Hille

Ringe für die Hillerichs: Brennerei-Störche sind jetzt registriert

Carsten Korfesmeyer

Hille (mt). Die Feuerwehrleiter fährt aus und im Korb sitzt Storchenvater Dr. Alfons Bense. Er hat Ringe dabei, die er den beiden im Nest hockenden Jungtieren auf dem Schornstein der Alten Brennerei um die Füße stecken will. Wenige Meter vor dem Ziel bemerken die Altstörche den bevorstehenden Besuch und fliegen davon. Die Kleinen hingegen verfallen in Schockstarre und lassen die gesamte Prozedur regungslos über sich ergehen. Jeder Handgriff sitzt und ruckzuck sind die Ringe dran. Der Kräftigere bekommt einen aus Kunststoff, der vom Kleineren ist aus Metall.

Schon nach etwa 20 Minuten ist alles erledigt. Bense und seine Kollegen vom Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ fahren mit dem roten Auto der Siegfried-Werksfeuerwehr weiter nach Schlüsselburg, wo die nächsten Jungstörche auf ihre Ringe warten. Für Bense und Co. ist das zwar längst Routine, aber auch immer wieder spannend.

Nach rund 20 Minuten ist die Beringung der beiden jungen Weißstörche an der Alten Brennerei abgeschlossen. - © Foto: pr
Nach rund 20 Minuten ist die Beringung der beiden jungen Weißstörche an der Alten Brennerei abgeschlossen. (© Foto: pr)

Die Altstörche kehren wenig später zu ihrem Nachwuchs zurück. Sie sind nicht beringt, so dass über ihr bisheriges Leben nichts zu erfahren ist. Fünf Eier hatte das Paar im Nest. „Vier Küken schlüpften, von denen zwei überlebten“, sagt Rainer Eschedor, der beim Heimat- und Gartenbauverein für die Pressearbeit zuständig ist. Er spricht von einem guten Storchenjahr im Mühlenkreis, wo es insgesamt 89 Paare gibt. Im Vorjahr waren es 74 – und weil das Nahrungsangebot groß ist, fliegt nur noch rund ein Drittel der Tiere im Winter in Richtung Afrika.

Die Störche auf dem Schornstein der Brennerei werden liebevoll Hillerichs genannt. Sie stellen das Maskottchen der Gemeinde und sind bei Besuchern eine große Attraktion. Wer das historische Gebäude in der Ortsmitte besucht, kommt an den Tieren nicht vorbei. Über einen Monitor können die Gäste das Geschehen im Nest direkt verfolgen. Ganz bewusst verzichten die Verantwortlichen im Verein jedoch auf eine Übertragung ins Internet, damit sich die Menschen vor Ort einen Eindruck verschaffen. Das nutzen Viele. Und in diesem Jahr gab es schon früh etwas zu sehen. Bereits am 15. Februar traf der erste Storch ein, der zweite folgte am 2. März. Das Nest befindet sich in einem guten Zustand. Zwischenzeitliche Regenfälle sorgten zwar für Pfützen, aber die Störche legten mit ihrem Material alles wieder trocken.

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HilleRinge für die Hillerichs: Brennerei-Störche sind jetzt registriertCarsten KorfesmeyerHille (mt). Die Feuerwehrleiter fährt aus und im Korb sitzt Storchenvater Dr. Alfons Bense. Er hat Ringe dabei, die er den beiden im Nest hockenden Jungtieren auf dem Schornstein der Alten Brennerei um die Füße stecken will. Wenige Meter vor dem Ziel bemerken die Altstörche den bevorstehenden Besuch und fliegen davon. Die Kleinen hingegen verfallen in Schockstarre und lassen die gesamte Prozedur regungslos über sich ergehen. Jeder Handgriff sitzt und ruckzuck sind die Ringe dran. Der Kräftigere bekommt einen aus Kunststoff, der vom Kleineren ist aus Metall. Schon nach etwa 20 Minuten ist alles erledigt. Bense und seine Kollegen vom Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ fahren mit dem roten Auto der Siegfried-Werksfeuerwehr weiter nach Schlüsselburg, wo die nächsten Jungstörche auf ihre Ringe warten. Für Bense und Co. ist das zwar längst Routine, aber auch immer wieder spannend. Die Altstörche kehren wenig später zu ihrem Nachwuchs zurück. Sie sind nicht beringt, so dass über ihr bisheriges Leben nichts zu erfahren ist. Fünf Eier hatte das Paar im Nest. „Vier Küken schlüpften, von denen zwei überlebten“, sagt Rainer Eschedor, der beim Heimat- und Gartenbauverein für die Pressearbeit zuständig ist. Er spricht von einem guten Storchenjahr im Mühlenkreis, wo es insgesamt 89 Paare gibt. Im Vorjahr waren es 74 – und weil das Nahrungsangebot groß ist, fliegt nur noch rund ein Drittel der Tiere im Winter in Richtung Afrika. Die Störche auf dem Schornstein der Brennerei werden liebevoll Hillerichs genannt. Sie stellen das Maskottchen der Gemeinde und sind bei Besuchern eine große Attraktion. Wer das historische Gebäude in der Ortsmitte besucht, kommt an den Tieren nicht vorbei. Über einen Monitor können die Gäste das Geschehen im Nest direkt verfolgen. Ganz bewusst verzichten die Verantwortlichen im Verein jedoch auf eine Übertragung ins Internet, damit sich die Menschen vor Ort einen Eindruck verschaffen. Das nutzen Viele. Und in diesem Jahr gab es schon früh etwas zu sehen. Bereits am 15. Februar traf der erste Storch ein, der zweite folgte am 2. März. Das Nest befindet sich in einem guten Zustand. Zwischenzeitliche Regenfälle sorgten zwar für Pfützen, aber die Störche legten mit ihrem Material alles wieder trocken.