Hille

Hilles Wirtschaftsförderer Timo Muchow sieht sich als Brückenbauer und Ideengeber

Carsten Korfesmeyer

Wirtschaftsförderer Timo Muchow hat unter anderem eine Unternehmensbefragung ins Leben gerufen. „Der Fachkräftemangel ist in Hille ein großes Thema“, sagt er. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Wirtschaftsförderer Timo Muchow hat unter anderem eine Unternehmensbefragung ins Leben gerufen. „Der Fachkräftemangel ist in Hille ein großes Thema“, sagt er. MT- (© Foto: Carsten Korfesmeyer)

Hille (mt). Wie wichtig die persönlichen Kontakte in seinem Job sind, sagt Timo Muchow gleich zu Beginn des MT-Gesprächs. „Sie ahnen gar nicht, was alles Wirtschaftsförderung ist", erzählt er. Handel, Gewerbe und Industrie soll der 32-Jährige in der Gemeinde weiter nach vorne bringen. Zu seinen Aufgaben zählt aber auch der Tourismus, die Förderung des Ehrenamts oder die ärztliche Versorgung. Vergangenen Oktober ist der gebürtige Hannoveraner dafür von Cuxhaven nach Hille gekommen. Er fühlt sich in der Verwaltung wohl und spricht von positiven Voraussetzungen. „Hier geht was", sagt Muchow, der im Rathaus der Büronachbar von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) ist, mit dem er sich nach eigenen Worten stets eng abstimmt.

Der Verwaltungschef nimmt ebenfalls am MT-Gespräch teil – und es zeigt sich, dass Muchow mit ihm bereits ein gut eingespieltes Team bildet. Hilles junger Wirtschaftsförderer sieht sich als Impulsgeber, Mittler oder Initiator. „Auch als eine Art Brückenbauer und Anschieber", sagt er. Zusammen mit dem Bürgermeister habe er bereits zahlreiche Gespräche mit dem Kreis oder Vertretern der heimischen Wirtschaft geführt. Unter anderem will das Duo abklopfen, inwieweit die drei Gewerbegebiete gefördert werden können. Schweiß deutet beispielsweise neue Entwicklungen am Hiller Hafen an. „Da laufen vielversprechende Verhandlungen." Mehr könne er dazu im Moment aber noch nicht sagen.

Ein großes Thema seien auch die interkommunale Gewerbegebiete, erklärt der Bürgermeister. Hilles Verkehrsanbindung bezeichnet er als durchaus zentral. Bahn, Straße und Kanal bieten seiner Ansicht nach gute Voraussetzungen und es werde sich zeigen, welche Möglichkeiten es für eine Zusammenarbeit mit den benachbarten Städten und Gemeinden gebe. Es gelte auszuloten, was machbar sei. Muchow spricht von Synergien und sieht in Kooperationen die Chance, neue Arbeitsplätze in die Gemeinde zu tragen. Das führe zu einer Handlungskette, die sich mit den strategischen Zielen decke: Junge Familien würden zuziehen, dort bauen und einkaufen.

Eine kürzlich ins Leben gerufene anonyme Unternehmensbefragung geht ebenfalls auf Initiative Muchows zurück. „Wir wollen herausfinden, wo den Firmen möglicherweise der Schuh drückt", sagt er. 30 haben inzwischen geantwortet und es zeige sich, dass der Fachkräftemangel auch in Hille ein großes Thema ist. Der Wirtschaftsförderer will dieses deshalb zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Mit der Verbundschule will er einen engen Draht aufbauen und Kontakte mit den heimischen Firmen herstellen. Anreize müssen her, damit junge Menschen ihre beruflichen Perspektiven in Hille sehen. „Und nicht in die größeren Städte abwandern". Muchow wünscht sich vor Ort mehr Ausbildungsmöglichkeiten in immer mehr Branchen. Mehr als 1.000 Gewerbetreibende gebe es aktuell. Da stecke einiges an Potenzial, was noch nicht abgeschöpft sei. Es gelte, die Schüler zu informieren. Ein sogenannter Berufsparcour, an dem sich heimische Firmen vorstellen, sei beispielsweise eine geeignete Veranstaltung. Das gelte auch für einen Unternehmerstammtisch, über den er nachdenke.

Muchow wirkt motiviert, engagiert und strahlt eine Menge Optimismus aus. Er verfügt somit über die Tugenden, die ein Mann mit den vor ihm liegenden Aufgaben braucht. Er will die Menschen von seinen Vorstellungen überzeugen und diese dann gemeinsam mit der Hiller Politik auf den Weg bringen. Vor allem aber sieht sich der Mann, der in der niedersächsischen Landeshauptstadt Wirtschaftsgeografie studierte, als einen Ansprechpartner für jede Generation.

Von jetzt auf gleich stellen sich die Erfolge nicht ein, sagt Muchow allerdings mehrere Male. Wirtschaftsförderung sei ein langfristiges Geschäft, das viel Geduld erfordere – und in dem man auch mal dicke Bretter bohren müsse. Er stehe nach etwas mehr als sechs Monaten noch am Anfang. Zurzeit sei er unter anderem damit beschäftigt, eine Unternehmerdatenbank aufzubauen. „Wir netzwerken sozusagen", sagt Muchow. Mehr als 250 Kontakte hat er bereits digital eingepflegt. Schneller sollen die Kommunikationswege werden. Und der Breitbandausbau sei sowieso ein großes Hiller Thema.

Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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HilleHilles Wirtschaftsförderer Timo Muchow sieht sich als Brückenbauer und IdeengeberCarsten KorfesmeyerHille (mt). Wie wichtig die persönlichen Kontakte in seinem Job sind, sagt Timo Muchow gleich zu Beginn des MT-Gesprächs. „Sie ahnen gar nicht, was alles Wirtschaftsförderung ist", erzählt er. Handel, Gewerbe und Industrie soll der 32-Jährige in der Gemeinde weiter nach vorne bringen. Zu seinen Aufgaben zählt aber auch der Tourismus, die Förderung des Ehrenamts oder die ärztliche Versorgung. Vergangenen Oktober ist der gebürtige Hannoveraner dafür von Cuxhaven nach Hille gekommen. Er fühlt sich in der Verwaltung wohl und spricht von positiven Voraussetzungen. „Hier geht was", sagt Muchow, der im Rathaus der Büronachbar von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) ist, mit dem er sich nach eigenen Worten stets eng abstimmt. Der Verwaltungschef nimmt ebenfalls am MT-Gespräch teil – und es zeigt sich, dass Muchow mit ihm bereits ein gut eingespieltes Team bildet. Hilles junger Wirtschaftsförderer sieht sich als Impulsgeber, Mittler oder Initiator. „Auch als eine Art Brückenbauer und Anschieber", sagt er. Zusammen mit dem Bürgermeister habe er bereits zahlreiche Gespräche mit dem Kreis oder Vertretern der heimischen Wirtschaft geführt. Unter anderem will das Duo abklopfen, inwieweit die drei Gewerbegebiete gefördert werden können. Schweiß deutet beispielsweise neue Entwicklungen am Hiller Hafen an. „Da laufen vielversprechende Verhandlungen." Mehr könne er dazu im Moment aber noch nicht sagen. Ein großes Thema seien auch die interkommunale Gewerbegebiete, erklärt der Bürgermeister. Hilles Verkehrsanbindung bezeichnet er als durchaus zentral. Bahn, Straße und Kanal bieten seiner Ansicht nach gute Voraussetzungen und es werde sich zeigen, welche Möglichkeiten es für eine Zusammenarbeit mit den benachbarten Städten und Gemeinden gebe. Es gelte auszuloten, was machbar sei. Muchow spricht von Synergien und sieht in Kooperationen die Chance, neue Arbeitsplätze in die Gemeinde zu tragen. Das führe zu einer Handlungskette, die sich mit den strategischen Zielen decke: Junge Familien würden zuziehen, dort bauen und einkaufen. Eine kürzlich ins Leben gerufene anonyme Unternehmensbefragung geht ebenfalls auf Initiative Muchows zurück. „Wir wollen herausfinden, wo den Firmen möglicherweise der Schuh drückt", sagt er. 30 haben inzwischen geantwortet und es zeige sich, dass der Fachkräftemangel auch in Hille ein großes Thema ist. Der Wirtschaftsförderer will dieses deshalb zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Mit der Verbundschule will er einen engen Draht aufbauen und Kontakte mit den heimischen Firmen herstellen. Anreize müssen her, damit junge Menschen ihre beruflichen Perspektiven in Hille sehen. „Und nicht in die größeren Städte abwandern". Muchow wünscht sich vor Ort mehr Ausbildungsmöglichkeiten in immer mehr Branchen. Mehr als 1.000 Gewerbetreibende gebe es aktuell. Da stecke einiges an Potenzial, was noch nicht abgeschöpft sei. Es gelte, die Schüler zu informieren. Ein sogenannter Berufsparcour, an dem sich heimische Firmen vorstellen, sei beispielsweise eine geeignete Veranstaltung. Das gelte auch für einen Unternehmerstammtisch, über den er nachdenke. Muchow wirkt motiviert, engagiert und strahlt eine Menge Optimismus aus. Er verfügt somit über die Tugenden, die ein Mann mit den vor ihm liegenden Aufgaben braucht. Er will die Menschen von seinen Vorstellungen überzeugen und diese dann gemeinsam mit der Hiller Politik auf den Weg bringen. Vor allem aber sieht sich der Mann, der in der niedersächsischen Landeshauptstadt Wirtschaftsgeografie studierte, als einen Ansprechpartner für jede Generation. Von jetzt auf gleich stellen sich die Erfolge nicht ein, sagt Muchow allerdings mehrere Male. Wirtschaftsförderung sei ein langfristiges Geschäft, das viel Geduld erfordere – und in dem man auch mal dicke Bretter bohren müsse. Er stehe nach etwas mehr als sechs Monaten noch am Anfang. Zurzeit sei er unter anderem damit beschäftigt, eine Unternehmerdatenbank aufzubauen. „Wir netzwerken sozusagen", sagt Muchow. Mehr als 250 Kontakte hat er bereits digital eingepflegt. Schneller sollen die Kommunikationswege werden. Und der Breitbandausbau sei sowieso ein großes Hiller Thema. Der Autor ist erreichbar unterTelefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de