Rothenuffeln

Alpaka-Fohlen sucht Anschluss: Wer will Pate von Lu werden?

Stefanie Dullweber

Lu ist sehr neugierig und erkundet gerade die Welt. Das Fohlen hatte einen schweren Start ins Leben. MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
Lu ist sehr neugierig und erkundet gerade die Welt. Das Fohlen hatte einen schweren Start ins Leben. MT- (© Foto: Stefanie Dullweber)

Hille-Rothenuffeln (mt). Alpaka-Fohlen Lu hüpft über die Wiese, trinkt bei seiner Mutter und legt sich dann ganz gemütlich zwischen seinen Artgenossen ins Gras. Das Fohlen ist gerade drei Wochen alt und die Attraktion auf dem Hof von Kirsten Ludolf in Rothenuffeln. Beinahe hätte das Fohlen nicht überlebt. „Letzte Woche wollte er in den Himmel. Er war plötzlich sehr schwach", sagt seine Besitzerin. Die Bauchspeicheldrüse habe nicht richtig gearbeitet, seitdem füttere sie das Fohlen – zusätzlich zur Muttermilch – mit der Flasche. Glücklicherweise sei der Kleine mittlerweile außer Lebensgefahr.

Langweilig wird es auf dem Hof von Kirsten Ludolf eigentlich nie. „Hier ist immer Kino", sagt die Besitzerin und lässt ihren Blick über das dreieinhalb Hektar große Gelände schweifen. Hier leben neben den Alpakas noch Pferde, Hühner, Hunde und Katzen. Eine sehenswerte Show liefert an diesem Morgen der Hahn Hans – plötzlich schläft das Tier im Stehen ein. „Scheint eine harte Nacht gehabt zu haben", sagt Kirsten Ludolf und lacht.

Information
Wer die Patenschaft übernehmen möchte, zeigt dem MT, warum er der perfekte Wegbegleiter für Lu ist. Zugelassen sind Videos, Bilder oder auch kurze Texte an Mail: Online@MT.de. Der oder die Gewinner werden zu Beginn der nächsten Woche informiert. Einsendeschluss ist Sonntag, 20 Uhr.

Die gelernte Altenpflegerin hält ihre Alpakas und Pferde als Therapietiere. Das Wesen der Steppentiere, die eigentlich aus den südamerikanischen Anden stammen und in Deutschland oft wegen ihrer Wolle gezüchtet werden, lernte die Hillerin im Jahr 2016 bei ihrer Ausbildung zur Reittherapeutin kennen. „Alpakas haben eine besondere Wirkung auf Menschen. Sie lassen das Herz aufgehen", sagt sie. Die Tiere seien zwar einerseits neugierig auf Menschen, hätten aber auch ihre ganz eigene Distanz. Wer auf sie zugeht, werde zur Gemächlichkeit gezwungen. „Alpakas merken, wenn Menschen sich auf andere Dinge konzentrieren. Sie helfen ihnen beim Loslassen und lassen sich erst führen, wenn sie merken, dass ihr Gegenüber sich entspannt."

Kirsten Ludolf arbeitet unter anderem mit der Lebenshilfe Minden und auch mit der Diakonie zusammen. In kleinen Gruppen gehen Menschen und Tiere gemeinsam durch den Wald, der direkt an das Grundstück in Rothenuffeln angrenzt. Vor allem bei Menschen mit Handicap beobachtet Kirsten Ludolf immer wieder, wie heilsam die gemeinsame Zeit mit den Tieren für sie ist. „Tiere haben keine Vorurteile. Für sie zählt nur, wie der Mensch innerlich tickt." Sie selbst versucht, den Menschen etwas Schönes für den Alltag mitzugeben – sei es bei der Reittherapie oder bei den Wald-Spaziergängen mit den Tieren.

Kirsten Ludolf inmitten ihrer Alpaka-Herde. Das weiße Alpaka Imelda ist Anfang des Jahres gestorben. - © Foto: MT-Archiv
Kirsten Ludolf inmitten ihrer Alpaka-Herde. Das weiße Alpaka Imelda ist Anfang des Jahres gestorben. (© Foto: MT-Archiv)

Schon bald könnte die kleine Alpaka-Herde von Kirsten Ludolf übrigens größer werden. Die Besitzerin vermutet, dass auch die Großmutter von Lu bald Nachwuchs zur Welt bringt. „Senta sieht aus wie eine werdende Mutter. Sie war noch nie so dick wie jetzt und der Bauch hat sich in der letzten Zeit gesenkt", erklärt die Hillerin. Ihre Vermutung hat sie nicht von einem Tierarzt überprüfen lassen, weil eine Blutabnahme sehr stressig für die Tiere sei. „Ich lasse mich überraschen." Alpakas könnten, so sagt sie, bis zu 375 Tage tragend sein.

Für den kleinen Lu wünscht sich Kirsten Ludolf eine Patenschaft, die sie zusammen mit dem Mindener Tageblatt verlost. Ein Jahr lang kann eine Person, oder eine Familie, das kleine Fohlen beim Aufwachsen begleiten. Die Patenschaft beinhaltet ein Kennenlernen, eine Wanderung mit den Alpakas und die regelmäßige Versorgung mit Bildern über WhatsApp. Ein kleines Stofftier aus Alpaka-Wolle bekommt der Pate auch überreicht – quasi als Ersatz, wenn Lu mal nicht erreichbar ist.

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RothenuffelnAlpaka-Fohlen sucht Anschluss: Wer will Pate von Lu werden?Stefanie DullweberHille-Rothenuffeln (mt). Alpaka-Fohlen Lu hüpft über die Wiese, trinkt bei seiner Mutter und legt sich dann ganz gemütlich zwischen seinen Artgenossen ins Gras. Das Fohlen ist gerade drei Wochen alt und die Attraktion auf dem Hof von Kirsten Ludolf in Rothenuffeln. Beinahe hätte das Fohlen nicht überlebt. „Letzte Woche wollte er in den Himmel. Er war plötzlich sehr schwach", sagt seine Besitzerin. Die Bauchspeicheldrüse habe nicht richtig gearbeitet, seitdem füttere sie das Fohlen – zusätzlich zur Muttermilch – mit der Flasche. Glücklicherweise sei der Kleine mittlerweile außer Lebensgefahr. Langweilig wird es auf dem Hof von Kirsten Ludolf eigentlich nie. „Hier ist immer Kino", sagt die Besitzerin und lässt ihren Blick über das dreieinhalb Hektar große Gelände schweifen. Hier leben neben den Alpakas noch Pferde, Hühner, Hunde und Katzen. Eine sehenswerte Show liefert an diesem Morgen der Hahn Hans – plötzlich schläft das Tier im Stehen ein. „Scheint eine harte Nacht gehabt zu haben", sagt Kirsten Ludolf und lacht. Die gelernte Altenpflegerin hält ihre Alpakas und Pferde als Therapietiere. Das Wesen der Steppentiere, die eigentlich aus den südamerikanischen Anden stammen und in Deutschland oft wegen ihrer Wolle gezüchtet werden, lernte die Hillerin im Jahr 2016 bei ihrer Ausbildung zur Reittherapeutin kennen. „Alpakas haben eine besondere Wirkung auf Menschen. Sie lassen das Herz aufgehen", sagt sie. Die Tiere seien zwar einerseits neugierig auf Menschen, hätten aber auch ihre ganz eigene Distanz. Wer auf sie zugeht, werde zur Gemächlichkeit gezwungen. „Alpakas merken, wenn Menschen sich auf andere Dinge konzentrieren. Sie helfen ihnen beim Loslassen und lassen sich erst führen, wenn sie merken, dass ihr Gegenüber sich entspannt." Kirsten Ludolf arbeitet unter anderem mit der Lebenshilfe Minden und auch mit der Diakonie zusammen. In kleinen Gruppen gehen Menschen und Tiere gemeinsam durch den Wald, der direkt an das Grundstück in Rothenuffeln angrenzt. Vor allem bei Menschen mit Handicap beobachtet Kirsten Ludolf immer wieder, wie heilsam die gemeinsame Zeit mit den Tieren für sie ist. „Tiere haben keine Vorurteile. Für sie zählt nur, wie der Mensch innerlich tickt." Sie selbst versucht, den Menschen etwas Schönes für den Alltag mitzugeben – sei es bei der Reittherapie oder bei den Wald-Spaziergängen mit den Tieren. Schon bald könnte die kleine Alpaka-Herde von Kirsten Ludolf übrigens größer werden. Die Besitzerin vermutet, dass auch die Großmutter von Lu bald Nachwuchs zur Welt bringt. „Senta sieht aus wie eine werdende Mutter. Sie war noch nie so dick wie jetzt und der Bauch hat sich in der letzten Zeit gesenkt", erklärt die Hillerin. Ihre Vermutung hat sie nicht von einem Tierarzt überprüfen lassen, weil eine Blutabnahme sehr stressig für die Tiere sei. „Ich lasse mich überraschen." Alpakas könnten, so sagt sie, bis zu 375 Tage tragend sein. Für den kleinen Lu wünscht sich Kirsten Ludolf eine Patenschaft, die sie zusammen mit dem Mindener Tageblatt verlost. Ein Jahr lang kann eine Person, oder eine Familie, das kleine Fohlen beim Aufwachsen begleiten. Die Patenschaft beinhaltet ein Kennenlernen, eine Wanderung mit den Alpakas und die regelmäßige Versorgung mit Bildern über WhatsApp. Ein kleines Stofftier aus Alpaka-Wolle bekommt der Pate auch überreicht – quasi als Ersatz, wenn Lu mal nicht erreichbar ist.