Einsatz für die Feuerwehr im Hiller Hafen: Ein Frachtschiff ist mit Wasser vollgelaufen und mit dem Heck gegen die Spundwand gestoßen. MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
Einsatz für die Feuerwehr im Hiller Hafen: Ein Frachtschiff ist mit Wasser vollgelaufen und mit dem Heck gegen die Spundwand gestoßen. MT- (© Foto: Stefanie Dullweber)

Hille

Update: Havarie im Hiller Hafen - Reparatur in vier Grad kaltem Wasser

Stefanie Dullweber

MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
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Hille (mt). Als Bernhard Förster, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hille, gegen 12 Uhr am Montagmittag das Ende des Einsatzes bekannt gibt, liegen hinter seinen Feuerwehrleuten neun Stunden bei Regen und Kälte. Die Einsatzkräfte haben dank ihres schnellen Eingreifens verhindert, dass ein 80 Meter langes Gütermotorschiff, das etwa 950 Tonnen Weizen geladen hat, auf dem Mittellandkanal sinkt.

Es ist gegen 2.30 Uhr am frühen Montagmorgen als der Schiffsführer aus Tschechien seinen Frachter plötzlich nicht mehr steuern kann. Das Ruder ist ausgefallen, das Schiff rammt eine Böschung in der Nähe des Hiller Hafens und wird am Rumpf aufgerissen.

Die Besatzung bemerkt schnell, dass bei dem Unfall die an Bord befindliche Pumpe kaputt gegangen ist und Wasser unkontrolliert in die Ballasttanks strömt. Diese Tanks sind dazu da, das Schiff in Balance zu halten. Um 2.50 werden die Löschgruppen Hartum, Hille, Eickhorst und Nordhemmern alarmiert. Auf ihren Meldern lesen die Feuerwehrleute, dass ein Schiff auf dem Mittellandkanal havariert ist.

MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
MT- (© Foto: Stefanie Dullweber)

Wie Feuerwehr-Pressesprecher André Bultemeyer am Montagmorgen gegenüber dem MT mitteilt, haben die Einsatzkräfte als Sofortmaßnahme zwei TS 8 Pumpen eingesetzt. Zur Sicherheit haben sie auch ein Boot dabei, das aber nicht zum Einsatz kommt.

Die Feuerwehrleute haben keine andere Möglichkeit, als am Kanal auszuharren. Die Pumpen können sie nicht abstellen. Zunächst trifft die Wasserschutzpolizei ein, um den Unfall aufzunehmen. Später kommen Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie entscheiden, dass sich ein Taucher den Schaden am Schiff anschauen soll, um zu entscheiden, ob es noch vor Ort geflickt werden kann.

MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
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Dimitri Scharlei und seine Kollegen sind gegen 9.30 Uhr vor Ort. Der Petershäger wagt sich in das nur vier Grad kalte Wasser. Die Werkzeuge lassen seine beiden Kollegen per Seil in die Tiefe. Über Funk meldet Dimitri Scharlei seinen Kollegen, was er zum Abdichten des zwei mal ein Zentimeter großen Lochs benötigt. „Ein Routineeinsatz“, sagt er, nachdem er aus dem Kanal wieder aufgetaucht ist. Die Sicht sei nicht gut gewesen, aber gefroren hätte er nicht. „Nach etwa eineinhalb Stunden im Wasser bekomme ich kalte Füße“, sagt er.

Taucher Dimitri Scharlei bereitet sich auf seinen Einsatz - bei vier Grad Wassertemperatur - vor. MT- - © Foto: Stefanie Dullweber
Taucher Dimitri Scharlei bereitet sich auf seinen Einsatz - bei vier Grad Wassertemperatur - vor. MT- (© Foto: Stefanie Dullweber)

Da das Schiff nur provisorisch geflickt ist, muss der Frachter zunächst für eine gründliche Reparatur in die Werft nach Minden. Dort soll auch ein Sachverständiger die ausgefallene Ruderanlage überprüfen, bevor der tschechische Frachter mit seiner Ladung in die Niederlande fahren kann.

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HilleUpdate: Havarie im Hiller Hafen - Reparatur in vier Grad kaltem WasserStefanie DullweberHille (mt). Als Bernhard Förster, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hille, gegen 12 Uhr am Montagmittag das Ende des Einsatzes bekannt gibt, liegen hinter seinen Feuerwehrleuten neun Stunden bei Regen und Kälte. Die Einsatzkräfte haben dank ihres schnellen Eingreifens verhindert, dass ein 80 Meter langes Gütermotorschiff, das etwa 950 Tonnen Weizen geladen hat, auf dem Mittellandkanal sinkt. Es ist gegen 2.30 Uhr am frühen Montagmorgen als der Schiffsführer aus Tschechien seinen Frachter plötzlich nicht mehr steuern kann. Das Ruder ist ausgefallen, das Schiff rammt eine Böschung in der Nähe des Hiller Hafens und wird am Rumpf aufgerissen. Die Besatzung bemerkt schnell, dass bei dem Unfall die an Bord befindliche Pumpe kaputt gegangen ist und Wasser unkontrolliert in die Ballasttanks strömt. Diese Tanks sind dazu da, das Schiff in Balance zu halten. Um 2.50 werden die Löschgruppen Hartum, Hille, Eickhorst und Nordhemmern alarmiert. Auf ihren Meldern lesen die Feuerwehrleute, dass ein Schiff auf dem Mittellandkanal havariert ist. Wie Feuerwehr-Pressesprecher André Bultemeyer am Montagmorgen gegenüber dem MT mitteilt, haben die Einsatzkräfte als Sofortmaßnahme zwei TS 8 Pumpen eingesetzt. Zur Sicherheit haben sie auch ein Boot dabei, das aber nicht zum Einsatz kommt. Die Feuerwehrleute haben keine andere Möglichkeit, als am Kanal auszuharren. Die Pumpen können sie nicht abstellen. Zunächst trifft die Wasserschutzpolizei ein, um den Unfall aufzunehmen. Später kommen Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie entscheiden, dass sich ein Taucher den Schaden am Schiff anschauen soll, um zu entscheiden, ob es noch vor Ort geflickt werden kann. Dimitri Scharlei und seine Kollegen sind gegen 9.30 Uhr vor Ort. Der Petershäger wagt sich in das nur vier Grad kalte Wasser. Die Werkzeuge lassen seine beiden Kollegen per Seil in die Tiefe. Über Funk meldet Dimitri Scharlei seinen Kollegen, was er zum Abdichten des zwei mal ein Zentimeter großen Lochs benötigt. „Ein Routineeinsatz“, sagt er, nachdem er aus dem Kanal wieder aufgetaucht ist. Die Sicht sei nicht gut gewesen, aber gefroren hätte er nicht. „Nach etwa eineinhalb Stunden im Wasser bekomme ich kalte Füße“, sagt er. Da das Schiff nur provisorisch geflickt ist, muss der Frachter zunächst für eine gründliche Reparatur in die Werft nach Minden. Dort soll auch ein Sachverständiger die ausgefallene Ruderanlage überprüfen, bevor der tschechische Frachter mit seiner Ladung in die Niederlande fahren kann.