Hartum

Der Freiwilligen Feuerwehr in Hille fehlen Fahrzeuge

Stefanie Dullweber

Die Freiwillige Feuerwehr Hille hat einen Antrag gestellt, weil sie neue Fahrzeuge braucht. Foto: Patrick Seeger/dpa - © (c) Copyright 2015, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Die Freiwillige Feuerwehr Hille hat einen Antrag gestellt, weil sie neue Fahrzeuge braucht. Foto: Patrick Seeger/dpa (© (c) Copyright 2015, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Hille-Hartum (mt). Die Freiwillige Feuerwehr beantragt für ihren Fuhrpark neue Fahrzeuge. Ein mittlerweile 50 Jahre alter Schlauchwagen und ein knapp 20 Jahre alter Gerätewagen Logistik der Löschgruppe Hartum sollen durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden. Außerdem benötigen die Löschgruppen Hille, Südhemmern, Holzhausen II und Eickhorst neue Mannschaftstransportfahrzeuge. Insgesamt geht es um eine Investition von rund 410.000 Euro. Im Feuerschutzausschuss sorgten die Anträge der Feuerwehrleitung für Diskussionen. Die CDU-Fraktion zweifelte an, dass diese geplanten Anschaffungen mit dem Brandschutzbedarfsplan übereinstimmen. Laut Eberhard Peper stehe in der „Bibel“ – wie er den Plan bezeichnete – nichts von Fahrzeugen, die ausgemustert werden sollen.

Der Gerätewagen

Zum Fuhrpark der Löschgruppe Hartum gehören ein Schlauchwagen, Baujahr 1968, sowie ein Gerätewagen Logistik, Baujahr 1999, der von der Löschgruppe 2003 in Eigenregie angeschafft und finanziert wurde. Laut Brandschutzbedarfsplan, so schreibt es die Feuerwehrführung, ist ein Fahrzeug mit 2.000 Meter Schläuchen in einer Flächengemeinde wie Hille unbedingt notwendig. In Kernortschaften werde dies mit Hydranten sichergestellt, die es in Wald- und Moorgebieten aber nicht gibt.

Der Gerätewagen Logistik habe bereits mehr als 214.000 Kilometer gelaufen und sei entsprechend verschlissen. Mit dem Fahrzeug werde Material zu den Einsatzstellen transportiert.

Im Brandschutzbedarfsplan, der dem MT vorliegt, heißt es im Soll-Ist-Vergleich, dass der Geräte- und Schlauchwagen durch einen neuen Gerätewagen Logistik (GW-L2) ersetzt werden soll, sobald der Schlauchwagen „ausscheidet“. Ein entsprechendes Fahrzeug kostet etwa 250.000 Euro. Zwar lässt der Plan auch die Möglichkeit offen, den vorhandenen Logistikwagen aufzurüsten, was – laut Bernhard Förster, Leiter der Feuerwehr, – auch im Vorfeld geprüft wurde. „Ein Umbau des vorhandenen Fahrzeugs wäre rausgeschmissenes Geld“, sagte Förster dazu im Ausschuss. In ein 20 Jahre altes Fahrzeug noch tausende von Euro zu investieren, hält der Leiter der Feuerwehr für „kaufmännischen Blödsinn“. Die Einsatzkräfte müssten mit guten und sicheren Fahrzeugen zum Einsatzort fahren können, deshalb seien die Anträge auch in die Zukunft gedacht.

Die CDU argumentierte, dass die Feuerwehr zunächst einen Plan vorlegen soll, ob und wie sie möglicherweise Feuerwehrgerätehäuser und Löschgruppen zusammenlegen könne. Anschließend könne man sich über den Bedarf an Fahrzeugen Gedanken machen. Peper: „Wir sind heute nicht in der Lage, zu diesem Antrag Stellung zu nehmen und werden uns enthalten.“

„Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand. Wir reden hier unter anderem über ein 50 Jahre altes Fahrzeug“, sagte André Bultemeyer von der SPD. Und Uwe Habbe (SPD) erklärte: „Ich sehe keinen Widerspruch. Die Anforderung entspricht dem Brandschutzbedarfsplan.“ Jetzt bekommt der Rat die Anträge am kommenden Donnerstag, 13. Dezember, auf den Tisch.

Die Mannschaftsfahrzeuge

Laut Antrag der Feuerwehrleitung haben die Löschgruppen Hille, Südhemmern und Holzhausen vor 20 Jahren je ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) bekommen. Die Zuverlässigkeit sowie die Fahr- und Verkehrssicherheit sei nicht gewährleistet. Ein Fahrzeug für die Löschgruppe Eickhorst hatte der Rat bereits 2013 genehmigt, bislang sei der Beschluss jedoch noch nicht umgesetzt worden. Die Leitung der Feuerwehr halte diese Anschaffung aber weiterhin für notwendig. Die Wagen seien das Transportmittel, um Feuerwehrleute zum Einsatzort zu bringen. Insgesamt kosten die vier Fahrzeuge 160.000 Euro.

Laut Brandschutzbedarfsplan ist das MTF der Löschgruppe Hille in einem optisch und technisch schlechten Zustand, die Fahrzeuge der Löschgruppen Südhemmern und Holzhausen haben die Bewertung „befriedigend“ erhalten. Laut Eberhard Peper sieht der Brandschutzbedarfsplan keinen Handlungsbedarf für die Löschgruppen Hille, Südhemmern und Holzhausen II vor. „Es passt doch etwas mit diesem Plan nicht. Ihr solltet damit etwas sensibler sein“, sagte der CDU-Politiker in Richtung der Feuerwehrleitung. Uwe Habbe entgegnete: „Ich weiß nicht, was du da herausliest. Wer von euch fährt denn noch ein 20 Jahre altes Fahrzeug?“

Wortwörtlich steht im Brandschutzbedarfsplan: „Die Gemeinde Hille hat keine festen Laufzeiten für die Fahrzeuge festgelegt. Stattdessen sollen die Fahrzeuge nach ihrem einsatztaktischen Wert ersatzbeschafft werden. Es ist davon auszugehen, dass Feuerwehrfahrzeuge nach ca. 25 Jahren nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und eine Ersatzbeschaffung in Betracht gezogen werden muss.“ Laut Bernhard Förster müssten die Fahrzeuge sowieso erst bestellt werden. Und bis zur Auslieferung seien die Fahrzeuge nahezu im entsprechenden Alter.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

HartumDer Freiwilligen Feuerwehr in Hille fehlen FahrzeugeStefanie DullweberHille-Hartum (mt). Die Freiwillige Feuerwehr beantragt für ihren Fuhrpark neue Fahrzeuge. Ein mittlerweile 50 Jahre alter Schlauchwagen und ein knapp 20 Jahre alter Gerätewagen Logistik der Löschgruppe Hartum sollen durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden. Außerdem benötigen die Löschgruppen Hille, Südhemmern, Holzhausen II und Eickhorst neue Mannschaftstransportfahrzeuge. Insgesamt geht es um eine Investition von rund 410.000 Euro. Im Feuerschutzausschuss sorgten die Anträge der Feuerwehrleitung für Diskussionen. Die CDU-Fraktion zweifelte an, dass diese geplanten Anschaffungen mit dem Brandschutzbedarfsplan übereinstimmen. Laut Eberhard Peper stehe in der „Bibel“ – wie er den Plan bezeichnete – nichts von Fahrzeugen, die ausgemustert werden sollen. Der Gerätewagen Zum Fuhrpark der Löschgruppe Hartum gehören ein Schlauchwagen, Baujahr 1968, sowie ein Gerätewagen Logistik, Baujahr 1999, der von der Löschgruppe 2003 in Eigenregie angeschafft und finanziert wurde. Laut Brandschutzbedarfsplan, so schreibt es die Feuerwehrführung, ist ein Fahrzeug mit 2.000 Meter Schläuchen in einer Flächengemeinde wie Hille unbedingt notwendig. In Kernortschaften werde dies mit Hydranten sichergestellt, die es in Wald- und Moorgebieten aber nicht gibt. Der Gerätewagen Logistik habe bereits mehr als 214.000 Kilometer gelaufen und sei entsprechend verschlissen. Mit dem Fahrzeug werde Material zu den Einsatzstellen transportiert. Im Brandschutzbedarfsplan, der dem MT vorliegt, heißt es im Soll-Ist-Vergleich, dass der Geräte- und Schlauchwagen durch einen neuen Gerätewagen Logistik (GW-L2) ersetzt werden soll, sobald der Schlauchwagen „ausscheidet“. Ein entsprechendes Fahrzeug kostet etwa 250.000 Euro. Zwar lässt der Plan auch die Möglichkeit offen, den vorhandenen Logistikwagen aufzurüsten, was – laut Bernhard Förster, Leiter der Feuerwehr, – auch im Vorfeld geprüft wurde. „Ein Umbau des vorhandenen Fahrzeugs wäre rausgeschmissenes Geld“, sagte Förster dazu im Ausschuss. In ein 20 Jahre altes Fahrzeug noch tausende von Euro zu investieren, hält der Leiter der Feuerwehr für „kaufmännischen Blödsinn“. Die Einsatzkräfte müssten mit guten und sicheren Fahrzeugen zum Einsatzort fahren können, deshalb seien die Anträge auch in die Zukunft gedacht. Die CDU argumentierte, dass die Feuerwehr zunächst einen Plan vorlegen soll, ob und wie sie möglicherweise Feuerwehrgerätehäuser und Löschgruppen zusammenlegen könne. Anschließend könne man sich über den Bedarf an Fahrzeugen Gedanken machen. Peper: „Wir sind heute nicht in der Lage, zu diesem Antrag Stellung zu nehmen und werden uns enthalten.“ „Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand. Wir reden hier unter anderem über ein 50 Jahre altes Fahrzeug“, sagte André Bultemeyer von der SPD. Und Uwe Habbe (SPD) erklärte: „Ich sehe keinen Widerspruch. Die Anforderung entspricht dem Brandschutzbedarfsplan.“ Jetzt bekommt der Rat die Anträge am kommenden Donnerstag, 13. Dezember, auf den Tisch. Die Mannschaftsfahrzeuge Laut Antrag der Feuerwehrleitung haben die Löschgruppen Hille, Südhemmern und Holzhausen vor 20 Jahren je ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) bekommen. Die Zuverlässigkeit sowie die Fahr- und Verkehrssicherheit sei nicht gewährleistet. Ein Fahrzeug für die Löschgruppe Eickhorst hatte der Rat bereits 2013 genehmigt, bislang sei der Beschluss jedoch noch nicht umgesetzt worden. Die Leitung der Feuerwehr halte diese Anschaffung aber weiterhin für notwendig. Die Wagen seien das Transportmittel, um Feuerwehrleute zum Einsatzort zu bringen. Insgesamt kosten die vier Fahrzeuge 160.000 Euro. Laut Brandschutzbedarfsplan ist das MTF der Löschgruppe Hille in einem optisch und technisch schlechten Zustand, die Fahrzeuge der Löschgruppen Südhemmern und Holzhausen haben die Bewertung „befriedigend“ erhalten. Laut Eberhard Peper sieht der Brandschutzbedarfsplan keinen Handlungsbedarf für die Löschgruppen Hille, Südhemmern und Holzhausen II vor. „Es passt doch etwas mit diesem Plan nicht. Ihr solltet damit etwas sensibler sein“, sagte der CDU-Politiker in Richtung der Feuerwehrleitung. Uwe Habbe entgegnete: „Ich weiß nicht, was du da herausliest. Wer von euch fährt denn noch ein 20 Jahre altes Fahrzeug?“ Wortwörtlich steht im Brandschutzbedarfsplan: „Die Gemeinde Hille hat keine festen Laufzeiten für die Fahrzeuge festgelegt. Stattdessen sollen die Fahrzeuge nach ihrem einsatztaktischen Wert ersatzbeschafft werden. Es ist davon auszugehen, dass Feuerwehrfahrzeuge nach ca. 25 Jahren nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und eine Ersatzbeschaffung in Betracht gezogen werden muss.“ Laut Bernhard Förster müssten die Fahrzeuge sowieso erst bestellt werden. Und bis zur Auslieferung seien die Fahrzeuge nahezu im entsprechenden Alter.