Südhemmern

Südhemmer Eltern fühlen sich falsch verstanden

Stefanie Dullweber

Hille-Südhemmern (mt). In Südhemmern wird keine Bushaltestelle für Fahrten zur Grundschule Hille eingerichtet. Dieser Beschluss des Ausschusses für Jugend, Bildung und Sport sorgt bei den Eltern der betroffenen Grundschüler für Unmut. Sie fühlen sich mit ihrem Anliegen falsch verstanden, wie eine Mutter gegenüber dem MT erklärt.

Laut den Eltern fehlt eine Busverbindung. Foto: dpa - © Franziska Kraufmann
Laut den Eltern fehlt eine Busverbindung. Foto: dpa (© Franziska Kraufmann)

Zum Hintergrund: Im September hatten mehrere Familien aus Südhemmern beantragt, eine zusätzliche Haltestelle in unmittelbarer Nähe der Straßen „In der Stockwiese“ und „Allerbruch“ aufzunehmen, um den sicheren Schulweg der Grundschüler zu gewährleisten. Ein ohnehin durch Südhemmern fahrender Schulbus könnte an der für die Kinder am nächsten gelegenen und bereits vorhandenen Haltestelle an der Mühle halten, so der Vorschlag der Eltern.

Diese hatten sich mit ihrem Anliegen an die Verwaltung gewandt, weil sich die Kinder für die Grundschule Hille – und nicht für die Schule in Nordhemmern entschieden hatten. Passend zum morgendlichen Schulbeginn gibt es allerdings keine Busverbindungen aus Südhemmern zur Grundschule Hille. Betroffen sind im Schuljahr 2018/2019 fünf Kinder.

Allerdings hätten noch mehr Eltern ihre Kinder in Hille angemeldet, würde es einen passenden Busverkehr geben, heißt es von Seiten der Betroffenen. Ein Kind sei sogar umgeschult worden, weil die Eltern den selbst organisierten Fahrdienst nach Hille nicht mehr leisten konnten. In den nächsten Jahren würden weitere 21 Kinder aus diesem Teil von Südhemmern eingeschult. Das Problem habe sich also nicht erledigt.

Die Verwaltung argumentiert mit den enormen Kosten, die damit verbunden wären, dass ein Schulbus über Südhemmern nach Hille fährt. Die Busse, die derzeit zur Grundschule Hille fahren, könnten aus zeitlichen Gründen keine weitere Haltestelle bedienen, heißt es. Daher müsste ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden.

Der Schulbusverkehr für Kinder aus Südhemmern sei mit der Grundschule Nordhemmern abgestimmt, heißt es aus dem Rathaus. Schulbusse zur Grundschule Hille halten demnach nicht in Südhemmern. Die Verwaltung kalkuliert für einen zusätzlich eingesetzten Bus jährliche Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro. Die betroffene Mutter bezweifelt, dass die Kosten derartig hoch sind. Von der Verwaltung heißt es dazu, man habe die Kosten nach Rücksprache mit der MKB-Mühlenkreisbus GmbH kalkuliert.

Die Gemeinde verweist zudem auf die Beförderung zur wohnortnächsten Schule. Eltern könnten grundsätzlich die Grundschule ihrer Kinder frei wählen. Einen Anspruch auf Aufnahme gibt es allerdings nur an der wohnortnächsten Schule. Laut Gemeinde ist dies für die Kinder aus Südhemmern die Grundschule Nordhemmern.

Die Gemeinde Hille habe die Beförderung so organisiert, dass sämtliche Fahrten über die Linien im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgewickelt werden. Die Linien wurden auf den nächstgelegenen Schulstandort ausgerichtet, die An- und Abfahrt den Unterrichtszeiten angepasst.

Für die betroffenen Eltern ist dieses Argument hinfällig, weil die Kinder in diesem Teil von Südhemmern genau in der Mitte zwischen Nordhemmern und Hille wohnen und somit ihrer Ansicht nach beide Schulen als wohnortnächste Einrichtung in Frage kommen.

Sie würden die Entscheidung zwar hinnehmen, finden aber grundsätzlich nicht genug berücksichtigt, um wie viele Kinder es sich tatsächlich handelt, sagen die Eltern. Sie würden die Fahrten nach Hille auch weiterhin selbst organisieren.

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SüdhemmernSüdhemmer Eltern fühlen sich falsch verstandenStefanie DullweberHille-Südhemmern (mt). In Südhemmern wird keine Bushaltestelle für Fahrten zur Grundschule Hille eingerichtet. Dieser Beschluss des Ausschusses für Jugend, Bildung und Sport sorgt bei den Eltern der betroffenen Grundschüler für Unmut. Sie fühlen sich mit ihrem Anliegen falsch verstanden, wie eine Mutter gegenüber dem MT erklärt. Zum Hintergrund: Im September hatten mehrere Familien aus Südhemmern beantragt, eine zusätzliche Haltestelle in unmittelbarer Nähe der Straßen „In der Stockwiese“ und „Allerbruch“ aufzunehmen, um den sicheren Schulweg der Grundschüler zu gewährleisten. Ein ohnehin durch Südhemmern fahrender Schulbus könnte an der für die Kinder am nächsten gelegenen und bereits vorhandenen Haltestelle an der Mühle halten, so der Vorschlag der Eltern. Diese hatten sich mit ihrem Anliegen an die Verwaltung gewandt, weil sich die Kinder für die Grundschule Hille – und nicht für die Schule in Nordhemmern entschieden hatten. Passend zum morgendlichen Schulbeginn gibt es allerdings keine Busverbindungen aus Südhemmern zur Grundschule Hille. Betroffen sind im Schuljahr 2018/2019 fünf Kinder. Allerdings hätten noch mehr Eltern ihre Kinder in Hille angemeldet, würde es einen passenden Busverkehr geben, heißt es von Seiten der Betroffenen. Ein Kind sei sogar umgeschult worden, weil die Eltern den selbst organisierten Fahrdienst nach Hille nicht mehr leisten konnten. In den nächsten Jahren würden weitere 21 Kinder aus diesem Teil von Südhemmern eingeschult. Das Problem habe sich also nicht erledigt. Die Verwaltung argumentiert mit den enormen Kosten, die damit verbunden wären, dass ein Schulbus über Südhemmern nach Hille fährt. Die Busse, die derzeit zur Grundschule Hille fahren, könnten aus zeitlichen Gründen keine weitere Haltestelle bedienen, heißt es. Daher müsste ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden. Der Schulbusverkehr für Kinder aus Südhemmern sei mit der Grundschule Nordhemmern abgestimmt, heißt es aus dem Rathaus. Schulbusse zur Grundschule Hille halten demnach nicht in Südhemmern. Die Verwaltung kalkuliert für einen zusätzlich eingesetzten Bus jährliche Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro. Die betroffene Mutter bezweifelt, dass die Kosten derartig hoch sind. Von der Verwaltung heißt es dazu, man habe die Kosten nach Rücksprache mit der MKB-Mühlenkreisbus GmbH kalkuliert. Die Gemeinde verweist zudem auf die Beförderung zur wohnortnächsten Schule. Eltern könnten grundsätzlich die Grundschule ihrer Kinder frei wählen. Einen Anspruch auf Aufnahme gibt es allerdings nur an der wohnortnächsten Schule. Laut Gemeinde ist dies für die Kinder aus Südhemmern die Grundschule Nordhemmern. Die Gemeinde Hille habe die Beförderung so organisiert, dass sämtliche Fahrten über die Linien im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgewickelt werden. Die Linien wurden auf den nächstgelegenen Schulstandort ausgerichtet, die An- und Abfahrt den Unterrichtszeiten angepasst. Für die betroffenen Eltern ist dieses Argument hinfällig, weil die Kinder in diesem Teil von Südhemmern genau in der Mitte zwischen Nordhemmern und Hille wohnen und somit ihrer Ansicht nach beide Schulen als wohnortnächste Einrichtung in Frage kommen. Sie würden die Entscheidung zwar hinnehmen, finden aber grundsätzlich nicht genug berücksichtigt, um wie viele Kinder es sich tatsächlich handelt, sagen die Eltern. Sie würden die Fahrten nach Hille auch weiterhin selbst organisieren.