das Feuerwehrtechnische Zentrum

Carsten Korfesmeyer

Hille (mt). Absichtlich haben die Verantwortlichen die Sommerferien gewählt, um die Linksabbiegespur auf der Eickhorster Straße zu bauen. „In der Zeit herrscht dort weniger Verkehr", sagte Architektin Katja Beiß bereits Anfang Juni, als sie und ihre Kollegen im Kreishaus die endgültigen Pläne für das neue Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) vorstellten. Heute ab 7 Uhr ist die Strecke ab Höhe Dorfstraße auf rund 300 Metern in südlicher Richtung gesperrt. Bis zum 27. August soll alles fertig sein. Bis dahin könnte es dort verkehrstechnisch allerdings ungemütlich werden.

Denn Umleitungen gibt es, doch die sind sehr weiträumig. Autofahrer, die von Eickhorst nach Hille wollen, müssen über Eilhausen und Frotheim oder Hartum und Rothenuffeln ausweichen. Die Zufahrt ins Gewerbegebiet und zum Hafen sind hingegen frei – sofern man von Süden unterwegs ist.

Die komplette Sperrung der stark frequentierten Straße hatten die Fachleute bei der FTZ-Präsentation als alternativlos bezeichnet. Aus Reihen der Politik machte sich aber schon seinerzeit die Sorge breit, dass es zu erheblichen Verkehrsbelastungen auf den Nebenstrecken kommen könnte. Denn sogenannte Schleichwege gibt es einige. Die vorhandene Fahrbahnbreite reicht nach Worten des Kreises allerdings nicht aus, um die Bauarbeiten „unter Beibehaltung des Verkehrs durchzuführen". Deshalb die Vollsperrung.

Während der Bauphase könne es auf der gesamten Baustrecke zu Beeinträchtigungen kommen, heißt es vom Kreis, der für den Bau der Linksabbiegespur zuständig ist. „Die Behinderungen und Einschränkungen während der Bauzeit sollen für die Anlieger so gering wie möglich gehalten werden, lassen sich aber nicht vermeiden."

Mit der Abbiegespur starten die Arbeiten für das FTZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 ans Netz geht. Rettungswache und Leitstelle sind in dem Gebäude untergebracht, das in U-Form errichtet wird. Die Rohbauarbeiten starten im kommenden März – und voraussichtlich Ende 2020 soll das Haus dicht sein. Die Kosten für das FTZ, das nach Aussage der Planer nahezu im Mittelpunkt des Mühlenkreises liegt, belaufen sich auf knapp unter 28 Millionen Euro. Das Areal verfügt außerdem über ein Übungsgelände, auf dem die Rettungskräfte verschiedene Einsatzszenarien trainieren können. Mit dem FTZ verfügen die Rettungskräfte über ideale Bedingungen, heißt es aus Kreisen der Feuerwehr.

Nicht im Sinne der Umwelt

Kommentar von Carsten Korfesmeyer

Von Eickhorst nach Hille ist man mit dem Auto normalerweise keine fünf Minuten unterwegs. In den kommenden Wochen dauert das locker eine Viertelstunde länger, wenn es durch die Umleitungen über Eilhausen und Frotheim oder Rothenuffeln und Hartum geht.

Ein Katzensprung wird vorübergehend zur kleinen Weltreise. Das strapaziert die Geduld der Autofahrer, bedeutet zusätzliche Kilometer und Fahrtkosten sowie mehr Spritverbrauch. Schade auch, dass so viel CO2 allein aufgrund der Umleitungen die Luft verpestet.

Im Sinne des Klimaschutzes ist das sicher nicht. Und angesichts der Schleichwege droht ein Verkehrschaos wie in Oberlübbe – falls Autofahrer die Umleitungen einfach ignorieren. Bauarbeiten stören immer, doch sie sollten nicht mehr stören als nötig. Eine kontrollierte Umleitung über die Nebenstrecken oder eine halbseitige Sperrung hätten die Alternativen sein können.

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HilleMit einer Vollsperrung der Eickhorster Straße starten die Arbeiten für das Feuerwehrtechnische ZentrumCarsten KorfesmeyerHille (mt). Absichtlich haben die Verantwortlichen die Sommerferien gewählt, um die Linksabbiegespur auf der Eickhorster Straße zu bauen. „In der Zeit herrscht dort weniger Verkehr", sagte Architektin Katja Beiß bereits Anfang Juni, als sie und ihre Kollegen im Kreishaus die endgültigen Pläne für das neue Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) vorstellten. Heute ab 7 Uhr ist die Strecke ab Höhe Dorfstraße auf rund 300 Metern in südlicher Richtung gesperrt. Bis zum 27. August soll alles fertig sein. Bis dahin könnte es dort verkehrstechnisch allerdings ungemütlich werden. Denn Umleitungen gibt es, doch die sind sehr weiträumig. Autofahrer, die von Eickhorst nach Hille wollen, müssen über Eilhausen und Frotheim oder Hartum und Rothenuffeln ausweichen. Die Zufahrt ins Gewerbegebiet und zum Hafen sind hingegen frei – sofern man von Süden unterwegs ist. Die komplette Sperrung der stark frequentierten Straße hatten die Fachleute bei der FTZ-Präsentation als alternativlos bezeichnet. Aus Reihen der Politik machte sich aber schon seinerzeit die Sorge breit, dass es zu erheblichen Verkehrsbelastungen auf den Nebenstrecken kommen könnte. Denn sogenannte Schleichwege gibt es einige. Die vorhandene Fahrbahnbreite reicht nach Worten des Kreises allerdings nicht aus, um die Bauarbeiten „unter Beibehaltung des Verkehrs durchzuführen". Deshalb die Vollsperrung. Während der Bauphase könne es auf der gesamten Baustrecke zu Beeinträchtigungen kommen, heißt es vom Kreis, der für den Bau der Linksabbiegespur zuständig ist. „Die Behinderungen und Einschränkungen während der Bauzeit sollen für die Anlieger so gering wie möglich gehalten werden, lassen sich aber nicht vermeiden." Mit der Abbiegespur starten die Arbeiten für das FTZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 ans Netz geht. Rettungswache und Leitstelle sind in dem Gebäude untergebracht, das in U-Form errichtet wird. Die Rohbauarbeiten starten im kommenden März – und voraussichtlich Ende 2020 soll das Haus dicht sein. Die Kosten für das FTZ, das nach Aussage der Planer nahezu im Mittelpunkt des Mühlenkreises liegt, belaufen sich auf knapp unter 28 Millionen Euro. Das Areal verfügt außerdem über ein Übungsgelände, auf dem die Rettungskräfte verschiedene Einsatzszenarien trainieren können. Mit dem FTZ verfügen die Rettungskräfte über ideale Bedingungen, heißt es aus Kreisen der Feuerwehr. Nicht im Sinne der Umwelt Kommentar von Carsten Korfesmeyer Von Eickhorst nach Hille ist man mit dem Auto normalerweise keine fünf Minuten unterwegs. In den kommenden Wochen dauert das locker eine Viertelstunde länger, wenn es durch die Umleitungen über Eilhausen und Frotheim oder Rothenuffeln und Hartum geht. Ein Katzensprung wird vorübergehend zur kleinen Weltreise. Das strapaziert die Geduld der Autofahrer, bedeutet zusätzliche Kilometer und Fahrtkosten sowie mehr Spritverbrauch. Schade auch, dass so viel CO2 allein aufgrund der Umleitungen die Luft verpestet. Im Sinne des Klimaschutzes ist das sicher nicht. Und angesichts der Schleichwege droht ein Verkehrschaos wie in Oberlübbe – falls Autofahrer die Umleitungen einfach ignorieren. Bauarbeiten stören immer, doch sie sollten nicht mehr stören als nötig. Eine kontrollierte Umleitung über die Nebenstrecken oder eine halbseitige Sperrung hätten die Alternativen sein können.