Der Angeklagte Jörg W. betritt einen Sitzungssaal im Landgericht in Begleitung eines Justizbeamten. Im Prozess um den Dreifachmord von Hille sollen heute Nebenkläger und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Foto: Friso Gentsch/dpa - © (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Der Angeklagte Jörg W. betritt einen Sitzungssaal im Landgericht in Begleitung eines Justizbeamten. Im Prozess um den Dreifachmord von Hille sollen heute Nebenkläger und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Foto: Friso Gentsch/dpa (© (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Bielefeld/Hille

Schwiegersohn sagt aus - Noch kein Urteil im Hiller Mordprozess in Sicht

veröffentlicht

Bielefeld/Hille (dpa/sbo/nas). Im Prozess um den Dreifachmord von Hille in Ostwestfalen verzögern sich die Plädoyers der Nebenkläger und Verteidiger auf unbestimmte Zeit. Die für Dienstag geplanten Schlussvorträge konnten am Landgericht Bielefeld nicht gehalten werden, weil die Verteidiger nach der Anhörung eines weiteren Zeugen neue Beweisanträge stellten.

Das Gericht will daher jetzt einen weiteren Zeugen laden. Der Bundeswehrsoldat, ein ehemaliger Kamerad des Angeklagten Kevin R., ist allerdings derzeit krankgeschrieben. Ursprünglich sollte ein Urteil am 23. Mai gesprochen werden. Jetzt ist für den 14. Juni ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt.

 Vor Gericht hat heute außerdem der Schwiegersohn von Jörg W. ausgesagt. Er soll etwa zweimal im Monat auf dem Hof in Hille-Neuenbaum gewesen sein und sagte aus, dass Jörg W. ein liebevoller Großvater und herzlicher Mensch sei. Finanzielle Probleme hätte es nie gegeben und auch mit seiner Vergangenheit hätte W. nicht geprollt.

Kevin R. hingegen soll laut dem Zeugen aufbrausend gewesen sein und hätte dem getöteten Jochen K. Schläge angedroht. Laut dem Schwiegersohn war Kevin R. sauer auf Jochen, weil er die Pferde nicht richtig gemistet und nur zwei bis drei Mal im Jahr geduscht und deshalb gestunken hätte.

Gerd F. bezeichnete der Zeuge als schrulligen alten Mann, um den sich Doris und Jörg W. liebevoll gekümmert hätten. Und von dem getöteten Fadi S. hätte er erst später etwas mitbekommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für die beiden Angeklagten Jörg W. und Kevin R. gefordert. Sie beantragte Mitte April vor dem Landgericht Bielefeld zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für die 52 und 25 Jahre alten Männer. Bei dieser Höchststrafe wäre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die beiden Angeklagten erst einen 72 Jahre alten Nachbarn Gerd F., dann einen 64 Jahre alten Hilfsarbeiter Jochen K. und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner Fadi S. erschlagen, um sich zu bereichern. Die drei Leichen waren vor über einem Jahr verscharrt auf Höfen in Hille gefunden worden.

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Bielefeld/HilleSchwiegersohn sagt aus - Noch kein Urteil im Hiller Mordprozess in SichtBielefeld/Hille (dpa/sbo/nas). Im Prozess um den Dreifachmord von Hille in Ostwestfalen verzögern sich die Plädoyers der Nebenkläger und Verteidiger auf unbestimmte Zeit. Die für Dienstag geplanten Schlussvorträge konnten am Landgericht Bielefeld nicht gehalten werden, weil die Verteidiger nach der Anhörung eines weiteren Zeugen neue Beweisanträge stellten. Das Gericht will daher jetzt einen weiteren Zeugen laden. Der Bundeswehrsoldat, ein ehemaliger Kamerad des Angeklagten Kevin R., ist allerdings derzeit krankgeschrieben. Ursprünglich sollte ein Urteil am 23. Mai gesprochen werden. Jetzt ist für den 14. Juni ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt.  Vor Gericht hat heute außerdem der Schwiegersohn von Jörg W. ausgesagt. Er soll etwa zweimal im Monat auf dem Hof in Hille-Neuenbaum gewesen sein und sagte aus, dass Jörg W. ein liebevoller Großvater und herzlicher Mensch sei. Finanzielle Probleme hätte es nie gegeben und auch mit seiner Vergangenheit hätte W. nicht geprollt. Kevin R. hingegen soll laut dem Zeugen aufbrausend gewesen sein und hätte dem getöteten Jochen K. Schläge angedroht. Laut dem Schwiegersohn war Kevin R. sauer auf Jochen, weil er die Pferde nicht richtig gemistet und nur zwei bis drei Mal im Jahr geduscht und deshalb gestunken hätte. Gerd F. bezeichnete der Zeuge als schrulligen alten Mann, um den sich Doris und Jörg W. liebevoll gekümmert hätten. Und von dem getöteten Fadi S. hätte er erst später etwas mitbekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für die beiden Angeklagten Jörg W. und Kevin R. gefordert. Sie beantragte Mitte April vor dem Landgericht Bielefeld zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für die 52 und 25 Jahre alten Männer. Bei dieser Höchststrafe wäre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die beiden Angeklagten erst einen 72 Jahre alten Nachbarn Gerd F., dann einen 64 Jahre alten Hilfsarbeiter Jochen K. und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner Fadi S. erschlagen, um sich zu bereichern. Die drei Leichen waren vor über einem Jahr verscharrt auf Höfen in Hille gefunden worden. Hier gibt es weitere Artikel zum Thema