Neue Details zu den Hiller Mordfällen - Opfer mit Kampfmesser, Hammer und Pflasterstein getötet

Stefanie Dullweber

Im März 2018 haben Ermittler der Polizei zwei Leichen auf dem Grundstück von Jörg W. gefunden. MT- - © Foto: Alex Lehn (Archiv)
Im März 2018 haben Ermittler der Polizei zwei Leichen auf dem Grundstück von Jörg W. gefunden. MT- (© Foto: Alex Lehn (Archiv))

Bielefeld/Hille (mt). Im Fall des mutmaßlichen Dreifach-Mordes im Hiller Ortsteil Neuenbaum hat das Landgericht Bielefeld jetzt erste Details veröffentlicht, wie die Männer ums Leben gekommen sind. Der 51-jährige Jörg Volker W. aus Hille und der 24-jährige Kevin R. aus Hille müssen sich ab dem 3. September wegen Mordverdachts vor Gericht verantworten. Insgesamt sind laut Guiskard Eisenberg, Vorsitzender Richter am Landgericht Bielefeld, 14 Verhandlungstage angesetzt, der letzte für den 6. Dezember diesen Jahres.

Vor Gericht begegnen sich der ehemalige Fremdenlegionär W. und der Zeitsoldat R. erstmals seit ihrer Festnahme wieder. Beide sind in einem Verfahren angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld legt den beiden Angeklagten folgendes zur Last: Sie sollen den 72-jährigen Nachbarn Gerd F. in der ersten Augusthälfte 2017 in dessen Haus gemeinschaftlich heimtückisch getötet haben. Die Ermittlungen haben ergeben, dass das Opfer die Kellertreppe hinuntergestoßen und mit einem Ziegelstein auf Kopf und Oberkörper eingeschlagen wurde. Die Täter sollen auf den Nachbarn eingetreten und ihn gewürgt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Jörg W. aus Habgier tötete. Bei seiner Festnahme trug er die EC-Karten von zwei seiner Opfer bei sich. Für das Konto von Gerd F. soll W. eine Vollmacht gehabt haben und sich dessen Renten in Höhe von 1.300 Euro monatlich eingesteckt haben. Auch dessen Hof wollte er für eigene Zwecke nutzen. Der mutmaßliche Mörder hatte in dem Haus renoviert und soll Bekannten gegenüber gesagt haben, dass er es für Kevin bezugsfertig mache.

Habgier soll auch das Motiv für den Mord an dem 64-jährigen Hilfsarbeiter Jochen K. gewesen sein, der auf dem Hof von Jörg W. und seiner Frau lebte und am Abend des 26. August 2017 ums Leben kam. Die beiden Angeklagten sollen ihn ebenfalls heimtückisch getötet haben. Dem Opfer wurde mit einem Pflasterstein von hinten auf den Kopf geschlagen und anschließend – als er schon am Boden lag – auf dessen Brust und Rücken eingeschlagen und eingetreten. Jörg W. wird beschuldigt, zudem viermal mit einem Kampfmesser in den Rücken des Opfers eingestochen zu haben. Nach der Tötung sollen sie aus dem Zimmer des Opfers einen Betrag von 3.200 Euro unter sich aufgeteilt haben, wobei Jörg W. 3.000 Euro erhalten haben soll.

Während Jörg W. zu den Morden an den beiden älteren Männern schweigt, hatte er bereits nach seiner Festnahme gestanden, den 30-jährigen Fadi S. aus Stadthagen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Das dritte Mordopfer hatte die Polizei Anfang März in der Scheune von Gerd F. gefunden, nachdem seine Familie ihn als vermisst gemeldet hatte. Die Ermittlungen haben ergeben, dass Jörg W. den 30-Jährigen, der einer libanesischen Großfamilie angehört, um 5.000 Euro betrogen haben soll, indem er ihm eine Geschäftsbeziehung vorspielte.

Als Fadi S. auf die Einhaltung des vereinbarten Geschäfts bestand, soll W. sich entschlossen haben, auch ihn zu töten. Bei einem Treffen am Nachmittag des 4. März, bei dem auch Kevin R. anwesend war, sollen die beiden Angeklagten den Geschädigten gemeinschaftlich mit Hammerschlägen gegen den Kopf heimtückisch getötet haben.

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Neue Details zu den Hiller Mordfällen - Opfer mit Kampfmesser, Hammer und Pflasterstein getötetStefanie DullweberBielefeld/Hille (mt). Im Fall des mutmaßlichen Dreifach-Mordes im Hiller Ortsteil Neuenbaum hat das Landgericht Bielefeld jetzt erste Details veröffentlicht, wie die Männer ums Leben gekommen sind. Der 51-jährige Jörg Volker W. aus Hille und der 24-jährige Kevin R. aus Hille müssen sich ab dem 3. September wegen Mordverdachts vor Gericht verantworten. Insgesamt sind laut Guiskard Eisenberg, Vorsitzender Richter am Landgericht Bielefeld, 14 Verhandlungstage angesetzt, der letzte für den 6. Dezember diesen Jahres. Vor Gericht begegnen sich der ehemalige Fremdenlegionär W. und der Zeitsoldat R. erstmals seit ihrer Festnahme wieder. Beide sind in einem Verfahren angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld legt den beiden Angeklagten folgendes zur Last: Sie sollen den 72-jährigen Nachbarn Gerd F. in der ersten Augusthälfte 2017 in dessen Haus gemeinschaftlich heimtückisch getötet haben. Die Ermittlungen haben ergeben, dass das Opfer die Kellertreppe hinuntergestoßen und mit einem Ziegelstein auf Kopf und Oberkörper eingeschlagen wurde. Die Täter sollen auf den Nachbarn eingetreten und ihn gewürgt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Jörg W. aus Habgier tötete. Bei seiner Festnahme trug er die EC-Karten von zwei seiner Opfer bei sich. Für das Konto von Gerd F. soll W. eine Vollmacht gehabt haben und sich dessen Renten in Höhe von 1.300 Euro monatlich eingesteckt haben. Auch dessen Hof wollte er für eigene Zwecke nutzen. Der mutmaßliche Mörder hatte in dem Haus renoviert und soll Bekannten gegenüber gesagt haben, dass er es für Kevin bezugsfertig mache. Habgier soll auch das Motiv für den Mord an dem 64-jährigen Hilfsarbeiter Jochen K. gewesen sein, der auf dem Hof von Jörg W. und seiner Frau lebte und am Abend des 26. August 2017 ums Leben kam. Die beiden Angeklagten sollen ihn ebenfalls heimtückisch getötet haben. Dem Opfer wurde mit einem Pflasterstein von hinten auf den Kopf geschlagen und anschließend – als er schon am Boden lag – auf dessen Brust und Rücken eingeschlagen und eingetreten. Jörg W. wird beschuldigt, zudem viermal mit einem Kampfmesser in den Rücken des Opfers eingestochen zu haben. Nach der Tötung sollen sie aus dem Zimmer des Opfers einen Betrag von 3.200 Euro unter sich aufgeteilt haben, wobei Jörg W. 3.000 Euro erhalten haben soll. Während Jörg W. zu den Morden an den beiden älteren Männern schweigt, hatte er bereits nach seiner Festnahme gestanden, den 30-jährigen Fadi S. aus Stadthagen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Das dritte Mordopfer hatte die Polizei Anfang März in der Scheune von Gerd F. gefunden, nachdem seine Familie ihn als vermisst gemeldet hatte. Die Ermittlungen haben ergeben, dass Jörg W. den 30-Jährigen, der einer libanesischen Großfamilie angehört, um 5.000 Euro betrogen haben soll, indem er ihm eine Geschäftsbeziehung vorspielte. Als Fadi S. auf die Einhaltung des vereinbarten Geschäfts bestand, soll W. sich entschlossen haben, auch ihn zu töten. Bei einem Treffen am Nachmittag des 4. März, bei dem auch Kevin R. anwesend war, sollen die beiden Angeklagten den Geschädigten gemeinschaftlich mit Hammerschlägen gegen den Kopf heimtückisch getötet haben. Alle Berichte zum Thema finden Sie hier