Hille

Keine zusätzliche Schulbus-Haltestelle in Südhemmern

Stefanie Dullweber

Foto: dpa - © Stefan Sauer
Foto: dpa (© Stefan Sauer)

Hille (mt). In Südhemmern wird keine weitere Bushaltestelle für Fahrten zur Grundschule Hille eingerichtet. Das hat der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport einstimmig und auf Anraten der Verwaltung beschlossen. Der Grund sind die enormen Kosten. Um fünf Kinder ein Schuljahr lang von Südhemmern zur Schule in Hille zu befördern, würde der Gemeinde-Haushalt mit rund 30.000 Euro belastet.

Zum Hintergrund: Im September hatten mehrere Familien aus der Ortschaft Südhemmern beantragt, dass die Gemeinde eine Haltestelle im Bereich der Straßen „In der Stockwiese“ und „Allerbruch“ für Fahrten zur Grundschule nach Hille einrichtet.

Die Eltern hatten sich mit ihrem Anliegen schriftlich an die Verwaltung gewandt, weil sich die Kinder für die Grundschule Hille – und nicht für die nächstgelegene Grundschule in Nordhemmern entschieden hatten. Passend zum morgendlichen Schulbeginn gibt es allerdings keine Busverbindungen aus Südhemmern zur Grundschule Hille. Betroffen sind dem Antrag zufolge im Schuljahr 2018/2019 insgesamt fünf Kinder.

Berichterstatter Bernd Küchhold schilderte im Ausschuss die rechtlichen Grundlagen. Demzufolge können Eltern grundsätzlich die Grundschule ihrer Kinder frei wählen – sofern es keine Schuleinzugsbereiche gibt. Einen Anspruch auf Aufnahme gibt es allerdings nur an der wohnortnächsten Schule. Die Gemeinde Hille hat laut Küchhold keine Einzugsbereiche gebildet. Die wohnortnächste Schule für die Kinder aus Südhemmern ist demnach die Grundschule Nordhemmern.

Die Aufnahme an einer Schule sei jedoch losgelöst von der Beförderung, hieß es. Der Schulträger habe keine Beförderungspflicht, sondern – laut Schülerfahrkostenverordnung – muss lediglich die Kosten tragen, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Die Gemeinde Hille habe die Beförderung so organisiert, dass sämtliche Fahrten über die Linien im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgewickelt werden. Die Linien wurden auf den nächstgelegenen Schulstandort ausgerichtet, die An- und Abfahrt den Unterrichtszeiten angepasst. Je Schultag gibt es bei den Grundschulen eine Anfahrt und drei Abfahrten.

Der Schulbusverkehr für Kinder aus Südhemmern ist mit der Grundschule Nordhemmern abgestimmt. Schulbusse zur Grundschule Hille fahren nicht. Hierfür müssten laut Auskunft aus dem Rathaus zusätzliche Busse eingesetzt werden. Die Verwaltung kalkuliert dafür zusätzlich jährliche Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro.

Selbstverständlich stünde es den Eltern frei, den Busverkehr zur Verbundschule zu nutzen. Allerdings würden die Busse lediglich zur ersten Stunde nach Hille fahren und nach der sechsten Stunde zurück. Zudem müssten die Kinder an der Verbundschule ein- und aussteigen. Sofern die Kinder mit Privatfahrzeugen gefahren werden, erstatte die Gemeinde auf Antrag eine Entschädigung in Höhe von 0,13 Euro je Kilometer Schulweg, heißt es.

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HilleKeine zusätzliche Schulbus-Haltestelle in SüdhemmernStefanie DullweberHille (mt). In Südhemmern wird keine weitere Bushaltestelle für Fahrten zur Grundschule Hille eingerichtet. Das hat der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport einstimmig und auf Anraten der Verwaltung beschlossen. Der Grund sind die enormen Kosten. Um fünf Kinder ein Schuljahr lang von Südhemmern zur Schule in Hille zu befördern, würde der Gemeinde-Haushalt mit rund 30.000 Euro belastet. Zum Hintergrund: Im September hatten mehrere Familien aus der Ortschaft Südhemmern beantragt, dass die Gemeinde eine Haltestelle im Bereich der Straßen „In der Stockwiese“ und „Allerbruch“ für Fahrten zur Grundschule nach Hille einrichtet. Die Eltern hatten sich mit ihrem Anliegen schriftlich an die Verwaltung gewandt, weil sich die Kinder für die Grundschule Hille – und nicht für die nächstgelegene Grundschule in Nordhemmern entschieden hatten. Passend zum morgendlichen Schulbeginn gibt es allerdings keine Busverbindungen aus Südhemmern zur Grundschule Hille. Betroffen sind dem Antrag zufolge im Schuljahr 2018/2019 insgesamt fünf Kinder. Berichterstatter Bernd Küchhold schilderte im Ausschuss die rechtlichen Grundlagen. Demzufolge können Eltern grundsätzlich die Grundschule ihrer Kinder frei wählen – sofern es keine Schuleinzugsbereiche gibt. Einen Anspruch auf Aufnahme gibt es allerdings nur an der wohnortnächsten Schule. Die Gemeinde Hille hat laut Küchhold keine Einzugsbereiche gebildet. Die wohnortnächste Schule für die Kinder aus Südhemmern ist demnach die Grundschule Nordhemmern. Die Aufnahme an einer Schule sei jedoch losgelöst von der Beförderung, hieß es. Der Schulträger habe keine Beförderungspflicht, sondern – laut Schülerfahrkostenverordnung – muss lediglich die Kosten tragen, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Die Gemeinde Hille habe die Beförderung so organisiert, dass sämtliche Fahrten über die Linien im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgewickelt werden. Die Linien wurden auf den nächstgelegenen Schulstandort ausgerichtet, die An- und Abfahrt den Unterrichtszeiten angepasst. Je Schultag gibt es bei den Grundschulen eine Anfahrt und drei Abfahrten. Der Schulbusverkehr für Kinder aus Südhemmern ist mit der Grundschule Nordhemmern abgestimmt. Schulbusse zur Grundschule Hille fahren nicht. Hierfür müssten laut Auskunft aus dem Rathaus zusätzliche Busse eingesetzt werden. Die Verwaltung kalkuliert dafür zusätzlich jährliche Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro. Selbstverständlich stünde es den Eltern frei, den Busverkehr zur Verbundschule zu nutzen. Allerdings würden die Busse lediglich zur ersten Stunde nach Hille fahren und nach der sechsten Stunde zurück. Zudem müssten die Kinder an der Verbundschule ein- und aussteigen. Sofern die Kinder mit Privatfahrzeugen gefahren werden, erstatte die Gemeinde auf Antrag eine Entschädigung in Höhe von 0,13 Euro je Kilometer Schulweg, heißt es.