Hille/Nettelstedt

Jim Knopf besiegt auf dem Hünenbrink noch bis zum 1. September Drachen und Vulkane

Imme Lohmeyer-Lorek

Gefeierte Helden: Der Hofstaat des Kaisers von Mandala begrüßt Emma und ihre Insassen. 
Foto: Imme Lohmeyer-Lorek - © Imme Lohmeyer-Lorek
Gefeierte Helden: Der Hofstaat des Kaisers von Mandala begrüßt Emma und ihre Insassen.
Foto: Imme Lohmeyer-Lorek (© Imme Lohmeyer-Lorek)

Hille/Nettelstedt (nw). Unter großem Applaus und mit viel Dampf rollt Lok „Emma“ mit den befreiten Kindern aus „Kummerland“ direkt vor den Füßen der Zuschauer ins Glück. Die Premiere von „Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer“ lockt die Besucher scharenweise auf den Hühnenbrink in Nettelstedt.

Schmuckstück Emma, die bei den Abenteuern der beiden Helden auch als Boot und später als getarnter Drache eine gute Figur macht, ist die Attraktion schlechthin. Als feuerspeiendes, keuchendes Ungetüm sorgt sie gerade bei den Kleinen im Publikum für Staunen und Bewunderung.

Die Inszenierung des Kinderbuchklassikers von Michael Ende ist eine Augenweide. Allein die schillernden Kostüme des Hofstaates vom Kaiser von Mandala (Friedhelm Knoop) bieten einen bezaubernden Anblick. Also ein Lob an Melle Fründ und ihr Team, vor allem auch an die beiden Damen, die für ihre 70-jährige Vereinstreue geehrt werden. Marie Stark und Marlies Pries, die immer noch leidenschaftlich Kostüme nähen, erhalten die diamantene Ehrennadel. Ebenso Wolfgang Hovemeyer, dem auch nach 70 Jahren die Bühne von Nettelstedt noch immer die Welt bedeutet.

Für die Musik zeichnet Frank Suchland verantwortlich, der bereits bei etlichen Produktionen der Freilichtbühne mitgewirkt hat. Er hat Variationen der Titelmelodie mit den Kindern einstudiert, so auch eine Version in Moll, als König Alfons von Lummerland (Axel McClure) die traurige Nachricht verkündet, dass Emma die Insel verlassen muss.

Die Charaktere von Lummerland sind liebevoll nachgezeichnet und die Rollen geschickt besetzt von Regisseur Poyraz Türkay. Die gütige Frau Waas (Charlotte Seger) mit ihrem Tante-Emma-Laden und der zappelige Fotograf Herr Ärmel (Frederik Seger), der zuweilen dem etwas schusseligen König Alfons unter die Arme greift. Die Helden Jim (schön gespielt von Aaron Kracht) und Lukas (Siegfried Bollhorst) hatten sich, gemeinsam mit Emma, schon bald in die Herzen der Zuschauer gespielt.

Aber was wäre ein gelungenes Bühnenstück ohne das Böse – hier wunderbar verkörpert von Melle Fründ (auch Spielleitung) als Frau Mahlzahn. Ihre autoritären Erziehungsmethoden stammen noch aus dem letzten Jahrtausend, ihr fieses Gelächter geht unter die Haut. Sie zeigt diktatorische Züge, als sie die kleine Prinzessin Li Si (Burcin Giousouf) völlig zu Unrecht straft. Natürlich knallt und funkt es bei ihrem Auftritt und die Kinder atmen erleichtert auf, als sie endlich in Ketten liegt.

Außergewöhnliche Charaktere, wie Ping Pong (Jantje Siebarth), Kindeskind des Kaisers von Mandala, sorgen für viele Lacher, als er den Lummerländlern die Speisekarte anbietet. „Mäuseschwänze mit Froschlaichpüree“ sind da noch eine harmlose Varianten. Nett anzusehen ist auch der kleine Halbdrache Nepomuk (Paula Grau), dessen Vulkan Lukas der Lokführer wieder zum Glimmen bringt. Auf ihrer abenteuerlichen Reise treffen die Helden auf so wundersame Gestalten wie den Scheinriesen Tur Tur (Michelle Tame), der den Reisenden das Phänomen „Fata Morgana“ näherbringt.

Alle Kinder im Publikum klatschen begeistert mit, als der Kaiser von Mandala die Verlobung seiner Tochter Li Si mit Jim Knopf bekannt gibt. Die Abschlusschoreographie mit allen Charakteren in ihren bunten Gewändern bietet ein harmonisches Bild und erntet den tosenden Beifall des Publikums.

Weitere Aufführungen finden jeweils sonntags um 16 Uhr bis einschließlich 1. September statt.

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Hille/NettelstedtJim Knopf besiegt auf dem Hünenbrink noch bis zum 1. September Drachen und VulkaneImme Lohmeyer-LorekHille/Nettelstedt (nw). Unter großem Applaus und mit viel Dampf rollt Lok „Emma“ mit den befreiten Kindern aus „Kummerland“ direkt vor den Füßen der Zuschauer ins Glück. Die Premiere von „Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer“ lockt die Besucher scharenweise auf den Hühnenbrink in Nettelstedt. Schmuckstück Emma, die bei den Abenteuern der beiden Helden auch als Boot und später als getarnter Drache eine gute Figur macht, ist die Attraktion schlechthin. Als feuerspeiendes, keuchendes Ungetüm sorgt sie gerade bei den Kleinen im Publikum für Staunen und Bewunderung. Die Inszenierung des Kinderbuchklassikers von Michael Ende ist eine Augenweide. Allein die schillernden Kostüme des Hofstaates vom Kaiser von Mandala (Friedhelm Knoop) bieten einen bezaubernden Anblick. Also ein Lob an Melle Fründ und ihr Team, vor allem auch an die beiden Damen, die für ihre 70-jährige Vereinstreue geehrt werden. Marie Stark und Marlies Pries, die immer noch leidenschaftlich Kostüme nähen, erhalten die diamantene Ehrennadel. Ebenso Wolfgang Hovemeyer, dem auch nach 70 Jahren die Bühne von Nettelstedt noch immer die Welt bedeutet. Für die Musik zeichnet Frank Suchland verantwortlich, der bereits bei etlichen Produktionen der Freilichtbühne mitgewirkt hat. Er hat Variationen der Titelmelodie mit den Kindern einstudiert, so auch eine Version in Moll, als König Alfons von Lummerland (Axel McClure) die traurige Nachricht verkündet, dass Emma die Insel verlassen muss. Die Charaktere von Lummerland sind liebevoll nachgezeichnet und die Rollen geschickt besetzt von Regisseur Poyraz Türkay. Die gütige Frau Waas (Charlotte Seger) mit ihrem Tante-Emma-Laden und der zappelige Fotograf Herr Ärmel (Frederik Seger), der zuweilen dem etwas schusseligen König Alfons unter die Arme greift. Die Helden Jim (schön gespielt von Aaron Kracht) und Lukas (Siegfried Bollhorst) hatten sich, gemeinsam mit Emma, schon bald in die Herzen der Zuschauer gespielt. Aber was wäre ein gelungenes Bühnenstück ohne das Böse – hier wunderbar verkörpert von Melle Fründ (auch Spielleitung) als Frau Mahlzahn. Ihre autoritären Erziehungsmethoden stammen noch aus dem letzten Jahrtausend, ihr fieses Gelächter geht unter die Haut. Sie zeigt diktatorische Züge, als sie die kleine Prinzessin Li Si (Burcin Giousouf) völlig zu Unrecht straft. Natürlich knallt und funkt es bei ihrem Auftritt und die Kinder atmen erleichtert auf, als sie endlich in Ketten liegt. Außergewöhnliche Charaktere, wie Ping Pong (Jantje Siebarth), Kindeskind des Kaisers von Mandala, sorgen für viele Lacher, als er den Lummerländlern die Speisekarte anbietet. „Mäuseschwänze mit Froschlaichpüree“ sind da noch eine harmlose Varianten. Nett anzusehen ist auch der kleine Halbdrache Nepomuk (Paula Grau), dessen Vulkan Lukas der Lokführer wieder zum Glimmen bringt. Auf ihrer abenteuerlichen Reise treffen die Helden auf so wundersame Gestalten wie den Scheinriesen Tur Tur (Michelle Tame), der den Reisenden das Phänomen „Fata Morgana“ näherbringt. Alle Kinder im Publikum klatschen begeistert mit, als der Kaiser von Mandala die Verlobung seiner Tochter Li Si mit Jim Knopf bekannt gibt. Die Abschlusschoreographie mit allen Charakteren in ihren bunten Gewändern bietet ein harmonisches Bild und erntet den tosenden Beifall des Publikums. Weitere Aufführungen finden jeweils sonntags um 16 Uhr bis einschließlich 1. September statt.