Befangenheitsantrag abgelehnt: Prozess um Hiller Dreifachmord wird fortgesetzt

Stefanie Dullweber

03.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Prozessakten liegen in einem Sitzungssaal im Landgericht. Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen beginnt ein Prozess gegen zwei Angeklagte wegen Mordes. Auf zwei Höfen in Hille an der Grenze zu Niedersachsen waren im März 2018 die Leichen dreier Männer mit deutlichen Spuren von Gewalt entdeckt worden. Das Motiv der beiden Angeklagten soll Habgier gewesen sein. Die Ermittler hatten geplünderte Konten entdeckt. Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - © Friso Gentsch
03.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Prozessakten liegen in einem Sitzungssaal im Landgericht. Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen beginnt ein Prozess gegen zwei Angeklagte wegen Mordes. Auf zwei Höfen in Hille an der Grenze zu Niedersachsen waren im März 2018 die Leichen dreier Männer mit deutlichen Spuren von Gewalt entdeckt worden. Das Motiv der beiden Angeklagten soll Habgier gewesen sein. Die Ermittler hatten geplünderte Konten entdeckt. Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (© Friso Gentsch)

Hille/Bielefeld (mt). Der Prozess um die Dreifachmorde in Hille geht wie geplant in der nächsten Woche weiter. Wie das Landgericht Bielefeld gestern gegenüber dem MT mitteilte, habe die Kammer den Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Dr. Georg Zimmermann und die zwei beisitzenden Richter als unbegründet zurückgewiesen.

08.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann steht in einen Sitzungssaal des Landgerichts. In einem Mordprozess wird einem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - © (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
08.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann steht in einen Sitzungssaal des Landgerichts. In einem Mordprozess wird einem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (© (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Die Verteidiger der beiden Angeklagten Jörg W. und Kevin R. hatten am achten Prozesstag erklärt, dass sie das Gericht für befangen hielten. Die Rechtsanwälte befürchteten einen „Schulterschluss zwischen Richter und Staatsanwaltschaft“ und zweifelten deren Unparteilichkeit an. Die Rede war von einer bewussten Geheimhaltung.

Der Hintergrund: Ein Mithäftling von Kevin R. hatte sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und gesagt, dass der 24-Jährige sich ihm offenbart habe. Der Mann habe bekundet, zur Aufklärung der Dreifachmorde beitragen zu können und wurde laut Staatsanwalt Christopher York am 25. Oktober polizeilich vernommen.

York hatte Zimmermann in der zweiten Oktoberwoche über den Vorgang informiert. Der Vorsitzende Richter habe dies auch den beiden anderen Berufsrichtern mitgeteilt, allerdings ohne die Verteidiger mit ins Boot zu nehmen. Die Anwälte sahen darin einen Vorstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren.

Nachdem alle Prozessbeteiligten bis zu Beginn dieser Woche die Gelegenheit hatten, ihre Stellungnahmen abzugeben, hat die Kammer jetzt entschieden, dass es keine vernünftigen Gründe gebe, an der Unbefangenheit der Richter zu zweifeln.

Der Prozess wird am Dienstag, 20. November, um 9 Uhr fortgesetzt.

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Befangenheitsantrag abgelehnt: Prozess um Hiller Dreifachmord wird fortgesetztStefanie DullweberHille/Bielefeld (mt). Der Prozess um die Dreifachmorde in Hille geht wie geplant in der nächsten Woche weiter. Wie das Landgericht Bielefeld gestern gegenüber dem MT mitteilte, habe die Kammer den Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Dr. Georg Zimmermann und die zwei beisitzenden Richter als unbegründet zurückgewiesen. Die Verteidiger der beiden Angeklagten Jörg W. und Kevin R. hatten am achten Prozesstag erklärt, dass sie das Gericht für befangen hielten. Die Rechtsanwälte befürchteten einen „Schulterschluss zwischen Richter und Staatsanwaltschaft“ und zweifelten deren Unparteilichkeit an. Die Rede war von einer bewussten Geheimhaltung. Der Hintergrund: Ein Mithäftling von Kevin R. hatte sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und gesagt, dass der 24-Jährige sich ihm offenbart habe. Der Mann habe bekundet, zur Aufklärung der Dreifachmorde beitragen zu können und wurde laut Staatsanwalt Christopher York am 25. Oktober polizeilich vernommen. York hatte Zimmermann in der zweiten Oktoberwoche über den Vorgang informiert. Der Vorsitzende Richter habe dies auch den beiden anderen Berufsrichtern mitgeteilt, allerdings ohne die Verteidiger mit ins Boot zu nehmen. Die Anwälte sahen darin einen Vorstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren. Nachdem alle Prozessbeteiligten bis zu Beginn dieser Woche die Gelegenheit hatten, ihre Stellungnahmen abzugeben, hat die Kammer jetzt entschieden, dass es keine vernünftigen Gründe gebe, an der Unbefangenheit der Richter zu zweifeln. Der Prozess wird am Dienstag, 20. November, um 9 Uhr fortgesetzt.